Freitag, 03. Dezember 2021

Newsblog zum Coronavirus+++ Die Entwicklungen vom 18. bis 20. Februar +++

In Israel sollen ab Sonntag Ausweise für Geimpfte ausgegeben werden. Die Grünen warnen angesichts der aktuellen Infektionszahlen vor Lockerungen. Bundesgesundheitsminister Spahn rechnet damit, dass Erzieher und Grundschullehrer in absehbarer Zeit gegen das Corona-Virus geimpft werden können. Weitere Meldungen in unserem Newsblog.

18.02.2021

An Israeli medical worker receives a COVID-19 vaccine at the Sourasky Medical Center in Tel Aviv, Israel, Dec. 20, 2020. Israel launched on Sunday its COVID-19 inoculation drive as the infectious virus has quickly reared its ugly head again in the country. Health workers were the first to get the shots in the campaign that aims at vaccinating about 60,000 people per day, the Prime Minister's Office and the health ministry said in statements. (
Ein Pfleger in einem israelischen Krankenhaus wird geimpft. (picture alliance / Xinhua News Agency | Tomer Neuberg)
Die aktuellen Entwicklungen finden Sie hier in unserem Newsblog
Samstag, 20. Februar
+++Israel will morgen mit der Ausgabe von "grünen Ausweisen" für Geimpfte beginnen. Premierminister Netanjahu sagte am Abend, Inhaber solcher Pässe sollten ins Ausland fliegen, Kulturveranstaltungen besuchen und in Fitnessstudios und Restaurants gehen können. In Israel ist in den vergangenen anderthalb Monaten fast die Hälfte der 9,3 Millionen Einwohner ist bereits geimpft worden.
+++ Die Bündnis-Grünen warnen vor Lockerungen in der Corona-Krise. Ihre Vorsitzende Baerbock sagte im "Interview der Woche" des DLF, angesichts der aktuellen Entwicklung dürften jetzt keine neuen Bereiche geöffnet werden. Die dritte Welle drohe. Lediglich bei den Schulen solle es Lockerungen geben.
+++ Der Corona-Experte der mexikanischen Regierung, López-Gatell, ist an Covid-19 erkrankt. Er habe leichte Symptome und arbeite nun von zu Hause aus. Seine Strategie zur Bekämpfung der Corona-Pandemie wird immer wieder kritisiert, beispielsweise wird in Mexiko sehr wenig getestet. Mexiko ist eines der von der Corona-Pandemie am stärksten betroffenen Länder der Welt. Schätzungsweise 179.000 Menschen sind in Mexiko im Zusammenhang mit einer Corona-Erkrankung gestorben.
+++ Der Iran schließt etliche Grenzübergänge zum Irak, um die Ausbreitung von Coronavirus-Mutationen zu stoppen. Für Reisende aus dem Irak seien diverse Übertrittstellen dicht gemacht worden, teilt Irans Gesundheitsministerium mit. Der Iran geht davon aus, dass die zuerst in Großbritannien festgestellte Coronavirus-Mutation aus dem Nachbarland eingeschleppt wurde.
+++ In Großbritannien sind mittlerweile mehr als 120.000 Menschen an oder mit Covid-19 gestorben. Nach Angaben der Regierung bildet die Zahl jene Toten ab, die in den vier Wochen vor ihrem Tod positiv auf das Virus getestet worden sind. Damit gehört das Vereinigte Königreich zu den am schwersten von der Pandemie getroffenen Ländern Europas.
+++ Mehrere Hundert Menschen haben in verschiedenen deutschen Städten gegen die Corona-Regeln demonstriert. In Berlin nahmen nach Angaben der Polizei etwa 580 Gegner der Auflagen an einem "Schweigemarsch" teil. In Hamburg und Dresden gab es Autokorsos. Überall waren auch Gegendemonstranten auf den Straßen. Nach Angaben der Polizei blieb es bis zum Nachmittag weitgehend friedlich.
+++ Der frühere italienische Fußball-Nationalspieler Mauro Bellugi ist im Alter von 71 Jahren gestorben. Dem Italiener waren im Dezember infolge einer Coronavirus-Infektion beide Beine amputiert worden. Für Italien bestritt er 32 Länderspiele und nahm an den Weltmeisterschaften 1974 und 1978 teil.
+++ Bundesgesundheitsminister Spahn rechnet damit, dass Erzieher und Grundschullehrer in absehbarer Zeit gegen das Corona-Virus geimpft werden können. Weil es gesellschaftlich wichtig sei, dass in Kitas und Grundschulen der Betrieb wieder aufgenommen werden kann, sollten die Kita-Mitarbeiter und Grundschullehrer bei der Priorisierung vorgezogen werden, sagte Spahn bei einer Livestream-Veranstaltung. Der CDU-Politiker verwies darauf, dass zunächst die Menschen aus der Priorisierungsgruppe eins geimpft werden - zu der vor allem Bürgerinnen und Bürger über 80 gehören. Die Erzieher und Grundschullehrer, die bislang der Priorisierungsgruppe drei angehören, sollen nun in die zweite Gruppe höher gestuft werden.
