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StartseiteUmwelt und VerbraucherWas darf ich, was nicht?16.10.2020

Neue Quarantäne-RegelnWas darf ich, was nicht?

Beim Corona-Gipfel im Kanzleramt wurden die Quarantäneregeln für Reiserückkehrer an neue Erkenntnisse von Virologen angepasst - das heißt: erleichtert und verkürzt. Ein zentraler Punkt dabei ist der Corona-Test, der frühestens fünf Tage nach der Einreise gemacht werden kann.

Von Manfred Götzke

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Menschen warten am Frankfurter Flughafen auf einen kostenlosen Corona-Test für Rückkehrer aus Risikoländern. (dpa/Frank Rumpenhorst)
Anders als bisher endet die Quarantäne fünf Tage nach der Einreise - sofern ein negatives Testergebnis vorliegt (dpa/Frank Rumpenhorst)
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So schwierig es für Berliner, Kölner oder Münchener zurzeit sein mag, ihre Herbstferien an Nord- oder Ostsee zu verbringen: Urlaub ist auch für deutsche Risikogebietsbewohner möglich. Nur eben nicht in den meisten deutschen Urlaubsregionen. Im Ausland dagegen schon. Egal ob Lissabon, Teneriffa oder Mallorca – Urlauber aus Deutschland sind durchaus willkommen, sie müssen dann allerdings bei der Rückkehr nach Deutschland in Quarantäne.

Ähnlich wie Berlin oder Köln sind nämlich so gut wie alle europäischen Staaten zurzeit Risikogebiete. Bislang gilt für Rückkehrer grundsätzlich 14 Tage Quarantäne. Doch das ändert sich nun, erläutert Sabine Wolter von der Verbraucherzentrale NRW.

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"Es wird so sein, dass sich Reisende aus Risikogebieten unverzüglich für zehn Tage in Quarantäne begeben müssen, sofern sie einen Aufenthalt in einem Risikogebiet in den letzten zehn Tagen hatte. Anders als bisher endet die Quarantäne nach fünf Tagen nach der Einreise, sofern ein negatives Testergebnis vorliegt."

Abdeckung der Inkubationszeit

Die Ministerpräsidentinnen und -Präsidenten haben bei ihrem Treffen mit der Kanzlerin die Quarantäneregeln für Reiserückkehrer an die neuen Erkenntnisse von Virologen angepasst. Und das heißt: erleichtert und eben verkürzt, so die Gesundheitsexpertin der Verbraucherzentrale. Zentraler Punkt dabei: der Corona-Test, der frühestens fünf Tage nach der Einreise gemacht werden kann.

"Hintergrund ist, man möchte die Inkubationszeit abdecken und innerhalb der fünf Tage könnte man ein reelles, aussagekräftiges Ergebnis haben."

Sollten nach dem Test allerdings spezifische Corona-Symptome auftreten, müssen Rückkehrer direkt einen weiteren Test machen und dem zuständigen Gesundheitsamt vorlegen.

"Solange, wie die Testergebnisse ausstehen, befindet man sich selbstverständlich in Quarantäne. Wenn der Test noch nicht ausgewertet ist, kann ich mich auch nicht in die Öffentlichkeit begeben."

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Auch die Registrierung bei der Rückkehr nach wird ab dem 8. November für die Urlauber vor allem aber die Gesundheitsämter erleichtert. Die Aussteige-Karten werden abgeschafft. Stattdessen gibt es eine digitale Einreiseanmeldung.

"Die Daten können dann auch von den Behörden abgefragt werden. Es gibt da eine Registrierungspflicht mit persönlichen Daten wie Name, Herkunft und Zielort und dem Einreisezeitpunkt."

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Die risikofreien Länder werden immer weniger

Allerdings gelten die Beschlüsse nur unter Vorbehalt. Bei den neuen Regeln für Quarantäne-Rückkehrer handelt es sich wie so oft bei den gemeinsamen Corona-Beschlüssen um eine Musterverordnung – am Ende entscheiden die Länderchefinnen und Chefs.

"Wichtig ist, sich immer in den einzelnen Bundesländern nach Quarantänebestimmungen umzutun, da die entsprechenden Bundesländer auch eigene Coronaverordnungen erlassen können und die können davon auch abweichen, das heißt, es kann da zum Beispiel Verschärfungen geben in den Quarantäne-Bestimmungen."

33D-Modell des Coronavirus SARS-CoV2 (imago / Rob Engelaar / Hollandse Hoogte) (imago / Rob Engelaar / Hollandse Hoogte)

Wem auch die fünf Tage Quarantäne zu lang sind, dem bleiben die Länder, die noch nicht auf der Risiko-Liste stehen – doch die werden immer weniger.

"Im Grund kann man eigentlich nur nach Griechenland und Zypern fliegen, man könnte noch Monaco, Liechtenstein und San Marino bereisen. Von daher ist die Reiseauswahl doch sehr eingeschränkt. Je nachdem wie die Entwicklung sein wird, kann es auch sein, dass die letzten europäischen risikofreien Gebiete in absehbarer Zeit fallen."

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