Freitag, 03. Dezember 2021

Newsblog zum Coronavirus+++ Die Entwicklungen vom 30. März bis 1. April +++

Zwei Drittel der Deutschen befürworten einen "harten Lockdown". Die WHO kritisiert den Fortschritt der europäischen Impfkampagne. Bundeskanzlerin Merkel ruft zu einem "ruhigen Osterfest" auf. Die Entwicklungen in unserem Newsblog.

30.03.2021

Eine Kundin mit einer weißen Mund-Nasen-Maske geht an einem geschlossenes Modegeschäft vorbei, dessen Fensterfront mit einem Gitter gesichert ist.
Geschlossene Geschäfte, härtere Maßnahmen: kommt ein harter Lockdown? (picture alliance / Eibner-Pressefoto / Weber)
Die aktuellen Entwicklungen finden Sie hier in unserem Newsblog.
Donnerstag, 1. April
+++ In Deutschland sind einer Umfrage zufolge wieder deutlich mehr Bürger für eine Verschärfung der Corona-Einschränkungen. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest Dimap für den ARD-Deutschlandtrend.
Jeder Zweite plädiert demnach für härtere Maßnahmen. Das sind 16 Prozentpunkte mehr als Mitte März. 24 Prozent der Befragten bewerten die aktuellen Regelungen als angemessen. Ebenfalls etwa jedem Vierten gehen die Corona-Maßnahmen hingegen zu weit. Dementsprechend offen zeigen sich die Befragten gegenüber den Forderungen von Intensivmedizinern, das gesellschaftliche Leben zwei bis drei Wochen lang deutlich stärker herunterzufahren und erst danach zu prüfen, ob mit begleitenden Schutzmaßnahmen und Corona-Tests Lockerungen möglich sind. Gut zwei Drittel (67 Prozent) halten einen solchen härteren Lockdown für eher richtig, 30 Prozent für eher falsch.
+++ Unter 60-Jährige, die eine erste Corona-Impfung mit dem Impfstoff von Astrazeneca bekommen haben, sollen bei der zweiten ein anderes Mittel erhalten. Das geht aus einer überarbeiteten Empfehlung der Ständigen Impfkommission hervor. Zwar gebe es noch keine wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Impfungen mit verschiedenen Mitteln. Bis entsprechende Daten vorlägen, werde jedoch eine Dosis eines mRNA-Impfstoffs zwölf Wochen nach der Erstimpfung empfohlen. Zu dieser Klasse gehören die Produkte von Pfizer/Biontech und von Moderna. Wegen möglicher Nebenwirkungen hatte die Ständige Impfkommission zuvor empfohlen, Astrazeneca in der Regel nicht mehr für Menschen unter 60 Jahren einzusetzen.
Anfang März meldeten mehrere europäische Länder, dass sie die Corona-Impfung mit AstraZeneca ausgesetzt haben. Bei mehreren Menschen gab es Fälle von Blutgerinnsel und niedrigen Thrombozytenwerten. Die European Medicines Agency (EMA) bestätigte hingegen die Sicherheit der Impfung.
+++ Die Zahl der von der US-Seuchenbehörde CDC ausgelieferten Impfdosen übersteigt die Marke von 200 Millionen. Inzwischen habe man mehr als 153 Millionen Dosen verimpft, teilt die Behörde mit. Abgeschlossen sei die Impfung bei 56,1 Millionen Amerikanern. In den USA leben etwa 328 Millionen Menschen.
+++ Die EU unterstützt Bulgarien, Estland, Kroatien, Lettland und die Slowakei mit zusammen 2,85 Millionen zusätzlichen Corona-Impfdosen. An der Aktion beteiligen sich 19 Mitgliedsstaaten. Allein Deutschland verzichtet auf mehr als eine halbe Million Impfdosen. Nicht teilnehmen wollten Österreich, Slowenien und Tschechien. Nach Einschätzung der beteiligten EU-Länder haben Bulgarien, Estland, Kroatien, Lettland und die Slowakei ernsthafte Probleme in ihrer Impfkampagne. Denn sie haben bei ihren Bestellungen zu sehr auf den Impfstoff von Astrazeneca gesetzt, bei dem es zu massiven Lieferproblemen kommt.
+++ Die erneut verstärkte Ausbreitung des Coronavirus in Südamerika hat zu abermaligen Grenzschließungen geführt. Bolivien macht ab Freitag seine Grenze mit Brasilien für sieben Tage dicht, wie die bolivianische Regierung am Donnerstag ankündigte. Chile wiederum schließt alle seine Grenzen bis Ende April. Mit der Schließung seiner Grenze zu Brasilien reagiert Bolivien auf den zuletzt dramatischen Anstieg der Infektionszahlen im Nachbarland.
+++ Bundeskanzlerin Merkel hat die Bürger wegen der Corona-Pandemie dazu aufgerufen, die Kontakte an den bevorstehenden Feiertagen zu reduzieren. Es solle ein ruhiges Osterfest im kleinen Kreis werden, sagte Merkel in ihrem Video-Podcast. Die CDU-Politikerin äußerte zugleich die dringende Bitte, auf alle nicht zwingenden Reisen zu verzichten. Es gehe darum, alles zu tun, damit das Gesundheitssystem der Herausforderung standhalten könne.
30.03.2021, Berlin: Bundeskanzlerin Merkel (CDU) spricht im Kanzleramt bei einer Pressekonferenz über den weiteren Umgang mit dem Astrazeneca-Impfstoff.
Merkel appelliert an die Bürger, Ostern zurückgezogen zu feiern. (dpa / Markus Schreiber)

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Die Bundesregierung will besonders schwer von der Coronakrise betroffenen Unternehmen neben den bestehenden Hilfen auch einen Eigenkapitalzuschuss gewähren. Darauf verständigten sich Finanzminister Scholz und Wirtschaftsminister Altmaier. Zudem wird die Überbrückungshilfe III nochmals ausgeweitet.
+++ Angesichts steigender Corona-Zahlen lässt Bangladesch in den nächsten beiden Wochen keine Reisenden aus der Europäischen Union mehr ins Land. Das Verbot gilt für Bürger der EU und zwölf weiterer Länder von diesem Samstag an, wie die Zivilluftfahrtsbehörde des südasiatischen Landes mitteilte. Passagiere von Flügen aus Großbritannien dürfen einreisen, weil die Infektionsraten dort niedriger seien als in Kontinentaleuropa. Sie müssen aber für 14 Tage in Quarantäne.
+++ Der Corona-Impfstoff des deutschen Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer ist nach Herstellerangaben auch nach einem halben Jahr noch äußerst wirksam. Sieben Tage bis zu sechs Monate nach der zweiten Dosis verhindere das Vakzin zu 91,3 Prozent eine symptomatische Erkrankung an Covid-19 und mit mehr als 95 Prozent schwere Verläufe, teilten die beiden Unternehmen am Donnerstag mit. Das gehe aus einer Studie mit mehr als 44 000 Teilnehmern hervor, darunter mehr als 12 000 Geimpfte
+++ Die Weltgesundheitsorganisation kritisiert die Impfkampagne in Europa als "inakzeptabel langsam". Um die Corona-Pandemie unter Kontrolle zu bekommen, müssten die europäischen Staaten viel schneller impfen, kritisierte WHO-Europa-Direktor Kluge. Die schleppende Verteilung der Impfstoffe in Europa führe dazu, dass die Pandemie länger andauern werde. Zudem forderte er eine Beschleunigung der Impfstoffproduktion und den Abbau bürokratischer Hürden. Kluge nannte die Infektionslage in Europa Besorgnis erregend. Noch vor vier Wochen habe es wöchentlich weniger als eine Million Neuinfektionen gegeben, inzwischen seien es 1,6 Millionen. Die Europa-Direktion der WHO ist für 53 Staaten zuständig, darunter sind Russland und mehrere ehemalige Sowjetrepubliken in Zentralasien.