+++ In Schweden ist erstmals die in Brasilien entdeckte Variante des Coronavirus nachgewiesen geworden. Vier Menschen seien positiv auf die als ansteckender geltende Mutation getestet worden, teilten die Behörden mit. Keiner von ihnen hatte sich demnach zuvor in Brasilien aufgehalten. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation hat sich die zunächst in Brasilien entdeckte Variante bereits auf 21 Länder ausgebreitet.
+++ Angesichts der anstehenden Schulöffnungen in mehreren Bundesländern hat der Deutsche Lehrerverband weitere Schutzmaßnahmen sowie vorgezogene Corona-Impfungen für Lehrer gefordert. Lehrkräfte, die jetzt in Grundschul- und Abschlussklassen in den Präsenzunterricht zurückkehrten, "sollten bevorzugt geimpft werden können", sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger der "Augsburger Allgemeinen". Der Deutsche Philologenverband äußerte sich ähnlich.
+++ Mit einem Drei-Stufen-Plan sollen nach einem Vorschlag aus Wissenschaft, Sport und Kultur trotz Corona-Pandemie wieder Zuschauer bei Großveranstaltungen möglich werden. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Breiten- und Spitzenveranstaltungen könnten damit wieder mit Zuschauern stattfinden.
+++ Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Veran denkt über eine Verschärfung der Corona-Beschränkungen in einzelnen Regionen wie Nizza und Umgebung nach. In einigen Städte und Gegenden in Frankreich breite sich das Virus sich sehr viel schneller ausals anderswo, sagte Veran bei einem Besuch in Nizza. Das könnte regionale Einschränkungen erforderlich machen.
+++ Bundesarbeitsminister Heil will im März einen neuen Schutzschirm für Ausbildungsplätze vorlegen. Unternehmen sollen eine deutlich erhöhte Ausbildungsprämie bekommen. "Ein Einbruch bei den Ausbildungsstellen wäre für alle fatal", sagte der SPD-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Im aktuellen Ausbildungsjahr erhalten kleine und mittlere Betriebe eine Prämie von 2000 Euro je neuem Ausbildungsvertrag, wenn sie die Zahl ihrer Lehrlinge konstant halten.
+++ In den Niederlanden ist ein neues Gesetz erlassen worden, um die Ausgangssperre rechtlich abzusichern. Nach der Zweiten Kammer des Parlaments stimmte gestern Abend auch die Erste Kammer dem Gesetz mit großer Mehrheit zu. Die Neuregelugn war nötig geworden, weil ein Verwaltungsgericht die Ausgangssperre für unrechtmäßig erklärt hatte.
+++ Entwicklungsminister Müller vor einer dramatischen Benachteiligung ärmerer Länder bei der Versorgung mit Corona-Impfstoff gewarnt. Eine weltweite Impfkampagne dürfe nicht am Geld scheitern, aus humanitären Gründen, aber auch aus eigenem Interesse", sagte der CSU-Politiker der "Passauer Neuen Presse". Andernfalls komme das Virus "im nächsten Flieger zurück, vielleicht noch gefährlicher". Ziel sei es, bis Jahresende mindestens 20 Prozent der Menschen in den ärmeren Ländern zu impfen.
+++ Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx, hat nachdrücklich gefordert, sich bei der Verteilung von Impfstoffen an die geltende Verordnung zu halten. Sie sagte dem BR, in einigen Fällen sei gar nicht erst versucht worden, überschüssige Einheiten in der gleichen Priorisierungsgruppe zu verimpfen. Stellenweise sei sogar bewusst mehr bestellt worden. Verstöße gegen die Impfverordnung müssten sanktioniert werden.
+++ In Argentinien ist Gesundheitsminister Gonzalez Garcia wegen des Skandals um privilegierte Impfungen zurückgetreten. Unter anderem waren Journalisten, Bürgermeister, Abgeordnete und Aktivisten geimpft worden, obwohl sie noch nicht an der Reihe waren.
+++ Niedersachsen will für Lehrkräfte, Erzieherinnen und Ärzte früher als bisher geplant Corona-Schutzimpfungen ermöglichen.
Die Hannoversche Allgemeine Zeitung meldet, beim Landesgesundheitsministerium lägen konkrete Planungen. Niedersachsen wolle sich zusammen mit anderen Bundesländern beim Bund für eine entsprechende Änderung der Impfverordnung einsetzen.
+++ Russland hat einen dritten Impfstoff gegen das Corona-Virus zugelassen. Das Präparat heißt CoviVac. Großangelegte Studien gibt es allerdings bisher nicht. Nach Angaben der russischen Regierung sollen die ersten 120.000 Dosen im März bereitgestellt werden.
+++ Dänemark hat wegen der Corona-Lage in Flensburg mehrere kleinere Grenzübergänge nach Deutschland geschlossen. In Flensburg werden nach Angaben von Oberbürgermeisterin Lange inzwischen fast nur noch Corona-Infektionen mit der britischen Corona-Variante B.1.1.7 festgestellt. In der Stadt gelten seit Mitternacht verschärfte Corona-Auflagen. Nächtliche Ausgänge und Kontakte außerhalb des eigenen Haushalts sind verboten.
+++ In Deutschland sind die Neuinfektionszahlen im Vergleich zur Vorwoche wieder gestiegen. Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut binnen eines Tages 9.164 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das sind etwa 800 mehr als am Samstag vor einer Woche. Außerdem wurden 490 weitere Todesfälle verzeichnet. Insgesamt starben laut RKI in Deutschland bisher 67.696 Menschen an oder mit einer Covid-19-Erkrankung.
