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StartseiteInterview"Nicht nachvollziehbarer Umgang damit"24.12.2020

Missbrauch in der Katholischen Kirche"Nicht nachvollziehbarer Umgang damit"

In keinem einzigen Fall habe es bisher angesichts des sexuellen Missbrauchs und des Umgangs damit in der Katholischen Kirche einen Rücktritt gegeben, kritisierte der katholische Pfarrer Ansgar Steinke im Dlf. Da stimme etwas nicht - das belaste die Mehrheit in den Gemeinden sehr.

Ansgar Steinke im Gespräch mit Christoph Heinemann

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Christliches Kreuz auf einem Buch mit Stichwort MISSBRAUCH liegend (picture alliance / blickwinkel/McPHOTO/C. Ohde)
Die Kritik an Kardinal Woelki aus Köln nimmt zu (picture alliance / blickwinkel/McPHOTO/C. Ohde)
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Die beiden Kölner Kardinäle Woelki (l.) und Meisner (r., 2017 verstorben) auf der Deutschen Bischofskonferenz 2013 (imago stock&people / Michael Gottschalk) (imago stock&people / Michael Gottschalk)Der Priester, der Kardinal und die Kinder
Ein Pfarrer, so der Verdacht, soll sich mehrfach schwer an Kindern vergangen haben. Sollte der Vorwurf zutreffen, war die Bestrafung milde: Er war weiter als Seelsorger tätig, hielt Vorträge, schrieb Bücher. Eine Recherche im Hoheitsgebiet der Kardinäle Meisner und Woelki.

Der nicht nachvollziehbare Umgang der Verantwortlichen mit den Missbrauchsfällen erzeuge einen Berg an Vorbehalten, sagte Ansgar Steinke im Dlf. Er leitet als Pfarrer den Kirchengemeindeverband Flingern/Düsseltal, der auch zum Erzbistum Köln gehört.

Es seien die Falschen, die gehen werden, befürchtet er. In der Mitte der Gemeinde würden Leute deswegen "die Brocken hinwerfen". Diese Vorgänge seien eine ganz, ganz schwere Hypothek auch für die Weihnachtsbotschaft. Er erlebe aber immer wieder, dass die Leute es gut finden, wenn man diese Dinge offen anspreche.

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