Freitag, 03. Dezember 2021

Newsblog zum Coronavirus+++ Die Entwicklungen vom 18. und 19. Mai +++

Die in Indien entdeckte Virusvariante B.1.617 wird in Deutschland zunehmend nachgewiesen. In Großbritannien soll eine neue Studie Klarheit über ein von Herbst an geplantes Impf-Auffrischungsprogramm bringen. In NRW sollen Schülerinnen und Schüler ab Ende Mai in den vollen Präsenzunterricht zurück. Weitere Entwicklungen in unserem Newsblog.

18.05.2021

Der Eingang des Robert Koch-Instituts ist mit seinem Namenslogo durch Bäume hindurch zu sehen.
Laut RKI-Bericht wird die Virus-Variante B.1.617 in Deutschland mittlerweile etwas öfter nachgewiesen. (www.imago-images.de)
Die aktuellen Entwicklungen finden Sie hier in unserem Newsblog.
Mittwoch, 19. Mai
+++ Bei der Verbreitung der als besorgniserregend eingestuften Coronavirus-Varianten in Deutschland hat es mehrere leichte Verschiebungen gegeben.
Wie die Deutsche Presse-Agentur mit Verweis auf einen Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) schreibt, ist die derzeit dominierende Variante B.1.1.7 mit einem Anteil von nun 87 Prozent an den untersuchten Proben im Vergleich zu den Vorwochen leicht zurückgegangen. Zeitweise hatte diese deutlich ansteckendere, zuerst in Großbritannien entdeckte Mutante mehr als 90 Prozent ausgemacht.
Die in Indien entdeckte Variante B.1.617 wird laut Bericht in Deutschland zunehmend nachgewiesen. Das RKI schreibt von einem geringen Anteil von zwei Prozent, in der Woche zuvor waren es 1,5 Prozent. Sie ist in mehrere Untervarianten aufgespalten. Nach wochenlang unauffällig niedrigen Werten hat hingegen die "südafrikanische Variante" B.1.351 etwas zugelegt, von einem auf drei Prozent. Erklärungsansätze dafür waren nicht angegeben. Die in Brasilien zirkulierende Variante P.1 bleibt laut Bericht sehr selten, mit einem Anteil von 0,3 Prozent. Die Angaben beziehen sich auf die Woche vom 3. bis 9. Mai.
Ausführlichere Informationen finden Sie hier: Indische Mutation - Wie gefährlich ist B.1.617?
B.1.617 und Impfungen: Virologin Ciesek: kein bei indischer Variante
+++ Mit einer neuen Studie wollen britische Forscher die Effektivität einer Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus prüfen.
Dabei sollten insgesamt sieben verschiedene Impfstoffe getestet werden, wie Gesundheitsminister Hancock in London ankündigte. Die ersten Ergebnisse würden im September erwartet, heißt es in einem dpa-Bericht. Davon erhofften sich die Wissenschaftler Klarheit für ein von Herbst an geplantes Auffrischungsprogramm.
Lese-Tipp: Covid-19-Impfstoffe - Wann ist eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus nötig?
+++ Vier Protestkundgebungen in Berlin, die für Pfingsten angemeldet wurden, sind von der Versammlungsbehörde verboten worden; darunter eine Demonstration von Kritikern der Corona-Maßnahmen mit 16.000 angemeldeten Teilnehmern.
Das teilte die Berliner Polizei auf dpa-Anfrage mit. Zu den Gründen für die Verbote machte die Polizei demnach keine Angaben. Ebenfalls verboten worden sei eine Demonstration am Platz des 18. März vor dem Brandenburger Tor, die mit 500 Teilnehmern unter dem Motto "Schutz unserer Grundrechte! Für Volksentscheide, damit das Volk entscheidet" angemeldet war.
Mehr zum Thema: Seit August 2020 hat es bundesweit schätzungsweise mehr als 2.700 Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen gegeben. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor.
+++ Ab Anfang Juni sollen auch Betriebsärzte gegen Corona impfen dürfen. Aus einer Handreichung des Arbeitgeberverbands BDA geht jedoch hervor, dass sie bis Freitagmittag den Impfstoff bestellt haben müssen, damit es pünktlich losgehen kann.
Die Handreichung liegt dem ARD-Hauptstadtstudio vor. Die Menge pro Betrieb ist demnach allerdings für die erste Woche stark begrenzt.
+++ Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Gassen, hat Impfwillige zu Verständnis und Geduld bei aktuellen Problemen aufgerufen.
Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, könnten Termine beim Arzt nur kurzfristig vergeben werden und müssten auch öfter umgebucht werden. "Die Praxen tun alles, was möglich ist", sagte Gassen. Der Impfstoff von Johnson & Johnson werde verspätet geliefert, nämlich erst am 25. Mai. Das "Hin und Her" zum Einsatz des Astrazeneca-Impfstoffs habe die Arbeit in Praxen "auch nicht gerade erleichtert". In manchen Regionen habe es diese Woche gar keinen Astrazeneca-Impfstoff gegeben. Da bereits die ersten Praxen Zweitimpfungen verabreichen müssten, müsse knapper Impfstoff hierfür eingesetzt werden. Aber das Problem sei hoffentlich bald gelöst, ergänzte Gassen. Die Zahl der täglichen Corona-Impfungen ist im Vergleich zur Vorwoche gesunken. Mit anziehenden Lieferungen soll sich die Lage spätestens im Juni aber entspannen.
Mehr zum Thema: Der Vorstandsvorsitzende des Weltärztebunds, Montgomery, plädiert in der Debatte um die Aufhebung der Corona-Impfpriorisierung für eine gemeinsame Suche nach Lösungen. Die Hausärzte seien überfordert mit der plötzlichen Abschaffung der Priorisierung, obwohl sie dies zuvor selbst verlangt hätten, sagte Montgomery im Deutschlandfunk.
+++ Vollständig gegen das Coronavirus geimpfte Menschen aus Drittstaaten dürfen in Kürze wieder in die EU einreisen. Darauf einigten sich die EU-Botschafter, wie mehrere Nachrichtenagenturen unter Berufung auf Diplomaten berichten. Dies solle dann gelten, wenn die EU-Staaten einen Impfnachweis auch für das Reisen innerhalb der EU akzeptierten. Zudem soll der Inzidenzwert, der bei Drittstaaten zu Einreiseverboten führt, heraufgesetzt werden - und zwar von 25 auf 75 Fälle pro 100.000 Einwohner binnen 14 Tagen. Gleichzeitig wird demnach aber eine sogenannte Notbremsen-Regelung eingeführt, um mit der Wiedereinführung von Reisebeschränkungen schnell auf gefährlichere Virus-Varianten in einzelnen Ländern reagieren zu können.
Weiterführende Informationen: "Grünes Zertifikat" - So soll das Reisen für Geimpfte in der EU künftig ablaufen
+++ In Nordrhein-Westfalen sollen alle Schülerinnen und Schüler ab dem 31. Mai wieder landesweit Präsenzunterricht erhalten. Das kündigte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) im Düsseldorfer Landtag an. Das gelte für alle Schulformen und bei einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner. Die Sieben-Tage-Inzidenz für NRW war am Mittwoch laut Robert Koch-Institut auf 79,9 Neuinfektionen weiter gesunken.
+++ Das Oberlandesgericht in Jena hat den Beschluss eines Weimarer Amtsrichters zur Corona-Maskenpflicht an Schulen aufgehoben.
Der Familienrichter habe keine Zuständigkeit gehabt, teilte das OLG mit. Die gerichtliche Kontrolle staatlicher Anordnungen zum Corona-Schutz obliege allein den Verwaltungsgerichten. Der Amtsrichter hatte im April unter Verweis auf das Kindeswohl verfügt, dass Kinder an zwei Weimarer Schulen keine Masken im Unterricht tragen müssen. Die Entscheidung war bundesweit diskutiert und kritisiert worden.
+++ Die Internationale Funkausstellung in Berlin wird in diesem Jahr nicht stattfinden.
Angesichts der Unwägbarkeiten in der Corona-Pandemie lasse sich die für Anfang September angesetzte Messe nicht verantwortungsvoll planen, teilten die Veranstalter mit. So sei unklar, ob eine Anreise der Aussteller aus allen Teilen der Welt überhaupt möglich wäre. Die IFA ist die weltweit größte Publikumsmesse für Unterhaltungselektronik und Hausgeräte. Im vergangenen Jahr waren nur Fachbesucher zugelassen.
+++ In der Kirche Sankt Antonius in Castrop-Rauxel sind heute rund 250 Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden. Die Aktion einer örtlichen Hausärztepraxis werde im Wochenrhythmus fortgeführt, sagte Pfarrer Bernhard Dlugosch der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Die Idee für das Impfzentrum in der Kirche hatte ein Mediziner. Er habe befürchtet, dass sich die Wartezimmer der niedergelassenen Ärzte zu Hotspots entwickeln könnten. Denn viele Praxen könnten die Corona-Hygieneregeln nicht optimal einhalten.
+++ Der US-Pharmakonzern Pfizer plant ein neues Werk in Irland, um dort Bestandteile seines Corona-Impfstoffs herzustellen. Wie das Unternehmen mitteilte, soll die Fabrik Ende des Jahres ihre Arbeit aufnehmen. Dafür investiere man umgerechnet rund 33 Millionen Euro.
+++ Der Handelsverband Deutschland befürchtet bis zu 120.000 Geschäftsaufgaben als Folge der Corona-Krise.
Während der Pandemie kauften deutlich mehr Menschen im Internet ein, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Genth den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Nicht alle Käufer würden in die Innenstädte zurückkehren. Deshalb drohe vielerorts ein Anstieg der Leerstände. Genth forderte, die Politik müsse dafür sorgen, die Innenstädte attraktiv zu erhalten.
+++ Malawi hat fast 20.000 Dosen Corona-Impfstoff verbrannt, deren Haltbarkeitsdatum abgelaufen war. Das bestätigte Gesundheitsminister Mwansambo. Der Impfstoff stammte demnach aus einer Lieferung von 102.000 Dosen, die am 26. März in Malawi eintrafen und innerhalb von 18 Tagen hätten verabreicht werden müssen. Die Weltgesundheitsorganisation hatte zuletzt erklärt, auch nach Ablauf des Haltbarkeitsdatums könnten Impfstoffe noch sicher eingesetzt werden. Nach Angaben aus Malawi waren die nun vernichteten Dosen allerdings nicht ordnungsgemäß gelagert worden, sodass man sie nicht mehr verwenden konnte.
+++ Vor dem Hintergrund der Einführung eines europäischen Impf-Zertifikats übt die Grünen-Abgeordnete im Europaparlament, Paulus, Kritik am Bundesgesundheitsministerium. Paulus sagte im Deutschlandfunk , um die Daten zu digitalisieren, hätte man bereits zu Beginn des Jahres eine entsprechende Infrastruktur zur Verfügung stellen müssen. Die IT-Sicherheit in den Praxen sei zum Teil katastrophal. Wenn die Zertifikate gefälscht werden könnten, sei das gesamte Instrument diskreditiert. Das Zertifikat soll eine Corona-Impfung, einen aktuellen Test oder eine überstandene Covid-Erkrankung nachweisen.
+++ In Österreich dürfen nach monatelangem Lockdown Cafés, Bars und Restaurants sowie Hotels, Kultureinrichtungen und Sportstätten wieder öffnen. Für die Innengastronomie ist allerdings nur eine geringe Auslastung erlaubt. Voraussetzung für den Besuch ist ein negativer Corona-Test, ein Corona-Impfschutz oder eine überstandene Infektion.
Café in Frankreich öffnet wieder nach monatelanger pandemiebedingter Schließung.
Außengastronomie in Frankreich öffnet wieder (picture alliance/dpa/MAXPPP | Ludovic Maillard)
+++ Auch in Frankreich gibt es Lockerungen: Hier dürfen erstmals seit sechseinhalb Monaten Cafés und Restaurants ihre Außenbereiche wieder öffnen. Auch Kaufhäuser, Museen, Kinos und Theater werden geöffnet. Außerdem wurde in dem Land - ebenso wie in Italien - die nächtliche Ausgangsbeschränkung verkürzt.
+++ Nach Auffassung des Vorstandsvorsitzenden des Weltärztebunds, Montgomery, sind die Hausärzte in Deutschland mit der Aufhebung der Corona-Impfpriorisierung am 7. Juni überfordert. Er plädierte im Deutschlandfunk für eine gemeinsame Suche nach Lösungen. Das zentrale Problem sei aber nicht die Impfpriorisierung, sondern der Mangel an Impfstoff. Grundsätzlich sehe er die Aufhebung der Priorisierung positiv: Teilweise wollten Personen auch nicht geimpft werden. Deshalb müsse der Rest der Gesellschaft nicht darauf warten, dass alle geimpft seien, die nach der Reihenfolge eigentlich vor ihnen dran wären.
Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist weiter gesunken. Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland.
+++ Indien hat mehr Todesfälle im Zusammenhang mit Corona an einem Tag gemeldet als je ein anderes Land während der Pandemie. In den vergangenen 24 Stunden wurden 4.529 Menschen erfasst, die in dem Land an oder mit Corona gestorben sind, wie Zahlen des indischen Gesundheitsministeriums zeigen. Laut Johns Hopkins Universität hat bislang kein Land so viele Corona-Todesfälle an einem Tag registriert. Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass die tatsächlichen Todeszahlen in Indien noch deutlich höher sein dürften. In absoluten Zahlen hat Indien mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnerinnen und Einwohnern mehr als 25 Millionen Infektionen registriert.
