Freitag, 03. Dezember 2021

Newsblog zum Coronavirus+++ Die Entwicklungen vom 12. bis 14. Oktober +++

Inzidenzen bei Kindern laut RKI teils besonders hoch +++ Die indonesische Insel Bali empfängt ab sofort wieder vollständig geimpfte Touristen aus mehreren Ländern. +++ Der winzige Pazifikstaat Palau nähert sich sich einer Corona-Impfquote von 100 Prozent. +++ Mehr im Newsblog.

14.10.2021

Kinder halten Notenblätter und singen
RKI spricht von 636 übermittelten Ausbrüchen in Schulen innerhalb von vier Wochen. (Zoonar.com/Robert Kneschke)
Aktuelle Meldungen zur Corona-Lage lesen Sie in unserem Newsblog.
Donnerstag, 14. Oktober
+++ Das Robert Koch-Institut registriert in einzelnen Regionen Deutschlands besonders viele Corona-Ansteckungen bei Kindern und Jugendlichen. In acht Landkreisen liege die Sieben-Tage-Inzidenz derzeit bei den 10- bis 19-Jährigen bei über 500, twitterte das RKI zu einer Auswertung in seinem neuen Wochenbericht, ohne sich zur genauen regionalen Verteilung zu äußern. Zudem sprach das Institut von 636 übermittelten Ausbrüchen in Schulen innerhalb von vier Wochen. Wegen möglicher Nachmeldungen aber seien insbesondere die vergangenen zwei Wochen noch nicht abschließend zu bewerten. Seit einiger Zeit werden zahlreiche Infektionen insbesondere bei Kindern ab dem Schulalter sowie bei Jugendlichen festgestellt. Als ein Grund gilt, dass an Kitas und Schulen regelmäßig auf das Virus getestet wird. Die Impfstoffe gegen Covid-19 sind bislang ab 12 Jahren zugelassen. Die Impfquote bei 12- bis 17-Jährigen ist derzeit wesentlich niedriger als bei Erwachsenen. Kinder und Jugendliche erkranken zwar deutlich seltener schwer an Covid-19 als ältere Menschen, es gibt aber noch offene Fragen rund um Langzeitfolgen.
+++ Wegen überfüllter Intensivstationen schickt Rumänien schwer kranke Covid-19-Patienten zur Behandlung ins Nachbarland Ungarn. Wie die Deutsche Presse-Agentur mit Verweis auf das Gesundheitsministerium in Bukarest schreibt, waren die ersten zehn Patienten bereits in Begleitung von Ärzteteams unterwegs. Ungarn habe sich bereit erklärt, insgesamt 50 Patienten zu übernehmen. Weitere Informationen finden Sie hier.
Ein Tich, Stühle und ein Sonnenschirm am Strand von Bali.
Aus einigen Ländern dürfen Reisende wieder Urlaub in Bali machen, Deutschland ist nicht dabei. (Deutschlandradio)
+++ Ungeachtet der dramatischen Infektionslage im eigenen Land hebt Russland weitere Beschränkungen im internationalen Flugverkehr auf. Ab dem 9. November soll es wieder reguläre Verbindungen unter anderem in die Niederlande, nach Norwegen und nach Schweden geben, wie die russische Regierung in Moskau mitteilte. Zudem sollen Beschränkungen im Flugverkehr mit Österreich, der Schweiz und Finnland aufgehoben werden. Erhöht wird demnach auch die Zahl der Flüge nach Deutschland: Zwischen Frankfurt und Moskau soll es statt fünf künftig 14 Verbindungen pro Woche geben, zwischen Frankfurt und St. Petersburg sieben statt drei. Die Bundesregierung stuft Russland als Hochrisikogebiet ein. Touristische Reisen für Russen nach Deutschland sind weiter nicht möglich. Russland hingegen stellt wieder touristische Visa aus.
+++ Der tschechische Ministerpräsident Babis hat sich zum dritten Mal eine Spritze gegen das Coronavirus geben lassen. "Die Impfung ist die einzige Lösung, um Leben zu schützen", betonte der 67-Jährige laut dem Fernsehsender CT. Noch immer seien mehr als 340.000 Senioren über 65 Jahren nicht geschützt. Babis kündigte zugleich an, dass die Gültigkeitsdauer der Tests verkürzt werde, um mehr Menschen zur Impfung zu bewegen.
