Gießen
Neugründung der AfD-Jugendorganisation "Generation Deutschland"- Experten: "Keine Mäßigung zu erwarten"

Begleitet von massiven Protesten hat die AfD in Gießen ihre neue Jugendorganisation mit dem Namen "Generation Deutschland" gegründet. Bei der Versammlung verabschiedeten mehr als 800 Teilnehmer ein entsprechendes Statut mit Regeln zur Rolle der Organisation.

    Der Chef der neuen AfD-Jugendorganisation Jean-Pascal Hohm beim Gründungsparteitag in Gießen - neben ihm stehen Deutschlandfahnen
    Der Chef der neuen AfD-Jugendorganisation Jean-Pascal Hohm beim Gründungsparteitag in Gießen (picture alliance / ASSOCIATED PRESS / Martin Meissner)
    Die Jugendorganisation ist im Gegensatz zum aufgelösten Vorgänger "Junge Alternative" eng an die Mutterpartei angebunden. So muss jedes Mitglied der "Generation Deutschland" auch Parteimitglied der AfD sein. Beobachtern zufolge hatte sich die JA aufgelöst, weil sie vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft wurde und dadurch negative Auswirkungen auf die Mutterpartei befürchtet wurden.

    "Keinesfalls Signal für Mäßigung"

    Zum Vorsitzenden der "Generation Deutschland" wurde der Brandenburger Landtagsabgeordnete Hohm gewählt. Rechtsextremismusexperte Christoph Schulze sagte der "Welt", die Wahl Hohms sei "keinesfalls als Signal für eine Mäßigung zu werten". Vielmehr stehe er für ein "Festhalten am radikalen Kurs". Der Politikwissenschaftler Wolfgang Schroeder erklärte im Deutschlandfunk, bei der neuen Organisation handele es sich fast um die gleichen Köpfe, die auch in der JA das Sagen gehabt hätten.

    Mehr als 25.000 Gegendemonstranten

    Rund um die Veranstaltungshalle in Gießen gibt es seit dem morgen Gegenproteste. In der Innenstadt demonstrierten nach Polizeiangaben 25.000 bis 30.000 Menschen, die meisten friedlich. Am Rande der Kundgebungen kam es zu Störaktionen und gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei. Dabei seien mehrere Beamte leicht verletzt worden.

    Weidel nennt Proteste "zutiefst undemokratisch"

    AfD-Chefin Weidel hat die teils massiven Proteste scharf kritisiert. Das sei zutiefst undemokratisch, sagte sie in ihrem Grußwort. Sie sprach von einer Gewaltbereitschaft, vor der man sich regelrecht fürchten müsse. Weidel rief den Demonstranten zu, sie sollten abrüsten. Polizeibeamten müsse "mit Herz und Respekt" begegnet werden. Weidel zufolge wurde der 35-jährige AfD-Bundestagsabgeordnete Schmidt geschlagen. Auch Bundesinnenminister Dobrindt kritisierte die Gewaltbereitschaft eines Teils der Demonstranten.
    Diese Nachricht wurde am 29.11.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.