+++ Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat Unternehmen ohne Corona-Tests für ihre Beschäftigten aufgefordert, die Testlücken zu schließen. Bei den Unternehmen, die keine Tests anböten, müsse mehr passieren, sagte DGB-Chef Reiner Hoffmann der Deutschen Presse-Agentur. In Betrieben ohne Tarifbindung oder Betriebsrat seien die Arbeitnehmer oft unzureichend geschützt. Laut einer repräsentativen Befragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat die Einführung der sogenannten Testangebotspflicht für Unternehmen dazu geführt, dass nun rund 77 Prozent der Betriebe ihren Beschäftigten Tests anbieten. Zuvor sei es ein knappes Drittel gewesen.
Dienstag, 18. Mai
+++ Erste Studienergebnisse aus Spanien zeigen eine hohe Wirksamkeit einer kombinierten Impfung aus Astrazeneca und Biontech. Berichte über schwere Nebenwirkungen gab es dabei nicht.
Wirken die zugelassenen Impfstoffe denn auch gegen die in Indien entdeckte Variante des Virus? Die Virologin Ciesek glaubt zumindest nicht an ein komplettes Versagen der Vakzine.
+++ Bund und Länder wollen am 27. Mai erneut über die Impfkampagnen reden. Dann solle auch die Frage geklärt werden, wie und wo man Kinder über zwölf Jahren nach einer Freigabe des Impfstoffes BioNTech durch die EU impfen soll, sagte Bundeskanzlerin Merkel nach Angaben aus Teilnehmerkreisen in der Unionsfraktion.
+++ Das niedersächsische Oberverwaltungsgericht in Lüneburg hat das in Niedersachsen geltende Beherbergungsverbot für Touristen aus anderen Teilen Deutschlands mit sofortiger Wirkung gekippt. Es handle sich um eine Ungleichbehandlung, die aus Infektionsschutzgründen nicht notwendig sei, entschied das Gericht (Az. 13 MN 260/21). Die Richter verwiesen zur Begründung unter anderem auch auf den Umstand, dass Tagestouristen weiter parallel ohne Testpflicht nach Niedersachsen kommen könnten.
+++ Nach mehr als 1.000 Coronavirus-Neuinfektionen innerhalb einer Woche hat die Regierung in Taiwan die Schließung aller Schulen angeordnet. Ab Mittwoch werde der Präsenzunterricht für zwei Wochen ausgesetzt, teilte Bildungsminister Pan Wen Chung mit.
Taiwan mit seinen rund 23 Millionen Einwohnern sieht sich derzeit mit dem stärksten Ausbruch seit Beginn der Pandemie konfrontiert, nachdem es bisher sehr glimpflich durch die Krise gekommen ist.
+++ Ungarn verlängert den Corona-Notstand offiziell bis zur neuen Sitzungsperiode des Parlaments im Herbst. Das beschloss die Volksvertretung in Budapest auf Antrag der Regierung von Ministerpräsident Orban. Das Notstandsgesetz schafft den Rahmen dafür, dass die Regierung Verordnungen erlassen darf, die unter normalen Umständen vom Parlament gebilligt werden müssten.
+++ Angesichts der gestiegenen Zahl von psychischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen fordert Linken-Fraktionschef Bartsch eine schnelle Rückkehr zum Regelunterricht und einen Schulgipfel im Kanzleramt.
"Kinder sind die Verlierer dieser Pandemie in Deutschland. Bis zu 800 Stunden Unterrichtsausfall in den Schulen, soziale Isolation von Freunden und geschlossene Freizeit- und Sporteinrichtungen, richten bei Kinderseelen vielfach unverzeihliche Schäden an", sagt Bartsch den Zeitungen der Funke Mediengruppe.
"Es braucht das bundesweite abgestimmte Signal, wann bei stabil niedriger Inzidenz Präsenzunterricht als Regel zurückkehrt." Dies dürfe nicht auf die Zeit nach den Sommerferien verschoben werden.
Kinder in Schulklasse mit Maske während der Corona-Pandemie
Kinder in Schulklasse mit Maske während der Corona-Pandemie (Slavomir Kubes / CTK Photo / www.imago-images.de)
+++ Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Corona-Schutzimpfung nun auch Schwangeren mit einem "erhöhten Expositionsrisiko aufgrund ihrer Lebensumstände". Eine generelle Impfempfehlung für Schwangere ist dies aber nicht.
Aufgrund eines erhöhten Risikos für schwere Krankheitsverläufe hieß es bei der STIKO, es sei ein Signal an die Politik, aber auch an die betreuenden Frauenärzte, dass man Schwangeren eine Impfung nach individueller Prüfung großzügig empfehlen könne.
Eine schwangere Frau wird gegen Corona geimpft.
Eine schwangere Frau wird gegen Corona geimpft. (Imago / Marcelo Hernandez)
+++ Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist weiter gesunken.
Wie das Robert-Koch-Institut unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden in den vergangenen sieben Tagen bundesweit 79 Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner nachgewiesen. Gestern lag der Wert bei 83, und vor einer Woche bei 115.
Wie das RKI weiter mitteilte, wurden innerhalb eines Tages 4.209 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Das sind gut 1.900 weniger als vor einer Woche.
Deutschlandweit wurden den Angaben zufolge binnen 24 Stunden 221 neue Todesfälle im Zusammenhang mit einer Coronainfektion verzeichnet. Vor einer Woche waren es 283 Tote gewesen.
+++ Kinder- und Jugendärzte haben schnelle Schul- und Kitaöffnungen gefordert und vor "verheerenden Langzeitfolgen" der Corona-Maßnahmen gewarnt.
Schulen und Kitas sollten schnell geöffnet werden, forderte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), Dötsch, in der "Rheinischen Post". Von Impfungen dürften die Schulöffnungen nicht abhängig gemacht werden.
Ob Kinder und Jugendliche priorisiert gegen Covid-19 geimpft werden sollte, sorgt für Kontroversen
Ob Kinder und Jugendliche priorisiert gegen Covid-19 geimpft werden sollte, sorgt für Kontroversen (picture alliance / dpa / Laci Perenyi)
+++ Bundesgesundheitsminister Spahn hat die Aufhebung der Impfpriorisierung am 7. Juni gegen Kritik verteidigt.
Es brauche Planungssicherheit für alle; darum sei der gemeinsam mit den Ländern gefasste Beschluss mit drei Wochen Vorlauf erfolgt, sagte Spahn im ARD-Fernsehen. Man könne nicht warten, bis alle Priorisierungs-Gruppen geimpft seien.
+++ Der Deutsche Hausärzteverband kritisierte die geplante Aufhebung der Priorisierung. Der Verbandsvorsitzende Weigeldt sagte der "Rheinischen Post", wer großspurige Ankündigungen mache, müsse den Impfstoff auch in ausreichenden Mengen an die Praxen liefern. Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Brysch, sagte der Zeitung, die ethische Reihenfolge bei der Impfung dürfe nicht durch ein Datum bestimmt werden. Das Ethikrat-Mitglied Lob-Hüdepohl sagte der Zeitung "Die Welt", es sei falsch, die noch nicht durchgeimpften Personen mit höherer Dringlichkeit dem Ellenbogenprinzip auszusetzen.
+++ Die Hausärzte in Deutschland sollen in der letzten Maiwoche erstmals Impfstoff von Johnson & Johnson erhalten. "Der Bund wird für die Woche vom 25. bis 30. Mai rund 1,6 Millionen Dosen von Biontech, etwas mehr als 500.000 Dosen von Johnson & Johnson und voraussichtlich 600.000 von Astrazeneca bereitstellen", teilte die Kassenärztliche Bundesvereinigung den Praxen in einer Mitteilung mit, über die die "Rheinischen Post" berichtet.
+++ Der Hausärzteverband Nordrhein hat auf massive Probleme im Zuge der Corona-Impfungen hingewiesen. Verbandschef Funken sagte der "Rheinischen Post", die Hausärzte erlebten eine extrem aggressive Stimmung bei der Impfstoffnachfrage. Im Augenblick liefen die Telefone in den Praxen heiß, so dass diese zunehmend Schwierigkeiten bei der Regelversorgung hätten. Zahlreiche Hausarztpraxen meldeten sich deshalb vom Impfsystem wieder ab.
+++ Japans Wirtschaft ist in Folge eines erneuten Corona-Notstands erstmals seit drei Quartalen wieder gesunken. Wie die Regierung auf Basis vorläufiger Daten mitteilte, sank das Bruttoinlandsprodukt der vor Deutschland drittgrößten Volkswirtschaft der Welt auf das Jahr hochgerechnet um 5,1 Prozent.
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