Bereits gestern Abend meldete das Robert Koch-Institut, dass der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert zum ersten Mal seit mehreren Wochen wieder den Wert von 1 überschritten habe. Er lag mit Stand Freitagabend bei 1,01 (Vortag 0,94). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 101 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.
Die vollständigen Zahlen zum aktuellen Infektionsgeschehen können Sie hier nachlesen.
+++ Der FDP-Vorsitzende Lindner plädiert dafür, Geschäften, Restaurants und Fitnessstudios eine umgehende Erlaubnis zum Öffnen zu erteilen, wenn sie in Regionen mit niedriger Sieben-Tage-Inzidenz liegen. Lindner sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, Kreise und kreisfreie Städte, die eine Inzidenz unter 35 hätten, müssten ab sofort mit solchen Lockerungen beginnen können.
Öffnungsschritte sind Lindners Ansicht nach über Schulen, Kitas und Friseure hinaus möglich. Der FDP-Chef räumte ein, dass eine Öffnung nie frei von Risiken sei. Das sei jedoch kein Grund, das Land dauerhaft im Lockdown zu halten. Die Frage sei, ob die Risiken verantwortbar seien.
+++Die Verbände der deutschen Wirtschaft haben ihre Vorschläge für eine Öffnungsperspektive nach dem Lockdown eingereicht. Dem Bundeswirtschaftsministerium zufolge sollen die Konzepte in die Beratungen des Bund-Länder-Treffens am 3. März einfließen. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag fordert der "Rheinischen Post" zufolge, dass künftig keine pauschale Schließung ganzer Wirtschaftszweige angeordnet werden soll, wenn die Einhaltung geltender Infektionsschutzmaßnahmen durch Hygienekonzepte plus Teststrategien gewährleistet sei.
Der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft sprach sich für ein differenziertes Konzept für einen Neustart aus.
+++ Der Corona-Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer ist einer neuen Untersuchung zufolge schon nach der ersten Dosis hoch wirksam. Bereits zwei bis vier Wochen nach der ersten Spritze liege die Wirksamkeit bei 85 Prozent, heißt es in einer Studie, die in der Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlicht wurde. Sie basiert auf den Daten von mehr als 9.000 Mitarbeitenden eines israelischen Krankenhauses, von denen rund 7.000 mit dem Vakzin geimpft wurden. Zudem kann der Impfstoff nach Angaben der beiden kooperierenden Pharma-Unternehmen auch bei höheren Temperaturen gelagert werden. Ungeklärt ist weiterhin, ob vollständig geimpfte Personen das Coronavirus weiterverbreiten können.
+++Die israelische Regierung hat zugesagt, 100.000 in Israel beschäftigte palästinensische Arbeiter gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Das palästinensische Gesundheitsministerium teilte mit, eine entsprechende Vereinbarung sei während eines Treffens zur Corona-Pandemie in Ramallah getroffen worden. Israel bestätigte lediglich, dass es ein solches Treffen gegeben hat. Israel ist in der Vergangenheit vorgeworfen worden, es schließe die Palästinenser aus seiner sehr erfolgreichen Impfkampagne aus.
Freitag, 19. Februar
+++ Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Freitagabend bei 1,01 (Vortag 0,94). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 101 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.
+++ Wegen sinkender Corona-Neuinfektionszahlen wird Spanien ab Sonntag von der Bundesregierung nicht mehr als Hochrisikogebiet angesehen. Das Robert Koch-Institut gab im Internet bekannt, dass das Land dann nur noch "normales" Risikogebiet ist. Das bedeutet, dass bei der Einreise aus Spanien kein negativer Test mehr vorgezeigt werden muss. Man muss sich allerdings 48 Stunden nach Einreise testen lassen. Die Pflicht zu einer zehntägigen Quarantäne, von der man sich erst nach fünf Tagen durch einen weiteren Test befreien kann, bleibt.
+++ Angesichts der angespannten Corona-Lage in Flensburg verschärft Dänemark die Kontrollen an der Grenze zu Deutschland. In der Nacht zum Samstag sollen die Polizeikontrollen intensiviert und 13 Grenzübergänge geschlossen werden, erklärte das dänische Justizministerium in Kopenhagen. In Flensburg gilt ab Samstag wegen hoher Corona-Infektionszahlen und der Ausbreitung der britischen Virus-Variante eine nächtliche Ausgangssperre.
+++ Der französische Staatschef Macron hat eine Spende von 13 Millionen Dosen Corona-Impfstoff für Afrika ins Spiel gebracht. "Wenn wir, Europäer, Amerikaner, diese 13 Millionen Dosen so schnell wie möglich liefern können, wäre das enorm viel wert", sagte er in einer Videoschalte der Münchner Sicherheitskonferenz. Insgesamt seien das nur 0,43 Prozent der georderten Dosen. Damit, so Macron, sollten die sechseinhalb Millionen Pflegekräfte auf dem afrikanischen Kontinent geimpft werden.
