Freitag, 12. August 2022

Sagen & Meinen
Frauen sind keine Sportart

Zum Start der Fußball-Europameisterschaft ist häufig die Rede von "Frauenfußball". Ein Begriff, der wenig Sinn ergibt, spricht doch kaum jemand im Gegenzug von Männerfußball. Für alle gelten die gleichen Regeln - unabhängig vom Geschlecht. So sollte man es auch bei den Begriffen halten.

Von Anh Tran | 06.07.2022

Ein Banner zur Fußball-Europameisterschaft der Frauen mit offiziellen Logo und einer Grafik einer Fußballspielerin
Im Fußball gelten für alle die gleichen Regeln. So sollte man es auch mit den Begriffen halten. (dpa | Sebastian Gollnow)
Dreieinhalb Wochen lang spielen 16 Fußballnationalmannschaften in England um die Europameisterschaft. Wir lesen in diesem Zusammenhang oft von der „Frauen-" bzw. "Frauenfußball-EM“: Obwohl der Begriff mehr schlecht als recht zum Benannten passt. Denn: wenn zwei Mannschaften mit je elf Personen auf einem Feld, größtenteils mit den Füßen, einen Ball ins gegnerische Tor manövrieren wollen, dann sprechen wir von Fußball. Das ist die Sportart. Es gelten die gleichen Grundregeln unabhängig vom Geschlecht.
Sollte man meinen, aber: Während der Begriff "Frauenfußball-EM" das Geschlecht überbetont, fällt die Kategorie beim Äquivalent der Herren weg, wo es einfach nur "Fußball-WM" heißt. Der Mann als Normalfall im Fußball. Das ist weder richtig noch zeitgemäß.

Wer Frau sagt, muss auch Mann sagen

Vielleicht orientieren sich Medien zu sehr an den Verbänden: Beim europäischen Verband UEFA heißt das Turnier offiziell UEFA Women’s Euro 2022. Obwohl Frauen – da besteht Konsens – keine Sportart sind. Ähnlich regelt es der Weltverband FIFA mit FIFA Women’s World Cup. Bei den Herren heißt es einfach nur FIFA World Cup.
Dabei könnte eine Lösung ganz einfach sein: Wer Frau sagt, muss auch Mann sagen. Im Sommer findet also die Fußball-Europameisterschaft der Frauen statt und im Winter die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer.