Samstag, 04. Dezember 2021

Newsblog zum Coronavirus+++ Die Entwicklungen vom 18. und 19. März 2021 +++

Bundeskanzlerin Merkel hält die Rücknahme von Öffnungen in der Corona-Pandemie für unumgänglich. Die Hausarztpraxen in Deutschland sollen direkt nach Ostern zu impfen beginnen. Die Einreise aus Polen ist ab Sonntag nur noch mit negativem Corona-Test erlaubt. Weitere Entwicklungen im Newsblog.

20.03.2021

Merkel während der Pressekonferenz nach den Beratungen zur Impfstrategie
Bundeskanzlerin Merkel ist besorgt wegen der weiter steigenden Neuinfektionszahlen. (AP/Pool Michael Sohn)
Freitag, 19. März
+++ Wegen stark steigender Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung Polen als sogenanntes Hochinzidenzgebiet ein. Ab Sonntag ist die Einreise aus dem an Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen grenzenden Nachbarland dann nur noch mit einem negativen Corona-Test erlaubt, wie das Robert Koch-Institut bekanntgab. Auch Bulgarien, Zypern, Kuwait, Paraguay und Uruguay stehen ab Sonntag auf der Liste der Hochinzidenzgebiete. Für die bisherigen Virusvariantengebiete Großbritannien und Irland werden dagegen die Reisebeschränkungen deutlich gelockert.
Nach Ostern sollen die niedergelassenen Ärzte mit in die Corona-Impfstrategie eingebunden werden. Die Politik hofft, so Schwung in die schleppende Impfkampagne zu bekommen. Auch die Impfpriorisierung soll aufgeweicht werden. Betriebsärzte arbeiten ebenfalls an einer Lösung. Ein Überblick.
+++ In den Hausarztpraxen in Deutschland sollen die Corona-Schutzimpfungen direkt nach Ostern beginnen. Das haben Bund und Länder in ihrer Telefonkonferenz beschlossen. Weil der Impfstoff im April noch knapp ist, wird es wohl anfangs nur eine Impfsprechstunde pro Woche in den Praxen geben. Bundeskanzlerin Merkel erklärte, für die Woche ab dem 5. April seien zunächst rund eine Million Impfdosen für die Praxen vorgesehen, für die letzte Aprilwoche würden dann mehr als 3,1 Millionen angestrebt. Zu Beginn sollten die besonders gefährdeten Personen entsprechend der Empfehlung der Ständigen Impfkommission geimpft werden. Die Kanzlerin bleibt nach eigenen Worten bei ihrer Prognose, dass allen Bürgern bis Ende des Sommers ein Impfangebot gemacht werden kann. Den gesamten Beschluss finden Sie hier.
+++ Die Weltgesundheitsorganisation ist zuversichtlich, dass die Verunsicherung vieler Menschen beim Corona-Impfstoff von AstraZeneca überwunden werden kann. "Es ist ein großartiges Vakzin", sagte WHO-Experte Aylward in Genf. Der schnelle Neustart der Impfungen sollte nun auch zu neuem Vertrauen führen. Die Impfungen waren zeitweise in vielen Ländern gestoppt worden, weil es Berichte über Blutgerinnsel gab. Die Europäische Arzneimittelbehörde empfiehlt das Präparat nach einer Prüfung der Berichte weiterhin. Die Impfungen - auch in Deutschland - haben inzwischen wieder begonnen.
+++ Der britische Premierminister Boris Johnson hat seine erste Impfdosis des Mittels von AstraZeneca erhalten - und ruft seine Landsleute auf, sich auch impfen zu lassen. Er habe gar nichts gespürt, sagt der 56-Jährige nach der Impfung in einem Londoner Krankenhaus. "Es war sehr gut, sehr schnell." Wer den Impfaufruf erhalte, solle diesem folgen: "Es ist das Beste für Sie, das Beste für Ihre Familie und für alle anderen."
Die Corona-Neuinfektionen steigen wieder – das könnte auch Auswirkungen auf die gerade erst erfolgten Schulöffnungen haben. Die Kultusminister der Länder plädieren dafür, die Einrichtungen trotz steigender Inzidenzen so lange wie möglich offen zu halten. Doch es gibt auch andere Stimmen.
+++ Trotz der Corona-Pandemie soll die Oscar-Verleihung dieses Jahr ohne Zoom-Schalten stattfinden. Stattdessen planen die Veranstalter eine Zeremonie, an der alle wichtigen Leute persönlich teilnehmen - also alle Nominierten und ihre Gäste und alle Stars, die die Preise verleihen. Funktionieren soll das laut Medienberichten mit ganz vielen Corona-Tests und indem die Verleihung aufgeteilt wird auf zwei Orte in Los Angeles (- das Dolby Theatre in Hollywood und die Union Station).
Das Foto zeigt viele goldene Oscar-Figuren.
Das Foto zeigt viele goldene Oscar-Figuren. (imago / ZUMA Wire)
+++ Die Bundesregierung stimmt die Bürger auf eine Rücknahme von Lockerungen in der Corona-Pandemie ein. Bundeskanzlerin Merkel etwa sagte nach dem Impfgipfel: "Wir sehen, dass die Situation sich sehr schwierig entwickelt". Dafür habe man die Rücknahme von Öffnungen bei einer Inzidenz von über 100 vereinbart. Zitat: "Wir werden leider auch von dieser Notbremse Gebrauch machen müssen." Sie hätte sich gewünscht, dass dies nicht nötig werde. "Aber das wird nicht möglich sein", betonte sie mit Blick auf das nächste Bund-Länder-Treffen am Montag. Zuvor hatte Regierungssprecher Seibert bereits gesagt: "Wir haben schon jetzt die Situation - wenn auch moderat - dass die Belegung der Intensivstationen wieder steigt (...). Und wir sehen um uns herum in Europa viele dramatische Beispiele einer dritten Welle mit zum Teil viel höheren Inzidenzen im weit dreistelligen Bereich." Diese Gefahr bestehe auch für Deutschland.
+++ Grünes Licht auch von der WHO: Der für die Impfsicherheit zuständige Ausschuss der Weltgesundheitsorganisation empfiehlt ebenfalls weiterhin den Impfstoff von AstraZeneca. Dieser weise noch immer ein positives Nutzen-Risiko-Profil auf und biete ein enormes Potenzial zur Vorbeugung von Infektionen und zur Verringerung von Todesfällen auf der ganzen Welt", hieß es. Man werde Nebenwirkungen weiter im Blick behalten.
+++ In US-Schulen dürfen die Abstandsregeln gelockert werden: Schülerinnen und Schüler müssten an ihren Tischen nicht länger mehr als 1,8 Meter entfernt voneinander sitzen. Ein Abstand von etwa 90 Zentimetern reiche, sofern sie Masken trügen, teilte die Seuchenschutzbehörde CDC mit. Die bisherige Distanz solle aber bei Sportevents, Versammlungen, beim Mittagessen oder Chorproben gewahrt werden.
+++ EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen sieht einem Medienbericht zufolge hohe Hürden für eine Zulassung des russischen Impfstoffs Sputnik V in der Europäischen Union. "Bislang wurde für Sputnik noch gar kein Antrag auf Zulassung gestellt, wir sind erst in einem vorbereitenden Stadium, in dem die Firma erst mal Daten liefert", zitieren die Zeitungen der Funke Mediengruppe von der Leyen. Zudem müsse es für jedes von der EU-Arzneimittelagentur EMA zugelassene Vakzin auch von der Behörde autorisierte Fabriken geben.
Ob Medikamente oder Impfstoffe: Nebenwirkungen gehören dazu - nicht bei allen, aber bei einigen. Zuletzt ging es vor allem um mögliche Nebenwirkungen des AstraZeneca-Impfstoffes - in Form von seltenen Blutgerinnseln in Hirnvenen. Ein Überblick.
+++ Welche Länder sind wie stark von der Pandemie betroffen? Die dpa-Grafik liefert Aufschluss.
Corona: Die absolut am stärksten betroffenen Länder - unterteilt nach Infizierten (inkl. Genesenen) und Toten; sowie Fälle je 100.000 Einwohner.
Corona: Die am stärksten betroffenen Länder (19.03.2021) (dpa-Grafik)
+++ Die Bundesregierung hat die Bürger auf eine mögliche Rückkehr zu schärferen Corona-Schutzmaßnahmen eingestimmt. Regierungssprecher Seibert sagte in Berlin, Deutschland bewege sich im Schnitt auf einen Inzidenzwert von 100 zu. Bund und Länder hätten klar vereinbart, dass Öffnungen zurückgenommen werden müssten, wenn dieser Wert über mehrere Tage erreicht werde. Darüber würden Bund und Länder bei ihrer nächsten Konferenz am kommenden Montag beraten.
