Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Die Entwicklungen vom 10. bis 14. August 2023

Seit dem 21. Februar 2022 halten wir in einem Newsblog fest, wie sich der Krieg in der Ukraine entwickelt. In diesem Archiv können Sie die bisherigen Entwicklungen nachvollziehen.

15.08.2023
    Über der russischen Zentralbank in Moskau weht die russische Flagge.
    Die russische Zentralbank in Moskau (picture alliance / dpa / TASS / Mikhail Tereshchenko)
    Zu den aktuellen Entwicklungen geht es hier.

    Montag, 14. August

    +++ Der ukrainische Präsidentenberater Podoljak hat Kritik an der ukrainischen Gegenoffensive zurückgewiesen.

    Die ukrainischen Streitkräfte hätten nicht die Absicht, auf ihrem Vormarsch eine Reihe von großen Schlachten gegen das russische Militär zu führen, schrieb Podoljak auf der Plattform X, dem früheren Twitter. Ziel sei es vielmehr, die Fähigkeiten des gegnerischen Heeres stückweise und systematisch zu zerstören.

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    +++ Der ukrainische Präsident Selenskyj hat nach eigenen Angaben Soldaten an der Front in der ostukrainischen Region Donezk besucht.

    Er habe der 22. Brigade einen Besuch abgestattet, erklärte Selenskyj bei Telegram. Er veröffentlichte auch Videoaufnahmen, auf denen zu sehen ist, wie der Staatschef Soldaten aus unterschiedlichen Einheiten die Hand schüttelt und sich mit ihnen unterhält. Sein Aufenthaltsort war nicht zu erkennen.

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    +++ Rumänien will die Transportmöglichkeiten für Getreide aus der Ukraine ausbauen.

    Das teilte Verkehrsminister Grindeanu nach einem Treffen mit Vertretern der EU, der USA, der Ukraine und der Republik Moldau mit. Demnach sollen etwa die Transit-Kapazitäten über den rumänischen Schwarzmeer-Hafen Constanta in den kommenden Monaten auf vier Millionen Tonnen pro Monat verdoppelt werden. Dabei solle die Verschiffung über die Donau im Mittelpunkt stehen. Dafür sollten auch Infrastrukturprojekte fertiggestellt werden, von denen viele mit EU-Geldern finanziert werden.
    Russland hat sich aus einer Vereinbarung zum sicheren Transport ukrainischen Getreides zurückgezogen und greift seitdem verstärkt Häfen an, darunter auch die ukrainischen Donau-Häfen Reni und Ismajl.

    +++ Bundesfinanzminister Lindner hat sich bei seinem Besuch in Kiew offen für eine Lieferung deutscher Marschflugkörper vom Typ Taurus gezeigt.

    Wie üblich werde man im Kreis der Verbündeten beraten, was möglich sei, sagte der FDP-Politiker. Lindner ergänzte wörtlich: "Da ich weiß, dass viele für eine solche Unterstützung Sympathie haben, wie ich selbst auch, hoffe ich auf eine sehr baldige Klärung dieser Fragen." Zuvor hatten bereits mehrere Politiker der Liberalen, der Grünen und der Union Taurus-Lieferungen befürwortet. Die Linke ist dagegen. Auch die AfD lehhnt Waffenlieferungen an die Ukraine ab.
    Lindner traf bei seinem ersten Besuch in der Ukraine seit Kriegsbeginn in dem Land mit Kiews Bürgermeister Klitschko, Finanzminister Sergii Marchenko und Verteidigungsminister Resnikow zusammen. Lindner kündigte an, konkrete Möglichkeiten auszuloten, um die Ukraine bei der Anwerbung ausländischer Investitionen sowie in den Bereichen Verwaltung und Zoll zu unterstützen.

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    +++ Die rumänische Marine hat ein Schiff und einen Hubschrauber abkommandiert, um nach Minen in den eigenen Gewässern des Schwarzen Meeres zu suchen.

    Das Militär reagiert damit auf einen Vorfall im dem Badeort Costinesti, wo eine Seebrücke bei einer Explosion leicht beschädigt wurde - möglicherweise durch eine russische Seemine. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine dürften unzählige Minen in das Schwarze Meer gelangt sein. Rumänien ist Mitglied von EU und Nato und unterhält eine 650 Kilometer lange Grenze zur Ukraine.

    +++ In der Ukraine ist ein hoher Mitarbeiter des Geheimdienstes wegen Hochverrats verurteilt worden - zu zwölf Jahren Gefängnis.

    Der Offizier hatte nach Angaben der Staatsanwaltschaft Informationen gesammelt und an Russland weitergegeben. Außerdem soll er für einen Anschlag Auftragsmörder angeworben haben. Ziel war demnach der Kommandeur von tschetschenischen Einheiten, die auf ukrainischer Seite gekämpft haben.

    +++ In der Partei "Die Linke" stößt eine mögliche Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern auf Ablehnung.

    Bundesgeschäftsführer Bank sagte in Berlin. "Für uns ist klar, dass jede neue Waffe auch ein neues Eskalationsrisiko beinhaltet." Das sei ein Spiel mit dem Feuer, das da betrieben werde - und das lehne man als Linke ab.

    +++ Bundesfinanzminister Lindner hat in Kiew Bürgermeister Klitschko getroffen.

    Bei dem Treffen sei es um die weitere finanzielle Unterstützung der Ukraine und Kiews gegangen, teilte Klitschko bei Telegram mit. Weiteres Thema sei die Lieferung von Flugabwehrsystemen und Waffen mit großer Reichweite gewesen. Die Ukraine dringt darauf, die Bundesregierung hat bisher keine Zusage gegeben.

    +++ Sachsens Ministerpräsident, der CDU-Politiker Kretschmer, lehnt eine Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern an die Ukraine ab.