Eine Hand hält eine Impfdose mit dem Moderna mRnA-Impfstoff und zieht ihn mit einer Spritze heraus, aufgenommen am 23.06.2021 im Impfzentrum in Freising
Über Risiken und Nutzen der Coronaimpfung kursieren gerade im Internet viele widersprüchliche Informationen. (imago images / Sven Simon)
+++ Der winzige Pazifikstaat Palau nähert sich sich einer Corona-Impfquote von 100 Prozent. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums haben rund 15.000 der 18.000 Bewohner eine vollständige Immunisierung erhalten. Der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC) zufolge sind das mehr als 99 Prozent derjenigen Einwohner, die sich impfen lassen können. Die IFRC sprach von einem "bemerkenswerten" Tempo der Impfkampagne; Palau könne damit den ersten Platz in der Impfquoten-Weltrangliste für sich beanspruchen. Palau gehörte lange zu den wenigen Ländern, die keinen einzigen Covid-19-Fall registrierten.
+++ Die indonesische Insel Bali empfängt ab sofort vollständig geimpfte Touristen aus insgesamt 19 Ländern. Das teilte die Regierung mit. Zu den Staaten auf der Liste zählen unter anderem Indien, Japan, Neuseeland, Italien, Frankreich und Spanien. Deutschland gehört nicht dazu. Neben einem Impfpass brauchen die Reisenden einen negativen PCR-Test und eine Hotelreservierung. Zunächst müssen sich alle Gäste für fünf Tage in Quarantäne in ihrer gebuchten Unterkunft aufhalten.
+++ Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen ist gestiegen. Das Robert Koch-Institut gab sie heute früh mit 67,0 an; gestern lag sie bei 65,4 und vor einer Woche bei 62,6. Es wurden innerhalb eines Tages 12.382 neue Ansteckungen registriert. Das sind 738 mehr als am Vortag. 72 weitere Menschen starben in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der registrierten Todesfälle auf 94.461.
+++ Die Zahl der Corona-Neuinfizierten im australischen Bundesstaat Victoria mit der Millionenstadt Melbourne steigt weiter - obwohl die Region an der Ostküste seit mehr als zwei Monaten im Lockdown ist und bereits mehr als 60 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft sind. Am Donnerstag meldeten die Behörden 2.297 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, eine Steigerung von 700 Fällen im Vergleich zum Vortag. Ein Rekord: Noch nie hat ein Bundesstaat oder Territorium seit Beginn der Pandemie so viele Neuinfektionen gemeldet.
+++ Rund zehn Monate nach Beginn der landesweiten Impfkampagne in Brasilien sind mehr als 100 Millionen Brasilianer komplett gegen das Coronavirus geimpft. Dies entspreche 62,5 Prozent der Zielgruppe der über 18-Jährigen, hieß es in einer Mitteilung des Gesundheitsministeriums in Brasília. Die Marke solle bis Ende Oktober weiter steigen, auch weil das Gesundheitsministerium demnächst die Ankunft von mehr als 51,5 Millionen Dosen von Corona-Impfstoffen erwartet.
Eine medizinische Helferin bereitet auf der Insel Ilha de Paqueta die Impfung einer jungen Frau (r) gegen Covid-19 vor. In einem Modellprojekt sind Bewohner der Ilha de Paqueta in Brasilien gegen das Coronavirus geimpft worden. Ziel der Aktion am Sonntag war es, alle 3530 Erwachsenen der Insel in der Guanabara-Bucht bei Rio de Janeiro innerhalb eines Tages zu impfen, wie die brasilianische Nachrichtenplattform G1 berichtete.
Inselbewohner in Brasilien für Studie gegen Covid-19 geimpft (picture alliance / dpa / Fernando Souza)
+++ Die für das kommende Jahr geplanten Australian Open der Golfer und die Australian Women's Open sind aufgrund der weiter geltenden Corona-Reise- und Quarantänebeschränkungen abgesagt worden. Das Herrenturnier war ursprünglich für den 25. bis 28. November 2021 im Australian Golf Club in Sydney geplant, war aber bereits auf Anfang 2022 verschoben worden. Nun soll voraussichtlich im November oder Dezember 2022 in Melbourne gespielt werden. Auch 2020 konnte das Turnier wegen der Pandemie nicht stattfinden.