+++ Die Zahl der Bundesländer, in denen verpflichtende Corona-Selbsttests für alle Schüler eingeführt werden, steigt. Nach Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt erklärte heute auch Niedersachsen, dass sich nach den Osterferien Schüler und Beschäftigte an Schulen zweimal pro Woche zu Hause selbst testen müssen. Das niedersächsische Kultusministerium teilte mit, Eltern oder Erziehungsberechtigte müssten das negative Testergebnis schriftlich bestätigen. Die Schulen könnten auch die Vorlage des genutzten Testkits verlangen. Weiter hieß es, ohne ein negatives Testergebnis dürften niedersächsische Schüler nicht mehr am Unterricht teilnehmen.
+++ Bundesfamilienministerin Giffey will erreichen, dass die bezahlten Kinderkrankentage in diesem Jahr noch einmal ausgeweitet werden. Mehr Eltern müssten sich wegen der Corona-Pandemie wieder zu Hause um den Nachwuchs kümmern; das Betreuungsproblem werde sich erneut verschärfen, sagte die SPD-Politikerin. Daher setze sie sich beim Gesundheitsministerium dafür ein, die Zahl der bezahlten Kinderkrankentage erneut zu erhöhen. Seit Jahresanfang können Mütter und Väter pro Elternteil 20 Kinderkrankengeldtage beanspruchen, Alleinerziehende 40 Tage.
+++ Kroatien gilt ab diesem Wochenende wieder vollständig als Corona-Risikogebiet. Das gab das Robert Koch-Institut bekannt. Anfang März war die Region Istrien von der Liste gestrichen worden. Ab Samstag müssen nun wieder alle, die aus Kroatien kommend nach Deutschland einreisen, für zehn Tage in Quarantäne. Nach fünf Tagen ist ein Freitesten möglich.
+++ Bundespräsident Steinmeier hat seine erste Corona-Schutzimpfung erhalten.
Berlin: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird im Bundeswehrkrankenhaus mit dem Impfstoff von Astrazeneca gegen das Coronavirus geimpft. 
Coronavirus - Der Bundespräsident lässt sich mit Astrazeneca impfen. (Bundesregierung/ Steffen Kugler)
Dem Staatsoberhaupt wurde im Bundeswehr-Krankenhaus in Berlin der Impfstoff von Astrazeneca verabreicht. Steinmeier appellierte im Anschluss an alle Bürger, seinem Beispiel zu folgen. Er vertraue den in Deutschland zugelassenen Impfstoffen. Wegen der Empfehlung der Ständigen Impfkommission, das Präparat von Astrazeneca in der Regel nur noch für Menschen ab 60 Jahren einzusetzen, konnte der 65-Jährige früher als erwartet geimpft werden.
Bundesinnenminister Seehofer lehnt nach Informationen der "Bild"-Zeitung eine Impfung mit dem Vakzin von Astrazeneca ab. Demnach wies er einen Appell von Gesundheitsminister Spahn zurück. Er lasse sich nicht bevormunden, sagte Seehofer.
+++ Mit der Einbeziehung der Hausärzte wird die Impfkampagne aus Sicht von Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), entscheidend an Fahrt aufnehmen.
Er sprach bei einer Pressekonferenz in Berlin von einem "Riesenpotenzial". Es sei problemlos möglich, die Menschen über die Praxen in der Fläche schnell zu impfen, sagte Gassen.
Bundesgesundheitsminister Spahn bezeichnete den Start der Corona-Impfungen in Hausarztpraxen in der kommenden Woche als wichtigen nächsten Schritt der Impfkampagne.
Der CDU-Politiker sagte in der Pressekonferenz, damit etabliere man Strukturen, die schon in wenigen Wochen dazu beitragen würden, dass deutlich schneller geimpft werden könne. Zunächst stünden eine knappe Million Dosen pro Woche bereit. Diese Menge werde aber Ende des Monats mehr als verdreifacht. Man beginne zunächst bei den Hausärzten, ergänzte Spahn. Später könnten dann auch Fachärzte und Privatärzte hinzukommen.
In den Impfzentren setze man auf Biontech/Pfizer und Moderna, sagte Spahn. In den Praxen sei zunächst Biontech vorgesehen, später dann auch Astrazeneca und Johnson & Johnson.
+++ Nach Angaben des Robert Koch-Instituts gehen inzwischen 88 Prozent der Ansteckungen auf die zuerst in Großbritannien entdeckte Corona-Variante B.1.1.7 zurück.
Die Verbreitung der Mutation sei besorgniserregend, weil sie nach bisherigen Erkenntnissen deutlich ansteckender sei und vermutlich schwerere Krankkeitsverläufe verursache. Alle in Deutschland verfügbaren Impfstoffe schützen nach Angaben des Robert Koch-Instituts jedoch sehr gut vor einer Erkrankung durch B.1.1.7 und auch vor schweren Erkrankungen durch zwei andere Varianten. In rund 0,1 Prozent der B.1.1.7-Proben wurde jedoch die zusätzliche Mutation E484K nachgewiesen, die die Wirkung der Antikörper des Immunsystems abschwäche.
Coronavirus-Modell, Symbolfoto Virus-Mutation *** Coronavirus model, symbol photo virus mutation
Coronavirus-Modell einer Mutation (www.imago-images.de)
Zwei andere Virusvarianten spielen laut RKI derzeit in Deutschland kaum eine Rolle: Die in Südafrika verbreitete Variante B.1.351 sei in 0,8 Prozent der darauf untersuchten positiven Proben nachgewiesen worden, die stark in Brasilien zirkulierende Variante P.1 sogar nur in 0,1 Prozent.
+++ Die Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut 24.300 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Das sind gut 1.600 mehr als eine Woche zuvor. Die 7-Tage-Inzidenz stieg im Vergleich zu gestern leicht auf 134,2. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Ansteckung lag bei 201 und damit insgesamt bei 76.543.
Hier berichten wir ausführlicher über die Corona-Zahlen in Deutschland.
+++ Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gaß, warnt mit Blick auf die derzeitige Belegung der Intensivstationen in der Corona-Pandemie vor Alarmismus.
Er sei davon überzeugt, dass die Schreckensszenarien, die aus dem Bereich der Intensivmedizin seit Tagen verbreitet würden, weder in der Politik noch in der Bevölkerung zu den damit wahrscheinlich beabsichtigten Reaktionen führten, sagte er der "Rheinischen Post". Die Krankenhäuser stünden nicht unmittelbar vor einer totalen Überlastung.
