Newsblog zum Krieg im Nahen und Mittleren Osten
Netanjahu droht Hisbollah im Libanon mit Verschärfung der Angriffe

+++ Israel kündigt weitere Angriffe im Libanon an. +++ Bundeskanzler Merz hat die Hoffnung auf ein rasches Ende des Iran-Kriegs geäußert. +++ Die Bundesregierung will ihre Rückholaktion für Kinder, Kranke und Schwangere morgen starten. +++ Weitere Entwicklungen im Nachrichtenblog.

    Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu spricht bei einer Pressekonferenz anlässlich des Besuchs seines indischen Amtskollegen Narendra Modi in Jerusalem - er gestikuliert dabei. Im Hintergrund sieht man die Landesfahne Israels und Indiens.
    Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu (Archivbild, 26. Februar 2026) (AFP / GIL COHEN-MAGEN)

    Dienstag, 3. März

    +++ Nach dem Drohnenangriff auf den britischen Stützpunkt auf Zypern verstärken Großbritannien und Frankreich ihre Präsenz in der Region.

    Großbritannien entsendet Hubschrauber zur Drohnenabwehr und ein Kriegsschiff. Der britische Premierminister Starmer sagte, sein Land setze sich uneingeschränkt für die Sicherheit Zyperns und der dort stationierten Briten ein. Frankreich unterstützt Zypern nach offiziellen Angaben mit Raketen- und Drohnenabwehrwaffen und einer Fregatte. Zuvor hatte Griechenland bereits Schiffe und Kampfjets entsandt. Der Drohnenangriff in der Nacht zum Montag wird der Hisbollah-Miliz aus dem Libanon zugerechnet. Verletzt wurde niemand.

    +++ Der türkische Außenminister Hakan Fidan kritisiert die iranischen Angriffe auf Golfstaaten als Reaktion auf das militärische Vorgehen der USA und Israels.

    Dies sei eine "unglaublich falsche Strategie", sagt Fidan dem Sender TRT Haber. Teheran verfolge das Prinzip: "Wenn ich untergehe, reiße ich die Region mit."

    +++ Erstmals seit Beginn des Iran-Kriegs hat die proiranische Hisbollah-Miliz aus dem Libanon wieder Raketen auf den Großraum der israelischen Großstadt Tel Aviv gefeuert.

    Die israelische Armee teilte nach Sirenengeheul in der Küstenmetropole mit, es seien mehrere Geschosse identifiziert worden, die vom Libanon aus nach Israel geflogen seien. Die Luftabwehr habe die meisten davon abgefangen. Ein Geschoss sei auf offenem Gebiet niedergegangen.

    +++ Israels Ministerpräsident Netanjahu hat der libanesischen Hisbollah-Miliz mit einer weiteren Verschärfung der Angriffe gedroht.

    Die Hisbollah habe einen schweren Fehler begangen, als sie Israel attackiert habe, sagte Netanjahu bei einem Besuch eines Luftwaffenstützpunktes. Die pro-iranische Miliz hatte in der Nacht zum Montag als Reaktion auf die Tötung des iranischen obersten Führers Chamenei Raketen in Richtung Israel abgefeuert. Daraufhin begann das israelische Militär Ziele im Libanon anzugreifen, vor allem im Süden des Landes und in den südlichen Vororten der Hauptstadt Beirut.

    +++ Die Europäische Union hilft mehreren Mitgliedstaaten bei der Evakuierung ihrer Staatsbürger aus dem Nahen Osten.

    Italien, die Slowakei und Österreich hätten den Katastrophenschutzmechanismus der EU aktiviert, teilte die EU-Kommissarin für Krisenmanagement, Lahbib, mit. Die EU kann so einen Teil der Rückholungsmaßnahmen finanzieren. Die ersten Evakuierungsflüge sind auf dem Weg, etwa eine Linienmaschine von Abu Dhabi nach Madrid mit rund 175 Spaniern an Bord.

    +++ US-Präsident Trump hat die Regierungen von Spanien und Großbritannien kritisiert.

    Trump sagte im Weißen Haus, Spanien habe gesagt, dass die USA ihre Stützpunkte nicht nutzen dürften. "Niemand könne den USA vorschreiben, was sie zu tun oder zu lassen hätten. Deshalb habe er seinen Finanzminister Scott Bessent angewiesen, "alle Deals" mit Madrid einzustellen. Trump kritisierte auch das Vereingte Königreich. Großbritannien hatte den USA britischen Medien zufolge erst verweigert, Angriffe auf den Iran von britischen Stützpunkten durchzuführen. Am Sonntagabend lenkte der britische Premierminister Starmer ein und erlaubte die Nutzung in begrenztem Umfang.

    +++ Bundeskanzler Merz hat die Hoffnung auf ein rasches Ende des Iran-Kriegs geäußert.

    Dieser solle "so bald wie möglich" enden, sagte der CDU-Politiker bei einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus. Der Krieg schade der Wirtschaft, sagte Merz zur Begründung. Er verwies auf die gestiegenen Öl- und Gaspreise.
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    Diese Nachricht wurde am 03.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.