    "Wollen wir wirklich in Kauf nehmen, dass deutsche Raketen in Russland einschlagen könnten?", sagte er dem Magazin "Der Spiegel". "Ich bin ganz klar gegen die Lieferung von Marschflugkörpern." Kretschmer warf der Bundesregierung vor, immer wieder selbst gesetzte rote Linien zu überschreiten. Kanzler Scholz hat der Ukraine bisher allerdings keine Taurus-Marschflugkörper zugesagt.

    +++ Bundesfinanzminister Lindner hat der Ukraine bei seinem Besuch in Kiew die weitere Unterstützung der Bundesregierung zugesichert.

    Deutschland werde weiter Schulter an Schulter an der Seite des angegriffenen Landes stehen, sagte der FDP-Vorsitzende nach seiner Ankunft. "Die Ukraine darf diesen Krieg nicht verlieren", betonte Lindner. Es gehe um die Zukunft der europäischen Friedens- und Freiheitsordnung.

    +++ Die Ukraine hat die Dringlichkeit ihrer Bitte um die Lieferung deutscher Taurus-Marschflugkörper bekräftigt.

    Der ukrainische Präsidentenberater Podolyak sagte der "Bild"-Zeitung, in der jetzigen Phase sei es von entscheidender Bedeutung, das umfangreiche rückwärtige Unterstützungssystem der russischen Besatzungstruppen zu zerschlagen. Podolyak reagierte damit auf zurückhaltende Äußerungen von Bundeskanzler Scholz (SPD) zu einer Lieferung. Die Ukraine müsse insbesondere Nachschubreserven, die rückwärtige logistische Infrastruktur, Munitionsdepots sowie Stützpunkte angreifen, die Russland in den von ihm besetzten ukrainischen Gebieten errichtet habe, sagte der Berater von Präsident Selenskyj. All das sei zwischen 100 und 300 Kilometer von der Frontlinie entfernt. Nur Langstreckenraketen wie Taurus könnten solche Distanzen überbrücken.
    Ein Luft-Boden-Marschflugkörper "Taurus" und dahinter ein Tornado.
    Die Marschflugkörper "Taurus" starten von Flugzeugen aus und fliegen dann mit eigenem Antrieb ins Ziel. Sie gelten als besonders zielgenau – und haben eine Reichweite von 500 Kilometern. (picture alliance / dpa / Jörg Carstensen)

    +++ Im Schwarzen Meer an der rumänischen Küste bei Costinesti ist mutmaßlich eine russische Seemine explodiert.

    Das sagte ein Sprecher der rumänischen Marine dem TV-Sender Digi24. Verletzt wurde niemand. Seit Ausbruch des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hat die rumänische Marine nach eigenen Angaben insgesamt fünf russische Seeminen im Schwarzen Meer entschärft. Costinesti ist ein beliebtes Touristenziel.

    +++ Die ukrainischen Streitkräfte haben nach Angaben aus Kiew im Osten des Landes ein kleines Gebiet um die Stadt Bachmut zurückerobert.

    Im Bereich Bachmut seien drei Quadratkilometer von den russischen Truppen "befreit" worden, sagte die stellvertretende Verteidigungsministerin Maljar im Fernsehen. Insgesamt seien bislang 40 Quadratkilometer an der Südflanke des Bachmut-Sektors zurückgewonnen worden. Die Ukraine hatte Anfang Juni ihre lange erwartete Gegenoffensive Landes gestartet.

    +++ In Polen sind zwei Russen festgenommen worden, weil sie für die russischen Wagner-Söldner geworben haben sollen.

    Laut Innenminister Kaminski sollen sie Propagandamaterialien der Wagner-Gruppe in Krakau und Warschau verteilt haben. Sie würden wegen Spionage angeklagt.

    +++ Der russische Rubel verliert weiter an Wert.

    Im Moskauer Börsenhandel kostete ein Dollar am Vormittag rund 101 Rubel. Derart schwach war die russische Währung zuletzt Ende März 2022 kurz nach dem Angriff auf die Ukraine. Westliche Sanktionen und die Kosten für den Krieg belasten die russische Wirtschaft mittlerweile stark. Auch der versuchte Söldner-Aufstand Ende Juni sorgte für eine weitere Abwertung. Zuletzt stieg die Inflation in Russland auf einen Wert von 4,3 Prozent, was die Zentralbank des Landes im Juli zu einer Leitzinserhöhung auf 8,5 Prozent veranlasste.

    +++ Bundesfinanzminister Lindner hält sich zum ersten Mal seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine auf.

    Der FDP-Vorsitzende reiste mit dem Zug zu politischen Gesprächen nach Kiew. Bei seiner Ankunft erklärte er, man wolle konkret miteinander besprechen, wie das Bundesfinanzministerium die ukrainische Seite unterstützen könne, attraktiv für mehr ausländische Direktinvestitionen zu werden. Als Beispiele nannte Lindner eine Unterstützung der Verwaltung oder eine Zusammenarbeit beim Zoll.
    Deutschland hat der Ukraine nach Angaben des Finanzministeriums seit Beginn des Krieges 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Außerdem hatten die Bundesregierung und andere Gläubiger im Juli 2022 angekündigt, der Ukraine einen Aufschub bei der Rückzahlung von Schulden zu geben. Ein Schuldenmoratorium für die Ukraine war im März dieses Jahres bis 2027 verlängert worden.

    +++ Aus Sicht des SPD-Verteidigungspolitikers Arlt werden in der öffentlichen Debatte Kritik und Zweifel an Waffenlieferungen für die Ukraine zu wenig thematisiert.