Gaß mahnte zudem Geschlossenheit von Bund und Ländern beim weiteren Vorgehen an. Die derzeitige politische Kommunikation sorge weder für Glaubwürdigkeit noch für Vertrauen in der Bevölkerung. "Wenn der eine Ministerpräsident vor Inzidenzraten von 700 warnt und der andere sein gesamtes Bundesland zum Modellversuch erklärt, ist das aus meiner Sicht das genaue Gegenteil dessen, was die Bürgerinnen und Bürger von der Politik erwarten dürfen." Es fehle seit langem an einer gemeinsamen Strategie und Kommunikation.
+++ Bayerns Gesundheitsminister Holetschek will eine Corona-Testpflicht an Schulen prüfen.
Der CSU-Politiker sagte im ARD-Fernsehen, er könne sich einen solchen Schritt gut vorstellen, sofern er möglich sei. Freiwilligkeit sei prinzipiell nicht verkehrt, betonte Holetschek. Die Bereitschaft zum Testen sei aber nicht so hoch, wie er dies erwartet habe. Der Präsident des nordrhein-westfälischen Lehrerverbandes, Bartsch, sprach sich ebenfalls für eine Testpflicht aus. Er erklärte im WDR-Hörfunk, bei den derzeit noch freiwilligen Tests machten 20 bis 30 Prozent der Schülerinnen und Schüler nicht mit. Möglicherweise gehe es den Eltern darum, eine Quarantäne zu vermeiden.
+++ Die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Tepe, plädiert für eine Rückkehr zur Corona-Notbetreuung für Kinder in Kitas. Die Zahl der Infektionen steige dort schnell, sagte Tepe den Funke-Medien. Da Kinder von der neuen Mutante stärker betroffen seien, müsse hier wirklich die Notbremse gezogen werden. Nach Ostern müsse man zurück zu einer echten Notbetreuung in den Kitas, bis die Belegschaft geimpft sei, betonte Tepe. Es sei nicht zu verstehen, warum die Länder hier nicht handelten.
+++ Der saarländische Ministerpräsident Hans hat sich gegen eine Änderung der Reihenfolge bei den Corona-Impfungen mit dem Mittel von Astrazeneca ausgesprochen Der CDU-Politiker sagte der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post", es sei ein herber Rückschlag, dass man die Impfungen mit Astrazeneca einschränken müsse. Doch die Sicherheit der Menschen gehe vor. Er sei deswegen auch nicht für eine Änderung der Impfreihenfolge, meinte Hans.
Hier haben wir die wichtigsten Fragen und Antworten zu der Astrazeneca-Entscheidung für Sie zusammengefasst und eine Übersicht zur Impfreihenfolge in Deutschland erstellt.
+++ Die niedergelassenen Ärzte wollen in ihren Praxen unter 60-Jährige generell nicht mit dem Vakzin von Astrazeneca impfen, obwohl das nach den geänderten Empfehlungen unter bestimmten Bedingungen möglich ist. Das meldet die Nachrichtenagentur epd. Der Zeitbedarf für eine Beratung und intensive Aufklärung jüngerer Patienten stehe einer schnellen Impfkampagne diametral entgegen, sagte demnach der stellvertretende Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Hofmeister, dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland". Man wolle schnell und zügig impfen, daher empfehle man den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten, Astrazeneca nur bei Menschen über 60 einzusetzen.
Eine Frau im Madrid (Spanien) bereitet eine Impfdosis mit Astrazeneca vor.
Eine Frau bereitet eine Impfdosis mit Astrazeneca vor. (imago / Fernnando Villar)
+++ Wie andere Bundesländer wird auch Nordrhein-Westfalen mit der Impfung von über 60-Jährigen mit dem Vakzin von Astrazenca beginnen.
Der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Laumann sagte im Deutschlandfunk, ab Samstag stünden 460.000 Dosen zur Verfügung. Er halte den Einsatz des Impfstoffs in dieser Altersgruppe für sehr vertretbar und richtig. Er würde sich auch selbst mit Astrazeneca impfen lassen. Das Risiko, schwer an Corona zu erkranken, sei viel höher als das durch Impfnebenwirkungen.
+++ Bei der Herstellung des Corona-Impfstoffs von Johnson & Johnson ist ein Problem aufgetreten. In einer Produktionsstätte eines Partnerunternehmens habe ein Inhaltsstoff die Qualitätskontrolle nicht bestanden und sei daher nicht verwendet worden, teilte das US-Unternehmen mit. Die "New York Times" berichtete, dass 15 Millionen Dosen betroffen seien. Johnson & Johnson selbst äußerte sich dazu nicht, erklärte aber, man plane weiterhin, der US-Regierung wie zugesagt bis Ende Mai 100 Millionen Dosen zu liefern.
Mittwoch, 31. März
+++ Die Pandemiebeauftragte der Stadt Tübingen, Federle, sagte dem Deutschlandfunk, unter den jetzigen Bedingungen halte sie das Modellprojekt nicht mehr für richtig. Einerseits sei die dritte Corona-Welle doch ziemlich stark. Und andererseits seien viele Besucher von außerhalb nach Tübingen gekommen, die sich teilweise nicht an die Bestimmungen gehalten hätten.
+++ In Italien müssen sich alle Beschäftigten im Gesundheitswesen gegen das Coronavirus impfen lassen. Dies sieht eine Verordnung des Kabinetts vor. Die Pflicht schließt auch Apotheker ein. Wer sich weigert, kann ohne Lohnfortzahlung für den Rest des Jahres vom Dienst suspendiert werden. Kritiker der Regierung stellen die Rechtmäßigkeit der Impfpflicht infrage.
+++ In Tübingen steigen die Corona-Fallzahlen weiter an. Die Sieben-Tage-Inzidenz legte nach Angaben des baden-württembergischen Gesundheitsministeriums auf 89,6 Fälle je 100.000 Einwohner zu. Seit vergangenen Freitag hat sich die Inzidenz damit mehr als verdoppelt. Am 18. März hatte sie noch 19,7 betragen.
Tübingen erfährt derzeit bundesweite Aufmerksamkeit wegen eines lokalen Modellprojekts. Die Menschen können in der Stadt kostenlose Tests machen, das Ergebnis wird bescheinigt. Mit dem Zertifikat können die negativ Getesteten in Modeläden einkaufen, zum Friseur oder auch ins Theater gehen.
Die Pandemiebeauftragte der Stadt, Federle, sagte dem "Schwäbischen Tagblatt", die steigenden Inzidenzen seien auch auf Touristen zurückzuführen. Am Wochenende sei es in der Stadt so voll gewesen, dass sie das Modellprojekt derzeit aus medizinischer Sicht nicht mehr verantworten könne.
+++ Rheinland-Pfalz will auch bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 200 weiterhin Einkaufen ermöglichen. Buchhandlungen, Baumärkte, Blumengeschäfte, Gärtnereien, und Gartenbaumärkte dürften dann aber nur noch im Rahmen des Einzel-Terminshoppings öffnen, wie das Gesundheitsministerium in Mainz mitteilte. Nach vorheriger Vereinbarung sollen dann Einzeltermine vergeben werden, bei denen ausschließlich Personen aus demselben Hausstand gleichzeitig Zutritt gewährt wird. Es gelte die Pflicht zur Kontakterfassung.
+++ Frankreichs Notenbankchef Villeroy de Galhau hält eine rasche Auszahlung der EU-Coronahilfen für entscheidend im Kampf gegen die Virus-Pandemie. Das Hauptthema sei jetzt nicht der Umfang der Fiskalantwort, sondern die Geschwindigkeit der Umsetzung, sagte das Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank in einer Online-Rede. Das Tempo sei wieder einmal das größte Handicap.
+++ Die globale Wirtschaftsleistung wird laut IWF im Jahr 2024 rund drei Prozent hinter den Schätzungen zurückbleiben, die vor der Pandemie als realistisch angenommen wurden. Vor allem Schwellen- und Entwicklungsländer dürften mit tiefen Narben aus der Krise herauskommen, hieß es in einem Schreiben des Internationalen Währungsfonds. Staaten, die stark vom Tourismus abhingen, seien überdurchschnittlich in Mitleidenschaft gezogen.
+++ Die Europäische Arzneimittelagentur sieht derzeit kein altersspezifisches Risiko beim Corona-Impfstoff von Astrazeneca. Ein Zusammenhang zwischen dem Impfstoff und seltenen Fällen von Blutgerinnseln sei noch nicht nachgewiesen, aber möglich, teilte die EMA mit. Die Überprüfung von neuen Hinweisen laufe noch. Auch die Weltgesundheitsorganisation hält an Astrazeneca fest. Derzeit gebe es keinen Anlass für eine Anpassung der Empfehlungen, teilte eine WHO-Sprecherin in Genf mit.
+++ Die französische Regierung prüft laut dem Sender BFM TV, zur Eindämmung des Coronavirus die Schulen für insgesamt vier Wochen zu schließen. Erwogen würden dabei eine Woche Online-Unterricht und drei Wochen Ferien.
Leerer Klassenraum in Breuillet, Frankreich, am 13.10.2020
Frankreich prüft laut einem Medienbericht, die Schulen für mehrere Wochen zu schließen. (imago images / Myriam Tirler)
+++ Schwedens Regierung setzt die geplante Lockerung von Corona-Beschränkungen bis mindestens zum 3. Mai aus. Der Leiter der Gesundheitsbehörde berichtete von "einer dramatischen Zunahme der Infektionen in vielen Regionen". Unter anderem war geplant, mehr Besucher bei Konzerten und Fußballspielen sowie in Vergnügungsparks zuzulassen.
+++ Ein belgisches Gericht hat die landesweit geltenden Corona-Einschränkungen für unrechtmäßig befunden. Das sagte eine Anwältin der Organisation "Liga für Menschenrechte" der Nachrichtenagentur AFP. Danach entschied ein Gericht in Brüssel in erster Instanz, dass für Maßnahmen wie Maskenpflicht, Ausgangssperren oder Kontaktbeschränkungen eine ausreichende Rechtsgrundlage fehlt. Die belgische Regierung will Berufung einlegen.
+++ Österreichs Bundeskanzler Kurz hat angekündigt, dass sein Land vermutlich bereits in der kommenden Woche russischen Sputnik-Impfstoff bestellen werde. Dann würde Österreich noch im April 300.000 Dosen, im Mai 500.000 Dosen und 200.000 Dosen Anfang Juni erhalten.
+++ In einem gemeinsamen Brief fordern Bayerns Ministerpräsident Söder und sein baden-württembergischer Amtskollege Kretschmann die Regierungschefs in den anderen Bundesländern zu einer strengeren Corona-Politik auf. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, beschreiben der CSU- und der Grünen-Politiker die Lage als "ernster als viele glauben". Daher müsse die vereinbarte Notbremse bei einer Inzidenz über 100 konsequent umgesetzt werden. Dazu gehörten auch nächtliche Ausgangsbeschränkungen.
Diese Regeln gelten über Ostern in den einzelnen Bundesländern.
+++ Die Corona-Warn-App der Bundesregierung erhält zwei neue Funktionen.
Ab Mitte April werde die sogenannte Cluster-Erkennung integriert, kündigt Regierungssprecher Seibert an. Zudem können ab der zweiten Aprilhälfte auch die Ergebnisse von Schnelltests abgespeichert werden. Bislang sei die App 26,7 Millionen mal heruntergeladen worden.
+++ Einige Bundesländer wollen noch damit warten, Menschen ab 60 Jahren das Impfen mit Astrazeneca generell zu ermöglichen.
Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt etwa kündigten an, dass sie zunächst keinen Gebrauch von der Option machen wollten. Die Zahl der nicht geimpften älteren Menschen über 70 sei noch zu groß, hieß es übereinstimmend. Einen anderen Weg geht beispielsweise Nordrhein-Westfalen. Dort soll eine Lieferung von 380.000 Dosen Astrazeneca am Samstag Menschen im Alter über 60 Jahren angeboten werden.
Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Astrazeneca-Entscheidung haben wir in diesem Beitrag zusammengefasst.
+++ Russland lässt den weltweit ersten Impfstoff für Tiere zu.
Die Massenproduktion des Carnivac-Cov genannten Mittels könne im April beginnen, teilt die zuständige Behörde Rosselchosnadsor mit. Tests hätten gezeigt, dass der Stoff die Bildung von Antikörpern gegen das Virus bei Katzen, Hunden, Füchsen und Nerzen auslöse. Unter anderem solle er in Pelzfarmen eingesetzt werden.
+++ Das britisch-schwedische Pharmaunternehmen Astrazeneca vermarktet seinen Coronavirus-Impfstoff in der Europäischen Union künftig unter dem Namen "Vaxzevria".
Das teilte das Unternehmen mit. Der neue Name sei bereits von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) genehmigt worden. Die Umstellung auf einen dauerhaften Markennamen sei üblich und seit vielen Monaten geplant worden. Die vollständige Umstellung auf den Namen Vaxzevria werde in sechs Monaten erwartet, hieß es weiter. In anderen Märkten laufe derzeit noch eine Überprüfung.
Bislang ist das Präparat unter dem Namen "Covid-19 Vaccine AstraZeneca" bekannt. Unter anderem in Online-Netzwerken gab es Spekulationen, die Umbenennung könne eine PR-Maßnahme sein, weil nach Berichten über Hirn-Venen-Thrombosen und weiteren negativen Schlagzeilen Vertrauen verloren gegangen sei.
Eine leere Impfampulle der Firma AstraZeneca liegt auf leeren Ampullen der Firma Biontech/Pfizer (Comirnaty).
Der Impfstoff von Astrazeneca erhält bald einen neuen Namen. (picture alliance / dpa / Peter Endig)
+++ Der Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer hat nach Herstellerangaben bei Jugendlichen zwischen 12 und 15 Jahren eine Wirksamkeit von hundert Prozent gezeigt.
Die Teilnehmer der Zulassungsstudie hätten den Impfstoff gut vertragen, teilten die beiden Unternehmen in Mainz und New York mit. Die Nebenwirkungen seien vergleichbar mit denen bei 16- bis 25-Jährigen. In den kommenden Wochen sollen die Daten bei der US-Arzneimittelbehörde FDA und der Europäischen Arzneimittelagentur EMA eingereicht werden. Der Impfstoff von Biontech und Pfizer ist bislang für Menschen ab 16 Jahren zugelassen.
Die beiden Firmen starteten inzwischen auch Zulassungsstudien zur Wirksamkeit und Sicherheit bei Kindern zwischen sechs Monaten und elf Jahren. Laut Biontech und Pfizer erhielten in der vergangenen Woche zunächst Teilnehmer im Alter zwischen fünf und elf Jahren eine erste Impfdosis.