+++ Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert eine Reform der Minijobs. Grund ist das Urteil des Bundesarbeitsgerichts, wonach Arbeitgeber geringfügig Beschäftigte nicht entschädigen müssen, wenn sie ihr Unternehmen aufgrund einer Corona-Verordnung zur Eindämmung der Pandemie schließen müssen. "Minijobs müssen endlich zu Beschäftigung mit sozialer Absicherung entwickelt werden", forderte DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel in den Zeitungen der Funke Mediengruppe.
Mittwoch, 13. Oktober
+++ In Bayern können Weihnachtsmärkte ohne die sogenannte 3G-Regel und eine Maskenpflicht stattfinden. Das sieht ein gemeinsames Konzept des Gesundheits- und Wirtschaftsministeriums des Landes vor. Auch eine Umzäunung der Marktfläche sei nicht nötig, hieß es. Ein Ausschank von Alkohol solle möglich sein. Priorität habe angesichts der anhaltenden pandemischen Lage aber der Infektionsschutz. Daher werde es auf den Weihnachtsmärkten in Bayern klare Regeln geben, etwa Abstandsgebote.
Andere Bundesländer haben sich bereits auf abweichende Regeln geeinigt.
Mehrere Länder haben bereits mit Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus begonnen. Wer braucht die dritte Dosis wirklich und welche Kritik gibt es an den "Booster"-Impfungen?
+++ Vor dem Hafen von Los Angeles im US-Bundesstaat Kalifornien stauen sich die Frachtschiffe. Deswegen soll nun rund um die Uhr gearbeitet werden. Eine entsprechende Vereinbarung zwischen dem Hafenbetreiber und der Gewerkschaft der Arbeiter will US-Präsident Biden heute noch verkünden. Auch Logistikunternehmen sollen ihre Arbeitszeiten ausweiten, um den Rückstau bei Lieferungen abzubauen.
Grund für die Staus sind Lieferengpässe im internationalen Handel durch die Corona-Pandemie.
+++ Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) hat die ungleiche Verteilung von Corona-Impfstoffen verurteilt. Der amtierende ÖRK-Generalsekretär Ioan Sauca forderte in Berlin dazu auf, für mehr Impfgerechtigkeit zu sorgen. Bei einer ÖRK-Konferenz über die Rolle der Kirchen im Gesundheitswesen betonte Sauca die Rolle von Religionsführern bei der Bekämpfung der Pandemie. Sie könnten das Vertrauen in Impfstoffe stärken und davon überzeugen, dass diese ein Mittel zur Beendigung der Pandemie seien.
+++ Die Niederlande befürchten eine neue Coronawelle. Die Zahl der Neuinfektionen stieg in den vergangenen sieben Tagen stark und liegt nun um 62 Prozent höher als in der Vorwoche. Das ist der größte Anstieg seit Mitte Juli, wie das Institut für Gesundheit und Umwelt RIVM mitteilte. Landesweit wurden 3.746 neue Infektionen gemeldet, fast doppelt soviel wie am Mittwoch der Vorwoche.
Auch die Zahl der Patienten in den Krankenhäusern steigt den Angaben zufolge deutlich. In den Krankenhäusern werden zur Zeit 524 Covid-19-Patienten behandelt, davon 137 auf den Intensivstationen. Im ganzen Land wurde die Alarmstufe nun auf "Besorgnis erregend" erhöht. Die meisten Infektionen wurden den Behörden zufolge in Großstädten registriert.
Sie finden hier eine Liste mit den Risikogebieten.
Ein Patient auf der Intensivstation des Universitätsklinikums Tulln im April 2021.
Ein Patient auf der Intensivstation (apa/Helmut Föhringer)
+++ Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Berliner Virologen Christian Drosten als Mitglied eines Beirats vorgeschlagen, der Richtlinien für künftige Studien über den Ursprung von Pandemien und Epidemien erarbeiten soll. Das teilte die WHO in Genf mit. Sie schlug 26 Mitglieder aus zahlreichen Ländern vor, darunter China, Russland, die USA, Sudan, Saudi-Arabien und Kambodscha. Politische Überlegungen hätten bei der Auswahl keine Rolle gespielt, betonte WHO-Nothilfekoordinator Mike Ryan.