+++ Nach der Europäischen Arzneimittelagentur hat auch die Ständige Impfkommission in Deutschland den weiteren Einsatz des Impfstoffs von AstraZeneca empfohlen. Der Nutzen der Impfung überwiege die gegenwärtig bekannten Risiken, heißt es in einer Stellungnahme der Kommission. Alle neu hinzukommenden Daten würden umgehend geprüft.
+++ Nach zwei Verdachtsfällen zu schweren Blutgerinnseln hat sich Finnland zu einem vorsorglichen Stopp der AstraZeneca-Impfungen entschlossen. Das gab das nationale Gesundheitsinstitut THL am Freitag auf einer Pressekonferenz in Helsinki bekannt.
+++ Frankreichs oberste Gesundheitsbehörde empfiehlt die Impfung mit AstraZeneca nach einem kurzzeitigen Impfstopp nur noch für Über-55-Jährige. Zur Begründung verwies die Behörde auf die Einschätzung der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA, wonach bei jüngeren Menschen ein möglicherweise erhöhtes Risiko für Hirnvenenthrombosen bestehe. Diese sollen jetzt stattdessen einen mRNA-Impfstoff erhalten.
+++ Wegen hoher Inzidenz-Werte verschärft auch Köln die Corona-Auflagen wieder, wenn auch in geringerem Umfang als der Stadtstaat Hamburg. So dürfen ab Montag in Kölner Zonen mit Maskenpflicht statt der bisher erlaubten Alltagsmasken nur noch OP- oder FFP2-Masken getragen werden. Für den Besuch von Museen und Zoos sowie bei Friseurbesuchen ist künftig ein negativer Coronatest erforderlich.
+++ Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann (Grüne) hat sich als erster deutscher Regierungschef gegen das Coronavirus impfen lassen. Der 72-Jährige ließ sich in einem Impfzentrum in Stuttgart den gerade wieder zugelassenen Impfstoff von Astrazeneca spritzen. Mit seinen 72 Jahren ist Kretschmann impfberechtigt.
+++ Brasiliens Präsident Bolsonaro will die Maßnahmen einiger Bundesstaaten zur Eindämmung des Virus kippen. Die Regierung beantragte beim Obersten Gerichtshof, Dekrete des Bundesbezirks rund um die Hauptstadt Brasília, Bahia und Rio Grande do Sul beispielsweise zur Einschränkung der Bewegungsfreiheit und nicht systemrelevanter Geschäftsaktivitäten zu kassieren. Das berichtete das Nachrichtenportal G1. Nach Einschätzung der Bundesregierung fehlt den Gouverneuren die Kompetenz für diese Entscheidungen. Im größten Staat Lateinamerikas wurden zuletzt über 90.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus innerhalb von 24 Stunden vermeldet, pro Tag sterben rund 3.000 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19.
+++ Forschende der Uniklinik Greifswald haben nach eigenen Angaben herausgefunden, wie die - äußerst seltenen - Hirnthrombosen nach einer Astrazeneca-Impfung entstehen können. Demnach sind die Blutgerinnsel behandelbar. Die Arbeitsgruppe um den Greifswalder Gerinnungsspezialisten Andreas Greinacher hat über das Paul-Ehrlich-Institut Blutproben von Thrombosepatienten erhalten und genau analysiert. Das Ergebnis: Vom Immunsystem in Reaktion auf die Impfung gebildete Abwehrstoffe haben bei den Betroffenen offenbar die Blutplättchen aktiviert, was wiederum zu Blutgerinnseln geführt habe. Da der Mechanismus so klar identifiziert worden sei, habe auch eine gezielte Behandlungsmöglichkeit entwickelt werden können. Patienten könne ein Wirkstoff verabreicht werden, der gegen die Thrombose helfe. Mehr dazu erfahren Sie hier.
+++ Nach drei Tagen mit Inzidenz-Werten über 100 zieht Hamburg die Corona-Notbremse. Von morgen an werden die erst Anfang vergangener Woche vollzogenen Öffnungsschritte wieder rückgängig gemacht. Das gab der Erste Bürgermeister Tschentscher (SPD) bekannt. Der Senat orientiert sich bei der Inzidenz an eigenen Daten, die vom Robert-Koch-Institut (RKI) ermittelten Tageswerte waren niedriger.
+++ Der SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach sieht Deutschland am Beginn einer "fulminanten dritten Welle". "Wir müssen zurück in den Lockdown", sagte er auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Spahn und RKI-Vizepräsident Schaade in Berlin. Spahn erklärte, auch durch Impfungen sei die dritte Welle nicht mehr zu stoppen. "Die Zahlen steigen, der Anteil der Mutationen ist groß", meinte der CDU-Politiker. "Wir werden also noch einen langen Atem brauchen."
+++ Bundesgesundheitsminister Spahn kann sich einen nationalen Alleingang bei der Bestellung des russischen Impfstoffs Sputnik V vorstellen. Man sei auf verschiedenen Ebenen in engem Austausch mit der russischen Seite, sagt der CDU-Politiker. Er könne sich gut vorstellen, zügig Verträge zu schließen. Voraussetzung sei aber, dass man Klarheit über die verfügbaren Mengen haben müsse. Wenn die EU jetzt nicht handle, sei er "tatsächlich sehr dafür, dass wir es dann national machen", sagte Spahn.
+++ Das Robert Koch-Institut rät angesichts der weiterhin hohen Corona-Zahlen von Reisen über Ostern grundsätzlich ab. Das gelte sowohl für Auslandsurlaube als auch für Aufenthalte im Inland, sagte der Vizepräsident des Robert Koch-Instituts, Schaade, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Gesundheitsminister Spahn. Man sollte die Feiertage besser zu Hause und allenfalls mit einem weiteren Haushalt verbringen, dann aber unter Beachtung der Abstands- und Hygieneregeln. Schaade betonte, ein Schnell- oder Selbsttest sei keine Garantie dafür, dass man nicht infiziert und damit nicht ansteckend sei. Bei einem positiven Selbsttest sollte man unbedingt zu Hause bleiben und sich erkundigen, wo man bald einen richtigen PCR-Test zu Abklärung machen könne.
+++ Laut dem Robert Koch-Institut liegt inzwischen in sechs Bundesländern die Sieben-Tages-Inzidenz über dem Wert von 100, ab dem Lockerungen wieder zurückgenommen werden müssten. Es handelt sich um Bayern, Brandenburg, Hessen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Bremen (94,2) und Nordrhein-Westfalen (96,4) liegen nur knapp darunter.
+++ Wenige Tage vor Beginn der Osterferien wird über Möglichkeiten diskutiert, trotz steigender Corona-Zahlen zu verreisen. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Schwesig (SPD) und Sachsens-Anhalts Regierungschef Haseloff plädieren dafür, den Menschen Urlaub im eigenen Bundesland zu ermöglichen. Schwesig sagte im Deutschlandfunk, niemand verstehe, warum der Mallorca-Urlaub dem Urlaub im eigenen Land aus epidemiologischen Gründen vorgezogen werde. Haseloff sagte der "Bild-Zeitung", wenn man Regeln mache, die keiner verstehe und viele ignorierten, erreiche man nichts.
Mecklenburg-Vorpommern, Göhren: Leere Strandkörbe stehen mit dem vorgeschriebenem Sicherheitsabstand am Strand von Göhren auf der Insel Rügen.
Göhren, Mecklenburg-Vorpommern: Leere Strände während der Corona-Pandemie (Jens Büttner/dpa-Zentralbild)
+++ Österreichs Bundeskanzler Kurz sieht Europa bei der Corona-Pandemie "auf den letzten Metern". Kurz sagte vor einem Treffen mit dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Laschet in Berlin: "So dramatisch es ist, dass wir jetzt noch immer diese Pandemie ertragen müssen, so schön wird es sein, wenn wir im Sommer endlich wieder normal leben können." Österreich freue sich darauf, schon bald wieder viele deutsche Gäste begrüßen zu dürfen.
+++ Die Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut 17.482 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Das sind rund 4.600 Fälle mehr als eine Woche zuvor. Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt das RKI mit 95,6 an, gestern lag der Wert bei 90. Außerdem wurden 226 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Ansteckung registriert. Die Gesamtzahl erhöhte sich damit auf 74.358.
Weitere Zahlen zur Corona-Pandemie und zum Stand der Impfungen finden Sie hier.
+++ Die steigenden Corona-Infektionszahlen sorgen dafür, dass die Schutzmaßnahmen in Deutschland örtlich wieder verstärkt werden. So verschärft das Land Brandenburg die Regeln in besonders betroffenen Kreisen und Städten. Viele Geschäfte und die Museen müssen wieder schließen, private Treffen werden beschränkt. Die Schulen sollen für den Wechselunterricht geöffnet bleiben. Im baden-württembergischen Kreis Schwäbisch Hall gilt ab Samstag tagsüber eine Ausgangsbeschränkung. In Nordrhein-Westfalen erteilte die Staatskanzlei dem Kreis Düren die Erlaubnis, den Präsenzunterricht an den Schulen wieder einzuschränken.
+++ Die Gründer des Impfstoff-Entwicklers Biontech, Türeci und Sahin, erhalten heute das Bundesverdienstkreuz. Bundespräsident Steinmeier wird sie mit dem Großen Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland auszeichnen. Gewürdigt werden die Verdienste der beiden bei der Eindämmung der Corona-Pandemie. Türeci und Sahin verbänden medizinische Grundlagenforschung mit deren Übersetzung in eine praktische Nutzung, teilte das Bundespräsidialamt mit.
Ugur Sahin und seine Frau Özlem Türeci, die Gründer des Mainzer Corona-Impfstoff-Entwicklers Biontech.
Ugur Sahin und seine Frau Özlem Türeci, die Gründer des Mainzer Corona-Impfstoff-Entwicklers Biontech (dpa / Bernd von Jutrczenka / via AP Pool)
+++ Die Steuereinnahmen von Bund und Ländern sind auch im Februar rückläufig. Wie aus dem Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums hervorgeht, fielen sie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,2 Prozent auf knapp gut 55 Milliarden Euro. Im Januar habe das Minus noch gut elf Prozent betragen. Die konjunkturellen Auswirkungen der Corona-Krise bedeuteten weiterhin eine Belastung, hieß es.
+++ Seit dem Amtsantritt der neuen US-Regierung vor knapp zwei Monaten sind in den Vereinigten Staaten fast 100 Millionen Corona-Impfungen verabreicht worden. Das teilte Präsident Biden mit. Er hatte bei seiner Vereidigung erklärt, dass es in seinen ersten 100 Tagen im Amt mindestens 100 Millionen Impfungen geben werde. Dieses Ziel werde nun bereits nach 58 Tagen erreicht, betonte Biden.
Donnerstag, 18. März
+++ Wegen stark gestiegener Corona-Infektionszahlen verhängt Frankreich einen neuen Lockdown über den Großraum Paris und andere Landesteile. Dort müssen alle nicht unentbehrlichen Geschäfte für einen Monat schließen, und es gelten verschärfte Ausgangsbeschränkungen, wie Premierminister Castex mittetilte. Zwar sollen die Schulen generell geöffnet bleiben, es soll aber Einschränkungen für die Oberstufen geben. Betroffen sind 16 Départements, unter anderem im Norden sowie am Mittelmeer. In ganz Frankreich gilt bereits seit Wochen eine Ausgangssperre ab 18 Uhr. Die Menschen dürfen dann nur noch in Ausnahmefällen vor die Tür, Einkäufe im Supermarkt und Spaziergänge sind untersagt.
+++ Die USA wollen ihre nicht verwendeten Impfdosen bis auf Weiteres mit Mexiko und Kanada teilen. Die Pressesprecherin des Präsidialamts, Jen Psaki, bestätigte eine entsprechende Meldung der Nachrichtenagentur Reuters. Die Vereinbarung sei noch in Arbeit, sagte sie. Dem Vernehmen nach geht es um etwa 2,5 Millionen Dosen für Mexiko und 1,5 Millionen für Kanada. Die Vereinbarung soll in den kommenden Tagen offiziell bekanntgegeben werden. Astrazeneca lagert gegenwärtig Millionen von Impfdosen in den USA.
+++ Italiens Ministerpräsident Draghi hat in Bergamo im Norden des Landes der Todesopfer der Corona-Pandemie gedacht. Draghi sagte vor wenigen Dutzend Anwesenden, dieser Ort sei ein Symbol für den Schmerz einer ganzen Nation. Vor rund einem Jahr gingen Bilder aus Bergamo um die Welt, die zeigten, wie Militär-Lastwagen hunderte Särge aus der Stadt herausbrachten. Diese Bilder wurden zu einem der Symbole für die Ausbreitung der Pandemie in Europa.
Das Foto zeigt Italiens Regierungschef Draghi bei einer Kranzniederlegung auf dem Friedhof von Bergamo.
Das Foto zeigt Italiens Regierungschef Draghi bei einer Kranzniederlegung auf dem Friedhof von Bergamo. (AFP / Palazzo Chigi press office)
+++ Die Corona-Pandemie hat nach Einschätzung eines Fachgremiums des Europarates die Ungleichheiten in der Gesellschaft deutlich verschärft. Im Jahresbericht der Kommission gegen Rassismus und Intoleranz heißt es, das betreffe den Zugang zu Bildung ebenso wie die Bereiche Beschäftigung, Gesundheit und Wohnen. Besonders verschlechtert hat sich dem Bericht zufolge die Lage der Roma.
+++ Wenn Eltern sich über die Impfung eines Kindes uneinig sind, sind die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission entscheidend. Das teilte das Oberlandesgericht Frankfurt am Main mit. Die Entscheidungsbefugnis über Impfungen liege dann bei jenem Elternteil, das sich an den Empfehlungen der Stiko orientiere. Dies stelle das für das Kindeswohl bessere Konzept dar.
Die Corona-Neuinfektionen steigen wieder – das könnte auch Auswirkungen auf die gerade erst erfolgten Schulöffnungen haben. Die Kultusminister beraten heute und morgen, wie es mit dem Unterricht weitergehen soll. Die Vorsitzende der KSK, Britta Ernst, warnt vor einer erneuten Schließung der Schulen. Doch es gibt auch andere Stimmen.
Mehrere Stühle in einem Klassenzimmer in der Grundschule in Königstein in Sachsen stehen auf dem Tisch. 
In etlichen Städten mit hohen Inzidenzen sind die Schulen schon wieder dicht. (dpa-Zentralbild)
+++ Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga fordert, dass Bund und Länder nächste Woche konkret definieren, wie die Branche wieder öffnen kann. Zudem müssten die Wirtschaftshilfen der Regierung dringend aufgestockt werden, sagt Dehoga-Präsident Zöllick. "Die Hotellerie kämpft ums nackte Überleben", ergänzte Otto Lindner, Vorsitzender des Hotelverbands IHA.
+++ Das Robert-Koch-Institut meldet binnen 24 Stunden 17.504 Neuinfektionen in Deutschland, das sind über 3.000 mehr Fälle als am Donnerstag vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt das Institut mit 90 an, am Mittwoch lag der Wert noch bei 86,2.
+++ Fast jedes fünfte Unternehmen in Deutschland sieht sich wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise in Deutschland in seiner Existenz bedroht. Das ergab eine Umfrage des Münchner Ifo-Instituts aus dem Monat Februar. Die stärksten Existenzängste verspüre die Reisebranche mit fast 84 Prozent. Ähnliche Sorgen hätten Hotels, Restaurants und Gaststätten.
Leere Stühle auf dem Gehweg.
Die Hoffnung auf das Eröffnen der Außengastronomie schwankt. (imago / Bildfunk MV)
+++ Der niedersächsische Wirtschaftsminister und stellvertretende Ministerpräsident Althusmann spricht sich für Öffnungen im Hotel- und Gastgewerbe über Ostern aus. Der CDU-Politiker sagte der "Bild"-Zeitung, mit einer klugen Test- und TestApp-Strategie sollte eine Erholung im eigenen Land möglich sein.
Der Fachanwanwalt für Medizinrecht, Ehlers, rechnet nicht mit einem grundsätzlichen Verbot des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca. Ehlers sagte im Deutschlandfunk, er gehe davon aus, dass die EMA keinen Widerruf der Zulassung verhängen werde. Vielmehr spreche alles dafür, dass die Behörde für den Impfstoff einen ergänzenden Warnhinweis aussprechen werde, damit dieser künftig bei Menschen mit Blutgerinnungsstörungen und Frauen, die die Anti-Baby-Pille einnehmen, nicht mehr verwendet werde.
+++ Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA In einer Sondersitzung sollen mögliche Risiken gegen den Nutzen des Mittels abgewägt werden. Es wird erwartet, dass die EMA im Anschluss an die Besprechung eine Empfehlung gibt, ob der Astrazeneca-Impfstoff weiter eingesetzt werden sollte oder nicht.