Weiterführende Informationen: Wann auch Kinder geimpft werden könnten
+++ Angesichts der neuen Altersempfehlung beim Astrazeneca-Impfstoff fordert der Vorstand der Stiftung Patientenschutz, Brysch, eine Wahlfreiheit bei den Impfpräparaten.
Brysch sagte dem NDR, angesichts des "Hin und Hers" bei diesem Vakzin wundere er sich sehr, dass dieser Schritt noch nicht gegangen wurde. Bei einer Wahlfreiheit dürfe allerdings die Impfpriorisierung nicht aufgegeben werden. Alte und schwerkranke Menschen müssten weiterhin zuerst geimpft werden, sagte er.
Der CDU-Politiker Frei plädierte dafür, die Impfreihenfolge für das Vakzin von Astrazeneca zu lockern. Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag sagte im Deutschlandfunk, er halte den entsprechenden Vorschlag des CSU-Vorsitzenden Söder für sinnvoll. Jetzt sei die Zeit, die Hausarzt- und Betriebsarztpraxen in die Impfkampagne einzubinden. Diesen müsse man vertrauen und dürfe nicht mehr sklavisch an der Reihenfolge festhalten, meinte Frei.
Hier geben wir Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Astrazeneca-Entscheidung.
+++ Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) wird in der kommenden Woche erneut über die Sicherheit des Astrazeneca-Impfstoffes beraten.
Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, ist eine Expertengruppe bereits am Montag zusammengekommen. Ihr Bericht und weitere Analysen sollten beim Treffen des Sicherheitsausschusses der EMA vom 6. bis 9. April beraten werden. Dann werde auch eine Aktualisierung der Empfehlung erwartet, wie die EMA auf dpa-Anfrage mitteilte. Der Sicherheitsausschuss der EMA hatte zuletzt bekräftigt, dass der Astrazeneca-Impfstoff "sicher und wirksam" sei. Die EMA hatte auch betont, dass Experten weiterhin Fälle von Thrombosen prüfen würden.
Mehr zum Thema: Was über die Nebenwirkungen der Corona-Impfstoffe bekannt ist
+++ Der Deutsche Lehrerverband zeigt sich angesichts der neuen Altersempfehlung für den Astrazeneca-Impfstoff alarmiert.
Verbandspräsident Meidinger sprach von einem "katastrophalen Rückschlag für die gerade Fahrt aufnehmende Impfung von Lehrkräften". Er forderte eine schnelle Möglichkeit für jüngere Lerinnen und Lehrer, sich mit den Präparaten von Biontech/Pfizer und demnächst mit Johnson & Johnson impfen lassen zu können.
+++ In Frankreich hat Präsident Macron für heute Abend eine Fernsehansprache zur Corona-Lage angekündigt.
Medien rechnen damit, dass Macron kurz vor den Oster-Feiertagen schärfere Beschränkungen auf regionaler Ebene ankündigen wird. Die Bürgermeisterin von Paris, Hidalgo, forderte, in Anbetracht der steigenden Infektionszahlen müssten die Schulen geschlossen werden.
In Frankreich gilt bereits eine Ausgangssperre nach 19 Uhr. Die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz stieg zuletzt auf gut 370. Mehr als 5.000 Menschen werden auf den Intensivstationen behandelt. Deutschland stuft das Nachbarland seit Anfang der Woche als Hochinzidenzgebiet ein.
Weiterführende Informationen: Reisewarnungen - RKI aktualisiert Liste der Coronavirus-Risikogebiete
+++ In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut 17.051 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet.
Ein Mitarbeiter zeigt in der Corona-Abstrichstelle einen Abstrich für einen Corona-Test. 
Abstrich für einen Corona-Test (dpa / Tom Weller)
Das sind rund 1.200 mehr als am Mittwoch vergangener Woche. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sank im Vergleich zu gestern leicht auf 132,2. Das RKI registrierte zudem 249 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Krankheitserreger.
Inzwischen haben 11,3 Prozent der Bevölkerung mindestens eine erste Impfdosis gegen das Coronavirus erhalten, etwa 4,9 Prozent sind vollständig geimpft.
Hier gibt es einen ausführlicheren Blick auf die Zahlen zum Infektionsgeschehen in Deutschland.
+++ Der SPD-Politiker Lauterbach geht davon aus, dass die Entscheidung zum Verzicht auf das Astrazeneca-Vakzin bei unter 60-Jährigen kaum Auswirkungen auf die Impfkampagne in Deutschland haben wird.
Der SPD-Gesundheitspolitiker und Epidemiologe Karl Lauterbach bei einem Pressestatement.
Der SPD-Gesundheitspolitiker und Epidemiologe Karl Lauterbach (imago images / Reiner Zensen)
Es werde eine kleine Delle und ein paar Tage Verwirrung geben, aber dann werde das Impftempo wieder voll anziehen, sagte der Gesundheitsexperte im ARD-Fernsehen. Generell überwiege bei über 60-Jährigen der Nutzen über mögliche Risiken. Das Astrazeneca-Produkt sei ein sehr guter Impfstoff, den er weiter empfehlen könne, sagte Lauterbach. Die Entscheidung der Bundesregierung sei aber richtig gewesen. Man müsse auf die neuen Daten reagieren.
Thüringens Gesundheitsministerin Werner (Die Linke) ist zuversichtlich, dass auch nach der Einschränkung des Astrazeneca-Impfstoffes allen Bürgerinnen und Bürgern bis zum Sommer ein Impfangebot gemacht werden kann. Mit diesem Ziel werde man auch die Impfkampagnen weiter planen, sagte sie im Deutschlandfunk.
+++ Bundeskanzlerin Merkel und der französische Staatschef Macron haben mit dem russischen Präsidenten Putin über eine mögliche Kooperation bei Impfstoffen gesprochen. In der Videoschalte sei es auch um den russischen Corona-Impfstoff Sputnik V gegangen, über dessen EU-Zulassung die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA zu entscheiden habe, teilte Regierungssprecher Seibert mit. Dies geschehe nach denselben Normen, die auch auf alle anderen Impfstoffe Anwendung fänden.
Das Foto zeigt zwei blau-weiße Medikamentenpackungen mit russischer Aufschrift, die den Covid-Impfstoff Sputnik V enthalten.
Ein Impfstoff als politisches Projekt: Bisher ist Sputnik V nach russischen Angaben in 50 Ländern zugelassen und man hofft, es werden bald mehr. (imago images / ITAR-TASS / Mikhail Metzel)
+++ Trotz der Coronakrise ist die Zahl der Unternehmenspleiten im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit 1999 gesunken.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden meldeten 15.841 Firmen Insolvenz an. Das waren gut 15 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Experten hatten einen Anstieg erwartet. Ein Grund dürfte die neue Regelung sein, wonach die Antrags-Pflicht für zahlungsunfähige Unternehmen ausgesetzt wurde.
+++ Angesichts der steigenden Corona-Zahlen hat der Berliner Virologe Drosten schärfere Maßnahmen angemahnt.
Der Virologe Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Charité in Berlin
Der Virologe Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Charité in Berlin (dpa-Bildfunk / Christophe Gateau)
Er glaube, es werde nicht ohne einen neuen Lockdown gehen, um die Dynamik in der Pandemie noch einmal zu verzögern, sagte der Institutsdirektor der Charité im NDR-Podcast "Coronavirus-Update". Deutschland habe viele Gelegenheiten verpasst, die Werkzeuge gegen den Krankheitserreger zu optimieren. Nun sei klar, dass Kontakte reduziert werden müssten.
