Montag, 01.03.2021
 
Seit 05:05 Uhr Informationen am Morgen
23.02.2014

Buchgeschäft Weltbild und Hugendubel trennen sich

Die Weltbild-Plus-Filialen der insolventen Verlagsgruppe werden aus der gemeinsamen Gesellschaft DBH herausgelöst und wieder von der Konzernmutter geführt. Hugendubel übernimmt die Weltbild-Anteile von 50 Prozent. Durch die Entflechtung der Gesellschaft solle die Chance auf eine Gesamtsanierung des zu zwölf katholischen Bistümern gehörenden Weltbild-Verlags erhöht werden, hofft der Insolvenzverwalter.

Internet  Buzzfeed plant deutsche Ausgabe

Die erfolgreiche US-Website soll zunächst von wenigen Journalisten in Berlin gemacht werden. Buzzfeed ist mit Fotos von Tierbabys und Listen witziger Themen bekannt geworden, hat sich aber in letzter Zeit ein journalistisches Profil verordnet. Nach Angaben der Website lesen 120 Millionen Menschen Buzzfeed Meldungen, darunter eine Million Deutsche. Mit einer deutschen Ausgabe würde sich der Wettbewerb der Onlinemedien hierzulande weiter verschärfen.

Datenschutz Festnahme von David Miranda war rechtens

Der Lebensgefährte des US-Enthüllungsjournalisten Glenn Greenwald war im vergangenen Jahr auf dem Flughafen Heathrow verhaftet und sein Laptop beschlagnahmt worden. Miranda unterstützt Greenwald bei der Aufdeckung des NSA- Skandals. Ein Gericht in London befand in dieser Woche, dass das Verhör auf Grundlage des Antiterrorgesetzes rechtmäßig war und die britischen Ermittlungsbehörden nicht gegen die Europäische Menschenrechtskonvention verstoßen hätten.

Internet WhatsApp-Verkauf alarmiert deutsche Datenschützer

Facebook hat in dieser Woche den Kauf des Kurznachrichtendienstes für 19 Milliarden US-Dollar bekannt gegeben. Für Thilo Weichert, Leiter des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz in Schleswig-Holstein, ist das ein heikles Geschäft.

"Bisher gerierte sich WhatsApp als ein eher datenschutzfreundliches Angebot, wenngleich es da auch immer wieder zu Verstößen und Sicherheitsproblemen gekommen ist. Aber die haben gesagt, sie wollen keine Daten sammeln und sie wollen auch jetzt hier keine kommerzielle Ausnutzung der Daten vornehmen. Das wird sich natürlich in Zukunft angesichts der Geschäftsmodelle von Facebook ändern. Ich befürchte, dass die Daten von Facebook und WhatsApp dann zusammengeworfen werden, dass dann die Profile, die daraus erstellt werden, umfassender gemacht werden und dass die dann auch kommerziell verwendet werden."

Der schleswig-holsteinische Datenschützer Weichert sieht jetzt die Verbraucher in der Verantwortung, zu anderen Anbietern zu wechseln.

"Es gibt europäische Angebote, die eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung vorsehen, wo ein Dienstleister, selbst wenn er wollte, gar nicht auf diese Daten zugreifen könnte. Der Schwarm, der fliegt sehr schnell weiter. Und insofern habe ich die ganz große Hoffnung, dass hier sukzessive durch das Verbraucherverhalten mehr Datenschutz realisiert werden kann."

Der schleswig-holsteinische Datenschutzbeauftragte Thilo Weichert.

Pressefreiheit Venezuela geht gegen ausländische Sender vor

Staatschef Maduro hat CNN mit der Abschaltung im Kabelnetz gedroht, wenn der US-Sender seine Berichterstattung über das südamerikanische Land nicht ändere. Maduros Ansicht nach wolle CNN einen Angriff der US-Armee in Venezuela provozieren, indem es von Bürgerkriegszuständen in dem Land berichte. Am letzten Wochenende hatten die Behörden den kolumbianischen Sender NTN 24 wegen ähnlicher Vorwürfe aus dem Kabelnetz genommen.

