Newsblog zum Krieg im Nahen Osten
Die Entwicklungen vom 26.-28. März

+++ Das Pentagon bereitet sich offenbar auf wochenlange Bodeneinsätze im Iran vor. +++ Der Iran droht mit Angriffen auf US-Universitäten in der Golfregion. +++ Die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags sehen den Krieg der USA und Israels gegen den Iran als völkerrechtswidrig an. +++ Weitere Entwicklungen im Newsblog.

    Das Pentagon in Arlington aus der Ferne fotografiert.
    Das Pentagon in Arlington (dpa)
    Die akituellen Entwicklungen finden Sie hier.

    Samstag, 28. März

    +++ Die Huthi-Miliz hat weitere Angriffe auf Israel angekündigt.

    Den ersten beiden Angriffswellen am Samstag würden in den kommenden Tagen weitere folgen, hieß es in einer Mitteilung der Gruppierung aus dem Jemen. Es war der erste Beschuss seit Beginn der israelischen und US-amerikanischen Angriffe auf den Iran. Ein Kriegseintritt der Huthi gilt auch deswegen als brisant, da dieser die Schifffahrt im Roten Meer beeinträchtigen könnte.

    +++ Der pakistanische Außenminister Dar ruft nach einem Telefonat mit seinem iranischen Amtskollegen Araghtschi zu Deeskalation und Diplomatie auf.

    Es müsse zum Dialog zurückgekehrt werden, um einen anhaltenden Frieden erreichen zu können, teilte das Außenministerium in Islamabad mit. Pakistan hat sich mehrfach für eine Vermittlerrolle zwischen Iran und den USA in Stellung gebracht und verschiedene Gespräche geführt. Auch ein Gipfeltreffen zwischen Vertretern beider Seiten könnte in dem Land stattfinden.

    +++ Das US-amerikanische Militär hat rund 2.500 Soldaten einer Marine-Eingreiftruppe in den Mittleren Osten verlegt.

    Die Einheiten sind samt Ausrüstung und weiteren Flugzeugen an Bord des Kampfschiffes "USS Tripoli", wie das Regionalkommando des US-Militärs mitteilte. Laut dem Central Command sind auch drei weitere Schiffe mit weiteren Elitesoldaten an Bord auf dem Weg, darunter das für Angriffsmissionen gebaute "USS Boxer". In den vergangenen Tagen hatten Berichte über die Verlegung von Truppen, die für Bodeneinsätze spezialisiert sind, Spekulationen über eine mögliche Besetzung etwa der iranischen Öl-Insel Kharg angefeuert.

    +++ Nach einem Abkommen mit Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten hat die Ukraine auch eine Zusammenarbeit mit Katar im Bereich Verteidigung vereinbart.

    Es gehe unter anderem um den Austausch von Expertise bei der Abwehr von Raketen und unbemannten Flugsystemen, teilte das Verteidigungsministerium in Doha mit. Das Abkommen wurde während eines Besuchs des ukrainischen Präsidenten Selenskyj vorgestellt. Die Ukraine hat im Krieg gegen Russland ihre Abwehr-Fähigkeiten deutlich ausgebaut.
    Der ukrainische Präsident Selenskyj und der Emir von Katar unterhalten sich in einer großen Halle.
    Der ukrainische Präsident Selenskyj und der Emir von Katar (picture alliance / ZUMAPRESS.com / PRESIDENT OF UKRAINE)

    +++ Die Huthi-Rebellen im Jemen haben nach eigenen Angaben im ‌Iran-Krieg erstmals Israel angegriffen und sich damit in den Konflikt eingeschaltet.

    Der Raketenangriff sei eine Reaktion auf die fortgesetzte Zerstörung von Infrastruktur im Iran, im Libanon, im Irak und in den palästinensischen Gebieten, teilte die mit dem Iran verbündete Miliz mit. Die Angriffe würden fortgesetzt, bis die "Aggression" an allen Fronten beendet sei. Zuvor hatte das israelische Militär erklärt, es habe eine Rakete aus dem Jemen abgefangen.

    +++ Irans Präsident Peseschkian hat mit harten Vergeltungsschlägen gegen Nachbarländer gedroht.

    Auf der Plattform X schrieb er: "Wenn ihr Entwicklung und Sicherheit wollt, lasst nicht zu, dass unsere Feinde den Krieg von eurem Boden aus führen." Seit Beginn des Krieges greift der Iran Ziele in arabischen Nachbarländern an und begründet dies unter anderem mit der Stationierung von US-Truppen in diesen Ländern.
    Irans Präsident Massud Peseschkian
    Irans Präsident Massud Peseschkian (AFP / -)

    +++ Die Sicherheitslage am iranischen Atomkraftwerk Buschehr verschlechtert sich nach Angaben des russischen Staatskonzerns Rosatom weiter.