Auch die deutschen Amtsärzte haben in der Debatte um Maßnahmen gegen die dritte Corona-Infektionswelle einen harten Lockdown gefordert. Die Impfungen würden die Welle in den kommenden Wochen noch nicht brechen können, sagte die Vorsitzende des Bundesverbands der deutschen Amtsärzte, Teichert, der "Rheinischen Post". Daher sei es jetzt entscheidend, mit den Fallzahlen herunterzukommen. Dies sei nur mit einem konsequenten Lockdown machbar.
Unser Überblick: Corona-Regeln zu Ostern: Was wo erlaubt ist
+++ Nach Angaben des ifo-Instituts arbeitet derzeit rund ein Drittel der Beschäftigten deutscher Unternehmen teilweise oder vollständig im Homeoffice.
Nach einer Umfrage lag die Zahl im März bei knapp 32 Prozent, nach 30 Prozent im Februar. Dazu erklärte der Leiter des ifo-Zentrums für neue Technologien, Falck, es sei noch sehr viel Luft nach oben. Schätzungsweise könnten mehr als die Häfte aller Beschäftigten in Deutschland zu Hause arbeiten. So könnte in der Corona-Pandemie zugleich sozialer Abstand gewahrt und die Wirtschaft aufrecht erhalten werden.
+++ Der Grünen-Gesundheitspolitiker Dahmen hat das Zustandekommen der Entscheidung zum Astrazeneca-Impfstoff kritisiert. Der Beschluss sei zwar inhaltlich richtig, man habe aber ein dramatisches Chaos erlebt, sagte Dahmen im Deutschlandfunk. Aus seiner Sicht wäre es entscheidend gewesen, zuständige Behörden wie das Paul-Ehrlich-Institut oder die europäische Arzneimittelzulassungsbehörde EMA einzubinden.Dahmen bemängelte außerdem, dass die Politik nicht schon im Vorfeld Strukturen geschaffen habe, um die Kommunikation in solchen Fällen zu erleichtern.
Nach der Entscheidung, den Corona-Impfstoff von Astrazeneca künftig nur für Menschen über 60 Jahren einzusetzen, hatte sich die Bundesregierung darum bemüht, Verunsicherung in der Bevölkerung entgegenzuwirken. Bundeskanzlerin Merkel sagte am Dienstagabend, Transparenz sei der richtige Weg in einer solchen Situation. Sie betonte, Impfen beruhe auf dem Grundsatz des Vertrauens. Dieses entstehe aus dem Wissen, dass jedem Verdacht nachgegangen werde.
+++ Die USA und 13 weitere Länder haben Zweifel am jüngsten Expertenbericht zum Ursprung des Coronavirus angemeldet. Die Staaten wollten ihre gemeinsame Sorge über die von der Weltgesundheitsorganisation in Auftrag gegebene Untersuchung in China zum Ausdruck bringen, teilte das US-Außenministerium in Washington mit. So sei die Studie deutlich verzögert worden. Zudem hätten die Wissenschaftler keinen Zugang zu kompletten Proben und Originaldatensätzen gehabt. Zu den Unterzeichnern der Kritik gehören unter anderem Großbritannien, Dänemark, Norwegen, Australien, Kanada und Japan.
Dienstag, 30. März
+++ Patientenschützer kritisieren eine unklare Lage bei der Verimpfung des Vakzins von Astrazeneca. "Die staatlichen Empfehlungen zu Astrazeneca sind wie eine Fahrt mit der Achterbahn", sagt der Vorstand der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Erst sollten nur die unter 65-Jährigen, dann alle und jetzt nur die über 60-Jährigen den Impfstoff bekommen. "So entsteht der Eindruck, dass nicht alle Fakten auf den Tisch gelegt werden", fügt er hinzu. Auch werde der Anschein erweckt, dass allein Stimmung entscheidend für Impfempfehlungen seien.
+++ Astrazeneca wird nach eigenen Angaben mit den deutschen Behörden zur Klärung von Fragen rund um seinen Corona-Impfstoff zusammenarbeiten. Ein Konzernsprecher erklärt, das Unternehmen analysiere weiterhin seine Daten, um für zusätzliche Aufschlüsse zu sorgen. Er verweist darauf, dass weder die britischen Behörden noch die EU-Arzneimittelagentur EMA bislang einen kausalen Zusammenhang zwischen dem Impfstoff und Vorkommnissen von Blutgerinnung festgestellt hätten.
Mehr zu möglichen Nebenwirkungen von Corona-Impfstoffen finden Sie hier.
+++ Spanien verschärft seine Maskenpflicht. Künftig muss an allen öffentlichen Orten und auch überall im Freien eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden, wie die Regierung in Madrid mitteilte. Die neue Regel tritt sofort nach der Veröffentlichung im Amtsblatt der Regierung am Mittwoch in Kraft. Eine Maskenpflicht gibt es in Spanien bereits seit Mai vergangenen Jahres. Bislang galt sie im Freien jedoch nur an Orten, wo es nicht möglich war, den Mindestabstand von zwei Metern einzuhalten. Nun gilt sie überall, also etwa auch an Stränden und in Parks.
+++ Das Sommersemester an den Hochschulen in Berlin beginnt digital. Infolge der neuen Bund-Länder-Beschlüsse zur Eindämmung der Corona-Pandemie würden die bestehenden Einschränkungen im Betrieb der Hochschulen bis zum 24. April verlängert, teilten die Senatskanzlei und die Landeskonferenz der Rektoren und Präsidenten der Berliner Hochschulen (LKRP) mit. Um für zwingend nötige Präsenzformate vorbereitet zu sein, würden die Hochschulen Verfahren für die Durchführung von Corona-Tests etablieren.
+++ Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern haben beschlossen, dass der Corona-Impfstoff von Astrazeneca ohne Einschränkung nur noch bei den über 60-Jährigen eingesetzt werden soll. Bei Personen unter 60 Jahren könnte die Impfung mit Astrazeneca für die Prioritätengruppen eins und zwei nach sorgfältiger ärztlicher Beratung ebenfalls fortgesetzt werden, heißt es in dem am Abend gefassten Beschluss.
Impfung gegen das Coronavirus - ein älterer Mann bekommt eine Spritze verabreicht
Impfung gegen das Coronavirus (imago/xcitepress)
+++ Der Gründer und Chef des Mainzer Pharmaunternehmens Biontech, Sahin, hält möglicherweise einen harten Lockdown im Sommer für nötig. Man müsse nun abwarten, ob die Zahlen bei wärmeren Wetter und im Sommer sinken, sagt Sahin den Sendern RTL/ntv. "Wenn wir da keine Trendwende sehen, müssen wir nochmal in einen starken Lockdown reingehen." Sahin fügt hinzu: "Wir sind leider mit den Infektionszahlen in Europa und auch in Deutschland schon so weit, dass wir nicht mehr länger warten können, bis man striktere Maßnahmen einführt."
+++ Mehr als die Hälfte der Menschen in England weist Schätzungen zufolge inzwischen Antikörper gegen das Coronavirus auf.
Das geht aus Erhebungen der britischen Statistikbehörde ONS (Office for National Statistics) hervor. Antikörper im Blut eines Menschen sind ein Anzeichen darauf, dass die Person entweder eine Infektion durchgemacht hat oder geimpft wurde. In Großbritannien sind bereits mehr als 30,4 Millionen Menschen mit einer ersten Dosis gegen das Coronavirus geimpft worden. Das ist mehr als die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung.