+++ In Italien wächst vor der geplanten Ausweitung des Corona-Passes auf die Arbeitswelt ab Freitag die Sorge vor Konsequenzen für die Wirtschaft. Vor allem Beschäftigte im Güterverkehr könnten dabei zum Problem werden. Medienberichten zufolge drohten die Arbeiter im wichtigen Hafen der norditalienischen Stadt Triest mit einer Blockade, sollte die Regierung in Rom nicht die Nachweispflicht für Corona-Impfung, Genesung oder einen negativen Test fallen lassen.
+++ Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben bei einer behördlich vollzogenen Betriebsschließung wegen Corona keinen Anspruch auf Fortzahlung ihrer regulären Vergütung. Wird das Unternehmen wegen einer "die Gesellschaft insgesamt treffenden Gefahrenlage" vorläufig geschlossen, könne der Arbeitgeber dafür nichts und müsse auch nicht die Vergütung weiter zahlen, urteilte das Bundesarbeitsgericht in Erfurt im Fall einer geringfügig beschäftigten Frau (AZ: 5 AZR 211/21). Dass die Klägerin als geringfügig Beschäftigte auch kein Kurzarbeitergeld erhalten könne, sei eine Lücke im "sozialversicherungsrechtlichen Regelungssystem". Daraus ergebe sich aber keine Zahlungspflicht des Arbeitgebers, befand das BAG.
Für Vollzeit-Arbeitnehmer ist das Urteil nicht so gravierend, weil sie bei einer Betriebsschließung zumindest Kurzarbeitergeld erhalten können.
+++ Die Impfquote in Deutschland steigt langsam weiter an. In Deutschland sind nun 65,4 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Dies entspricht rund 54 Millionen Menschen. Die Quote unter den Erwachsenen liegt bei 76 Prozent. Mindestens einmal gegen das Virus geimpft sind demnach 68,6 Prozent aller Bürger und Bürgerinnen, dies entspricht gut 57 Millionen Menschen. Unter den Kindern und Jugendlichen von 12 bis 17 Jahren haben inzwischen 43,5 Prozent mindestens eine erste Spritze bekommen, 37,5 Prozent sind vollständig geimpft.
Das RKI geht allerdings davon aus, dass unter Erwachsenen vermutlich mehr Menschen geimpft sind, als die Daten nahelegen. So hieß es in einem Bericht Anfang Oktober, dass die Quote bei einmal und vollständig Geimpften ab 18 Jahren bis zu fünf Prozentpunkte höher sein dürfte.
+++ In der Debatte um die Impfquote in Deutschland hat der Virologe Christian Drosten das Robert Koch-Institut (RKI) in Schutz genommen. Die einseitige Schuldzuweisung ans RKI und Lothar Wieler halte er so nicht für gerechtfertigt, sagte der Experte von der Berliner Charité im Podcast "Coronavirus-Update" bei NDR-Info. Das Thema sei auch nicht neu, das RKI weise schon länger auf die Problematik hin. Letztlich sei die öffentliche Aufregung um die Diskrepanz "komplett umsonst", so Drosten. Die Situation habe sich nicht geändert. "Das ist einfach der totale Klamauk, was da passiert ist."
Virologe Christian Drosten mit Schutzmaske über Mund und Nase verlässt eine Pressekonferenz in Berlin. Links daneben ist ein zweiter Christian Drosten zu sehen - als Spiegelbild in einer Glasscheibe.
Der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité. (picture alliance / Associated Press / Fabrizio Bensch)
+++ Die Regierung in Frankreich will den umstrittenen Gesundheitspass zur Bekämpfung der Corona-Pandemie bis zum Sommer 2022 einsetzen können. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, beriet das Kabinett in Paris über einen entsprechenden Gesetzesvorschlag. Demnach sollen zudem die Strafen für gefälschte Gesundheitspässe auf bis zu fünf Jahre Haft und 75.000 Euro angehoben werden. In Frankreich muss der Gesundheitspass für viele Veranstaltungen und an vielen öffentlichen Orten vorgelegt werden. Er weist eine vollständige Corona-Impfung, eine Genesung von Covid-19 oder einen negativen Corona-Test nach. Ursprünglich sollte der Gesundheitspass nur bis zum 15. November eingesetzt werden.
