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StartseiteInterviewAlle öffentlichen Veranstaltungen wurden abgesagt 14.11.2015

Nach den Anschlägen in ParisAlle öffentlichen Veranstaltungen wurden abgesagt

Welche Konsequenzen die Terroranschläge von Paris für die Menschen hätten, stehe noch nicht fest, sagte Frankreich-Korrespondentin Ursula Welter im DLF. Noch sei unklar, ob noch andere Kommandos unterwegs und zu Attentaten bereit seien. Schulen und Universitäten seien geschlossen worden, Staatspräsident Francois Hollande habe seine Reise zum G-20-Gipfel abgesagt.

Ursula Welter im Gespräch mit Martin Zagatta

Polizisten patrouillieren nach den Anschlägen in der Nähe der Konzerthalle Bataclan in Paris.  (AFP PHOTO / PATRICK KOVARIK)
Polizisten patrouillieren nach den Anschlägen in der Nähe der Konzerthalle Bataclan in Paris. (AFP PHOTO / PATRICK KOVARIK)
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Martin Zagatta: Mehr als 100 Menschen sind ermordet worden gestern Abend bei diesen Anschlägen in Paris. Dort sind wir jetzt wieder verbunden mit unserer Korrespondentin Ursula Welter. Frau Welter, es geht ja immer noch einiges durcheinander an Zahlen, an Ablauf, was ist Ihr Stand, was ist der aktuelle Informationsstand heute Morgen?

Ursula Welter: Es wird weiterhin von 120 Toten ausgegangen im Augenblick, es soll mehr als 200 Verletzte geben, darunter 80 Schwerverletzte, das ist der aktuelle Stand. Die Behörden melden, dass acht Attentäter tot seien, über deren Identität wissen wir allerdings bislang noch nichts. Sieben von ihnen haben sich demnach selbst in die Luft gesprengt, der achte soll von den Sondereinheiten erschossen worden sein, die die Geiselnahmen im Konzertsaal Bataclan in den frühen Morgenstunden beendet haben. Es gab dann ja zeitgleich zu diesem Angriff auf den großen Konzertsaal die Detonationen und auch einen Selbstmordanschlag am Fußballstadion im Norden, am Stade de France, während das Freundschaftsspiel Frankreich-Deutschland lief. Und wie wir nun wissen, gab es insgesamt acht Schießereien und Angriffe auf Restaurants und Passanten im 10. und 11. Arrondissement mit vielen Toten, also im Umkreis des sehr beliebten und sehr belebten Bastille-Viertels.

Zagatta: Was sind jetzt die Konsequenzen? Wir haben gehört, der Präsident will die Armee einsetzen oder setzt sie schon ein, man hat den Ausnahmezustand ausgerufen. Was bedeutet das und welche Konsequenzen gibt es sonst?

Welter: Es wird jetzt gleich um neun Uhr der nationale Verteidigungsrat tagen, heute Nacht hat der Staatspräsident bereits den Notstand für ganz Frankreich ausgerufen, es gibt Grenzkontrollen. Es ist noch mal klargestellt worden, weil Francois Hollande heute Nacht von Schließung der Grenzen sprach, also, die Grenzen sind nicht geschlossen worden, aber es gibt Grenzkontrollen. Es sind 1.500 weitere Soldaten mobilisiert worden, also zusätzlich zu denen, die hier bereits patrouillierten seit den Januar-Attentaten. Die Bevölkerung ist weiter aufgerufen, die Häuser nicht zu verlassen, denn - so sagte gerade ein Mitglied des Sicherheitsausschusses im Parlament - es sei nicht klar, ob andere Kommandos unterwegs und zu Attentaten bereit seien. Wir haben das ja im Januar erlebt, dass da innerhalb von mehreren Tagen ein Attentat dem anderen folgte und dass die Täter in Verbindung zueinander standen und, wie wir heute auch wissen, gelenkt wurden und angeleitet wurden aus Syrien. Es sind, für die Bevölkerung jetzt noch wichtig, die Schulen geschlossen, die Universitäten auch, alle öffentlichen Versammlungsorte, bis auf Weiteres werden alle öffentliche Veranstaltungen abgesagt und auch die internationale Diplomatie spürt jetzt die Folgen dieser Attentate. Der Staatspräsident Hollande hat seine Teilnahme am G20-Gipfel abgesagt und auch der iranische Präsident Rohani, der hierherkommen sollte morgen, auch um über den Terrorismus weltweit zu sprechen mit Francois Hollande, auch der hat seine Reise nun verschoben.

Zagatta: Danke schön! Ursula Welter war das, unsere Frankreich-Korrespondentin wieder direkt aus Paris.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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