    Angriffe in der Nähe der ‌Anlage stellten eine direkte Bedrohung für die nukleare Sicherheit dar, erklärte Rosatom-Chef Lichatschew. Die Internationale Atomenergiebehörde hatte gestern einen weiteren Angriff im Umfeld von Buschehr gemeldet sich auf dabei auf den Iran berufen. Es war den Angaben zufolge der dritte derartige Zwischenfall innerhalb von zehn Tagen. Schäden am Reaktor oder ein Austritt von Radioaktivität seien nicht gemeldet worden.

    +++ Pakistan will Gespräche über eine Beendigung des US-israelischen Krieges mit dem Iran und den Abbau von Spannungen im Nahen Osten ausrichten.

    Außenminister Dar kündigte an, bei einem zweitägigen Gipfel werde es dazu intensive Gespräche geben. Die Außenminister Saudi-Arabiens, der Türkei und Ägyptens würden morgen in Islamabad erwartet. Der pakistanische Premier Sharif, der die Gäste empfangen wollte, sagte in einer Fernsehansprache, sein Land unternehme "aufrichtige und energische diplomatische Anstrengungen", um den Konflikt beizulegen.

    +++ Bahrain hat innerhalb von 24 Stunden mehr als 40 Luftangriffe registriert.

    Die Luftabwehr habe auf 20 Raketen- und 23 Drohnenangriffe reagiert, teilte das Inselkönigreich mit. Bahrain beheimatet die 5. Flotte der US-Marine. Seit dem Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran wurde Bahrain mit bislang 174 Raketen und 385 Drohnen angegriffen. Sowohl Militärstützpunkte als auch Ölanlagen gerieten unter Beschuss.

    +++ Die USA-Expertin der Bertelsmann-Stiftung, Cathryn Clüver Ashbrook, sieht Trump wegen des Iran-Kriegs zunehmend innenpolitisch unter Druck.

    Im Deutschlandfunk sagte die Politologin, der Iran-Krieg könnte auch diejenigen motivieren, an den heutigen "No Kings"-Protesten teilzunehmen, die sich politisch zum unabhängigen Lager zählen. Clüver Ashbrook begründete dies unter anderem mit der gestiegenen Inflation. "Selbst die Republikaner scheinen sich in der Iran-Frage von ihrem Präsidenten abzuwenden", betonte Clüver Ashbrook. Vor allem die "MAGA-Medienopposition" mit bekannten Podcastern, die großen Einfluss auf Anhänger der MAGA-Bewegung von Trump haben, würde sich vehement gegen den Krieg stellen.
    Politologin: Auch Republikaner wenden sich von Trump ab

    +++ US-Präsident Trump hat Bundeskanzler Merz für die ausbleibende Hilfe bei der Sicherung der Straße von Hormus kritisiert.

    Trump erklärte in Miami, wenn Merz sage, das sei nicht Deutschlands Krieg, dann sei der Ukraine-Krieg auch nicht der der USA. Der Kanzler hatte zuvor deutliche Kritik am Vorgehen der USA im Iran-Krieg geübt. Merz sagte, was Trump mache, sei nicht Deeskalation, sondern eine massive Eskalation mit offenem Ausgang. Dies sei bedrohlich für alle.

    +++ Bei einem Drohnenangriff auf einen der größten Häfen des Oman ist mindestens ein Mensch verletzt worden.

    Der Hafen von Salaha im Süden des Landes sei mit zwei Drohnen attackiert worden, erklärten die omanischen Behörden laut der amtlichen Nachrichtenagentur des Golfstaats. Auch in Kuwait wurden zwei Häfen durch Drohnen- und Raketenangriffe beschädigt.
    USA und Israel: Seit einem Monat Krieg gegen den Iran

    +++ Der Iran-Krieg hat die Preise für Mineraliendünger seit Jahresbeginn um rund 40 Prozent verteuert.

    Der Geschäftsführer des Deutschen Raiffeisenverbands, Spinne, erklärte, damit sei eine ähnliche Situation eingetreten wie im Februar 2022: "Die Weltmarktpreise für Stickstoffdünger nähern sich immer mehr dem Höchstniveau an, das wir zu Beginn des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine hatten." In Europa seien die Auswirkungen für die Verbraucherinnen und Verbraucher bisher nicht unmittelbar zu spüren, erklärte ein Sprecher des Bayerischen Bauernverbands. Denn viele Landwirte hätten ihren Dünger für dieses Frühjahr schon vor Kriegsbeginn gekauft. Doch sollte der Krieg länger dauern, würden die Produktionskosten der deutschen Landwirte steigen.