+++ Die US-Seuchenbehörde CDC bezeichnet die beiden Impfstoffe von Pfizer/BionTech und Moderna als sicher. Dafür seien 13,8 Millionen Impfdosen untersucht worden, die zwischen Dezember 2020 und Januar 2021 verabreicht worden seien, teilte die Behörde mit. In den meisten Fällen seien bei den Geimpften nur kleinere Beschwerden wie Kopfschmerzen und Müdigkeit aufgetreten. Es sei zu keinen Todesfällen in Zusammenhang mit den Vakzinen gekommen.
+++ Deutschland wird weitere 1,5 Milliarden Euro für den weltweiten Kampf gegen das Coronavirus bereitstellen. Wie Bundesfinanzminister Scholz mitteilte, machte Bundeskanzlerin Merkel beim virtuellen Treffen der G-7-Staaten eine entsprechende Zusage. Er sprach von einer "gewaltigen Summe".
+++ Der bayerische Ministerpräsident Söder hält Osterurlaube in diesem Jahr trotz Corona noch für denkbar. Dies entscheide sich in den nächsten drei Wochen, sagte der CSU-Vorsitzende nach einer Videokonferenz mit Bundeskanzlerin Merkel und bayerischen Kommunalpolitikern.
+++ Bundeskanzlerin Merkel hat erneut zu Vorsicht bei der Lockerung von Corona-Maßnahmen gemahnt. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf Teilnehmer einer Videokonferenz mit bayerischen Kommunalpolitikern. Demnach sagte Merkel, weitere Öffnungen seien nur bei niedrigen Inzidenzen zu vertreten. Schulen hätten dabei für sie weiterhin Priorität. Danach könnten dann weitere Öffnungen in den Bereichen Einzelhandel, Veranstaltungen, Kultur und Sport klug kombiniert werden. Regierungssprecher Seibert sagte, Öffnungen dürften nicht unmittelbar dazu führen, dass die Neuinfektionen wieder hochschnellten und es einen - Zitat - "Jojo-Effekt" gebe - Öffnungsschritte also wieder rückgängig gemacht werden müssten.
+++ Afrika will zur Immunisierung gegen das Coronavirus auch bis zu 300 Millionen Dosen des russischen Sputnik-Impfstoffs einsetzen. Ein entsprechendes Angebot aus Moskau inklusive günstiger Finanzierungsbedingungen liege der Beschaffungskommission der Afrikanischen Union (Avatt) vor, teilte das Gremium mit. Die von Avatt bisher schon beschafften 270 Millionen Dosen von den Unternehmen Astrazeneca, Pfizer sowie Johnson& Johnson seien bereits alle von den 55 Mitgliedsstaaten der AU gebucht. Laut der panafrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC steht Afrikas Impf-Offensive kurz vor dem Start. Die Auslieferung der ersten Million Dosen auf dem Kontinent soll kommende Woche beginnen.
So steht es um die Entwicklung von Impfstoffen gegen das Coronavirus
+++ Tschechien verschärft die bestehende Maskenpflicht in allen Innen- und Außenbereichen. Von Montag an muss in Geschäften, öffentlichen Verkehrsmitteln und Krankenhäusern mindestens eine partikelfiltrierende Atemschutzmaske oder eine Nano-Schutzmaske getragen werden. Das kündigte Gesundheitsminister Blatny an. Er empfahl das Tragen einer FFP2- oder FFP3-Maske. Erlaubt seien aber auch zwei OP-Masken übereinander. Tschechien kämpft mit einem Anstieg der Zahl der täglichen Neuinfektionen. Die Regierung macht dafür die wohl ansteckendere britische Virusvariante verantwortlich.
+++ In Europa sinkt die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kontinuierlich. Sie sei die fünfte Woche in Folge rückläufig gewesen, teilte der Direktor des WHO-Regionalbüros Europa, Kluge, mit. Erstmals seit September 2020 habe die Zahl der gemeldeten Fälle in einer Woche unter einer Million gelegen. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit Corona-Infektionen sei die dritte Woche in Folge gesunken. Kluge warnte jedoch davor, angesichts des positiven Trends nachlässig zu werden.
+++ Nach Ansicht des Präsidenten des Robert Koch-Instituts, Wieler, bewegt sich die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland noch immer auf zu hohem Niveau. Die britische Virus-Mutante breite sich massiv aus, was die Bekämpfung der Pandemie noch schwieriger mache, sagte er in Berlin. Wieler erklärte auf einer Pressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Spahn, er rechne in den nächsten Wochen mit weiteren Ausbrüchen von Covid-19. Davon dürften wegen der neuen Virus-Mutationen zunehmend auch junge Leute und Kinder betroffen sein. Spahn sagte, das Corona-Virus gebe nicht einfach auf. Bei Öffnungen gelte es, behutsam vorzugehen, um das Erreichte nicht zu gefährden.