Pressefreiheit Prozess gegen arabischen Sender in Ägypten

Am Donnerstag begann in Kairo der Prozess gegen Mitarbeiter des arabischen Nachrichtensenders Al Dschasira. Drei der Angeklagten, darunter ein australischer Reporter, sind seit Ende des vergangenen Jahres in Haft. Ihnen werden die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und die Schädigung des Ansehens Ägyptens vorgeworfen. Für Christoph Dreyer von "Reporter ohne Grenzen" ist das eine konstruierte Anklage.

"Die Anklage klingt sehr danach, als solle hier versucht werden, jede kritische Berichterstattung vollends zu unterbinden. Es ist eigentlich bisher nichts aufgetaucht, was den Journalisten tatsächlich zur Last gelegt wird und was ein Problem wäre. Diese Journalisten haben offensichtlich versucht, mit Vertretern der Muslimbruderschaft zu reden, was ihre journalistische Pflicht ist. Die meisten Medien in Ägypten berichten sehr parteiisch zugunsten der Regierung und des Militärs, das diese Regierung stützt. Und lassen Kritiker überhaupt nicht zu Wort kommen, speziell, wenn das eine Art von Kritik ist, die auch der Muslimbruderschaft zugutekommen könnte. Diese kritische Sicht soll offensichtlich zum Schweigen gebracht werden."

Nach Ansicht von Christoph Dreyer hat die Agitation gegen Journalisten in Ägypten System.

"Für die Pressefreiheit in Ägypten ist dieser Prozess ein ganz verheerendes Signal. Wir können das schon seit dem vergangenen Sommer beobachte, seit das Militär die Muslimbruderschaft, die an der Regierung war, gestürzt hat. Schon da wurden mehrere Fernsehsender geschlossen, wurden immer wieder Journalisten festgenommen. Jetzt mit diesem Prozess erreicht dieser bislang erratische Prozess eine systematischere Dimension."

Christoph Dreyer von Reporter ohne Grenzen.

15.02.2014

Urheberrecht Internet-Links zu Zeitungsartikeln verstoßen nicht gegen das Urheberrecht

Das hat der Europäische Gerichtshof entschieden. Verweise zu frei zugänglichen Zeitungsartikeln stellten keine "öffentliche Wiedergabe" dar. Deshalb ist dafür auch keine Erlaubnis der Urheberrechtsinhaber nötig.

Das Gericht schränkte allerdings ein: Wenn ein Link dazu dient, eine Paywall zu umgehen, also kostenlos auf Bezahlinhalte zuzugreifen, dann müsse dem der Rechteinhaber zustimmen.

Medienunternehmen Kartell-Wächter stimmen N24-Übernahme durch Springer zu

Nach dem Bundeskartellamt hat nun auch die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich KEK ihr "Ja" gegeben. Nach Ansicht der Kartellwächter ist der Kauf mit Blick auf die Meinungsvielfalt unbedenklich. Damit kann die Axel Springer AG alle Anteile der N24 Media GmbH übernehmen.

Der Sender soll in Zukunft die Bewegtbilder für die digitalen Angebote von Springer liefern. Auch in Zukunft soll N24 die Hauptnachrichten für Sat.1, ProSieben und Kabel Eins produzieren.

Presseagentur Die dpa muss Fotos einer Demonstration in Frankfurt nicht an die Polizei weitergeben

Damit ging das Frankfurter Landgericht auf eine Beschwerde der Presseagentur ein. Ermittelt wurde gegen einen Polizisten wegen des Verdachts auf Körperverletzung. Er soll während der "Blockupy"-Demonstration vom 01. Juni einen Demonstranten verletzt haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatten dpa-Fotografen den Angriff festgehalten. Das  Frankfurter Amtsgericht beschloss, die dpa müsse die Fotos herausgeben. Diese Entscheidung hob das Landgericht auf. Die Kammer gehe von einem Beschlagnahmeverbot aus, so ein Sprecher. Die Abwägung von Pressefreiheit und den Interessen der Strafverfolgung falle hier zugunsten der Pressefreiheit aus.

