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StartseiteMilestonesB.B. King „Live at the Regal” (1965)29.05.2020

Milestones - BluesklassikerB.B. King „Live at the Regal” (1965)

Anfang der 1960er-Jahre geriet die Karriere von B.B. King ins Stocken: Das schwarze Publikum war allmählich vom Blues gelangweilt, hörte lieber Rhythm'n'Blues und Rock'n'Roll. Doch am 21. November 1964 trat King im Chicagoer Regal Theater auf. Ein Schlüsselmoment für die Karriere von B.B. King – und für den Blues insgesamt.

Am Mikrofon: Tim Schauen

Ein Afroamerikaner mit kurzen grauen Haaren spielt im Sitzen mit geschlossenen Augen Gitarre. (dpa/ Felix Heyder )
Der Blues-Sänger und Gitarrist B.B. King trat am 25.06.2005 auf der Open-Air-Bühne in Bonn auf. (dpa/ Felix Heyder )
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B.B. King (geb. 1925) aus Indianola, Mississippi, hatte Ende der 1940er-Jahre erste Aufnahmen gemacht, stand im Sun Studio in Memphis, bevor Elvis Presley dort war, und hatte sich als Gitarrist und Sänger einigen Ruhm erarbeitet. Anfang der 1960er-Jahre geriet die Karriere des US-Amerikaners, dessen Mutter früh starb und der sich im Alter von 14 Jahren als Baggerfahrer durchschlagen musste, jedoch ins Stocken: Das schwarze Publikum war allmählich vom Blues, der Musik seiner Eltern, gelangweilt. Doch der 21. November 1964 sollte vieles ändern: B.B. King trat im Regal Theater auf, einem Klub im Chicagoer Stadtteil Southside, das Konzert erschien am 1. Mai 1965 als Live-Album, und mit "Live at the Regal" löste King indirekt die "British Blues Explosion" aus, denn das junge europäische, weiße Publikum war ganz wild auf diesen Sound aus Übersee. Stargitarrist Eric Clapton hatte viele Licks von Albert, B.B. und vor allem von Freddie King in sein Repertoire aufgenommen und amerikanische Blues-Musik in Europa bekannt gemacht, und bald spielte er mit seinem Vorbild – das dadurch zum Weltstar und König des Blues wurde. "Live at the Regal" enthält u.a. mit "Every day I have the blues" und "Sweet little angel" Songs, die King bis zu seinem Tod im Jahr 2015 immer wieder spielen sollte, und auch sein Gitarrensound, die lyrische Phrasierung mit dem typischen aus dem Handgelenk geschüttelten Vibrato sollte sich seit 1965 nicht mehr ändern. Warum auch? So also steht das Album als Schlüsselmoment für die Karriere von B.B. King – und für den Blues insgesamt.

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