Pressekonferenz zur aktuellen Situation in der Corona-Pandemie: RKI-Präsident Lothar Wieler (l) und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (r)
Pressekonferenz zur aktuellen Situation in der Corona-Pandemie: RKI-Präsident Lothar Wieler (l) und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (r) (dpa/AFP/POOL)
+++ Der Freistaat Bayern will sich nicht an dem von Bundeswirtschaftsminister Altmaier (CDU) ins Gespräch gebrachten Corona-Sonderfonds für Firmen beteiligen. Bayerns Finanzminister Füracker (CSU) sagte, er lehne ein derartiges neues Härtefallprogramm des Bundes auf Kosten der Länder ab. Die bestehenden Hilfsprogramme des Bundes müssten vielmehr endlich so gestaltet werden, dass sogenannte Härtefälle gar nicht erst entstünden. Zugesagte Gelder müssten endlich ausgezahlt werden, betonte Füracker. Altmaier hatte am Dienstag überraschend einen "Härtefallfonds" für Firmen angekündigt, die die bisherigen Hilfskriterien nicht exakt erfüllen oder wo spezielle Verhältnisse in bestimmen Branchen nicht erfasst sind. Bundesseitig ist von einem Volumen von 1,5 Milliarden Euro die Rede.
+++ Hotels und Gaststätten haben 2020 im Vergleich zum Vorjahr Umsatzeinbußen von 39 Prozent hinnehmen müssen. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. Der Rückgang fiel damit noch stärker aus als bislang angenommen. Die Auswirkungen des andauernden Corona-Lockdowns seien deutlich sichtbar, erklärten die Statistiker. Restaurants, Kneipen und Cafés mussten im Kampf gegen die Pandemie Anfang November schließen und dürfen nur noch Außer-Haus-Service anbieten. Hotels und Pensionen dürfen nur Geschäftsreisende aufnehmen. Einer Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes zufolge bangen drei von vier Gastronomen und Hoteliers um ihre Existenz.
+++ China spendet Algerien 200.000 Dosen des Corona-Impfstoffs von Sinopharm. Das sagte der chinesische Botschafter in Algerien, Li, der algerischen Nachrichtenagentur APS. Den Angaben zufolge sollen die Vakzine noch im Februar in Algerien eintreffen. China und Algerien sind enge Verbündete. Mit Beginn der weltweiten Corona-Pandemie unterstützte die Volksrepublik das Land in Nordafrika bereits mit medizinischem Personal, auch andere afrikanische Länder erhielten Impfdosenspenden.
+++ In den USA geht die Zahl der täglich erfassten Corona-Neuinfektionen weiter zurück. Die Behörden meldeten am Donnerstag rund 69.200 neue Fälle, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore hervorgeht. Vor einer Woche waren es noch 105.353. Der bisherige Tagesrekord war am 2. Januar mit 300.282 neuen Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet worden.
+++ Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat die Erwartungen an die Corona-Schnelltests zur Selbstanwendung gedämpft. Der stellvertretende Vorsitzende der Organisation, Hofmeister, sagte dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland", die große Schwachstelle der Laientests sei der Umgang der Menschen mit einem positiven Testergebnis. Schon bei der Corona-Warn-App habe man feststellen müssen, dass viele Anwender ihr positives Testergebnis nicht eingegeben hätten, obwohl die Meldung völlig anonym sei.
Sind Schnelltests der Durchbruch bei der Pandemie-Bekämpfung?
+++ Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut binnen eines Tages 9.113 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das sind etwa 750 weniger als am Freitag vor einer Woche. Außerdem wurden 508 weitere Todesfälle verzeichnet. Insgesamt starben in Deutschland bisher 67.206 Menschen an oder mit einer Covid-19-Erkrankung. Die Sieben-Tage-Inzidenz beträgt bundesweit 56,8.
+++ Zur besseren Versorgung der Bevölkerung mit Corona-Impfstoffen hat die Bundesregierung einen Sonderbeauftragten ernannt. Den Posten übernimmt Christoph Krupp, der bisherige Chef der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Er soll Ansprechpartner der Impfstoff-Hersteller sein und ihnen dabei helfen, ihre Produktion zu steigern. Zu seinen Aufgaben zählt nach Medienberichten, dafür zu sorgen, dass die Unternehmen genügend Rohstoffe bekommen und die Lieferketten nicht ins Stocken geraten.
Christoph Krupp
Christoph Krupp (dpa/ Christian Charisius)
+++ Die Corona-Krise hat laut Entwicklungsminister Müller dramatische Folgen für Afrika. Der CSU-Politiker sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, die Auswirkungen des Lockdowns hätten die Menschen verheerend getroffen. Die Logistik sei zusammengebrochen, Nahrungs- und Medikamentenketten seien abgerissen. 300 Millionen Menschen hätten ihren Arbeitsplatz verloren. Es fehle an Arzneimitteln gegen Malaria, Tuberkulose und Aids. Viele Kranke könnten nicht mehr versorgt werden. Er befürchte, dass auf dem afrikanischen Kontinent zwei Millionen Menschen an den Folgen des Lockdowns sterben würden, sagte Müller. Der Minister rief die reichen Industrieländer auf, Corona-Impfungen in armen Ländern stärker zu unterstützen. In Afrika habe es bisher - mit Ausnahme Südafrikas - so gut wie keine Impfungen gegeben.
+++ Eine Mehrheit der Deutschen befürwortet laut einer repräsentativen Umfrage die aktuellen Corona-Maßnahmen, zugleich wächst die Zahl der Kritiker. Laut dem für das ARD-"Morgenmagazin" ermittelten Deutschland-Trend hielt mehr als die Hälfte der Befragten (54 Prozent) die bestehenden Maßnahmen für angemessen. 27 Prozent kritisierten die geltenden Alltagseinschränkungen, 16 Prozent gingen sie nicht weit genug.