    +++ Der amerikanische Unterhändler Witkoff geht davon aus, dass der Iran in der kommenden Woche zu Gesprächen über eine Beendigung des Krieges mit den USA bereit sein wird.

    Man sei auf jeden Fall zuversichtlich, dass es dann ein Treffen geben werde, sagte Witkoff auf einem Wirtschaftsforum in Miami. Die USA erwarteten eine Antwort aus Teheran auf den vorgelegten Plan für ein Ende des Krieges. Das könnte alles lösen, meinte Witkoff.
    Krieg gegen Iran - Wie lange hält das Waffenarsenal der USA?

    +++ An den Kriegsschauplätzen im Nahen Osten sind die Luftangriffe fortgesetzt worden.

    Medienberichten zufolge traf eine iranische Rakete einen Militärstützpunkt in Saudi-Arabien. Dort seien mindestens zehn US-Soldaten verletzt worden. Außerdem seien amerikanische Tankflugzeuge beschädigt worden.
    Aus Teheran wurden am Abend mehrere Explosionen gemeldet. Iranische Staatsmedien berichteten zudem unter anderem von einem Angriff nahe dem Atomkraftwerk Buschehr. Es gebe keine Schäden an der Anlage.
    In Israel wurden bei Einschlägen iranischer Raketen im Großraum Tel Aviv nach Behördenangaben ein Mensch getötet und mehrere verletzt.

    Freitag, 27. März

    +++ Die USA können ihre Ziele im Iran nach Darstellung von Außenminister Rubio ohne den Einsatz von Bodentruppen erreichen.

    Ein mögliches iranisches Gebührensystem für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus sei für die USA inakzeptabel, sagte er nach einem Treffen der G7-Außenminister in Frankreich zudem. Der Einsatz im Iran werde voraussichtlich "in Wochen, nicht in Monaten abgeschlossen" sein. Gegenwärtig warteten die USA auf eine Klarstellung, mit wem sie auf iranischer Seite verhandeln ‌werden.

    +++ Die Vereinten Nationen richten eine Arbeitsgruppe ein, um einen neuen Mechanismus für die Straße von Hormus zu entwickeln.

    Dieser soll den Handel mit Düngemitteln und den Transport der entsprechenden Rohstoffe erleichtern, teilte UNO-Sprecher Dujarric mit. Dünger gehört zu den Gütern, die von der Teilblockade der für den internationalen Handel wichtigen Wasserstraße betroffen sind.

    +++ Der Iran hat mit weiteren Angriffen auf Ziele in der Golfregion gedroht.

    Die Revolutionsgarden riefen Zivilisten in der Region auf, sich von US-Einrichtungen fernzuhalten. Irans Armee drohte zudem mit Angriffen auf Hotels, die amerikanische Soldaten beherbergen. Dazu erklärte ein Armeesprecher: "Wir müssen dort zuschlagen, wo sie sich aufhalten."

    +++ ​Nach Angaben von Außenminister Wadephul haben die G7-Staaten eine gemeinsame Linie ‌zum Iran-Krieg gefunden - und damit auch mit den USA.

    Zugleich wies er nach einem Treffen der G7-Außenminister in der Nähe von Paris den Eindruck eines Zerwürfnisses zwischen Washington und Deutschland zurück. "Es gab und es gibt keine Anforderung der Vereinigten Staaten von Amerika, insbesondere an uns, vor Ende ⁠der ⁠Kampfhandlungen einen militärischen Beitrag ⁠zu leisten", betonte der CDU-Politiker. Zuvor hatte US-Präsident Trump Kritik an der Position der Bundesregierung geäußert, für ‌den Iran-Krieg der USA und Israels keine Unterstützung zu leisten.
    Außenminister Wadephul steht beim Familienfoto neben seinen Amtskollegen Kallas, Anand (Kanada), Tajani (Italien), Takeshi Iwaya (Japan), Rubio (USA), Barrot (Frankreich) und Cooper (Großbritannien).
    Außenminister-Treffen der G7 (Michael Kappeler / dpa / Michael Kappeler)

    +++ Die USA können Insidern zufolge mit Sicherheit nur bestätigen, dass sie etwa ein Drittel des riesigen iranischen Raketenarsenals zerstört haben.

