
Merz erklärte, die Angabe von 900.000 Syrern gehe auf Äußerungen al-Scharaas zurück. Die Bundesregierung habe die Zahl zur Kenntnis genommen, sei sich aber der Dimension der Aufgabe bewusst. Außenminister Wadephul, ebenfalls CDU, stellte sich hinter die ursprüngliche Äußerung des Kanzlers. Er sagte, natürlich sei dies das Ziel der Bundesregierung.
Breite Kritik an Aussage von Merz
Zuvor hatte es Kritik an Merz gegeben - auch vom Koalitionspartner SPD. Dessen stellvertretende Bundesvorsitzende Rehlinger sagte, es sei keine kluge Idee, konkrete Zahlen und Zeiträume in den Raum zu stellen. Dies wecke Erwartungen, die Merz womöglich nicht einhalten könne. Rehlinger ergänzte gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe: "Viele Syrer sind heute unsere Landsleute, weil sie hier integriert sind, in Mangelberufen arbeiten, alte Menschen pflegen oder Bus fahren, und nicht selten sogar deutsche Staatsbürger geworden sind." Ähnlich äußerten sich Vertreter der Grünen und der Linken.
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft wies darauf hin, dass syrische Ärzte die größte Gruppe unter den ausländischen Ärzten in Deutschland bildeten. "Sie haben damit eine erhebliche Bedeutung für die Gesundheitsversorgung", sagte die stellvertretende Vorstandsvorsitzende Neumeyer dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Ende 2024 hätten 5.745 syrische Ärztinnen und Ärzte in deutschen Krankenhäusern gearbeitet. Auch in der Krankenpflege seien syrische Fachkräfte von größter Bedeutung.
Migrationsforscher hält Erwartungen für unrealistisch
Der Konstanzer Migrationsforscher Daniel Thym hält das Ziel einer Rückkehr von rund 80 Prozent der in Deutschland lebenden Syrern für völlig unrealistisch. "Solch hohe Rückkehrzahlen dürften sich als Illusion erweisen und selbst im Wege der freiwilligen Ausreise unerreichbar sein", sagte er dem "Handelsblatt". Bislang seien nur wenige Tausend Syrer freiwillig in ihre Heimat zurückgekehrt. Es bleibe unklar, warum sich dies grundlegend ändern sollte. Das gelte auch für zwangsweise Abschiebungen.
Diese Nachricht wurde am 31.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.