    Arlt sagte im Deutschlandfunk, ihm sei es wichtig, den Menschen eine Stimme zu geben und die Bedenken nicht einfach wegzuwischen. Der Offizier der Luftwaffe verwies darauf, dass die gerade in der Diskussion stehenden Taurus-Marschflugkörper theoretisch Ziele auf russischem Territorium treffen könnten. Das möge völkerrechtlich legitim sein, sagte Arlt, er fände es aber nicht akzeptabel, wenn dieser Fall einträte.
    Arlt unterstützte die Haltung von Bundeskanzler Scholz, das Für und Wider der Lieferung neuer Waffensysteme an die Ukraine abzuwägen. Deutschland müsse aufpassen, nicht doch noch zur Kriegspartei zu werden, sagte der SPD-Politiker, der Mitglied im Verteidigungsausschuss des Bundestags ist. Deutschland habe mit seinen bisherigen Waffenzusagen bereits eine 180-Grad-Wende hingelegt und sei von Prinzipien abgerückt. Damit fühlten sich im Land viele Menschen unwohl.

    +++ Russische Invasionstruppen haben in der Nacht erneut die südukrainische Region Odessa am Schwarzen Meer angegriffen.

    Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe wurden Raketen und sogenannte Kamikaze-Drohnen eingesetzt. Das Nachrichtenportal "Ukrajinska Prawda" meldete, in Odessa seien Explosionen zu hören gewesen. Der Gouverneur der Region berichtete von drei Verletzten und mehreren Bränden.

    +++ In der Stadt Saporischschja im Südosten der Ukraine soll es in der Nacht Explosionen gegeben haben.

    Lokale Medien berichteten laut "Ukrajinska Prawda", in den frühen Morgenstunden seien wiederholt Explosionen zu hören gewesen. In der gesamten Region herrschte demnach Luftalarm.

    +++ Russland hat nach Angaben der regionalen Militärverwaltung von Sumy erneut das ukrainische Gebiet nahe der russischen Grenze angegriffen.

    Allein am Sonntag habe der Feind die Region im Nordosten der Ukraine 21 Mal mit Mörsern und Artillerie beschossen, teilte die Militärverwaltung in der Nacht zum Montag bei Facebook mit. Insgesamt seien 144 Explosionen registriert worden. Bei den Angriffen wurden demnach mindestens zwei Wohngebäude beschädigt. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig prüfen.

    +++ Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine wird nach Ansicht des Chefs der Cyberagentur, Hummert, Auswirkungen darauf haben, wie sich Deutschland in Zukunft verteidigt.

    "Was wir sehen, ist eine hybride Kriegsführung, also Cyberaktionen kombiniert mit physischen Aktionen - so hat Russland zum Beispiel während der ersten Angriffswelle Systeme der Ukraine angegriffen, um die Kommunikation der Armee zu unterbinden", sagte Hummert der Deutschen Presse-Agentur. Die Agentur schaue sich an, welchen Einfluss diese Entwicklungen auf die Bundeswehr und ihre Fähigkeiten haben oder haben müssen. "Aber: Wir erforschen bei der Cyberagentur keine Waffen, explizit nicht. Über Auge um Auge, Zahn um Zahn sind wir hinweg."

    +++ Bei der derzeit laufenden Gegenoffensive stoßen die Ukrainer immer wieder auf Minenfelder.

    Die russischen Verteidigungslinien sind nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministers Resnikow teilweise so dicht vermint, dass an manchen Stellen der Front bis zu fünf Minen pro Quadratmeter liegen. In einem Gespräch mit dem britischen "Guardian" sprach er von Millionen Sprengkörpern entlang der Front. Es gebe über Hunderte Kilometer hinweg Minenfelder.

    +++ Nach der Tötung einer vierköpfigen Familie durch russischen Artilleriebeschuss im Süden der Ukraine hat Präsident Selenskyj Vergeltung angekündigt.

    "Jeder vernichtete Besatzer, alle verbrannten russischen Fahrzeuge, Feuer in ihren Hauptquartieren und Lagerhäusern, die äußerst aussagekräftige "Vernebelung" der Krimbrücke und mehr – all das beweist, dass wir kein Verbrechen Russlands unbeantwortet lassen werden", sagte er in seiner allabendlichen Videobotschaft.

    Sonntag, 13. August

    +++ Bundeskanzler Scholz legt sich in der Frage der Lieferung deutscher Taurus-Marschflugkörper an die Ukraine weiterhin nicht fest.

    Der SPD-Politiker sagte im ZDF-Sommerinterview, jede einzelne Entscheidung werde immer sehr sorgfältig überprüft. Dies gelte auch für die Taurus-Lieferung. Er wolle sich in dieser Frage nicht hetzen lassen, sagte Scholz weiter. Die Bürgerinnen und Bürger fänden es mehrheitlich richtig, dass nicht jede Forderung nach Lieferungen sofort mit einem "Ja" beantwortet werde. Der Kanzler bestätigte Berichte, wonach auch eine technische Reichweitenbegrenzung der Marschflugkörper geprüft werde.
    Zugleich sprach er sich für weitere internationale Gespräche über Wege zu einem Ende des Kriegs aus. Das Treffen in Saudi-Arabien vergangenes Wochenende sei sehr wichtig gewesen, sagte er im ZDF. Allerdings sei das erst der Anfang. Zuvor hatte ein ähnliches Treffen in Kopenhagen stattgefunden. Diese Gespräche fortzusetzen, sei sinnvoll. Sie erhöhten ganz konkret den Druck auf Russland. Moskau müsse einsehen, dass es einen falschen Weg eingeschlagen habe und seine Truppen zurückzuziehen habe, damit Frieden möglich werde.

    +++ Sachsens Ministerpräsident Kretschmer spricht sich vehement gegen die Lieferung von Marschflugkörpern an die Ukraine aus.

    "Wollen wir wirklich in Kauf nehmen, dass deutsche Raketen in Russland einschlagen könnten", schrieb der CDU-Politiker im sozialen Netzwerk X, vormals Twitter. Die Bundesregierung überschreite immer wieder selbst gesetzte rote Linien. Das tägliche Grauen und sterben verlange nach "neuen, intensiven diplomatischen Initiativen des freien Westens".

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    +++ Der Verkehr auf der Krim-Brücke ist nach russischen Angaben erneut für kurze Zeit unterbrochen worden.

    Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters und beruft sich auf Informationen aus einem offiziellen russischen Telgram-Kanal. Ein Grund für die Unterbrechnung wurde nicht genannt. Bereits gestern war die Brücke zeitweise gesperrt worden. Russland hatte das mit dem Abschuss ukrainischer Raketen begründet.

    +++ Im Schwarzen Meer hat ein russisches Kriegsschiff nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau einen Frachter geentert.

    Das Ministerium erklärte, der Frachter "Sukru Okan" sei unter der Flagge Palaus zum ukrainischen Hafen Ismajil unterwegs gewesen. Das russische Patrouillenschiff "Wassili Bykow" habe einen Warnschuss abgegeben, nachdem der Kapitän der "Sukru Okan" nicht für eine Inspektion stoppen wollte. Schließlich hätten russische Soldaten den Frachter mit Hilfe eines Hubschraubers geentert. Nach einer Inspektion sei das Schiff weiter gefahren.

    +++ Bei einem russischen Angriff auf zwei Dörfer in der Südukraine sollen sieben Zivilisten getötet worden sein.

    Der ukrainische Innenminister Klymenko teilte mit, unter den Toten seien ein Paar und ihr 23 Tage altes Baby. Demnach wurden zwei Dörfer in der Region Cherson mehrfach von Artilleriegranaten getroffen. Der Minister postete auf Telegram Fotos von zerstörten Häusern und warf der russischen Armee Terrorismus vor. Das ukrainische Militär hat im November den westlichen Teil der Oblast Cherson zurückerobert. Russische Truppen beschießen das Gebiet jedoch weiterhin regelmäßig von der anderen Seite des Flusses Dnipro aus.

    +++ Die russischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben insgesamt vier ukrainische Drohnen über dem Westen Russlands abgeschossen.

    Das Verteidigungsministeriums in Moskau erklärte, eine Drohne sei über der Oblast Kursk abgefangen und zerstört worden, drei weitere über der Oblast Belgorod. Beide Regionen grenzen an die Ukraine. Zunächst hatte Russland nur vo einer abgeschossenen Drohne berichtet.

    +++ Der Rüstungskonzern Rheinmetall wird bald auch Drohnen in die Ukraine liefern.

    Ein Firmensprecher sagte in Düsseldorf, ein entsprechender Auftrag sei von der Bundesregierung erteilt worden. Die Auslieferung werde bis Jahresende erfolgen, das Auftragsvolumen nannte er nicht. Rheinmetall liefert der Ukraine bereits Munition, Panzer, Flugabwehrraketen und Militär-Lastwagen.
    Bei den Drohnen handelt es sich um unbewaffnete Aufklärungsdrohnen vom Typ "Luna NG". Sie können mehrere hundert Kilometer weit fliegen und die Kommunikation des Feindes abhören oder stören. Auch Lkw für den Bodentransport werden geliefert.

    +++ Die russische Söldnergruppe Wagner wird nach britischen Erkenntnissen vermutlich nicht mehr vom russischen Staat finanziert.

    Sie müsse sich deshalb verkleinern, um Personalkosten einzusparen, teilte das Verteidigungsministerium in London mit. Es bezog sich dabei auf das tägliche Bulletin des Militärgeheimdienstes. Demnach bestehe die "realistische Möglichkeit", dass das Präsidialamt in Moskau die Wagner-Söldner nicht mehr finanziere. Dann seien die belarussischen Behörden "der zweitplausibelste Zahlmeister", hieß es weiter. Dort bilden derzeit Wagner-Söldner belarussische Soldaten aus.

    +++ Russland hat nach eigenen Angaben eine ukrainische Drohne über dem russischen Gebiet Belgorod abgeschossen.

    Gegen 4.00 Uhr (3.00 Uhr MESZ) morgens sei der Angriff in der an die Ukraine angrenzende Region vereitelt worden, berichtete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass am Sonntag unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Moskau. Die russische Raketenabwehr habe die Drohne entdeckt und zerstört. Es gebe keine Berichte über Schäden oder Opfer. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig prüfen.

    +++ Ukrainische Medien berichten von Toten bei Angriffen auf die Krim

    Das Portal "Ukrajinska Prawda" meldet unter Berufung auf ukrainische Geheimdienstquellen, dass der Drohnenangriff auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim einem Logistikstützpunkt des russischen Militärs gegolten habe. Dabei seien 17 Drohnen eingesetzt worden. Es habe zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Russland hatte nach dem Angriff erklärt, man habe die ukrainischen Drohnen zerstört und außerdem Raketen abgefangen. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.

    Samstag, 12. August

    +++ Das russische Militär hat die Abwehr umfangreicher ukrainischer Angriffe auf die Krim-Brücke und die von Russland annektierte Halbinsel Krim gemeldet.

    Es seien S-200-Raketen abgefangen worden, die die Brücke über die Meerenge von Kertsch zwischen der Krim und Russland treffen sollten, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Wegen der Angriffe sei die 19 Kilometer lange Brücke zweimal für den Verkehr gesperrt worden. Das Außenministerium kündigte Vergeltung für die "terroristischen Angriffe" an. Auf Bildern, die in den russischen sozialen Medien kursierten, schien die Brücke in Rauch gehüllt zu sein.
    Die Verteidigungsministerium teilte außerdem mit, es seien 20 ukrainische Drohnen abgeschossen worden, die Ziele auf der Krim zerstören sollten. Es habe keine Verletzten und keine Schäden gegeben, berichtete das Ministerium auf Telegramm. Die Ukraine bekennt sich fast nie öffentlich zu solchen Angriffen, hat aber erklärt, die Zerstörung der militärischen Infrastruktur Russlands sei für ihre Gegenoffensive entscheidend.