    Dies sagten fünf den US-Geheimdiensten nahestehende Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Der Status von etwa einem weiteren Drittel sei weniger klar, doch die Bombardements hätten diese Raketen wahrscheinlich beschädigt, zerstört oder in unterirdischen Tunneln und Bunkern verschüttet. Weiter hieß es, die Erkenntnisse seien ähnlich wie bei den Drohnenkapazitäten des Irans, wobei eine gewisse Sicherheit bestehe, dass etwa ein Drittel zerstört worden sei.
    Die Einschätzungen zeigten, dass zwar die meisten iranischen Raketen entweder zerstört oder unzugänglich seien, Teheran jedoch immer noch über einen beträchtlichen Raketenbestand verfüge und möglicherweise in der Lage sein könnte, einige verschüttete oder beschädigte Raketen wiederherzustellen, sobald die Kämpfe aufhörten.

    +++ Die paramilitärische Basidsch-Miliz hat drei Containerschiffen die Durchfahrt durch Straße von Hormus verwehrt.

    Nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim wies die Miliz auf die offizielle iranische Haltung hin, dass für Schiffe mit Verbindungen zu Israel, den USA und deren Verbündeten die Passage verboten sei.

    +++ Knapp einen Monat nach Kriegsbeginn hat der Iran ungeachtet möglicher Verhandlungen mit den USA weitere Angriffe auf Ziele in der Golfregion angekündigt.

    Die iranischen Revolutionsgarden riefen Zivilisten in der Region am Freitag auf, sich von US-Einrichtungen fernzuhalten. Irans Armee drohte mit Angriffen auf Hotels, die US-Soldaten beherbergen. Israel kündigte derweil an, die Luftangriffe auf den Iran zu intensivieren. 

    +++ Im Iran haben die Angriffe der USA und Israels seit Ende Februar nach Regime-Angaben aus Teheran mehr als hundert Kulturstätten beschädigt.

    Ein Verantwortlicher des Ministeriums für Kulturerbe sagte, mindestens 120 Museen und historische Bauwerke hätten schwere strukturelle Schäden erlitten. Zu den betroffenen Orten zählte er unter anderen den emblematischen Golestan-Palast, der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, sowie den Marmorpalast, das Teymourtash-Museum und den Saadabad-Palast - alle diese Kulturstätten befinden sich in der iranischen Hauptstadt. Iran verfügt über ein bedeutendes kulturelles Erbe, das weitgehend vom Massentourismus verschont geblieben ist.

    +++ G7-Staaten sollen noch enger als bisher gegen Russland zusammenzustehen.

    Seit Ausbruch des Iran-Kriegs erhalte der Iran aus Russland offenkundig Informationen über mögliche Angriffsziele, sagte Bundesaußenminister Wadephul am Rande eines Treffens mit seinen G7-Kollegen südwestlich von Paris. Gleichzeitig hoffe Präsident Putin, dass die Eskalation im Nahen Osten die Aufmerksamkeit von seinen Verbrechen in der Ukraine ablenke. Dieses Kalkül dürfe nicht aufgehen, mahnte Wadephul.

    +++ Vor dem Treffen der G7-Außenminister setzt Außenminister Wadephul auf einen stärkeren Austausch mit den USA zum Iran-Krieg.

    Sein amerikanischer Kollege Rubio solle die Ziele und die Vorgehensweise bei dem heutigen Treffen in Frankreich erläutern, sagte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk. Es gehe darum, eine gemeinsame Position zu finden und den Konflikt zu einem Ende zu bringen. Dafür setze sich auch Deutschland diplomatisch ein. Bisher hätten die USA allerdings keine konkrete Hilfsanfrage an die ‌Bundesregierung im ⁠Iran-Krieg gestellt. Wadephul bestätigte indirekte Kontakte zwischen den USA und dem Iran. Derzeit liefen Vorbereitungen für direkte Gespräche, die bald in Pakistan stattfinden könnten. Der Außenminister betonte, es gebe keinen Mangel an Waffen gegenüber dem Iran, sondern einen Mangel an Verständigung.

    +++ Das Pentagon erwägt Medienberichten zufolge, bis zu 10.000 weitere Soldaten in den Nahen Osten zu entsenden.

    Wie das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Insider berichtet, soll damit zusätzlicher Druck in den laufenden Gesprächen mit Teheran aufgebaut werden. Die Truppen würden nach Informationen der Zeitung zu den rund 5.000 bereits vor Ort stationierten Soldaten sowie Einheiten der 82. Luftlandedivision hinzukommen. Das Portal "Axios" berichtet unter Berufung auf einen ranghohen Verteidigungsbeamten, die Entscheidung solle nächste Woche fallen. Das Pentagon entwickele zudem Optionen für einen massiven Schlag gegen den Iran, der auch Bodentruppen umfassen könnte.
    Das US-Verteidigungsministerium aus der Luft gesehen
    Das US-Verteidigungsministerium aus der Luft gesehen (picture alliance / AP / Patrick Semansky)

    +++ Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben erneut Ziele in der iranischen Hauptstadt Teheran angegriffen.

