Kooperation mit Frankreich und Spanien
Merz äußert Zweifel an Zukunft des Rüstungsprojekts FCAS

Bundeskanzler Merz hat die Zukunft des europäischen Rüstungsprojekts FCAS erstmals offen in Frage gestellt. Es gebe "ein echtes Problem im Anforderungsprofil", sagte Merz im Podcast "Machtwechsel" mit Blick auf spezielle Bedürfnisse der Atommacht Frankreich. Einen politischen Streit wies er zurück.

    Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gibt ein Interview, er gestikuliert mit beiden Händen.
    Bundeskanzler Merz (Kay Nietfeld / dpa / Kay Nietfeld)
    Merz erläuterte, dass Frankreich in der nächsten Generation der Kampfflugzeuge ein atomwaffenfähiges und ein flugzeugträgerfähiges Flugzeug benötige. Das brauche die Bundeswehr gegenwärtig nicht. Deshalb stelle sich die Frage: "Haben wir die Kraft und den Willen, für diese beiden unterschiedlichen objektiven Anforderungsprofile zwei Flugzeuge zu bauen oder nur eins?" Die französische Regierung wolle nur ein einziges, auf ihre Bedürfnisse ausgerichtetes Flugzeug entwickeln. Das sei jedoch nicht das, was die deutsche Seite brauche, erklärte Merz. Ein politisches Zerwürfnis mit Frankreich sehe er darin nicht.

    Alternative: Bau eines Kampfflugzeugs ohne Frankreich

    Als Alternative verwies der Kanzler auf die Möglichkeit, sich für den Bau eines neuen Kampfflugzeugs mit Spanien und anderen Ländern zusammenzuschließen. Spanien ist derzeit auch an FCAS beteiligt. Von Herstellerseite sind die Firmen Dassault Aviation und Airbus dabei.
    Merz erklärte, grundsätzlich stelle sich die Frage, ob Deutschland in zwanzig Jahren überhaupt noch ein bemanntes Kampfflugzeug benötige. Darüber spreche er mit Bundesverteidigungsminister Pistorius (SPD).

    Entscheidung über FCAS bereits zweimal verschoben

    FCAS steht für Future Combat Air System. Das geplante neue Luftkampfsystem soll den von Deutschland genutzten Eurofighter und das französische Kampfflugzeug Rafale ab dem Jahr 2040 ablösen. Die Entscheidung, ob FCAS fortgeführt wird, wurde bereits zweimal verschoben. Nun soll sie bis Ende des Monats fallen.
    Der französische Präsident Macron hatte zuletzt betont, dass er FCAS nicht gefährdet sehe. Er warnte davor, dass viele Synergien verloren gehen könnten, wenn die Entwicklung gestoppt werde.
    Bundeskanzler Merz sprach in dem Podcast auch über weitere Themen. Unter anderem erteilte er Forderungen des Koalitionspartners ‌SPD nach Steuererhöhungen für Besserverdienende ⁠eine ⁠Absage.
    Diese Nachricht wurde am 18.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.