+++ In der Slowakei soll es in Ausnahmefällen möglich sein, gefährdete Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren gegen Covid-19 zu impfen. Es gibt noch keine Zulassung durch die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA. Die Genehmigung erfolgt nur auf Antrag der Eltern und gilt ausschließlich für Kinder, denen im Falle einer Erkrankung an Covid-19 eine außerordentlich hohe Gefahr drohe, daran zu sterben oder besonders schwerwiegende Folgen zu erleiden. Die Impfungen dürften nur in drei speziell ausgestatteten Krankenhäusern des Landes erfolgen. Jeder einzelne Antrag müsse individuell geprüft und von einem Facharzt bewilligt werden.
+++ Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist in Deutschland leicht gesunken. Wie das Robert Koch-Institut mitteilte, beträgt der Wert nun 65,4 - nach 65,8 gestern und 62,3 vor einer Woche. Binnen eines Tages wurden 11.903 Neuansteckungen gemeldet. Das sind 356 Fälle mehr als am vergangenen Mittwoch. Zudem wurden 92 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Ansteckung registriert.
+++ Die USA öffnen offenbar teilweise ihre Grenzen für Geimpfte wieder. Ab Anfang November würden nach 19 Monaten die Beschränkung für geimpfte Reisende aus Kanada und Mexico aufgehoben, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf zwei Beamte. Die Regeln, die von Heimatschutzminister Mayorkas heute offiziell bekannt gegeben würden, sollen für Landgrenzen und Fährüberfahrten gelten. Mehrere Politiker des US-Senats bestätigten das Vorhaben.
+++ Der US-Flugzeugbauer Boeing führt im Rahmen einer von Präsident Joe Biden erlassenen Anordnung für Auftragnehmer von US-Bundesbehörden eine Impfpflicht ein. "Bis zum 8. Dezember müssen die rund 125.000 US-Mitarbeiter entweder einen Impfnachweis vorlegen oder infolge einer Behinderung oder einer aufrichtigen religiösen Überzeugung anerkannte, zumutbare Schutzmaßnahmen treffen", teilte Boeing mit. Auch die US-Fluggesellschaften American Airlines, Southwest Airlines, JetBlue Airways und Alaska Airlines sowie der Flugzeugteilehersteller Spirit AeroSystems erklären, dass sie sich an die von Biden vorgeschriebene Frist halten werden.
+++ Die überwiegende Zahl der Corona-Patienten auf den Intensiv-Stationen ist nach Angaben der behandelnden Mediziner nicht geimpft. Das betonte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, Marx, im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Nur wenige Intensiv-Coronapatienten seien vollständig geimpft. Bei diesen handele es sich in der Regel um chronisch kranke Menschen, oder ältere Personen, deren zweite Impfung länger zurückliege. Marx reagierte damit auf Berichte, wonach etwa jeder zehnte Patient auf den Corona-Intensivstationen vollständig geimpft und dennoch an Corona erkrankt ist.
Mehr Hintergründe zum Thema Impfdurchbrüche können Sie hier nachlesen.
Dienstag, 12. Oktober
+++ Das Tübinger Unternehmen Curevac hat seinen Corona-Impfstoff aus dem Zulassungsverfahren der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA zurückgezogen. Das Produkt unter dem Kürzel CVnCoV hatte eine vergleichsweise schwache Wirksamkeit gezeigt. Curevac will sich nach den Worten von Vorstandschef Haas nun gemeinsam mit dem britischen Partner GlaxoSmithKline auf die Entwicklung von Covid-19-Vakzinen der nächsten Generation konzentrieren.
+++ Bund und Länder unterstützen die Messewirtschaft in Deutschland angesichts anhaltender Corona-Risiken mit einem neuen Sonderfonds.Wie das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin mitteilte, sollen Vorbereitungskosten von Messen und Ausstellungen gegen das Risiko einer Corona-bedingten Absage abgesichert werden.