Zeitung Die Frankfurter Rundschau ist nach ihrer Übernahme wieder aus den Roten Zahlen

Zwar habe das Blatt im vergangenen Jahr noch einen Verlust gemacht, teilte die Geschäftsführung mit. Abzüglich der einmaligen Kosten für Anwälte, Lizenzen und den Umzug der Redaktion gäbe es aber einen Gewinn im sechsstelligen Bereich. Das sei auch damit begründet, dass die "FR" keine eigene Druckerei und keinen Verlag mehr habe.

Die insolvente Frankfurter Rundschau war im vergangenen Jahr unter anderem an ihren direkten Konkurrenten, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, verkauft worden. Von den einst 450 Beschäftigten der "FR" wurden nur 28 übernommen. Sie bilden als Stammredaktion in Frankfurt den regionalen Kern.

Pressezugang Blogger und Internet-Publizisten fordern Akkreditierung für den Bundestag

Unter anderem der Gründer der Plattform "netzpolitik.org", Markus Beckedahl, und der digitale Journalist Tilo Jung fordern Gleichbehandlung mit anderen Journalisten.

Jung produziert das Politik-Format "Jung und naiv", das zuerst im Internet, und mittlerweile auch im Fernsehen zu sehen ist. Zwar erhält er Zugang zu den Gebäuden des Bundestages über Tagesakkreditierungen. Sein Antrag auf eine Jahresakkreditierung sei aber abgelehnt worden.

Tilo Jung:

"Nur möchten wir am Ende genau so behandelt werden, wie die – in Anführungsstrichen – klassischen Journalisten von ARD, von ZDF, von Print, die teilweise viel weniger aus dem Bundestag berichten, als wir. Wenn die Kollegen vom 'Bericht aus Berlin' und 'Berlin direkt' akkreditiert werden, dann müssten wir genau so akkreditiert werden, denn wir machen auch eine wöchentliche, politische, halbstündige Fernsehsendung."

Bundestagsabgeordnete aller Fraktionen hätten laut Jung bereits ihre Unterstützung zugesagt. Sollte die Bundestagsverwaltung nicht einlenken, will Markus Beckedahl auch juristische Schritte in Erwägung ziehen.

 

Reporter ohne Grenzen Pressefreiheit nicht nur in Diktaturen, sondern auch in westlichen Demokratien gefährdet

In dem Bericht heißt es, selbst Staaten wie die USA und Großbritannien rückten investigative Journalisten und ihre Hinweisgeber in die Nähe des Terrorismus. Dass Länder mit einer langen Tradition freier Medien in ähnliche Sicherheitsreflexe verfielen wie Diktaturen, sei unerträglich, so Reporter ohne Grenzen. Kritisiert werden unter anderem die Überwachung der Presseagentur AP, der Druck auf die Zeitung "The Guardian" wegen der Snowden-Enthüllungen und die Verfolgung von Whistleblowern.

In Europa steht es vergleichsweise gut um die Pressefreiheit. Finnland, die Niederlande und Norwegen werden am besten bewertet. Deutschland belegt den 14. Rang. Reporter ohne Grenzen kritisiert die Ausforschung von Journalisten durch ausländische und deutsche Geheimdienste, Probleme bei Behördenauskünften und die sinkende Pressevielfalt.

Besonders schlecht schneidet in Europa Griechenland ab. Innerhalb von fünf Jahren ist das Land um 50 Plätze in der Bewertung abgerutscht und steht nun auf dem 99. Rang.

 

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk