Newsblog zum Coronavirus+++ Die Entwicklungen vom 5. und 6. Juli +++

In Großbritannien breitet sich die Delta-Variante weiter aus +++ Ab Donnerstag gelten in griechischen Bars wieder striktere Auflagen +++ Die Politik hat grünes Licht für Zuschauer bei Bundesligaspielen im Fußball gegeben +++ Mehr in unserem Newsblog.

06.07.2021

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Die Delta-Variante breitet sich in Großbritannien weiter aus. (Deutschlandradio)
Die aktuellen Entwicklungen finden Sie hier in unserem Newsblog.
Dienstag, 6. Juli
+++ Von Donnerstag an gelten in griechischen Bars wieder striktere Corona-Maßnahmen. Die Behörde für Zivilschutz erklärte, Grund sei der starke Anstieg der Neuinfektionen.
+++ In Großbritannien breitet sich die Delta-Variante weiter aus - und das, obwohl dort inzwischen mehr als 86 Prozent aller Erwachsenen mindestens einmal geimpft sind. Die Gesundheitsbehörden verzeichneten rund 29.000 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden.
+++ Die Europäische Kommission die ungarischen Pläne für die Verwendung von EU-Corona-Hilfen offenbar ab. Wie die Deutsche Presse-Agentur meldet, reichen der Brüsseler Behörde die Garantien und Vorkehrungen gegen eine missbräuchliche Verwendung der Gelder nicht aus.
+++ Die Politik hat der Fußball-Bundesliga grünes Licht für eine Zuschauer-Rückkehr in der kommenden Saison gegeben. Die Spitzen der Staats- und Senatskanzleien fassten einen gemeinsamen Beschluss, wonach pro Stadion eine maximale Auslastung von 50 Prozent erlaubt ist. Die Zuschauerzahl ist bei 25.000 gedeckelt. "Wir haben bundesweit Erfolge bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie erzielt", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Müller. "Dadurch gewinnen wir Spielräume, wieder Zuschauerinnen und Zuschauer bei großen Sportveranstaltungen und kulturellen Events zuzulassen." Die Regelung hängt allerdings erneut an den Corona-Inzidenzen. Falls diese am Austragungsort über 35 liegt und "das Infektionsgeschehen nicht klar eingrenzbar" ist, sind maximal 5000 Zuschauer erlaubt. Ins Stadion dürfen nur geimpfte, genesene oder getestete Fans.
+++ In England ist die Zahl der in Quarantäne befindlichen Schülerinnen und Schüler in den vergangenen Wochen rasant gestiegen. Sie hat sich innerhalb von zwei Wochen mehr als verdoppelt, wie die britische Gesundheitsbehörde berichtet. Hunderttausende Kinder und Jugendliche sind demnach betroffen, insgesamt 8,5 Prozent der gesamten Schülerschaft an staatlichen Schulen. Die Regierung in London hat daher angekündigt, die Pflicht zur Selbstisolation auf jene Schüler zu beschränken, die positiv getestet wurden. Bildungsminister Williamson sagte, der Kontakt zu einer infizierten Person solle nicht mehr zwangsläufig zu einer Quarantäne führen.
+++ Die polnische Regierung rechnet mit einem raschen Anstieg der Infektionszahlen im Herbst. Die meisten Berechnungen prognostizierten dies für September und Oktober oder auch November, sagte Gesundheitsminister Niedzielski. Es sei das wahrscheinlichste Szenario. Er rief die Bevölkerung auf, sich impfen zu lassen, bevor es zu einer vierten Pandemie-Welle komme.
+++ Der niederländische König Willem-Alexander hat Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen für ihre Hilfe in der Corona-Pandemie gedankt. Sie hätten auf dem Höhepunkt der Pandemie schwer erkrankte Covid-19-Patienten aus den Niederlanden aufgenommen und seinem Land damit sehr geholfen, erklärte Willem-Alexander in einer Rede im Bundesrat in Berlin. Er und seine Frau Máxima befinden sich gerade auf Staatsbesuch in Deutschland.
König Willem-Alexander der Niederlande hält im Bundesrat eine Rede.
Der niederländische König Willem-Alexander bei seiner Rede im Bundesrat (dpa/Wolfgang Kumm)
+++ Die Ständige Impfkommission wehrt sich dagegen, dass die Politik in Empfehlungen zu Corona-Impfungen für Kinder und Jugendliche hineinredet. Der Vorsitzende Mertens teilte mit, die Stiko sei im Gesetz bewusst als unabhängige Kommission angelegt, die laute Einmischung der Politik sei kontraproduktiv und nütze niemandem. Unter anderen die SPD-Vorsitzende Esken und Bayerns Ministerpräsident Söder hatten die Stiko aufgefordert, ihre Haltung zur Impfung von Jugendlichen zu überdenken. Mertens sagte dazu, es gehöre zur ständigen Aufgabe des Gremiums, Empfehlungen zu überprüfen, es bedürfe dazu keiner Aufforderung von Politikern. Bisher gibt es eine Empfehlung, 12- bis 17-Jährige mit bestimmten Vorerkrankungen zu impfen, aber keine generelle Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche.
+++ Im Juni haben alleine in den Impfzentren im Rheinland und Teilen des Ruhrgebiets 50.000 Menschen ihre Termine nicht wahrgenommen. Das ergibt sich aus Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein. Ein KV-Sprecher sagte dem "Kölner Stadt-Anzeiger", nicht abgesagte Impftermine seien zwar misslich, aber ohne große Folgen für die Impfzentren: So rückten oft Menschen kurzfristig nach - oder die Impfdosen würden für den kommenden Tag eingelagert. Zudem hätten 120.000 Menschen ihre Impftermine auch ordnungsgemäß abgesagt.
+++ Um die Impfkampagne gegen das Coronavirus unter Jugendlichen voranzutreiben, wird in Israel ab sofort auch an Schulen geimpft. 12- bis 18-Jährige können in Begleitung ihrer Eltern kommen oder mit einer schriftlichen Genehmigung der Erziehungsberechtigten. Ein Termin ist nicht erforderlich. In Israel steigt trotz einer hohen Impfquote seit gut zwei Wochen die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen deutlich an. Die meisten stehen im Zusammenhang mit der Delta-Variante des Virus.
+++ Der britische Gesundheitsminister Javid hat die für den 19. Juli geplante Aufhebung aller Corona-Maßnahmen in England verteidigt. Javid räumte im Sender Sky News ein, dass sich die Zahl der Neuinfektionen dadurch erhöhen werde. Aber man müsse lernen, mit dem Virus zu leben. Jetzt sei es an der Zeit, sich verstärkt um andere Gesundheitsprobleme zu kümmern, erklärte Javid. Während der Pandemie hätten sich Millionen Menschen nicht mit ihren Problemen an den Nationalen Gesundheitsdienst gewandt. Ärzte, Gewerkschaften, Bürgermeister und Opposition kritisierten vor allem die Entscheidung, die Maskenpflicht im Nahverkehr und in Geschäften aufzuheben. Es sei besorgniserregend, dass Johnson die Lockerungen "mit Vollgas" durchsetze, sagte der Chef der Ärztevereinigung BMA, Nagpaul.
+++ Die Zahl der Kurzarbeiter in Deutschland ist im Juni auf den tiefsten Stand seit Beginn der Corona-Krise gefallen. Sie sank von 2,3 auf 1,5 Millionen Menschen und damit auf das geringste Niveau seit Februar 2020, wie das Ifo-Institut am Dienstag mitteilte. Im Juni waren noch 4,5 Prozent der abhängig Beschäftigten in Kurzarbeit und 6,8 Prozent im Mai. Als Grund für den Rückgang nennt das Ifo-Institut die Lockerung der Corona-Maßnahmen in einigen Branchen.
+++ Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen in Deutschland ist wieder etwas gesunken. Das Robert Koch-Institut gab den Wert heute früh mit 4,9 an. Gestern und vorgestern lag er bei 5,0, vor einer Woche bei 5,4. Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI 440 weitere Infektionen binnen eines Tages und damit 36 mehr als vor einer Woche. Zudem wurden 31 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Ansteckung registriert. Die Gesamtzahl beträgt nun 91.062.
In Deutschland sind inzwischen fast 39 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen Covid-19 geimpft. 56,5 Prozent haben mindestens eine Impfdosis erhalten.
Wann sollen die in Deutschland geltenden Auflagen zur Eindämmung der Corona-Pandemie fallen? Mehrere Politiker verknüpfen die Aufhebung mit dem Fortschreiten der Impfkampagne. Im Gespräch ist der Zeitraum August/September.
+++ Die Bundesregierung lockert die Beschränkungen für Einreisen aus Portugal, Großbritannien, Nordirland, Russland, Indien und Nepal. Wie das Robert Koch-Institut mitteilte, werden die Länder morgen vom Virusvarianten- zum Hochinzidenzgebiet zurückgestuft. Für vollständig Geimpfte und Genesene entfällt die Quarantänepflicht ganz, für alle anderen wird sie verkürzt. Die Beschränkungen waren wegen der Verbreitung der besonders ansteckenden Delta-Variante des Coronavirus verhängt worden. Inzwischen ist diese Variante aber auch in Deutschland weit verbreitet.
+++ In der Formel 1 ist der Große Preis von Australien wegen der Corona-Pandemie endgültig abgesagt worden. Die Veranstalter teilten in Melbourne mit, das Rennen könne aufgrund der strengen Quarantäne-Bedingungen und den daraus resultierenden logistischen Herausforderungen nicht stattfinden. Bereits im vergangenen Jahr war der Große Preis von Australien pandemiebedingt ausgefallen.
Der Finne Valtteri Bottas in seinem Mercedes auf der Formel Eins Strecke in Melbourne. 
Den letzten Grand Prix von Australien gewann der Finne Valtteri Bottas (Mercedes). (imago / Joe Portlock)
+++ Der Präsident des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, geht davon aus, dass eine Herdenimmunität kurzfristig nicht zu erreichen ist. "Menschen, die skeptisch sind, müssen wir überzeugen. Die zehn Prozent, die sich ums Verrecken nicht impfen lassen wollen, werden ihre Immunität erreichen, indem sie eine Erkrankung durchmachen", sagte Montgomery den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Für eine Herdenimmunität müsse der Anteil der Geimpften bei 85 Prozent liegen. Der Schlüssel zum Erfolg sei eine möglichst hohe Durchimpfung der Bevölkerung, so Montgomery, dafür müsse man Anreize setzen.
+++ Der Deutsche Lehrerverband zeigt sich wegen unzureichender Vorbereitungen von Filteranlagen in Klassenzimmern besorgt. "Wir fürchten, dass im Herbst weniger als zehn Prozent der über 650.000 Unterrichtsräume in Deutschland eine Filtertechnik haben werden", sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Man sei für die bevorstehende Ausbreitung der Deltavariante durch Reiserückkehrer für den Schulstart nicht genug gewappnet.
+++ Die brasilianische Regierung verlängert ihr Notfall-Hilfsprogramm zur finanziellen Entlastung armer Familien während der Corona-Pandemie um drei weitere Monate ab August. Das Büro von Präsident Bolsonaro teilte mit, dass die Maßnahme essenziell für den Lebensunterhalt der Schwächsten sei und man verhindern wolle, dass Millionen von Brasilianern in extreme Armut fielen.
+++ SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz lehnt ein Bußgeld für Menschen ab, die ihren Impftermin nicht wahrnehmen. Scholz fordert stattdessen den erneuten Einsatz von mobilen Impfärzten in sogenannten sozialen Brennpunkten. "Jetzt ist es entscheidend, dass wir alles versuchen, die Menschen zu erreichen, die wir bisher noch nicht für Impfungen gewinnen konnten", sagte der Finanzminister dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.
Montag, 5. Juli
+++ In Spanien steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiter. Grund sei die höhere Ansteckungsrate bei jüngeren Menschen und die Verbreitung der infektiöseren Delta-Variante, teilt das Gesundheitsministerium mit. Binnen 24 Stunden wurden 32.607 Neuinfektionen und 23 weitere Todesfälle gemeldet. Insgesamt wurden seit Ausbruch der Pandemie mehr als 3,8 Millionen Menschen in Spanien positiv auf das Coronavirus getestet, 80.934 Menschen starben in Zusammenhang mit dem Virus.
+++ Der britische Premierminister Boris Johnson kündigt trotz hoher Infektionszahlen eine Aufhebung der Masken- und Homeoffice-Pflicht sowie der Abstandsregeln an. Vorgesehen sei, die Restriktionen am 19. Juli abzuschaffen. Eine endgültige Entscheidung solle kommende Woche getroffen werden.
+++ Deutschland wird den Westbalkan-Staaten nach Angaben von Kanzlerin Angela Merkel drei Millionen Impfdosen aus dem nationalen deutschen Kontingent abgeben.
+++ Arbeitgeber und Gewerkschaften haben gemeinsam Firmen und Beschäftigte in Deutschland dazu aufgerufen, im Kampf gegen die Corona-Krise nicht nachzulassen. "Wirksame Schutzimpfungen sind der Königsweg aus der Pandemie", heißt es in einem gemeinsamen Appell von Arbeitgeberpräsident Dulger und dem DGB-Vorsitzenden Hoffmann. Es stünden mehrere gute, sichere und wirksame Impfstoffe in zunehmenden Mengen zur Verfügung.
+++ Trotz der Forderungen aus der Politik nach einer generellen Corona-Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren bleibt die Ständige Impfkommission (Stiko) bei ihrem zurückhaltenden Kurs. Das Gremium nehme "die diversen Forderungen der Politik" sehr wohl wahr, erklärte Stiko-Mitglied Terhardt. "Wir fühlen uns weiterhin unserem Auftrag als unabhängige ehrenamtliche Kommission zur evidenzbasierten Erarbeitung von Impfempfehlungen verpflichtet." Man beobachte die Datenlage täglich und werde "gerade zu diesem Thema sicher schnell reagieren", wenn es deutliche Änderungen gebe, betonte Terhardt. Die bisher verfügbaren Daten lieferten jedoch noch keine ausreichenden Beweise für die Sicherheit des Impfstoffs in der Altersgruppe.
+++ Bundesaußenminister Maas hält die Corona-Lage in Spanien trotz steigender Infektionszahlen derzeit nicht für besorgniserregend. Es bestehe zwar weiterhin Grund zur Vorsicht, sagte Maas in Madrid. Aber er gehe derzeit nicht davon aus, dass eine Wiedereinführung der Quarantänepflicht für rückkehrende Spanien-Urlauber kurz bevorstehe. In Spanien steigen die Zahlen seit knapp zwei Wochen wieder deutlich. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei knapp über 100.
Luftaufnahme vom Strand von Alcúdia mit angrenzenden Hotelanlagen.
Die Urlaubsinsel Mallorca (imago / Hans Blossey)
+++ Mitten in der Pandemie hat Queen Elizabeth II. den staatlichen britischen Gesundheitsdienst NHS mit einer besonderen Auszeichnung geehrt. Mit dem Georgs-Kreuz verlieh die Monarchin der Institution die höchste zivile Auszeichnung für Tapferkeit, wie die britische Nachrichtenagentur PA berichtete. Die Queen dankte den Beschäftigten des NHS (National Health Service) anlässlich des 73. Geburtstags des Dienstes. "Über mehr als sieben Jahrzehnte hinweg haben Sie die Menschen unseres Landes mit Mut, Leidenschaft und Hingabe unterstützt und die höchsten Standards des öffentlichen Dienstes unter Beweis gestellt", schrieb sie demnach in einer handschriftlichen Würdigung.
+++ Norwegen verschiebt die nächsten großen Öffnungsschritte. "Es gibt das Risiko, dass es wegen der Delta-Variante eine vierte Welle im nicht-geimpften Teil der Bevölkerung gibt", sagt Ministerpräsidentin Solberg. Auch diejenigen, die nur eine Impfung erhalten hätten oder besonders anfällige Gruppen seien diesbezüglich gefährdet. Frühestens Ende des Monats sei an die Aufhebung von Auflagen zu denken.
+++ Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Bareiß, hat sich in der Diskussion um Anti-Corona-Maßnahmen für temporäre Grenzkontrollen ausgesprochen. Reiserückkehrer würden so keine vierte Corona-Welle auslösen, sagte Bareiß bei RTL/ntv. Wenn die Menschen über die Landesgrenzen einreisten, gebe es derzeit relativ wenig Kontrollen, beklagte Bareiß. Zugleich wandte sich der Tourismusbeauftragte gegen Grenzschließungen und permanente Kontrollen.
+++ Chinas Behörden haben wegen neuer Corona-Fälle einen Lockdown in der Stadt Ruili an der Grenze zu Myanmar verhängt. Die mehr als 210.000 Einwohner müssen sich binnen zwei Tagen alle auf das Coronavirus testen lassen, wie die Stadtverwaltung mitteilte. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden der Provinz Yunnan waren zuvor drei Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Einer der Infizierten stammt demnach aus Myanmar. Es ist bereits der zweite Lockdown in Ruili seit April.
+++ Die Bundesregierung lehnt Strafzahlungen für "Impfschwänzer" ab, wie Regierungssprecher Seibert in Berlin erklärte. Seibert rief Personen, die einen Impftermin nicht einhalten können oder wollen, zudem dazu auf, diesen frühzeitig abzusagen. Zugleich appellierte er "mit allem Nachdruck": "Lassen Sie sich impfen." Mit der Impfung schütze man nicht nur sich selbst vor einer Krankheit mit schwerem Verlauf, sondern man schütze auch seine Mitmenschen und seine Familie.
Injektionsflaschen mit dem Corona-Impfstoff des Tübinger Herstellers Curevac (Symbolbild)
Injektionsflaschen mit dem Corona-Impfstoff des Tübinger Herstellers Curevac (Symbolbild) (picture alliance / Bildagentur-online/Ohde)
+++ Die Frau von Prinz William, Herzogin Kate, begibt sich in Selbstisolation, nachdem sie in der vergangenen Woche Kontakt zu einer später positiv auf Corona getesteten Person hatte. "Ihre Königliche Hoheit hat keine Symptome. Sie befolgt die Richtlinien der Regierung und isoliert sich zu Hause", teilt der Kensington Palast mit. In der Folge seien Termine der Herzogin von Cambridge abgesagt worden.
+++ Bundeskanzlerin Merkel und Gesundheitsminister Spahn haben angesichts der sich rasch ausbreitenden Delta-Variante des Coronavirus auf die Bedeutung der Impfungen verwiesen. Man müsse hier auf eine Quote Richtung 80 Prozent kommen, erklärte Merkel nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur bei Beratungen des CDU-Präsidiums in Berlin.
Mehr Informationen zur Delta-Variante des Coronavirus finden Sie hier.
+++ Indonesien reagiert wegen immer weiter steigenden Corona-Neuinfektionen mit strengeren Regeln für Reisende aus dem Ausland. Ab sofort müssen sowohl indonesische Staatsbürger als auch Ausländer eine vollständige Impfung gegen das Virus nachweisen, bevor sie ins Land dürfen. Zudem müssten Einreisende nun acht Tage in Quarantäne statt wie bisher fünf Tage, sagte Ganip Warsito, der Chef der nationalen Corona-Taskforce. Die Grenzen würden aber nicht geschlossen, betonte Vize-Außenminister Mahendra Siregar. "Internationale Reisen sind weiter erlaubt, aber wir verschärfen die Maßnahmen."
Indonesien, Bekasi: Eine Frau sitzt in einem Notfallzelt, das vor einem Krankenhaus errichtet wurde, um Corona-Patienten unterzubringen.
Coronavirus - Indonesien (Achmad Ibrahim/AP)
+++ Die Ständige Impfkommission fordert, die Maßnahmen zum Corona-Infektionsschutz an Schulen zu überprüfen. Fraglich sei, ob beispielsweise Massentestungen von Schülerinnen und Schülern sinnvoll und wirksam seien, sagte der Vorsitzende der Impfkommission, Mertens, der "Schwäbischen Zeitung".
+++ In Russland melden die Behörden 24.353 Neuinfektionen binnen 24 Stunden, 6.557 davon in Moskau. Insgesamt sind damit mehr als 5,63 Millionen Ansteckungsfälle bekannt. Nach Angaben der Coronavirus-Arbeitsgruppe der Regierung steigt die Zahl der Menschen, die in Zusammenhang mit dem Virus starben, um 654 auf 138.579. Allerdings kommt das staatliche Statistikamt Rosstat, das eine eigene Zählung vornimmt, auf rund 270.000 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus allein zwischen April 2020 und April 2021. Rosstat bezieht sich auf übermäßige Todesfälle in den Statistiken. Einige Epidemiologen sind der Auffassung, dies sei der beste Weg, um die tatsächliche Zahl der Corona-Toten zu ermitteln.