+++ Die Ständige Impfkommission empfiehlt den Corona-Impfstoff von Astreazeneca nur noch für Menschen ab 60 Jahren. Wie die Stiko mitteilte, wurde die Empfehlung "auf Basis der derzeit verfügbaren Daten zum Auftreten seltener, aber sehr schwerer thromboembolischer Nebenwirkungen" bei jüngeren Geimpften geändert. Zur Verabreichung der zweiten Impfstoffdosis für Menschen unter 60 Jahren, die bereits eine erste Dosis des Astrazeneca-Impfstoffs erhalten haben, will die Stiko bis Ende April eine ergänzende Empfehlung abgeben.
+++ Brandenburg führt über Ostern angesichts deutlich steigender Corona-Infektionszahlen eine nächtliche Ausgangsbeschränkung ein. Diese solle vom 1. bis 6. April zwischen 22 und 5 Uhr gelten, heißt es in einem Beschluss des Kabinetts in Potsdam. Bedingung ist eine regionale Sieben-Tage-Inzidenz von 100 oder mehr an drei Tagen in Folge.
Mehr zu den Regelungen über Ostern in den einzelnen Bundesländern finden Sie hier.
+++ Die Weltgesundheitsorganisation will weiterhin alle Theorien zum Ursprung des Coronavirus verfolgen. WHO-Generaldirektor Tedros forderte bei der Vorstellung des Berichts der Expertenuntersuchung in Wuhan, auch die These, wonach das Virus aus einem Labor entwichen sein könnte, weiter zu untersuchen. Die internationalen Forschenden hatten diese Theorie in ihrem Bericht als "extrem unwahrscheinlich" eingestuft. Tedros warf China vor, der Expertenmission für die Untersuchung der Ursprünge der Pandemie nicht genügend Daten zur Verfügung gestellt zu haben.
Vor dem virologischen Institut in Wuhan in China stehen Männer in Uniform und mit Mundschutz.
Das virologische Institut in Wuhan in China (picture allaince / AP / Yomiuri Shimbun)
+++ In Hamburg nimmt der Verfassungsschutz zwei Gruppierungen von Kritikern der Corona-Maßnahmen in den Blick. Wie der Spiegel unter Berufung auf Innensenator Grote berichtet, stuft der Geheimdienst des Stadtstaates den lokalen Ableger "Querdenken 40" sowie die Gruppe "Hamburg steht auf" als Verdachtsfall ein. Der SPD-Politiker teilte mit, die Herausforderungen durch die Corona-Pandemie förderten die Entstehung eines neuartigen Extremismus.
+++ Der Streit der EU-Staaten um die knappen Corona-Impfstoffe hat sich noch einmal verschärft. Österreich habe gedroht, eine Bestellung von 100 Millionen Dosen Impfstoff von Biontech/Pfizer zu blockieren, wenn es nicht zusätzliche Mengen bekomme, meldete das Portal "Politico". Ein EU-Diplomat bestätigte der Deutschen Presse-Agentur den Bericht. Österreich und fünf weitere Länder beklagen, dass die Impfstoffe unter den 27 EU-Staaten ungerecht verteilt seien.
+++ Bundeskanzlerin Merkel (CDU) und Gesundheitsminister Spahn (CDU) beraten noch heute kurzfristig mit den Ministerpräsidenten der Länder über das weitere Vorgehen im Zusammenhang mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca. Das Bundespresseamt kündigte am Nachmittag für den Abend eine Pressekonferenz an - im Anschluss an ein "Informationsgespräch mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder zur weiteren Verwendung des Impfstoffs von Astrazeneca".
+++ Bundesinnenminister Seehofer hält ein generelles Ausreiseverbot verfassungsrechtlich derzeit nicht für möglich. Dies habe eine Prüfung seines Ministeriums ergeben, sagte Seehofer in Berlin. Für einen solchen Schritt gebe es hohe rechtliche Hürden. Generell empfehle er aber, derzeit von Urlaubsreisen abzusehen – auch zum eigenen Schutz.
Blick auf einen Ort an der deutsch-tschechischen Grenze. Im Vordergrund ist eine Maske zu erkennen.
In der Corona-Pandemie gelten in vielen Ländern Reisebeschränkungen (imago images / Andre März)
+++ Im Februar sind in Deutschland trotz Corona-Pandemie weniger Menschen gestorben als im Durchschnitt der Vorjahresmonate. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. Grund dafür sind demnach die niedrigen Fallzahlen von Atemwegserkrankungen wie der Grippe. Diese hingen zum Jahresbeginn normalerweise mit einem Anstieg der Sterbefallzahlen zusammen, hieß es.
+++ Das Land Berlin setzt Corona-Impfungen mit dem Wirkstoff des Herstellers Astrazeneca für Menschen unter 60 Jahren vorsorglich aus. Das gab Berlins Gesundheitssenatorin Kalayci (SPD) bekannt und verwies auf neue Daten über Nebenwirkungen. Sie bezeichnete dies als "Vorsichtsmaßnahme".
+++ Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, hat das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) inzwischen 31 Fälle von Sinusvenenthrombosen nach Astrazeneca-Impfung registriert. In 19 Fällen sei zusätzlich ein Mangel an Blutplättchen, eine Thrombozytopenie, gemeldet worden, teilt das PEI auf Anfrage mit. Neun Betroffene seien gestorben. Mit Ausnahme von zwei Fällen beträfen alle Meldungen Frauen im Alter von 20 bis 63 Jahren. Die beiden Männer waren demnach 36 und 57 Jahre alt.
Impfstoff von Astrazeneca
Impfstoff von Astrazeneca (dpa / abaca / Eliot Blondet)
+++ Die Leiter von fünf der sechs Unikliniken in Nordrhein-Westfalen sprechen sich für einen vorläufigen Stopp von Impfungen jüngerer Frauen mit dem Wirkstoff von Astrazeneca aus.
Das Risiko von weiteren Todesfällen sei zu hoch, heißt es in einem gemeinsamen Brief an den Bundes- und Landesgesundheitsminister, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Der Kreis Euskirchen in Nordrhein-Westfalen hatte bereits die Impfungen von Frauen unter 55 mit Astrazeneca vorerst gestoppt - nach dem Tod einer 47-Jährigen und dem Verdacht auf eine schwerwiegende Erkrankung bei einer 28-Jährigen.
+++ Die Bundespolizei kontrolliert seit heute an den Flughäfen die vorgeschriebenen negativen Corona-Testbescheide von Urlaubsrückkehrern. Allein am Frankfurter Flughafen war das nach Angaben eines Sprechers der Bundespolizei bei mehr als 100 Flügen aus dem Schengen-Raum der Fall. Bei Reisenden, die aus Drittstaaten außerhalb der EU ankommen und die Passkontrolle passieren müssen, hatte die Bundespolizei schon vorher kontrolliert, ob Reisende einen negativen Coronatest vorweisen konnten. Die Einreise per Flugzeug nach Deutschland ist seit heute nur noch mit einem negativen Corona-Test möglich.
