Newsblog zum Krieg im Nahen Osten
Die Entwicklungen vom 6. bis 8. April

Wir halten Sie über den Krieg im Iran und in der Golf-Region auf dem Laufenden. In diesem Archiv finden Sie die Entwicklungen vom 6. bis 8. April 2026.

    Nato-Generalsekretär Mark Rutte blickt in die Kamera.
    Nato-Generalsekretär Mark Rutte hat sich mit US-Präsident Trump getroffen (picture alliance / newscom / Bonnie Cash)
    Die aktuellen Entwicklungen lesen Sie hier.

    Mittwoch, 8. April

    +++ Nach Angaben des Weißen Hauses sollen die ersten direkten Verhandlungen zur Beendigung des Iran-Kriegs am Samstagmorgen in Pakistan stattfinden.

    US-Präsident Trump entsende dafür eine Delegation mit Vizepräsident Vance an der Spitze, sagte Regierungssprecherin Leavitt in Washington. Außerdem seien der Sondergesandte Witkoff und Trumps Schwiegersohn Kushner als Teilnehmer vorgesehen. Pakistans Premierminister Sharif hatte die Delegationen der USA und des Irans für Gespräche in die pakistanische Hauptstadt Islamabad eingeladen. Ziel ist ein Abkommen zur Beilegung des Konflikts, das über die zunächst vereinbarte Waffenruhe von zwei Wochen hinausgeht.

    +++ Die iranische Hafenbehörde hat Schiffen davon abgeraten, ohne vorherige Abstimmung mit den iranischen Revolutionsgarden die Straße von Hormus zu passieren.

    Die Behörde verwies in einer Mitteilung, die von staatlichen Medien verbreitet wurde, auf die Gefahr von Minen in der wichtigen Meerenge nach Wochen des Krieges. Zuvor war berichtet worden, der Iran habe den Schiffsverkehr durch die wichtige Meerenge aus Protest über die israelischen Angriffe im Libanon wieder eingestellt. Den Angaben zufolge passierten nur zwei Öltanker die Straße von Hormus seit Beginn der Waffenruhe.

    +++ Bei den israelischen Luftangriffen sind nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums mindestens 182 Menschen getötet worden.

    Knapp 900 weitere Menschen seien verletzt, hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums. Viele Opfer werden noch unter Trümmern vermutet. Die israelische Luftwaffe hatte trotz einer Feuerpause im Iran-Krieg zahlreiche Ziele im nördlichen Nachbarland bombardiert, darunter auch in der Hauptstadt Beirut. Nach Angaben des israelischen Militärs galt der Angriff Kommandeuren und militärischer Infrastruktur der mit dem Iran verbündeten Hisbollah-Miliz.

    +++ Der UNO-Hochkommissar für Menschenrechte, Türk, hat die israelischen Luftangriffe im Libanon scharf verurteilt.

    "Das Ausmaß der Tötungen und Zerstörungen im Libanon ist schlichtweg entsetzlich", sagte der österreichische UNO-Diplomat laut einer Mitteilung. "Ein solches Blutbad, nur wenige Stunden nach der Vereinbarung eines Waffenstillstands mit dem Iran, ist kaum zu fassen. Es setzt den fragilen Frieden, den die Zivilbevölkerung so dringend braucht, enorm unter Druck", warnte Türk.

    +++ Wegen israelischer Angriffe auf die Hisbollah im Libanon erwägt Teheran nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Fars die Aufkündigung der Waffenruhe mit den USA.

    Nach iranischer Ansicht verstößt Israel gegen die Feuerpause, die nach Darstellung der pakistanischen Vermittler ausdrücklich auch für den Libanon gilt. Diese Auffassung teilen die US-Regierung und Israel nicht. Israel hatte nach eigenen Angaben die größte Angriffswelle auf die Hisbollah im Libanon seit Jahren gestartet. Binnen zehn Minuten seien mehr als 100 Kommandostellungen und Stützpunkte der vom Iran unterstützen Miliz getroffen worden, erklärte Verteidigungsminister Katz. Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden landesweit mindestens 112 Menschen getötet und mehr als 800 weitere verletzt.

    +++ Das kuwaitische Innenministerium hat "schwere Sachschäden" an mehreren wichtigen Einrichtungen nach iranischen Drohnenangriffen gemeldet.