+++ Nach den USA und Indien hat Brasilien als drittes Land die Marke von zehn Millionen Corona-Infizierten überschritten. Das geht aus den Daten des Gesundheitsministeriums in Brasília hervor. Demnach stieg die Gesamtzahl inzwischen auf etwa 10.030.000 Fälle. Die Zahl der Toten liegt bei mehr als 243.000. Der brasilianische Präsident Bolsonaro hat das Coronavirus mehrfach verharmlost und zieht auch den Sinn einer Impfung in Zweifel. Wegen fehlenden Impfstoffs sind zudem in großen Städten wie Rio de Janeiro die Impfungen ins Stocken geraten.
+++ Der Deutsche Lehrerverband mahnt wegen der grassierenden Virus-Varianten zu Vorsicht und Behutsamkeit bei der Öffnung der Schulen. Verbandspräsident Meidinger sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, die Mutation des Coronavirus sei die größte Bedrohung für eine klare und verlässliche Schulöffnungs-Perspektive. Erst ab einer Inzidenz unter 35 sollte ein vollständiger Präsenzunterricht stattfinden dürfen. Meidinger nannte es unverantwortlich, wenn Schulen beispielsweise in Sachsen oder im Saarland bereits jetzt teilweise oder sogar vollständig Präsenzunterricht einführten. In den meisten Bundesländern kehren in der kommenden Woche Kita-Kinder und Grundschüler in die Einrichtungen zurück.
Donnerstag, 18. Februar
+++ Auch in Frankreich breitet sich die britische Coronavirus-Variante schnell aus: 36 Prozent aller positiv Getesteten sind inzwischen damit infiziert, wie Gesundheitsminister Olivier Véran in Paris mitteilte. Vor gut einem Monat lag der Anteil noch bei einem Prozent, allerdings wurden die Tests auch weniger auf Mutanten analysiert. In Deutschland liegt der Anteil der britischen Variante derzeit laut Bundesregierung bei über 22 Prozent.
+++ In Afrika sind seit dem Beginn der Pandemie mehr als 100.000 Corona-Tote registriert worden. In den 54 afrikanischen Ländern wurden insgesamt mehr als 3,3 Millionen Infektionen gemeldet, wie eine Zählung der Nachrichtenagentur AFP ergab. Damit ist Afrika bisher in weit geringerem Ausmaß von der Pandemie betroffen als Europa, Lateinamerika oder Nordamerika.
+++ Die lange Dauer der Verhandlungen der EU über den Kauf des Biontech-Pfizer-Impfstoffs gegen das Coronavirus ist möglicherweise auf die anfänglichen Preisvorstellungen des Unternehmens zurückzuführen. Die Pharmaunternehmen hatten der EU im Juni 2020 Impfstoff für gut die Hälfte der Bevölkerung angeboten. Nach Informationen von WDR, NDR und "Süddeutscher Zeitung" sollte der Preis bei insgesamt 27 Milliarden Euro liegen, das wären gut 54 Euro pro Dosis. Am Ende soll der Preis laut der Nachrichtenagentur Reuters bei 15 Euro 50 pro Dosis gelegen haben.
+++ Die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie in Deutschland haben laut Einschätzung des Robert Koch Instituts zu einem Rückgang vieler weiterer Infektionskrankheiten beigetragen. Demnach sind insbesondere Masern, die Norovirus-Gastroenteritis und Malaria stark zurückgegangen. Zugenommen hat lediglich die Verbreitung der Frühsommer-Meningoenzephalitis:
+++ Einer Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf zufolge sind die meisten bisherigen Hamburger Corona-Toten ursächlich an den Folgen der Covid-19-Infektion gestorben. Der Direktor des Instituts für Rechtsmedizin am UKE, Ondruschka, sagte, bei 618 von 735 obduzierten Personen sei das Sars-CoV-2-Virus Todesursache gewesen. Nur in sieben Prozent der Fälle seien die Verstorbenen zwar infiziert, der Erreger aber nicht todesursächlich gewesen. Demnach habe es unter den 618 Verstorbenen eine erhebliche Bandbreite von Vorerkrankungen gegeben.
+++ Der Bund für Umwelt- und Naturschutz hat zu einem bewussteren Umgang mit Plastik aufgerufen. Die Welt befinde sich in einer Plastikkrise, die sie nicht in den Griff bekomme, sagte der BUND-Experte Buschmann im Deutschlandfunk . Nach wie vor gebe es eine große Menge an Verpackungen aus Kunststoff. In der Corona-Zeit habe das sogar zugenommen.
Daten und Zahlen sind wichtig, um zu erfassen, wie sich die Pandemie entwickelt. Aber welche Kennzahlen beschreiben die Ausbreitung des Coronavirus am besten? In einer politisch aufgeheizten Debatte über Lockdown und Lockerungen ging da zuletzt einiges durcheinander. Einige Gedanken aus der Nachrichtenredaktion.
+++ In England ist die Zahl der aktuell positiv auf das Coronavirus Getesteten seit Anfang Januar um rund zwei Drittel zurückgegangen. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie des Imperial College London, für die Zehntausende zufällig ausgewählte Bürger regelmäßig getestet werden. Fiel der Test Anfang Januar noch bei mehr als 1,5 Prozent positiv aus, waren es Anfang bis Mitte Februar nur noch gut 0,5 Prozent. Im besonders stark betroffenen London ging der Anteil der positiven Tests der Studie zufolge sogar um 80 Prozent zurück.
