Markt und Medien

Sonntag, 23. Februar 2014

Pressefreiheit Prozess gegen arabischen Sender in Ägypten

Am Donnerstag begann in Kairo der Prozess gegen Mitarbeiter des arabischen Nachrichtensenders Al Dschasira. Drei der Angeklagten, darunter ein australischer Reporter, sind seit Ende des vergangenen Jahres in Haft. Ihnen werden die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und die Schädigung des Ansehens Ägyptens vorgeworfen. Für Christoph Dreyer von "Reporter ohne Grenzen" ist das eine konstruierte Anklage.

"Die Anklage klingt sehr danach, als solle hier versucht werden, jede kritische Berichterstattung vollends zu unterbinden. Es ist eigentlich bisher nichts aufgetaucht, was den Journalisten tatsächlich zur Last gelegt wird und was ein Problem wäre. Diese Journalisten haben offensichtlich versucht, mit Vertretern der Muslimbruderschaft zu reden, was ihre journalistische Pflicht ist. Die meisten Medien in Ägypten berichten sehr parteiisch zugunsten der Regierung und des Militärs, das diese Regierung stützt. Und lassen Kritiker überhaupt nicht zu Wort kommen, speziell, wenn das eine Art von Kritik ist, die auch der Muslimbruderschaft zugutekommen könnte. Diese kritische Sicht soll offensichtlich zum Schweigen gebracht werden."

Nach Ansicht von Christoph Dreyer hat die Agitation gegen Journalisten in Ägypten System.

"Für die Pressefreiheit in Ägypten ist dieser Prozess ein ganz verheerendes Signal. Wir können das schon seit dem vergangenen Sommer beobachte, seit das Militär die Muslimbruderschaft, die an der Regierung war, gestürzt hat. Schon da wurden mehrere Fernsehsender geschlossen, wurden immer wieder Journalisten festgenommen. Jetzt mit diesem Prozess erreicht dieser bislang erratische Prozess eine systematischere Dimension."

Christoph Dreyer von Reporter ohne Grenzen.

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