    An einigen Standorten seien Brände ausgebrochen. Darunter seien Ölanlagen sowie drei Kraftwerke und Meerwasserentsalzungsanlagen, so das Ministerium.

    +++ In der Straße von Hormus sind einem iranischen Medienbericht zufolge Öltanker gestoppt worden.

    Dies sei nach einer Verletzung der Feuerpause durch Israel im Libanon erfolgt, meldet die staatliche Nachrichtenagentur Fars. Israel erklärte, die Vereinbarung gelte nicht für seine Vorstöße im Südlibanon.
    Eine Karte zeigt die Straße von Hormus.
    Die Straße von Hormus (picture alliance / Andre M. Chang)

    +++ Der Iran erwägt einem Medienbericht zufolge neue Angriffe auf Israel.

    Grund seien Verstöße Israels gegen die Feuerpause im Libanon, meldet die iranische Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf einen Regierungsvertreter. Israel hat ungeachtet der Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran seine Angriffe im Libanon ausgeweitet. Dort geht das Militär nach eigenen Angaben gegen die mit dem Iran verbündete Hisbollah-Miliz vor.

    +++ Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Birol, hofft auf eine Öffnung der Straße von Hormus bis Ende April.

    "Je länger sie geschlossen bleibt, desto schmerzhafter wird es und desto schwieriger wird die Rückkehr zum Vorkriegszustand", sagte Birol der "Süddeutschen Zeitung". Viele Energieinfrastrukturen seien beschädigt - das brauche Zeit. Mit Blick auf die Energieversorgung betonte Birol, man werde die Folgen viele Monate spüren, wenn nicht Jahre.
    IEA-Direktor Fatih Birol spricht in ein Mikrofon. Er trägt einen dunklen Anzug, ein weißes Hemd und eine Krawatte.
    IEA-Direktor Fatih Birol (AP Photo / Michel Euler)

    +++ Der Iran geht nach den Worten seines UNO-Botschafters, Bahreini, in Genf mit großer Vorsicht in die anstehenden Gespräche mit den USA über eine Beendigung des Krieges.

    Es gebe ein großes Misstrauen, sagte Bahreini der Nachrichtenagentur Reuters. Die iranischen Streitkräfte hielten ihre Einsatzbereitschaft aufrecht. Man wolle in den Verhandlungen jedoch prüfen, wie ernst ‌es die USA meinten. Alle bestehenden Vereinbarungen, auch die zur Straße von Hormus, seien nur vorläufig. Der Krieg werde sich auf den künftigen rechtlichen Status der Meerenge auswirken.

    +++ Nach der Einigung zwischen den USA und dem Iran zur Öffnung der Straße von Hormus gibt es widersprüchliche Angaben zur Lage vor Ort.

    US-Verteidigungsminister Hegseth sagte, die Schiffspassage sei offen und der Handelsverkehr werde wieder anlaufen. Das US-Militär beobachte alle Bewegungen in Echtzeit. Die iranische Armee erklärte hingegen, man verwalte und kontrolliere die Straße von Hormus. Staatsmedien berichteten über die erste Durchfahrt eines Schiffs seit Beginn der Feuerpause. Im Online-Dienst MarineTraffic ist weiterhin nur wenig Schiffsverkehr in der Meeresenge zu sehen. Große Reedereien wie Maersk und Hapag-Lloyd sowie mehrere nationale Verbände äußerten sich zurückhaltend zu möglichen Durchfahrten.

    +++ In Pakistans Hauptstadt Islamabad finden ab Freitag Gespräche zur dauerhaften Beilegung des Konflikts zwischen dem Iran und den USA statt.

    Auch der Iran habe dies zugesagt, erklärte Pakistans Premierminister Sharif, der als Vermittler auftritt. Die Delegationsmitglieder wurden noch nicht benannt. Die USA entsenden nach Angaben von Präsident Trump Vizepräsident Vance, Außenminister Rubio sowie den Sondergesandten Witkoff. Trump schrieb in seinem Netzwerk Truth Social, man werde über Zoll- und Sanktionserleichterungen verhandeln. Eine neue Uran-Anreicherung werde es nicht mehr geben. Teheran bestätigte die Angaben bislang nicht.

    +++ Die USA haben nach den Worten von Verteidigungsminister Hegseth mit ihren Angriffen die Fähigkeiten des Iran zum Bau von Raketen zerstört.