    +++ In der Region Saporischschja ist nach Angaben der ukrainischen Regierung bei einem russischen Angriff auf die Stadt Orichiw ein Polizist getötet worden.

    Zwölf Menschen seien zudem verletzt worden, teilte Innenminister Ihor Klymenko auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Unter den Verletzten seien vier Polizisten. Die russischen Truppen hätten eine gelenkte Fliegerbombe eingesetzt.
    Ein zerstörtes Auto steht vor einem beschädigten Gebäude in der ukrainischen Region Saporischschja.
    Zerstörungen in der ukrainischen Region Saporischschja (Aufnahme vom 11. August 2023). (IMAGO / NurPhoto / Albert Kosheliev)

    +++ Bei einem russischen Angriff in der Oblast Charkiw ist laut dem regionalen Gouverneur eine Frau getötet worden.

    Oleh Synehubow schrieb auf Telegram, am frühen Morgen sei das Dorf Kupjansk-Wuslowyj im Bezirk Kupjansk beschossen worden. Ein Wohngebäude sei beschädigt worden und eine 73-Jährige gestorben. Östliche Teile von Charkiw grenzen direkt an die Frontlinie.

    +++ Der CDU-Außenpolitiker Kiesewetter hat erneut die rasche Lieferung deutscher Taurus-Marschflugkörper an die Ukraine gefordert.

    Kiesewetter sagte im Deutschlandfunk, die Armee des Landes habe praktisch keine eigene Luftwaffe und sei Russland bislang auch in der Luftabwehr unterlegen. Es sei aber wichtig, der russischen Eskalationslogik entgegenzuwirken. Die Bundesregierung prüft derzeit eine Taurus-Lieferung, hat aber bislang keine Entscheidung bekannt gegeben.
    Taurus-Lieferungen an die Ukraine? - Interview mit Roderich Kiesewetter, CDU

    +++ Die ukrainische Regierung drängt Deutschland weiterhin, ihr Marschflugkörper vom Typ Taurus zur Verfügung zu stellen.

    Außenminister Kuleba betonte im Kurzmitteilungsdienst X, Waffen mit großer Reichweite seien essenziell, weil sie den Krieg verkürzen könnten. Die Ukraine brauche die Marschflugkörper, um russische Stützpunkte und Versorgungslinien hinter der Front auszuschalten.

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    Die stellvertretende Verteidigungsministerin Maljar versicherte im ZDF, dass die Ukraine die Taurus-Marschflugkörper nur auf eigenem Territorium einsetzen werde. Kiew halte sich an das Völkerrecht.

    +++ Russland hat eigenen Angaben zufolge 20 ukrainische Drohnen über der Krim zerstört.

    Bei dem Angriff habe es keine Opfer und keine Schäden gegeben, teilte das Verteidigungsministerium über die Nachrichten-App Telegram mit. Demnach wurden 14 Drohnen durch Luftabwehrsysteme abgeschossen und sechs durch elektronische Kampfführung ausgeschaltet. Nachrichtenagenturen konnten den Bericht nicht unabhängig verifizieren.

    +++ Das russische Militär hat nach Angaben der regionalen Militärverwaltung erneut das ukrainische Gebiet Sumy nahe der russischen Grenze angegriffen.

    Insgesamt sei das Gebiet im Nordosten der Ukraine neunmal unter Beschuss genommen worden, teilte die Militärverwaltung von Sumy bei Telegram mit. Insgesamt seien 51 Explosionen registriert worden. Dabei seien unter anderem zwei Wohnhäuser beschädigt worden, hieß es weiter. Berichte über Opfer gab es zunächst nicht.

    Freitag, 11. August

    +++ Russland verzeichnet offiziellen Verlautbarungen zufolge ein Wirtschaftswachstum.

    Nach Darstellung der Statistikbehörde Rosstat stieg das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal um knapp fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die russische Wirtschaftsleistung war in den vorherigen vier Quartalen jeweils gesunken. Inwiefern die Daten der staatlichen Statistikbehörde Teil der russischen Kriegspropaganda sind, lässt sich nicht unabhängig überprüfen. Wegen des Kriegs gegen die Ukraine gelten zahlreiche internationale Wirtschaftssanktionen gegen Russland.

    +++ Die US-Regierung verhängt Sanktionen gegen vier "prominente Mitglieder der russischen Finanzelite".

    Das Außenministerium teilte mit, sie seien alle mit der Alfa Gruppe verbunden, einem der größten Finanz- und Industriekonzerne in Russland. Weiter hieß es, die Vereinigten Staaten ergriffen weiterhin alle geeigneten Maßnahmen, um diejenigen zur Rechenschaft zu ziehen, die Russlands Krieg gegen die Ukraine ermöglichten und davon profitierten. Von den Sanktionen betroffen sind die Oligarchen Michail Fridman, Mitbegründer der Alfa Gruppe, German Chan, Alexej Kusmitschow und Pjotr Awen. Als Folge der Sanktionen werden Vermögenswerte der Betroffenen in den USA gesperrt.

    +++ Der ukrainische Außenminister Kuleba hat erneut versichert, dass sein Land Langstreckenwaffen wie den Marschflugkörper Taurus nur auf eigenem Territorium einsetzen will.

    Kuleba schrieb im Kurznachrichtendienst X, der früher Twitter hieß, aber zugleich: Je größer die Reichweite der gelieferten Waffen, desto kürzer werde der Krieg dauern.

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    +++ Nach Angaben des Verteidigungsministeriums hat die Bundesregierung bislang keine Entscheidung über die Lieferung von Marschflugkörpern vom Typ Taurus an die Ukraine getroffen.

    Eine Sprecherin verwies auf Äußerungen von Verteidigungsminister Pistorius, wonach diese Frage keine vorrangige Priorität habe. Zudem sei man nicht das einzige Land, das diese Waffen nicht liefere. Auch die USA stellten bisher der Ukraine keine Marschflugkörper zur Verfügung. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" hatte berichtet, dass die Bundesregierung die Lieferung von Marschflugkörpern an die Ukraine prüfe.
    Die von der Bundeswehr herausgegebene Aufnahme zeigt einen Kampfjet vom Typ Tornado, bestückt mit dem Lenkflugkörper Taurus.
    Marschflugkörper Taurus: es gibt noch keine Entscheidung über eine Lieferung an die Ukraine. (dpa / Bundeswehr / Andrea Bienert)

    +++ Die Ukraine verhandelt nach eigenen Angaben mit Großbritannien über Sicherheitszusagen.

    Der Leiter des Präsidialamtes, Andriy Yermak, teilte mit, die Konsultationen hätten begonnen. Die Ukraine verfolge dabei das Ziel, bis Ende des Jahres die ersten Vereinbarungen vorliegen zu haben.
    Die Ukraine drängt auf Garantien westlicher Länder, solange das Land nicht in die NATO aufgenommen wird. Die G7-Staaten hatten am Rande des NATO-Gipfels angekündigt, für die Übergangsphase Sicherheitszusagen zu machen. In der auch für andere Staaten offenen Erklärung hieß es, die Ukraine werde dabei unterstützt, den russischen Angriffskrieg abzuwehren und sich dauerhaft gegen solche Aggressionen zu schützen. Im Gegenzug werden von der Regierung in Kiew Justiz- und Wirtschaftsreformen sowie mehr Transparenz erwartet.Russland warnte vor Sicherheitsgarantien und bezeichnete diese als schweren Fehler.

    +++ In der Ukraine werden nach Angaben von Präsident Selenskyj alle Chefs der regionalen Rekrutierungsbüros entlassen.

    Als Grund verwies Selenskyj in einer Mitteilung auf dem Kurznachrichtendienst Telegram auf den Verdacht der Korruption: "Dieses System sollte von Leuten geleitet werden, die genau wissen, was Krieg ist und warum Zynismus und Bestechung im Krieg Verrat sind." Mit der Umsetzung der Entscheidung sei Oberbefehlshaber Saluschnyj betraut worden.
    Die Regierung in Kiew reagiert mit den Entlassungen auf zahlreiche Fälle, in denen wehrpflichtige Männer Bestechungsgeld zahlten, um nicht zum Krieg gegen Russland eingezogen zu werden. Deshalb wurden bereits mehr als hundert Strafverfahren eingeleitet.

    +++ Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist mit russischen Hyperschallraketen vom Typ "Kinschal" angegriffen worden.

    Die Militärverwaltung teilte mit, der Luftabwehr sei es gelungen, die Geschosse abzufangen. Trümmer seien unter anderem auf das Gelände eines Kinderkrankenhauses gefallen. Über Verletzte ist bisher nichts bekannt.
    Menschen warten wegen eines russischen Angriffs in der Tetralna Metro-Station in Kiew.
    Menschen warten wegen eines russischen Angriffs in der Tetralna Metro-Station in Kiew. (IMAGO / Ukrinform / IMAGO / Yuliia Ovsiannikova)

    +++ Im Süden und im Osten der Ukraine sind nach Behördenanhaben erneut Zivilisten durch russischen Beschuss getötet und verletzt worden.

    In Großstadt Cherson starb nach Angaben der lokalen Militärverwaltung ein 53-Jähriger, nachdem sein Wohnhaus von russischer Artillerie getroffen wurde. Auch in der umkämpften ostukrainischen Region Donezk wurden laut Behörden am Donnerstag und am Freitag ein Zivilist von russischer Artillerie getötet und neun weitere verletzt. In der Region Iwano-Frankiwsk im Westen der Ukraine kam bei einem russischen Raketenangriff ein achtjähriger Junge ums Leben.

    +++ Der Bürgermeister von Moskau, Sobjanin, meldet den Abschuss einer weiteren Drohne über der russischen Hauptstadt.

    Diese sei über einem Waldgebiet zerschellt, ohne größere Schäden anzurichten. Der Luftraum über zwei Moskauer Flughäfen wurde vorübergehen geschlossen. Das russische Verteidigungsministerium machte "das Regime in Kiew" für den versuchten Angriff verantwortlich.

    +++ In der Ukraine ist erneut im ganzen Land Luftalarm ausgelöst worden.

    Korrespondenten berichten über mehrere Explosionen in der Hauptstadt Kiew. Bürgermeister Klitschko forderte die Menschen auf, in Schutzräumen zu bleiben.

    +++ In der Stadt Saporischschja in der Ukraine ist nach Angaben der Behörden eine russische Rakete in ein Hotel eingeschlagen.

    Dabei sei ein Mensch getötet worden, hieß es. 16 Personen seien verletzt. Nach Berichten ukrainischer Medien wird das Hotel im Stadtzentrum regelmäßig von Mitarbeitern der Vereinten Nationen und von Nichtregierungsorganisationen genutzt.
    Die UNO-Koordinatorin für humanitäre Hilfe in der Ukraine, Brown, äußerte sich entsetzt. In der russischen Region Kursk wurden nach Angaben des dortigen Gouverneurs zwei ukrainische Drohnen abgefangen. Die Luftabwehr habe sie im Anflug auf die gleichnamige Stadt zerstört.

    +++ Die USA wollen die Ukraine in ihrem Verteidigungskampf gegen die russischen Invasoren weiterhin mit Waffenlieferungen in Milliardenhöhe unterstützen.

    Nach Angaben von Regierungsbeamten in Washington wird US-Präsident Biden den Kongress um die Bewilligung von 13 Milliarden Dollar bitten. Mit einem Teil des Geldes solle auch Ausrüstung der US-Streitkräfte ersetzt werden, die an Kiew geliefert worden sei. Hinzu kämen rund 7 Milliarden Dollar für wirtschaftliche und humanitäre Unterstützung für die Ukraine und weitere von dem Krieg betroffenen Länder. Die Vereinigten Staaten gelten als wichtigster Verbündeter der Ukraine. Seit Kriegsbeginn Ende Februar 2022 haben die USA dem Land nach eigenen Angaben militärische Hilfe im Umfang von mehr als 43 Milliarden Dollar bereitgestellt oder zugesagt.

    +++ Wegen russischer Angriffe im Nordosten der Ukraine haben ukrainische Behörden die Evakuierung von 37 Ortschaften in der Region Charkiw angeordnet.

    Nach Angaben der Militärverwaltung wurden mehr als 11.000 Menschen aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen. Die russische Führung erklärte, man habe die Stellungen an der Frontlinie um Kupjansk ausgebaut. Auch fernab der Front wurden aus der Ukraine Angriffe gemeldet. Der Gouverneur der Region Riwne im Westen des Landes teilte mit, dass bei einem russischen Drohnenangriff ein Benzindepot zerstört worden sei. Verletzte habe es nicht gegeben.
    Die russische Seite berichtete von einem ukrainischen Angriff auf ein Dorf in der Grenzregion Brjansk. Zwei Menschen seien dabei getötet worden. Zudem habe es weitere Drohnenangriffe auf die Hauptstadt Moskau sowie auf Sewastopol auf der Krim gegeben. Alle Drohnen seien unschädlich gemacht worden.
    Sie können hier einen Bericht unserer Korrespondentin zur aktuellen Lage in der Ukraine hören.

    Donnerstag, 10. August

    +++ Polen will 10.000 Soldaten an der Grenze zu Belarus stationieren.

    Davon würden 4.000 an Einsätzen zur Unterstützung der Grenzpolizei beteiligt, weitere 6.000 Soldaten kämen als Reserve hinzu, sagte der polnische Verteidigungsminister Blaszczak dem staatlichen Rundfunk. Ihre Aufgabe sei es, den Aggressor abzuschrecken, so dass er es nicht wage, Polen anzugreifen. Bereits gestern hatte Warschau angekündigt, die Zahl der Soldaten an der Grenze um 2.000 aufzustocken. Das EU- und Nato-Mitglied Polen hat eine über 400 Kilometer lange Grenze zu Belarus. Das Land ist ähnlich wie Litauen besorgt wegen der Aktivitäten russischer Wagner-Söldner in Belarus und einer steigenden Zahl von Migranten, die über das Nachbarland unerlaubt in die EU einreisen wollen.

    +++ Verteidigungsminister Pistorius will die Spionageabwehr in Deutschland weiter ausbauen.

    Nach der Festnahme eines Spionageverdächtigen beim Beschaffungsamt der Bundeswehr hat Verteidigungsminister Pistorius den Ausbau der Spionageabwehr angekündigt. Man müsse die personelle Stärkung des Militärischen Abschirmdienstes konsequent weiter verfolgen, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. In Zeiten des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sei es erforderlich, sich der wachsenden hybriden Bedrohung anzupassen. Ermittler des Bundeskriminalamtes hatten gestern einen Mitarbeiter der Koblenzer Bundeswehr-Beschaffungsbehörde festgenommen. Er ist Anfang 50 und Offizier im Range eines Hauptmanns. Laut der Bundesanwaltschaft hat er sich aus eigenem Antrieb mehrfach an das russische Generalkonsulat in Bonn und die russische Botschaft in Berlin gewandt und eine Zusammenarbeit angeboten. Nach DPA-Informationen wurden auch die Wohnung des Verdächtigen in einem Dorf im Rhein-Hunsrück-Kreis sowie die Nebenwohnung in Koblenz durchsucht.
    Pistorius hält eine Rede. Er steht vor einem Militärfahrzeug der Bundeswehr.
    Der deutsche Verteidigungsminister Pistorius. (Henning Kaiser / dpa / Henning Kaiser)

    +++ Die CDU setzt sich für die Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern an die Ukraine ein.

    Der CDU-Verteidigungspolitiker Kiesewetter schlug eine Initiative der Union gemeinsam mit Politikern der Ampelparteien vor. Kiesewetter sagte der "Süddeutschen Zeitung", mit einer Parlamentsinitiative der Abgeordneten, die für eine Lieferung seien, könnte der Druck auf das Kanzleramt erhöht werden. Er bezog sich insbesondere auf mehrere SPD-Politiker, die sich zuletzt für eine baldige Lieferung der deutschen Marschflugkörper eingesetzt haben, darunter der Außenexperte Roth.
    Die Bundesregierung steht einer Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern bislang ablehnend gegenüber. Bundesverteidigungsminister Pistorius von der SPD hatte zuletzt Bedenken geäußert, weil die Marschflugkörper auch russisches Staatsgebiet erreichen könnten.

    +++ Nach einer Explosion auf einem Fabrikgelände in der russischen Stadt Sergijew Possad werden noch mindestens zwölf Menschen vermisst.

    Eine Frau kam bei dem Unglück ums Leben, 60 wurden verletzt, wie die Ermittlungsbehörden mitteilten. Die Explosion hatte sich gestern in einem Lager für Pyrotechnik in der rund 60 Kilometer nordöstlich von Moskau gelegenen Stadt Sergijew Possad ereignet. Weiter hieß es, inzwischen seien etliche Zeugen vernommen worden. Der Sitz des Unternehmens, auf dessen Gelände sich die Explosion ereignet habe, sei durchsucht und der technische Leiter des Werks festgenommen worden. Der Gouverneur der Region Moskau, Worobjow, hatte einen Drohnenangriff als Ursache der Explosion ausgeschlossen.

