Stuttgart
Nach Landtagswahl in Baden-Württemberg: Grüne und CDU wollen erneut über Fortsetzung der Koalition sprechen

Mehr als drei Wochen nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg wollen Grüne und CDU erneut über eine mögliche Fortsetzung ihrer Regierungskoalition sprechen. Für den Vormittag ist ein weiteres Sondierungsgespräch in Stuttgart geplant.

    Stuttgart: Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen) und Manuel Hagel (CDU) geben im Haus der Katholischen Kirche ein Statement.
    Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen) und Manuel Hagel (CDU) (dpa / Marijan Murat)
    Gestern hatten sich die Verhandlungsteams der Parteien zum zweiten Mal in größerer Runde getroffen und über Stunden gesprochen. In einer Gesprächspause hatten sowohl Cem Özdemir (Grüne) als auch Manuel Hagel (CDU) vor Journalisten von ersten Fortschritten berichtet. Man sei gut vorangekommen, sagte Özdemir. Er sei sehr zuversichtlich, dass man zügig weiterkommen werde und dann zeitnah in Koalitionsverhandlungen eintreten könne. 

    Wahl des Regierungschefs ist für den 13. Mai geplant

    Hagel ließ durchblicken, dass eine Einigung über eine gemeinsame Zusammenarbeit bis spätestens Mitte Mai stehen solle. Die Wahl des Ministerpräsidenten sei im Landtag am 13. Mai vorgesehen, sagte der CDU-Landeschef. Die Zeit, die bis dahin zur Verfügung stehe, wolle man gemeinsam nutzen, so Hagel. 

    Verfassung sieht viel Zeit für Regierungsbildung vor

    Starken Zeitdruck haben Grüne und CDU zumindest mit Blick auf die Landesverfassung nicht. Sie gibt vor, dass spätestens drei Monate nach der konstituierenden Sitzung des neu gewählten Landtags eine Regierung gebildet und bestätigt sein muss. Aktuell ist diese erste Sitzung für den 12. Mai vorgesehen, womit Zeit bis Anfang August bliebe für die Regierungsbildung.
    Beide Parteien regieren in Baden-Württemberg seit 2016 gemeinsam. Eine Fortsetzung dieser Koalition gilt derzeit als einzige realistische Option. Eine Zusammenarbeit mit der AfD schließen die anderen Parteien aus, alternative Mehrheiten sind nicht in Sicht.
    Die Landtagswahl am 8. März hatten die Grünen mit 30,2 Prozent knapp gewonnen, die CDU kam auf 29,7 Prozent. Im neuen Parlament kommen jedoch beide Parteien jeweils auf 56 Sitze – eine ungewöhnliche Pattsituation.
    Diese Nachricht wurde am 02.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.