+++ Der Theologe und Sozialethiker Peter Dabrock hat Kirchen und andere Religionsgemeinschaften zur Werbung für Corona-Schutzimpfungen aufgefordert. "Impfen ist Ausdruck von Nächstenliebe", sagte der frühere Vorsitzende des Deutschen Ethikrats dem Evangelischen Pressedienst. Das sollten die Religionsgemeinschaften bewerben, in einer Zeit, in der sich eine gewisse Impfmüdigkeit breitmacht. Sie sollten dies nicht mit erhobenem Zeigefinger machen, "sondern als Bitte, eine Gruppe der Schwächsten in der Gesellschaft zu schützen", sagte Dabrock.
+++ Griechenland hat aufgrund steigender Corona-Neuinfektionen die Reisebeschränkungen verschärft. Auf griechischen Fähren müssen Reisende seit heute bei Fahrtantritt einen negativen Schnell- oder PCR-Test vorlegen. Die Regelung entfällt für vollständig Geimpfte und Genesene. Die griechische Gesundheitsbehörde meldete in den vergangenen Tagen täglich mehr als 700 neue Corona-Fälle.
Mehr zum Thema Corona und Reisen finden Sie hier.
+++ Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Gassen, fordert ein Ende der Corona-Auflagen für vollständig geimpfte Personen. Gassen sagte der Bild-Zeitung, spätestens im September werde für jeden Impf-Willigen auch ein Impfangebot verfügbar sein – und dann müssten eigentlich nahezu alle Corona-Maßnahmen weg.
Einblick in eine Impfkabine, in der ein Arzt einem Mann gerade eine Spritze gibt
Das Corona-Impfzentrum Tegel in Berlin (picture alliance/dpa/dpa-pool/Kay Nietfeld)
+++ Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen in Deutschland hat sich im Vergleich zu gestern nicht verändert. Das Robert Koch-Institut gab den Wert heute früh erneut mit 5,0 an. Vor einer Woche lag er bei 5,6.
In Quarantäne trotz Impfung? Die Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus sorgt für Unsicherheit – auch bei Menschen, die bereits vollständig geimpft sind. Was ist eigentlich, wenn Geimpfte jemandem begegnen, der infiziert und nachweislich von Delta betroffen ist? Lesen Sie hier unseren Überblick.
+++ Die FDP-Bundestagsfraktion hat die Bundesregierung aufgefordert, Vorbereitungen für eine mögliche vierte Welle zu treffen. Die Warnungen der Wissenschaftler müssten ernst genommen werden, sagte die Parlamentarische Geschäftsführerin Stark-Watzinger der Deutschen Presse-Agentur. Konkret fordert die FDP "maximale Anstrengung" für Luftfilter in Schulklassenzimmern, Vorgaben für Reiserückkehrer und ein geregeltes Verfahren für Kontrollen. Zudem sollte die Bundesregierung eine ausreichende Impfstoff-Versorgung für mögliche Auffrischungsimpfungen ab Herbst sicherstellen.
+++ US-Präsident Biden hat an die Bürgerinnen und Bürger der Vereinigten Staaten appelliert, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen. Biden sagte im Weißen Haus in Washington anlässlich des amerikanischen Unabhängigkeitstages, die Pandemie sei noch nicht besiegt. Sich impfen zu lassen, sei die patriotischste aller Handlungen. In den USA war das für gestern gesetzte Ziel, 70 Prozent aller Erwachsenen mindestens eine Impfdosis zu verabreichen, verfehlt worden. Erreicht wurden bislang rund 67 Prozent.
New York: Schüler kommen nach Unterrichtsschluss aus der Stuyyesant High School (Archivbild von März 2020).
Coronavirus - USA - Schüler in New York (dpa-Bildfunk / AP / Bebeto Matthews)
+++ Der Zoo im kalifornischen Oakland hat damit begonnen, seine Tiere gegen Covid-19 zu impfen. Wie der Zoo mitteilte, waren zunächst Tiger, Bären, Pumas und Frettchen dran. Als nächstes soll der experimentelle Impfstoff des US-Herstellers Zoetis Affen, Fledermäusen und Schweinen verabreicht werden.
+++ Frankreichs Gesundheitsminister Veran hat vor einer möglichen vierten Infektionswelle gewarnt. Wegen der Delta-Variante seien die Infektionszahlen fünf Tage lang nicht zurückgegangen. Die Impfkampagne müsse beschleunigt werden. Frankreich befinde sich in einem Rennen gegen die Zeit.
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