Mehr zum Stopp der Impfungen finden Sie hier.
+++ Mehrere ostdeutsche Ministerpräsidenten sprechen sich für eine Zulassung des russischen Impfstoffs Sputnik V aus. Der sächsische Regierungschef Kretschmer sagte, er habe nicht die geringsten Zweifel, dass die russische Wissenschaft imstande sei, einen leistungsfähigen Impfstoff herzustellen. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff betonte, im Kampf gegen Corona sei jeder sichere Impfstoff willkommen. Ähnlich äußerte sich Thüringens Ministerpräsident Ramelow.
+++ Die Weltwetterorganisation (WMO) warnt davor, den nahenden Frühling und höhere Temperaturen als Argument für eine Lockerung von Corona-Maßnahmen zu nehmen. Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass Wetter und Jahreszeit das Infektionsgeschehen direkt beeinflussen, hält ein Expertenteam fest. Es hat sich mit der Frage befasst, welchen Einfluss meteorologische Faktoren und Luftqualität auf die Corona-Pandemie haben.
+++ Nach dem Stopp der Impfungen mit Astrazeneca können sich Berliner Polizisten nun mit anderen Impfstoffen schützen lassen.
Inzwischen gebe es "die freie Wahl des Impfstoffes", sagte ein Polizeisprecher. Bis Montag hätten bereits 8.592 Dienstkräfte das Angebot angenommen und einen entsprechenden Impfcode erhalten. Wie viele davon bis jetzt tatsächlich geimpft wurden, erfasst die Polizei nicht genau.
+++ FDP-Vize Wolfgang Kubicki macht die Bundesregierung dafür verantwortlich, dass die Gefahr einer Corona-Übertragung durch bereits geimpfte oder von der Krankheit genesene Menschen noch immer ungeklärt ist. Das Verhalten der Bundesregierung sei rechtlich höchst problematisch, sagte Kubicki der Deutschen Presse-Agentur. "Es spielt keine Rolle, ob die Bundesregierung mutwillig oder aus schierer Inkompetenz nicht in der Lage ist, bestimmte Bereiche mit wissenschaftlicher Expertise und mehr und besserer Forschung aufzuhellen", sagte Kubicki.
+++ Die Stadt Bergamo in Norditalien gedenkt heute der Todesopfer der Coronavirus-Pandemie. Vor rund einem Jahr gingen Bilder aus Bergamo um die Welt, die zeigten, wie Militär-Lastwagen hunderte Särge aus der Stadt herausbrachten. Diese Bilder wurden zum warnenden Symbol für die Ausbreitung der Corona-Pandemie in Europa.
Männer tragen einen Sarg auf den Schultern eine Treppe hinunter. 
Die italienische Stadt Bergamo wurde von der Corona-Pandemie besonders hart getroffen. (imago)
+++ Brasilien hat 90.303 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet - so viele wie nie zuvor. Die Zahl der Toten stieg nach Behördenangaben um 2648, der zweithöchste Wert nach einem Rekord von 2841 Todesfällen am Dienstag. In dem südamerikanischen Land wurden damit seit Beginn der Pandemie insgesamt 284.775 Todesfälle verzeichnet.
+++ Angesichts der Überlastung vieler französischer Krankenhäuser will sich Regierungschef Castex am Abend in Paris zu einer weiteren Verschärfung der Corona-Auflagen äußern. Geplant sind nach Regierungsangaben zusätzliche Maßnahmen im Großraum um Paris sowie in der nördlichen Region Hauts-de-France, die an Belgien grenzt. Im Gespräch sind unter anderem Ausgangsbeschränkungen auch an Wochenenden, wie sie bereits an der Côte d'Azur und in Teilen Nordfrankreichs gelten.
+++ Eine Infektion mit dem Coronavirus bietet den meisten Menschen in den Folgemonaten Schutz vor einer Neuansteckung. Zu diesem Ergebnis kommt eine großangelegte Studie in Dänemark, die nun in der Fachzeitschrift "The Lancet" vorgestellt wurde. Bei älteren Menschen über 65 Jahren tritt eine wiederholte Infektion allerdings häufiger auf als bei jüngeren. Diese Erkenntnisse zeigen nach Ansicht der Forscher, dass Maßnahmen zum Schutz älterer Menschen, wie Abstandhalten, auch für diejenigen von grundlegender Bedeutung sind, die bereits Covid-19 gehabt haben.
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