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StartseiteCorsoDie "Rote Sonne" über Kreuzberg23.02.2019

Neues Album von FrittenbudeDie "Rote Sonne" über Kreuzberg

Ihre fünfte Platte "Rote Sonne" bezeichnet die Band Frittenbude im Dlf als „Hommage an die Prokrastination, den ewigen Widerstand und das daraus resultierende kaputte Leben“. Mit treibenden Bässen und Selbstironie servieren die Berliner Exil-Bayern ihre Kritik an der Gesellschaft - zwischen Klartext und Klamauk.

Martin Steer, Johannes Rögner und Jakob Häglsperger im Gespräch mit Sascha Ziehn

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Frittenbude 2019 (Bastian Bochinski)
Beim Thema EU-Politik gespalten: das Trio Frittenbude (Bastian Bochinski)
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Sie sind weg: Die Tiernamen! Bisher kamen immer Tiere in den Albumtiteln von Frittenbude vor: "Nachtigall", "Katzengold", "Delfinarium" oder "Küken des Orion". Jetzt strahlt die "Rote Sonne" über Kreuzberg.

Frittenbude 2019 (Bastian Bochinski) (Bastian Bochinski)

Liebe und Revolution

"Die "Rote Sonne" steht für die Liebe, die in uns allen brennt - und natürlich für die Revolution, die in uns allen brennt", fassen Frittenbude den Albumtitel zusammen. Ja, die Band ist politisch. Nicht unbedingt in ihren Texten, aber in ihrer Haltung. Und es ist kein Zufall, dass Frittenbude bei dem politisch sehr haltungsfreudigen Hamburger Label Audiolith unter Vertrag sind: "Es ist ein tolles Label, wir fühlen uns da sehr zuhause. Und das ist auch wichtig, im Musikgeschäft, dass man mit coolen Leuten arbeitet. Schlangen gibt es nämlich genug."

Verschwindendes Elektrogebritzel im kommunistischen System

Da sind die wieder, die Tiere. Die Schlangen. Von denen kommen sie einfach nicht weg. Sehr wohl getrennt hat sich die bayrisch-berlinerische Band aber von dem harten Elektrogezischel und den bumsigen Beats. Die früheren Signature-Stilelemente tauchen auf "Rote Sonne" nur noch sehr selten auf. "Es ist nicht so, dass wir nicht auch härtere Songs gemacht hätten, wir hatten 50 - 60 Skizzen. Aber die, die uns dann am besten gefallen haben, waren dann eben andere. Und wir haben eben ein kommunistisches System in der Band: Es muss allen gefallen. Wenn nur einer sagt: 'Nein!' - dann fliegt der Song raus. Hauptsache, wir flashen alle drauf."

Fragezeichen Europa

In gut einem Monat wird Großbritannien wohl aus der EU austreten - weil viele ältere Menschen sich gegen jüngere Menschen durchgesetzt haben. Für Frittenbude ist klar: Europa ist die Zukunft - uneinig sind sie nur über europäische Politik: "Wir sind eine Band, die sagt: 'No border, no nation'. Von daher lehnen wir auch die Grenzen Europas ab - an denen Menschen sterben. Mit so etwas kann und will ich mich nicht solidarisieren", sagt Sänger Johannes Rögner. "Aber was wäre die Alternative dazu? Nationalstaaten ganz sicher nicht", ist der erste Einwand - und "man blickt aus Deutschland mit so einem Seifenblasenblick auf Europa - denn wir sind das Land, dem es am besten geht. Man darf Europa einfach nicht kritiklos abfeiern."

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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