+++ In der Europäischen Union haben im vergangenen Jahr deutlich weniger Menschen als im Jahr zuvor einen Asylantrag gestellt. Die EU-Asylbehörde macht die Corona-Pandemie dafür verantwortlich. Die Zahl der Anträge ging demnach im Vergleich zum Vorjahr um fast ein Drittel zurück. Insgesamt beantragten 2020 in der EU, in Norwegen und der Schweiz rund 460.000 Personen Asyl. Die meisten kamen aus Syrien, Afghanistan und Venezuela - wie bereits in den Jahren zuvor. Etwa jedem dritten Asylantrag wird stattgegeben.
+++ Der Rückgang der Zahlen bestätigter Corona-Neuinfektionen in Deutschland verlangsamt sich nach Ansicht von Fachleuten vor allem wegen der Virus-Mutationen. Der Frankfurter Virologe Stürmer sagte im ARD-Fernsehen, es gebe in Deutschland im Grunde zwei Pandemien: eine, die durch das Ursprungsvirus ausgelöst worden und mittlerweile ganz gut unter Kontrolle sei. Und eine zweite, die durch die britische Mutation vorangetrieben werde.
Stürmer befürchtet dadurch steigende Infektionszahlen in den kommenden Tagen und Wochen. Auch das Robert Koch-Institut weist in seinem aktuellen Lagebericht auf die Zunahme von Fällen mit mutierten Coronaviren hin. Die britische Variante B 1.1.7 sei inzwischen in allen Bundesländern aufgetreten. In der schleswig-holsteinischen Stadt Flensburg hat diese Variante einen Inzidenzwert von 185 verursacht. Der SPD-Gesundheitspolitiker Lauterbach forderte auf Twitter deshalb einen "strikten Lockdown". Flensburg zeige, was drohe, wenn sich B1.1.7 ausbreite.
Menschen mit Masken laufen durch die Fußgängerzone Neuhauser Straße am Karlstor in der Innenstadt von München.
In der Fußgängerzone in München (www.imago-images.de)
Bund und Länder haben sich darauf verständigt, den Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie bis 7. März zu verlängern. Die Zahl der Neuinfektionen ist nach ihrer Bewertung noch zu hoch für Öffnungen – vor allem angesichts der auch in Deutschland kursierenden höchst ansteckenden Virusmutationen. Ein paar Lockerungen kann es aber schon früher geben. Die Beschlüsse im Überblick.
+++ Der aktuelle Lockdown hat einem Zeitungsbericht zufolge in rund einem Drittel der Unternehmen in Deutschland zu Kurzarbeit geführt. Die "Augsburger Allgemeine" zitiert aus einer Umfrage des Münchner ifo-Instituts. Demnach beantragten im Januar 31 Prozent der Betriebe die staatlichen Lohnzuschüsse für Kurzarbeit - das betraf 2,6 Millionen Beschäftigte. Im Dezember waren es noch 400.000 weniger. Die meisten Betriebe mit Kurzarbeit finden sich in der Reisebranche. Hier lag der Anteil im Januar bei 90 Prozent, gefolgt von der Gastronomie mit 86 Prozent. Im Einzelhandel und in der Automobil-Industrie stellte etwa die Hälfte der Betriebe auf Kurzarbeit um.
+++ Angesichts der Zweifel, die am Covid-19-Impfstoff von Astrazeneca aufgekommen sind, hat der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Watzl, einen Vorschlag unterbreitet. Watzl sagte der "Augsburger Allgemeinen", man könne Menschen, die zunächst zwei Dosen von Astrazeneca erhalten hätten, später noch mit einem mRNA-Impfstoff nachimpfen, um die Immunität zu verstärken. Das wären die Präparate von Biontech/Pfizer und Moderna. Spätestens ab dem vierten Quartal stünden für eine Nachimpfung ausreichend Impfdosen zur Verfügung, erklärte der Medizin-Professor aus Dortmund.
+++ Die Diäten der Abgeordneten des Deutschen Bundestages müssen laut einem Zeitungsbericht zum 1. Juli erstmals gesenkt werden. Grund sei der Konjunktureinbruch wegen der Corona-Krise im vergangenen Jahr, der zu sinkenden Löhnen geführt habe, schreibt die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Zahlen des Statistischen Bundesamts.
+++ Die FDP hat eine rasche Impfung von Bundespräsident Steinmeier und Bundeskanzlerin Merkel gegen das Coronavirus gefordert. Damit könne um Vertrauen in die Impfungen geworben werden, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Theurer der "Bild"-Zeitung. Eine öffentliche Impfung des Bundespräsidenten und der Kanzlerin wäre ein "sehr positives Signal" für die Impfkampagne, betonte der FDP-Politiker. Eine solche Aktion würde nach seinen Worten "vertrauensbildend" wirken.
Hintergrundinformationen: Wer wird zuerst geimpft, wer später?