    "Wir haben die vollständige Zerstörung der iranischen Verteidigungsindustrie abgeschlossen, ein zentrales Element unseres Auftrags", sagte Hegseth. Der Iran könne keine Raketen mehr bauen. Auch andere hochentwickelte Waffen könne das Land nicht mehr herstellen.
    US-Verteidigungsminister Pete Hegseth spricht an einem Rednerpult. Im Hintergrund ist Donald Trump und die US-Flagge zu sehen.
    US-Verteidigungsminister Pete Hegseth (picture alliance / AP Photo / Mark Schiefelbein)

    +++ Trotz der verkündeten Einigung auf eine Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA haben mehrere Golfstaaten iranische Angriffe gemeldet.

    Die kuwaitische Armee teilte mit, der Iran greife das Land seit Stunden an. Dabei seien Ölförderanlagen, Kraftwerke und Entsalzungsanlagen erheblich beschädigt worden. Die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten, die Luftabwehr sei derzeit mit Raketen- und Drohnenangriffen aus dem Iran konfrontiert. Am Morgen waren bereits aus Bahrain Raketenangriffe gemeldet worden. In Berichten war von Explosionen und Rauch über der Insel Sitra die Rede, auf der sich Ölförderanlagen befinden. Das iranische Staatsfernsehen bestätigte die Angriffe. Diese seien eine Reaktion auf die Bombardierung iranischer Ölanlagen kurz vor Beginn der Feuerpause.

    +++ US-Präsident Trump hat Strafzölle für Staaten angekündigt, die den Iran mit Waffen versorgen.

    Der Aufschlag gelte ab sofort und werde 50 Prozent für alle in die USA eingeführten Güter dieser Länder betragen, schreibt Trump auf seinem Kurznachrichtendienst Truth Social. Als wichtigste Waffenlieferanten für Teheran gelten China und Russland.
    Der Präsident kündigte außerdem eine Zusammenarbeit mit dem Iran bei der Bergung von bei Angriffen verschüttetem Uran an. Eine weitere Anreicherung von Uran in der Islamischen Republik schloss er aus. Eine Bestätigung aus Teheran für diese Aussagen liegt bisher nicht vor.

    +++ Nach der angekündigten Waffenruhe hat die Bundesregierung den Iran aufgefordert, die Straße von Hormus "nun wie angekündigt zu öffnen".

    Teheran dürfe den internationalen Seeverkehr nicht weiter bedrohen, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Hille in Berlin. Das Land müsse zudem von weiteren Angriffen auf Israel und die Staaten am Golf absehen. 
    Bundeskanzler Merz hatte zuvor die Einigung auf eine Waffenruhe im Iran-Krieg begrüßt. "Deutschland wird in geeigneter Weise dazu beitragen, die freie Schifffahrt in der Hormus-Straße zu gewährleisten“, ergänzte der CDU-Politiker.
    Vereinigte Arabische Emirate: Öltanker und Frachtschiffe reihen sich in der Straße von Hormus auf, gesehen von Khor Fakkan.
    Öltanker und Frachtschiffe reihen sich in der Straße von Hormus auf (Archivbild). (Altaf Qadri / AP / dpa / Altaf Qadri)

    +++ Die deutschen Reeder haben sich zurückhaltend bezüglich einer Wiederaufnahme von Fahrten durch die Straße von Hormus geäußert.

    Ihr Verband VDR erklärte, angesichts der weiterhin unklaren Lage und fehlender verlässlicher Sicherheitsgarantien würden die Reeder mögliche Durchfahrten sehr sorgfältig abwägen. Grundsätzlich sei die Waffenruhe aber ein wichtiges Signal für die im Persischen Golf festsitzenden Seeleute. Laut dem Verband sind insgesamt mehr als 2.000 Handelsschiffe mit rund 20.000 Seeleuten betroffen, darunter mindestens 50 Schiffe deutscher Reedereien.  Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation IMO erklärte, sie arbeite mit den Konfliktparteien zusammen, um eine sichere Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu ermöglichen. Die IMO ist eine Unterorganisation der Vereinten Nationen.

    +++ Russland erwartet durch die Einigung auf eine Waffenruhe im Iran-Krieg diplomatische Fortschritte bezüglich seines Kriegs gegen die Ukraine.