+++ Der Corona-Impfstoff-Hersteller Biontech und sein US-Partner Pfizer peilen eine Ausweitung ihrer Produktionskapazität auf 2,5 Milliarden Dosen bis Ende dieses Jahres an. Das teilte das Mainzer Unternehmen bei der Vorlage seiner Geschäftszahlen mit. Bislang war von 2 Milliarden Dosen die Rede. Weiter hieß es, bislang hätten Biontech und seine Partner weltweit mehr als 200 Millionen Einheiten des Corona-Impfstoffs ausgeliefert.
+++ In Deutschland haben rund elf Prozent der Bevölkerung mindestens eine erste Impfdosis gegen das Coronavirus erhalten. Wie das Bundesgesundheitsministerium auf seinem Impfdashbord mitteilte, sind etwa 4,8 Prozent der Bevölkerung komplett geimpft. Gestern wurden demnach rund 260.000 Dosen verabreicht. Die bisher meisten Impfungen an einem Tag wurden mit 320.000 Dosen am vergangenen Freitag durchgeführt.
+++ Der bayerische Ministerpräsident Söder kündigte für morgen den Impfstart in Hausarztpraxen in seinem Bundesland an. In rund 1.600 Praxen soll dann mit dem Impfen begonnen werden. Insgesamt stünden 33.000 Dosen zur Verfügung, hieß es. Ab dem 5. April sollten dann alle Praxen in Bayern impfen. Der CSU-Politiker erklärte zudem, dass die Notreserven der Impfstoffe in Bayern aufgelöst würden und der Abstand zwischen der Erst- und Zweitimpfung auf die maximal zulässige Zeit vergrößert werde.
+++ Bei Volkswagen in Zwickau werden seit heute erste Mitarbeiter gegen Corona geimpft. Damit ist der Autobauer eines der ersten Industrieunternehmen in Deutschland, bei denen Betriebsärzte an der Impfkampagne beteiligt sind. Laut VW, dem Deutschen Roten Kreuz und Sachsens Gesundheitsministerium handelt es sich um ein Modellprojekt. Eine flächendeckende Einbindung von Betriebsärzten sei derzeit noch nicht möglich, erklärte das Ministerium auf Anfrage. Fachverbände und Unternehmen fordern schon länger, die rund 12.000 Betriebsärzte in Deutschland in die Impfkampagne zu integrieren.
+++ Zur Eindämmung der Pandemie verhängt Italien eine Quarantänepflicht bei Einreisen aus anderen EU-Ländern. Reisende aus diesen Staaten müssten vor ihrer Einreise einen Corona-Test machen, hieß es von Seiten des Gesundheitsministeriums in Rom. Nach ihrer Ankunft in Italien müssten die Menschen fünf Tage lang in Quarantäne bleiben und am Ende dieser Zeit wieder einen Corona-Test machen. Wann die Regeln in Kraft treten sollen, wurde zunächst nicht mitgeteilt. Das Auswärtige Amt in Berlin rät derzeit von nicht notwendigen touristischen Reisen nach Italien ab. Das ganze Land wurde als Risikogebiet eingestuft.
+++ Lehrerverbände verlangen, dass Kinder und Jugendliche nach den Osterferien regelmäßiger als bisher auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet werden. Mindestens zwei Mal pro Woche, am besten aber jeden Tag müsste jeder Schüler getestet werden, sagte der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Meidinger, in den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Zusätzlich sollten Lehrkräfte in den Ferien unvermindert weiter geimpft werden.
Schüler und Schülerinnen der Städtischen Integrierten Gesamtschule Paffrath gehen durch den Eingang der Schule, an dessen Scheiben Hinweiszettel kleben, die auf die Maskenpflicht und die Abstandsregeln hinweisen. 
Ein heikles Thema: Schule während der Corona-Pandemie (picture alliance/dpa | Federico Gambarini)
+++ Rund zwanzig Staats- und Regierungschefs haben einen gemeinsamen Aufruf gestartet, um künftige Pandemien besser zu bekämpfen. Es gelte, gemeinsame Strategien zu entwickeln und Konsequenzen aus den Fehlern im Umgang mit Covid-19 zu ziehen, heißt es in dem Beschluss, den die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" veröffentlichte. Neben Bundeskanzlerin Merkel haben auch Frankreichs Präsident Macron, EU-Ratspräsident Michel und der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation, Ghebreyesus, den Aufruf unterzeichnet. Darin heißt es, jetzt müsse man die Chance ergreifen und als Weltgemeinschaft in friedlicher Zusammenarbeit über die Corona-Krise hinaus gemeinsam tätig werden.
+++ Zahlreiche Politiker aus den Ländern haben ihre geplanten Lockerungen und weiteren Öffnungsschritte gegen Kritik verteidig, darunter auch Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Garg.Der FDP-Politiker sagte im Deutschlandfunk, lokale Lockerungen seien nicht dazu da, die geltenden Regeln zu unterlaufen. Jederzeit hätten die Gesundheitsämter das letzte Wort und könnten Modellversuche abbrechen. Modellprojekte seien mit Blick auf den anstehenden Sommer unter Pandemiebedingungen sinnvoll. Der Präsident des Deutschen Städtetags, Jung, verteidigte bestehende Öffnungsschritte. Zusätzliche Lockerungen wären angesichts der angespannten Lage in der Pandemie aber nicht zu verantworten.
+++Die Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut 9.549 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Das sind rund 2.000 mehr als eine Woche zuvor. Allerdings liegen noch keine Angaben der Gesundheitsämter aus Baden-Württemberg vor. Die 7-Tage-Inzidenz stieg im Vergleich zu gestern leicht auf 135,2. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Ansteckung lag bei 180 und damit insgesamt bei 76.093.
Die ausführlichen Zahlen zum Infektionsgeschehen können Sie hier nachlesen.
+++Der hessische Ministerpräsident Bouffier hat sich in der Corona-Politik gegen die Verlagerung von Länder-Kompetenzen auf den Bund ausgesprochen. Er rate davon ab, das Regelwerk zu zentralisieren, sagte der CDU-Politiker dem "Handelsblatt". Die Situation in Frankreich zeige, dass dies nicht erfolgreicher sei. Unionsfraktionschef Brinkhaus rief im ARD-Fernsehen zum Zusammenhalt von Bund und Ländern auf. Merkel hatte angedeutet, der Bund könne den Ländern über das Infektionsschutzgesetz künftig strengere Vorgaben machen.
+++Für alle Flugpassagiere nach Deutschland gilt ab heute eine generelle Testpflicht auf das Coronavirus. Dafür muss man bereits vor dem Start im Abflugland einen Test machen. Wer der Fluggesellschaft keinen Nachweis über ein negatives Ergebnis vorlegen kann, darf nicht in die Maschine einsteigen. Die von Bund und Ländern beschlossenen strengeren Vorgaben sollen vorerst bis einschließlich 12. Mai gelten.
Was während der Ostertage im Inland erlaubt ist, haben wir hier für Sie zusammengefasst.
+++Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Dreyer hat an die Bevölkerung appelliert, sich häufiger als bisher auf das Corona-Virus testen zu lassen. Wer sich testen lasse, helfe dabei, Infektionen rechtzeitig zu erkennen, noch bevor Symptome auftreten und man andere Menschen unbemerkt anstecken könne, sagte die SPD-Politikerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Der Deutsche Gewerkschaftsbund forderte eine Pflicht für Betriebe, ihren Mitarbeitern Corona-Tests anzubieten und diese zu bezahlen.
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