+++ Die Lebenserwartung in Deutschland ist erstmals seit Jahren leicht gesunken. Zwischen 2019 und 2020 sank der Wert bei Frauen um 0,1 Jahre, bei Männern um 0,3 Jahre, teilte das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung in Wiesbaden mit. Vor der Pandemie nahm die Lebenserwartung durchschnittlich jedes Jahr um 0,1 Jahr zu. "Die Lebenserwartung wird selbstverständlich nicht nur durch Covid-19 beeinflusst," erklärte Pavel Grigoriev vom BiB. Allerdings habe die Krankheit in vielen Ländern laut detaillierten Sterbestatistiken einen erheblichen Einfluss auf die Lebenserwartung gehabt.
+++ Der texanische Gouverneur Abbott hat eine Verpflichtung zur Corona-Impfung in seinem Bundesstaat für ungültig erklärt. Zur Begründung hieß es, keine Einrichtung in Texas dürfe eine Corona-Impfung von Angestellten oder Kunden verlangen, wenn diese aus Gewissensgründen, einer religiösen Überzeugung oder aus medizinischen Gründen abgelehnt werde. Abbott selbst ist vollständig geimpft und erklärte, der Impfstoff sei sicher, wirksam und die beste Verteidigung gegen das Virus. Vergangenen Monat hatte US-Präsident Biden eine Impfpflicht für Mitarbeiter von Bundesbehörden und zahlreicher Privatunternehmen erlassen.
+++ Die Ausgaben des Bundes für kostenfreie Corona-Bürgertests belaufen sich auf mehr als fünf Milliarden Euro. Bis Mitte September 2021 wurden bereits 5,2 Milliarden Euro über den Gesundheitsfonds abgerechnet, berichtet die Zeitung "Rheinische Post" aus einer Mitteilung des Ministeriums.
+++ Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Infektionen ist gesunken. Das Robert-Koch-Institut gibt den Wert mit 65,8 an - nach gestern 66,5. Binnen eines Tages registrierte das RKI knapp 5.000 Corona-Neuinfektionen und 88 weitere Todesfälle.
+++ Der Anteil der geimpften Corona-Patienten auf Intensivstationen ist gestiegen. Auf Grundlage der Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) registrierte das Bundesgesundheitsministerium in den Wochen von Mitte August bis Anfang September 1.186 Corona-Fälle, die "intensivmedizinisch versorgt" werden mussten, berichten die Zeitungen der "Funke Mediengruppe". Von den Patienten waren 119 Personen geimpft, in rund zehn Prozent der Fälle kam es demnach offenbar zu einem Impfdurchbruch, teilte das Ministerium in einer Antwort auf Anfrage der Linksfraktion im Bundestag mit. In einem längeren Zeitraum von Anfang Februar bis Anfang September habe der Anteil der geimpften Intensiv-Corona-Patienten noch bei 1,84 Prozent gelegen.
+++ Die britische Regierung hat in der Frühphase der Corona-Pandemie zu lange gezögert, einen Lockdown zu verhängen. Zu diesem Ergebnis kommt der gemeinsame Bericht der Unterhaus-Komitees für Wissenschaft und Gesundheit. Erst als der staatliche Gesundheitsdienst NHS in Gefahr geraten sei, von den rapide ansteigenden Infektionen überwältigt zu werden, habe Premierminister Johnson schließlich einen Lockdown angeordnet. Das zu lange Warten habe zu Tausenden unnötigen Todesfällen geführt.
+++ Thailand öffnet ab November seine Grenzen zum quarantänefreien Urlaub für vollständig Geimpfte aus mindestens zehn Staaten - darunter auch Deutschland. Dies kündigte Ministerpräsident Prayut Chan-o-cha an. Urlauber müssten lediglich einen PCR-Test vor der Abreise in ihrer Heimat und einen weiteren bei der Ankunft in Thailand machen, heißt es.
+++ Die Lufthansa hat 1,5 Milliarden Euro Staatshilfen aus der Corona-Zeit zurückgezahlt. Es handele sich um stille Einlage des Wirtschafts-Stabilisierungs-Fonds, teilte der Konzern mit. Bis Ende des Jahres solle weiteres Geld zurückgezahlt werden. Ein Kredit der staatlichen Förderbank KfW wurde von der Lufthansa bereits im Februar vorzeitig getilgt. Der Bund hatte insgesamt neun Milliarden Euro bereitgestellt. Sie wurden von der Fluggesellschaft aber nie komplett in Anspruch genommen.
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