    +++ Das von russischen Truppen besetzte Atomkraftwerk Saporischschja wird nach ukrainischen Angaben nur noch über eine Reserveleitung mit Strom versorgt.

    Das AKW habe in der Nacht abermals den Anschluss an seine letzte verbliebene Hauptstromleitung verloren, teilte der staatliche Betreiber Energoatom mit. Die Dauer einer Versorgung über die Reserveleitung sei aber begrenzt. Das größte AKW in Europa stehe kurz vor einem Stromausfall, da die Reserveleitung weniger als die Hälfte der Kapazität der Hauptstromleitung habe. Keiner der sechs Reaktoren produziert derzeit selbst Strom, allerdings braucht die Anlage für ihren Weiterbetrieb und die Kühlung Strom.

    +++ Nach Angaben der SOS-Kinderdörfer sind mehr als 19.000 ukrainische Kinder während der russischen Invasion von ihren Eltern getrennt und nach Russland deportiert worden.

    Der Leiter der Hilfsorganisation in der Ukraine, Lukashov, sprach von einem "Kriegsverbrechen und einem Teil eines Genozids". Es müsse alles getan werden, um die Kinder zurückzuholen. Die SOS-Kinderdörfer beteiligen sich nach eigener Darstellung an der Rückführung. Insgesamt seien bislang 385 deportierte Jungen und Mädchen in die Ukraine zurückgeholt worden, davon 84 durch die SOS-Kinderdörfer und ihre Partnerorganisationen.

    +++ Die Vorsitzende des Bundestags-Verteidigungsausschusses, Strack-Zimmermann, fordert eine strenge Vorabüberprüfung von Mitarbeitern in sensiblen Bereichen.

    Die FDP-Politikerin äußerte sich in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Sie reagierte damit auf die gestrige Festnahme eines Mitarbeiters des Beschaffungsamtes der Bundeswehr, der unter dem Verdacht steht, für Russland spioniert zu haben. Die Grünen-Verteidigungsexpertin Brugger erklärte, der Fall verdeutliche, dass das Risiko der Spionage gerade auch im Bereich der Bundeswehr stark gestiegen sei. Die Festnahme zeige aber auch, dass die Wachsamkeit zugenommen habe. Bundesinnenministerin Faeser hob die durch den Ukraine-Krieg verschärfte Sicherheitslage in Deutschland hervor. Sie lobte die Arbeit der Sicherheitsbehörden.

    +++ Bei einem russischen Drohnenangriff im Westen der Ukraine ist ein Benzindepot zerstört worden.

    Das teilte der Gouverneur der Region Riwne mit. Verletzte habe es nicht gegeben.

    +++ Die russische Hauptstadt Moskau ist nach Angaben von Bürgermeister Sobjanin erneut zum Ziel eines Drohnenangriffs geworden.

    Zwei Drohnen seien am frühen Morgen von der Luftabwehr abgeschossen worden, teilte Sobjanin bei Telegram mit. Bei ähnlichen Vorfällen in den zurückliegenden Wochen hatte Russland der Ukraine die Verantwortung zugewiesen.

    +++ Russische Streitkräfte haben nach Angaben der Nachrichtenagentur RIA in der Nähe der Krim-Stadt Sewastopol elf ukrainische Drohnen abgeschossen.

    Zwei Drohnen seien von der Luftabwehr getroffen worden, neun weitere von elektronischen Gegenmaßnahmen, berichtete RIA unter Berufung auf das russische Verteidigungsministerium.

    +++ Der ukrainische Generalstab hat am Abend über heftige Gefechte an allen Frontabschnitten im Osten und Süden des Landes berichtet.

    Bei Bachmut im Gebiet Donezk verteidige die ukrainische Armee die zurückeroberten Positionen gegen russische Angriffe. Bei Kujansk versuchten die Russen mit dem massiven Einsatz von Artillerie und Luftwaffe die Initiative zu gewinnen, sagte ein ukrainischer Militärsprecher. Diese Militärangaben waren nicht unmittelbar zu überprüfen.

    +++ Der ukrainische Präsident Selenskyj hat Deutschland für weitere Militärhilfe gedankt.

    Selenskyj schrieb auf Deutsch bei Twitter über die Lieferung zwei weiterer Abschussrampen des Waffensystems Patriot, sie sei mit Bundeskanzler Scholz vereinbart worden. "Die Erfüllung unserer Vereinbarung wird Tausende Leben unserer Menschen retten."

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    Zu den neuen deutschen Lieferungen zählen auch zehn weitere Mehrzweck-Kettenfahrzeuge Bandvagn 206, sechs Schwerlastsattelzüge sowie etwa 6000 Schuss Nebelmunition für Artilleriegeschütze mit Kaliber 155 Millimeter. Das geht aus der offiziellen Liste militärischer Hilfen für die Ukraine hervor.

    +++ Durch die starke Explosion in der russischen Stadt Sergijew Possad wurden nach offiziellen Angaben 56 Menschen verletzt.

    Eine verletzte Beschäftigte der betroffenen Fabrik starb demnach im Krankenhaus. Kritische russische Medien berichteten, dass es angeblich mehrere Tote gegeben habe. Im Internet wurde spekuliert, dass das Sagorsker Optisch-Mechanische Werk (SOMS) Ziel eines Drohnenangriffs geworden sei. Der Betrieb stellt optische Geräte für den militärischen Gebrauch her. Russischen Behörden zufolge ereignete sich die Explosion in einem Lager des Pyrotechnikherstellers Piro-Ross, das auf dem Gelände liegt. Die Version eines Drohnenangriffs wurde von offiziellen Stellen zurückgewiesen.

    Die bisherigen Entwicklungen im Ukraine-Krieg finden Sie hier.