    Kremlsprecher Peskow sagte in Moskau, man hoffe, dass die US-Diplomaten in naher Zukunft mehr Zeit und mehr Möglichkeiten hätten, um sich im trilateralen Format zu treffen. Die von Washington vermittelten Gespräche zwischen Russland und der Ukraine waren zuletzt infolge des Iran-Krieges ins Stocken geraten.
    Der ukrainische Präsident Selenskyj erneuerte sein Angebot für eine Feuerpause im russischen Angriffskrieg. Man sei bereit, spiegelbildlich zu antworten, wenn Russland seine Attacken einstelle, schrieb Selenskyj in sozialen Netzwerken.
    +++ Der Politikwissenschaftler Thomas Jäger von der Universität Köln warnt vor überzogenen Erwartungen an ein rasches Verhandlungsergebnis.
    Jäger sagte im Deutschlandfunk, die Positionen der USA und des Iran lägen in vielen Punkten weit auseinander. Dazu komme, dass der amerikanische Bluff enttarnt worden sei, die Straße von Hormus gegen iranische Angriffe offenhalten zu können. Teheran habe nun mit geringen Mitteln Mitsprache bei einer Frage, die vor dem Krieg nicht auf dem Tisch lag. Die zu Beginn definierten Kriegsziele, nämlich Kontrolle über iranisches Uran sowie einen Regimewechsel in Teheran, habe Trump jedoch nicht erreicht.

    +++ Der französische Präsident Macron hat die Feuerpause im Iran-Krieg begrüßt, aber eine Ausweitung auf den Libanon gefordert.

    Die Lage dort bleibe kritisch, sagte Macron in Paris.

    +++ US-Vizepräsident Vance hat die Waffenruhe mit dem Iran als "zerbrechlich" eingestuft und die Führung in Teheran zu "aufrichtigen Verhandlungen" aufgefordert.

    Dann könne man seiner Meinung nach eine Vereinbarung erzielen, sagte Vance bei einem Besuch in Budapest. Sollte die iranische Führung jedoch nicht an den Verhandlungstisch kommen, "werden sie herausfinden, dass man sich nicht mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten anlegen sollte", betonte der US-Vizepräsident.

    +++ Israel hat seine Angriffe auf die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Süden des Libanon fortgesetzt.

    Das berichteten staatliche libanesische Medien. Die israelische Armee bestätigte, dass der Kampf im Libanon weitergehe. Ein Armeesprecher rief Menschen südlich des Flusses Sahrani dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen. Israels Ministerpräsident Netanjahu hatte zuvor angekündigt, die zweiwöchige Waffenruhe im Iran-Krieg werde nicht für den Kampf gegen die Hisbollah gelten.
    Feuerwehrleute und viele Menschen sind am Einsatzort nach einem israelischen Luftangriff auf ein Auto auf der Küstenstraße in der südlichen Stadt Sidon im Libanon.
    Israelischer Angriff auf Libanon (picture alliance/Anadolu/Ahmed Kaddoura)

    +++ Bundeskanzler Merz hat die Einigung auf eine Waffenruhe im Iran-Krieg begrüßt.

    Die Bundesregierung danke Pakistan für die Vermittlung dieser wichtigen Vereinbarung, heißt es in einer Mitteilung. Ziel müsse nun sein, in den nächsten Tagen ein dauerhaftes Ende des Krieges auszuhandeln. Dies werde sich nur auf diplomatischem Weg erreichen lassen. 
    Entsprechende Verhandlungen dienen laut Merz dem Schutz der iranischen Zivilbevölkerung und der Sicherheit in der Region. Sie könnten eine schwere weltweite Energiekrise abwenden. Die Bundesregierung unterstütze daher die diplomatischen Bemühungen und stehe dazu in engem Austausch mit den USA und anderen Partnern. "Deutschland wird in geeigneter Weise dazu beitragen, die freie Schifffahrt in der Hormus-Straße zu gewährleisten“, ergänzte der Bundeskanzler. Bundesaußenminister Wadephul schrieb auf X, die Waffenruhe müsse "der entscheidende erste ‌Schritt" zu einer dauerhaften Befriedung sein. Die Folgen einer Fortsetzung des Krieges wären unübersehbar.
    Mehrere Golfstaaten begrüßten die Einigung ebenfalls, forderten aber weitergehende diplomatische Bemühungen. Man hoffe nun auf eine dauerhafte Friedenslösung für die Region, teilte das Außenministerium in Saudi-Arabien mit.