    Dabei sei Infrastruktur des iranischen Regimes anvisiert worden, teilte die israelische Armee am Morgen mit. Die iranischen Revolutionsgarden erklärten ihrerseits, Ziele in Israel sowie von der US-Armee genutzte Stützpunkte in mehreren Golfstaaten angegriffen zu haben. Darunter seien die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar und Kuwait gewesen. In Bahrain sei zudem eine Wartungsanlage für das US-Luftverteidigungssystem Patriot ins Visier genommen worden.

    +++ Ein unter thailändischer Flagge fahrendes Frachtschiff ist nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim vor der Insel Keschm auf Grund gelaufen.

    Die "Mayuree Naree" war Anfang des Monats in der Straße von Hormus bereits von unbekannten Geschossen ‌getroffen worden. Thailändischen Angaben zufolge hatte die omanische Marine 20 Besatzungsmitglieder gerettet, nachdem eine Explosion im Heck des Frachters ​ein Feuer im Maschinenraum ausgelöst hatte.

    +++ Verteidigungsminister Boris Pistorius hat sich vorsichtig zu Berichten über eine Umleitung von US-Waffen aus der geplanten Ukraine-Hilfe in den Nahen Osten geäußert.

    Für die deutsche Beteiligung an dem sogenannten Purl-Programm könne er das nicht bestätigen, sagte der SPD-Politiker bei einem Besuch in einem australischen Werk des deutschen Rüstungskonzern Rheinmetall nahe Brisbane. Über Purl finanzieren europäische NATO-Staaten und Kanada US-Rüstungsgüter für die Ukraine, weil die USA ihre finanzielle Unterstützung drastisch heruntergefahren haben. Die "Washington Post" hatte unter Berufung auf mehrere nicht genannte Quellen berichtet, das Pentagon prüfe, ob Waffen, die eigentlich für die Ukraine bestimmt sind, in den Nahen Osten umgeleitet werden sollten, da der Krieg mit dem Iran Munitionsbestände des US-Militärs aufzehre.

    +++ Israel hat erneut den Süden der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen.

    Die Nachrichtenagentur Reuters meldet unter Berufung auf Sicherheitskreise, Raketen hätten ein Gebäude getroffen. AFP-Journalisten vor Ort bestätigten die Explosionen, Aufnahmen zeigten Rauch über den Stadtvierteln, die als Hisbollah-Hochburg gelten. Über Opfer ist noch nichts bekannt.

    Donnerstag, 26. März

    ​+++ Der Iran hat einem Medienbericht zufolge nicht um einen zehntägigen Aufschub der Angriffe auf seine Energieanlagen gebeten.

    Zudem stehe eine endgültige Antwort auf einen 15-Punkte-Plan der USA zur Beendigung des Krieges noch aus, berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Vermittler. US-Präsident Trump hatte erklärt, er setze die geplanten Angriffe auf Bitte der iranischen Regierung für zehn Tage aus.

    +++ Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Lagarde, warnt vor langjährigen Störungen der Energieversorgung durch den Krieg im Nahen Osten.

    Die Erwartung einer raschen Rückkehr zur Normalität sei möglicherweise zu optimistisch, sagte Lagarde in einem Interview mit ‌dem Magazin "The Economist". Es sei bereits zu viel Energieinfrastruktur beschädigt worden. Der Schock für die Weltwirtschaft falle womöglich größer aus als von Experten derzeit angenommen, die Folgen dürften sich jedoch erst nach und nach zeigen.

    +++ Israels Armee hat nach der Tötung des Marine-Kommandeurs der iranischen Revolutionsgarden damit gedroht, weitere wichtige Führungsfiguren im Iran ins Visier zu nehmen.

    Die Tötungen würden nicht aufhören, sagte Militärsprecher Defrin. "Wir werden weiterhin jeden verfolgen, der Israel bedroht." Aus dem Iran gab es zunächst keine Bestätigung für den Tod von Admiral Tangsiri.

    +++ US-Präsident Donald Trump hat sein Ultimatum an den Iran erneut verlängert.

    Auf Bitten der iranischen Regierung setze er "die Frist zur Zerstörung von Energieanlagen um zehn Tage bis Montag, den 6. April 2026 um 20 Uhr Ostküstenzeit" aus, schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. Er begründete dies mit den Verhandlungen mit dem Iran, die "sehr gut" vorankämen. Somit soll es zunächst keine Angriffe auf iranische Kraftwerke geben.

    +++ Die Weltbank hat rasche Finanzhilfen für Länder angekündigt, die unter den Folgen des Nahost-Konflikts leiden.

    Um die Regierungen bei der Bewältigung von Herausforderungen wie stark gestiegenen Energiekosten zu unterstützen, sollen schnell auszahlbare Finanzierungsinstrumente genutzt werden, teilte die Entwicklungsorganisation mit. Zudem sollen Unternehmen mit Liquidität versorgt werden, um Arbeitsplätze und Wirtschaftswachstum in den betroffenen Staaten zu erhalten.

    +++ Der ukrainische Präsident Selenskyj ist zu Gesprächen in Saudi-Arabien eingetroffen.

    Thema dürften der Iran-Krieg und eine Lieferung von ukrainischen Abwehrdrohnen an das Land sein. Die Ukraine erhofft sich, im Gegenzug Flugabwehrraketen für Patriot-Systeme zu erhalten. Selenskyj betonte nach seiner Ankunft in der Küstenstadt Dschidda, er schätze die Unterstützung derjenigen, die bereit seien, gemeinsam für Sicherheit zu sorgen. Teil der ukrainischen Delegation ist auch der Sekretär des Nationalen Sicherheitsrats, Umjerow. Der Ukraine zufolge sind bereits rund 200 ukrainische Experten in den Golfstaaten im Einsatz, um den Ländern bei der Abwehr iranischer Drohnen zu helfen.
    Der ukrainische Präsident Selenskyj (l.) sitzt dem saudischen Kronprinzenn bin Salman gegenüber.
    Der ukrainische Präsident Selenskyj (l.) im Gespräch mit dem saudischen Kronprinzenn bin Salman in Dschidda (Archivbild). (- / Ukrainian Presidential Press O / -)

    +++ Die iranische Hauptstadt Teheran ist am Donnerstagabend erneut von Explosionen erschüttert worden.

    Wie ein AFP-Reporter berichtete, waren nach Einbruch der Dunkelheit im Norden der Stadt mindestens drei Detonationen zu hören, nachdem Kampfflugzeuge über Teheran geflogene waren. Zunächst war nicht ersichtlich, welche Orte getroffen wurden.  Im Lauf des Tages waren bereits mehrere Regionen des Landes von erneuten Luftangriffen getroffen worden. Israel hatte erneute "groß angelegte" Angriffe auf iranische Ziele angekündigt.

    +++ Die Golfstaaten haben die iranischen Angriffe auf arabische Länder am Golf kritisiert.

    Teherans Verhalten sei destabilisierend und habe roten Linien überschritten, sagte der Generalsekretär des Golf-Kooperationsrats, Dschasim al-Budaiwi, einem Bericht des saudischen Fernsehsenders Al-Arabija zufolge vor Diplomaten. Dazu gehöre, die Straße von Hormus zu schließen und Gebühren für deren Passage zu verlangen. Im laufenden Krieg habe der Iran 85 Prozent seiner Raketen auf Golfstaaten abgefeuert, sagte al-Budaiwi den Angaben zufolge. Seine Region übe "größtmögliche Zurückhaltung gegenüber der iranischen Aggression". Die Staaten hätten entschieden, nicht zu reagieren, um den Konflikt nicht auszuweiten.
    Der Golf-Kooperationsrat vertritt seit 1981 die gemeinsamen Interessen von Kuwait, Katar, Oman, Saudi-Arabien, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

    +++ Der Anführer der jemenitischen Huthi-Miliz hat mit einem Eingreifen seiner Kämpfer in den Iran-Krieg gedroht.

    "Sollte sich der Konflikt auch nur ansatzweise so entwickeln, dass eine militärische Reaktion erforderlich wird, werden wir unverzüglich eingreifen, so wie wir es bereits in früheren Phasen getan haben", erklärte Abdul Malik al-Huthi. Die Huthis werden wie die Terrororganisation Hamas im Gazastreifen und die militant-islamistische Hisbollah im Libanon vom Iran unterstützt. Sie bilden die sogenannte "Achse des Widerstands". Deren erklärtes Ziel ist die Vernichtung Israels.

    +++ Der Iran hat nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim seine Antwort auf einen 15-Punkte-Vorschlag der USA für ein Ende des Kriegs übermittelt.

    Dies sei in der vergangenen Nacht über Mittelsmänner geschehen, erklärte die Agentur unter Berufung auf eine informierte Quelle. Demnach stellt der Iran seinerseits Bedingungen und fordert etwa einen Stopp aller Kampfhandlungen auch im Libanon und im Irak sowie ein Ende der gezielten Tötungen iranischer Führungspersonen. Teheran warte jetzt auf eine Antwort aus Washington. Das iranische Präsidialamt und die mächtigen Revolutionsgarden hatten zuvor erklärt, der Plan sei zurückgewiesen worden. Auch wurde erklärt, es fänden derzeit keine "Verhandlungen" statt.

    +++ US-Präsident Trump hat sich erneut verärgert über die fehlende Unterstützung NATO-Länder gezeigt.

    "Die NATO-Staaten haben absolut nichts unternommen, um gegen den wahnsinnigen Iran zu helfen, der nun militärisch dezimiert ist", schrieb er in Großbuchstaben auf seiner Plattform Truth Social. Außerdem drohte er indirekt, diese fehlende Unterstützung nicht zu vergessen: "Die USA brauchen nichts von der NATO, aber vergessen Sie niemals diesen äußerst wichtigen Zeitpunkt!" Was genau er erwartet, ging aus dem Post nicht hervor.

    +++ Der pakistanische Außenminister hat eine Vermittlung zwischen den USA und dem Iran bestätigt.

    Sein Land habe Mitteilungen der beiden Staaten weitergeleitet, teilte Ishaq Dar auf der Online-Plattform X mit. Dabei sei auch ein 15-Punkte-Plan, den die US-Regierung entworfen hatte, geteilt worden. Der Iran bestreitet, dass es solche Verhandlungen gegeben habe.

    +++ Israel gibt an, den Marine-Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden getötet zu haben.

    Die Armee habe Admiral Tangsiri "ausgeschaltet", teilt das Büro des israelischen Verteidigungsministers Katz mit. Der Kommandeur sei "zusammen mit hochrangigen Offizieren des Marinekommandos" getötet worden. Katz macht Tangsiri für die Blockade der Straße von Hormus verantwortlich.
    Ein Bild von Februar 2025 zeigt den Marinekommandeur der Revolutionsgarden, Aliresa Tangsiri
    Der Marinekommandeur der Revolutionsgarden, Aliresa Tangsiri, ist laut israelischen Angaben getötet worden. (Archivbild) (AFP / -)

    +++ Das iranische Regime hat erneut Israel und die Golfstaaten aus der Luft angegriffen.

    In Israel gab es nach Agenturberichten mehrere Angriffswellen. Im Großraum Tel Aviv, in Jerusalem und im Norden des Landes wurde Raketenalarm ausgelöst. In einer Ortschaft östlich von Tel Aviv wurden mehrere Personen verletzt. In den Vereinigten Arabischen Emiraten starben zwei Menschen durch herabstürzende Trümmerteile einer abgefangenen Rakete. Das saudi-arabische Militär fing Drohnen über dem Osten des Landes ab. Auch aus Kuwait und Bahrain gibt es Berichte über Angriffe aus dem Iran.

    +++ Der Iran verstärkt nach US-Medienberichten seine Verteidigung auf der Ölexport-Insel Kharg.

    Der Sender CNN meldet, es seien zusätzliche Militärkräfte und Flugabwehrsysteme auf die Insel verlegt worden. Außerdem seien dort Anti-Personen- sowie Panzerabwehr-Minen installiert worden. CNN beruft sich auf Erkenntnisse der US-Geheimdienste. Demnach bereitet sich der Iran auf eine mögliche Operation des amerikanischen Militärs zur Eroberung der Insel vor. Die USA würden damit auch den Druck auf das Regime erhöhen, die Straße von Hormus wieder für den Schiffsverkehr freizugeben. Das US-Militär hatte die Insel Kharg bereits vor knapp zwei Wochen aus der Luft angegriffen und dabei die militärische Infrastruktur ins Visier genommen - nicht aber die dortigen Ölanlagen.

    +++ Die US-Streitkräfte haben nach eigenen Angaben seit Beginn des Iran-Krieges mehr als 10.000 militärische Ziele in der Islamischen Republik angegriffen.

    Der Befehlshaber des zuständigen Kommandos Centcom, Cooper, erklärte auf X, man habe mehr als zwei Drittel der Produktionsstätten für Raketen und Drohnen beschädigt oder zerstört. Das Regime habe zudem die Fähigkeit verloren, in der Region und weltweit noch nennenswerten Einfluss auf See auszuüben. Cooper betonte, fast alle der größten Schiffe der iranischen Marine seien zerstört worden.
    Das Foto zeigt den Befehlshaber des US-Militärkommandos Centcom, Admiral Brad Cooper, an einem Rednerpult.
    US-Kommando Centcom, Admiral Brad Cooper (AFP / OCTAVIO JONES)

    +++ Aktivisten in Iran haben Angriffe in der Region rund um die Stadt Isfahan gemeldet.