+++ Die dänische Regierung hat weitreichende Corona-Lockerungen in Aussicht gestellt. Dies sei denkbar, wenn sich die Menschen zwei Mal wöchentlich auf das Virus testeten, teilte die Regierung mit und gab den Erwerb von zehn Millionen Schnelltests bekannt. Gesundheitsminister Magnus Heunicke erklärte, das Land habe eine neue Art Tests beschafft, bei der das Wattestäbchen nicht so tief in die Nase geschoben werden müsse. Ein paar Zentimeter reichten aus, um ein Ergebnis zu erzielen.
+++ Laut einer Erhebung des Münchner-Ifo-Instituts greift seit Jahresbeginn beinahe jede dritte Firma auf Kurzarbeit zurück, wie die Zeitung "Augsburger Allgemeine" unter Berufung auf die Daten berichtet. Demnach haben im Januar 31 Prozent der Betriebe die staatlichen Lohnzuschüsse bei der Arbeitsagentur beantragt. Im Dezember waren es 28 Prozent.
Um die Verbreitung des Coronavirus unter Kontrolle zu halten, gelten Schnelltests ein wichtiges Instrument – gerade, wenn mehr Einrichtungen öffnen. Ab dem 1. März soll der Masseneinsatz möglich werden, aber zuerst aus fachkundigen Händen. Welche Rolle könnten Schnelltests künftig spielen?
+++ Kommunen und Ärzte warnen angesichts der von der Bundesregierung angekündigten kostenlosen Corona-Schnelltests vor überzogenen Erwartungen. Der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Landsberg, sagte der Funke-Mediengruppe, man solle nicht glauben, dass vom 1. März an überall Schnelltests in großer Zahl zur Verfügung stünden. Der Impfstart habe gezeigt, dass die Organisation sowie die Verteilung für viele Millionen Menschen gleichzeitig eine Mammutaufgabe darstellten.
Inhalt des Corona Selbsttests
Österreich startet Testkampgane mit einem Selbsttest mittels Gurgelmethode (picture alliance / APA / GEORG HOCHMUTH )
+++ Der Medizinethiker Joerg Hasford hält die gezielte Infizierung freiwilliger Probanden mit dem Coronavirus wie es Großbritannien plant in moralischer Hinsicht für nicht vertretbar. Bis heute kenne man keine Gruppe, bei der es kein Risiko von tödlichen Verläufen oder beunruhigenden Spätfolgen von Covid-19 gebe, schreibt Hasford, der dem Arbeitskreis Medizinischer Ethik-Kommissionen angehört, in einem noch unveröffentlichten Beitrag, der der dpa vorliegt. Zudem könne man es Ärzten nicht zumuten, Menschen gezielt zu infizieren, ohne die Folgen abschätzen zu können.
+++ In Mexiko sind sechs mutmaßliche Impfstoff-Schwarzhändler festgenommen worden. Sie hätten im Staat Nuevo León angeblichen Corona-Impfstoff von Pfizer für umgerechnet 1.660 Euro pro Dosis zum Verkauf angeboten, sagte der stellvertretende Gesundheitsminister Hugo López-Gatell. Es handelte sich um das erste bekannte Verbrechen im Zusammenhang mit Corona-Impfungen in Mexiko.
+++ Die Veranstalter des Formel-1-Klassikers in Monaco rechnen weiter fest damit, dass der diesjährige Grand Prix ungeachtet der Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie am 23. Mai stattfinden kann. Das Fürstentum an der Cote d'Azur teilte mit, dass am Montag mit dem Aufbau der Strecke begonnen werde. In Monaco sollen neben dem Formel-1-Rennen noch der Historische Grand Prix (23. bis 25. April) sowie ein Lauf zur Formel-E-Weltmeisterschaft am 8. Mai stattfinden.
+++ Der Philosoph und Risikoethiker Julian Nida-Rümelin fordert mit Blick auf den Ablauf der deutschen Impfkampagne eine konsequente Orientierung am Risiko einzelner Bevölkerungsgruppen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein 80-Jähriger an Covid-19 sterbe, sei rund 1.000 Mal so hoch wie das Risiko einer 30-jährigen Krankenschwester. Die Regelung werde jetzt de facto unterlaufen, indem dann doch nicht diejenigen mit dem höchsten Risiko geimpft würden. Die Orientierung der Impfstrategie am Morbiditäts- und Mortalitäts-Risiko müsse jetzt konsequent umgesetzt werden.
+++ In den USA melden die Gesundheitsbehörden über 71.500 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das ergibt eine Zählung der Nachrichtenagentur Reuters auf Basis offizieller Daten. Insgesamt wurden damit seit Ausbruch der Pandemie mehr als 27,9 Millionen Ansteckungsfälle nachgewiesen. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus steigt um mindestens 2.340 auf rund 490.800.
+++ Die Vergnügungsparks im US-Bundesstaat New York dürfen trotz Corona-Pandemie im Frühjahr wieder öffnen. Masken, Abstand, Einhaltung von Hygieneregeln und Reduzierung der erlaubten Besucherzahlen auf rund ein Drittel seien dabei Pflicht, sagte Gouverneur Andrew Cuomo. So kann beispielsweise der berühmte Vergnügungspark Coney Island im New Yorker Stadtteil Brooklyn, der im vergangenen Jahr komplett geschlossen bleiben musste, ab 9. April wieder seine Tore für Besucher öffnen.
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