    Laut einer pro-reformistischen Zeitung gab es in dem Gebiet heftige Attacken. Es seien zwei Wohngebiete getroffen worden, teilte die iranische Nachrichtenagentur Fars mit. Zuvor hatte das israelische Militär mitgeteilt, eine "umfangreiche Welle von Angriffen" im gesamten Iran, darunter auch Isfahan, abgeschlossen zu haben. In der Stadt gibt es eine große iranische Luftwaffenbasis.


    +++ Der ukrainische Präsident Selenskyj sieht wegen des Iran-Kriegs sein Land einem höheren Druck der USA ausgesetzt.

    "Der Nahe Osten hat definitiv Auswirkungen auf Präsident Trump und, wie ich glaube, auf seine nächsten Schritte", sagte Selenskyj der Nachrichtenagentur Reuters. Präsident Trump dränge auf ein schnelles Ende des vor vier Jahren durch die russische Invasion ausgelösten Krieges. Der ukrainische Präsident beklagte, Trump wähle bedauerlicherweise weiterhin eine Strategie, die den Druck auf die ukrainische Seite erhöhe.

    +++ Verteidigungsminister Pistorius hat einen Beitrag Deutschlands zur Absicherung einer Waffenruhe in Aussicht gestellt.

    Die Auseinandersetzung im Nahen Osten sei eine Katastrophe für die Volkswirtschaften der Welt, sagte der SPD-Politiker bei einem Treffen mit seinem australischen Kollegen Marles in der Hauptstadt Canberra. Die Auswirkungen seien schon jetzt nach wenig mehr als zwei Wochen immens. Nötig sei deshalb so schnell wie möglich eine diplomatische Lösung. Deutschland sei bereit, einen Frieden abzusichern, insbesondere um den freien Seeverkehr in der Straße von Hormus zu ermöglichen.

    +++ Die israelische Armee hat eigenen Angaben zufolge erneut Angriffe in weiten Teilen des Iran ausgeführt.

    Dabei sei die Infrastruktur des iranischen Terrorregimes anvisiert worden, erklärte ein Sprecher. Unter anderem hätten die israelischen Streitkräfte die Stadt Isfahan im Zentrum des Iran attackiert.

    +++ Der Deutsche Bundeswehrverband hat davor gewarnt, dass die Konzentration auf ‌den Iran-Krieg die Verteidigung ⁠gegen Russland schwäche.

    Die größte Bedrohung für Europa gehe nach wie vor von Russland aus, sagte der Verbandsvorsitzende Wüstner der "Rheinischen Post". Durch das widersprüchliche Verhalten von US-Präsident Trump und durch Europas militärische Schwäche, werde Russland nicht mehr ausreichend abgeschreckt. Zudem spiele es dem russischen Präsidenten Putin in die Karten, dass derzeit alle Aufmerksamkeit auf den Iran gerichtet sei. Der Kremlchef könne so seine Angriffe auf die Ukraine verstärken.
    Andre Wüstner, Vorsitzender des Bundeswehrverbandes und Oberst, lächelt in die Kamera. Er trägt eine Uniform.
    Andre Wüstner, Vorsitzender des Bundeswehrverbandes (IMAGO / Jürgen Heinrich / IMAGO / Jürgen Heinrich)

    +++ Das Weiße Haus hat dem Iran mit noch härterem militärischen Vorgehen gedroht, sollte Teheran sich einem Abkommen zur Beendigung des Krieges verweigern.

    Die Sprecherin des Weißen Hauses, Leavitt, erklärte, falls die iranische Seite ihre Niederlage nicht anerkenne, sei Präsident Trump bereit, das Land "härter als jemals zuvor" zu treffen. Die USA hatten der iranischen Führung zuvor einen Plan zur Beendigung des Krieges übermitteln lassen. Ägypten und Pakistan bestätigten dies. Medienberichten zufolge sieht der Vorschlag unter anderem die komplette Wiederöffnung der Straße von Hormus vor. Im Gegenzug sollen die Sanktionen gegen den Iran aufgehoben werden.

    +++ In Frankreich treffen sich heute die Außenminister der G7-Industriestaaten zu Beratungen.

    In Cernay-la-Ville bei Paris soll es unter anderem um den Krieg iSm Iran gehen. Dazu wird die Teilnahme des US-Chefdiplomaten Rubio erwartet. Für Deutschland nimmt Außenminister Wadephul teil.
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