    +++ Der Deutsche Aktien-Index steigt nach der angekündigten zweiwöchigen Feuerpause deutlich.

    Der Dax legte zum Handelsstart um 4,9 Prozent auf 24.033 Punkte zu. Die Hoffnung auf eine Wiederaufnahme der Öl- und Gaslieferungen durch die Straße von Hormus lässt die Ölpreise einbrechen und beflügelt die Aktienmärkte weltweit.
    Auch die Börsenkurse in Ostasien sind gestiegen. Der japanische Leitindex Nikkei 225 legte um 5,4 Prozent zu. Der südkoreanische Kospi lag zum selben Zeitpunkt um 8,3 Prozent im Plus. Die Börse in Südkorea musste aufgrund der starken Kursbewegung sogar vorübergehend den Handel aussetzen, um die Volatilität zu dämpfen. 
    Der Hongkonger Hang Seng-Index kletterte um 2,9 Prozent nach oben. Der in Shanghai gehandelten CSI 300, der die wichtigsten Aktien der chinesischen Festlandbörsen abbildet, verzeichnete ein Plus von 2,8 Prozent. Der australische S&P ASX 200 beschloss den Handelstag mit einem Zuwachs von 2,6 Prozent.

    +++ Die EU-Außenbeauftragte Kallas bezeichnete die Waffenruhe als einen "Schritt zurück vom Abgrund nach Wochen der Eskalation".

    Dies sei eine "dringend benötigte Chance, Raum für Diplomatie zu schaffen", schrieb Kallas auf der Online-Plattform X. Die Vereinten Nationen forderten die Kriegsparteien dazu auf, die Waffenruhe nun auch tatsächlich zu befolgen.

    +++ Auch Chinas Regierung begrüßt den angekündigten zweiwöchigen Waffenstillstand im Iran-Krieg.

    Eine Sprecherin des chinesischen Außenministeriums erklärte, dass Peking sich weiter für die Wiederherstellung des Friedens im Nahen Osten einsetzen werde.
    Mao Ning, Sprecherin im chinesischen Außenministerium, beantwortet Fragen von Journalisten. Im Hintergrund ist die chinesische Flagge zu sehen.
    Chinas Außenamtssprecherin Mao Ning (dpa / Johannes Neudecker)

    +++ Die Vereinten Nationen haben die Kriegsparteien aufgefordert, die Waffenruhe auch tatsächlich zu befolgen.

    Dies sei notwendig, um den Weg für einen dauerhaften und umfassenden Frieden in der Region zu ebnen, teilte ein Sprecher von UNO-Generalsekretär Guterres mit. Der Generalsekretär fordere die Konfliktparteien zudem auf, ihren völkerrechtlichen Verpflichtungen nachzukommen. Dazu gehörten der Schutz von Zivilisten und ziviler Infrastruktur.

    +++ Der Politikwissenschaftler Masala von der Universität der Bundeswehr in München sieht in der Einigung eine strategische Niederlage der USA.

    Dass der Iran allen Forderungen von Präsident Trump nachgekommen sei, sei "definitiv nicht richtig", sagte Masala im Deutschlandfunk. Nun seien harte Verhandlungen zu erwarten. Die zentrale Frage sei, was mit dem angereicherten Uran des Irans geschehe, erklärte Masala. Ein geschwächtes Regime könne in Zukunft erst recht versuchen, Nuklearwaffen zu entwickeln.
    Carlo Masala in der ARD-Talkshow maischberger im Studio Berlin Adlershof.
    Carlo Masala (IMAGO / Future Image / Thomas Bartilla)

    +++ Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Möller begrüßt die Einigung auf eine Waffenruhe im Iran-Krieg.

    Dies sei eine gute Nachricht vor allem für die Menschen in der Region, die am meisten unter den Kämpfen zu leiden hätten, sagte Möller im Deutschlandfunk. Sie hoffe, dass dieser von den USA und Israel "unnötig angezettelte Krieg", der gegen das Völkerrecht verstoße, nun durch Verhandlungen beendet werden könne, erklärte die Verteidigungspolitikerin.

    +++ In der iranischen Hauptstadt Teheran strömten zahlreiche Menschen in der Nacht auf die Straßen.

    Am Revolutionsplatz im Stadtzentrum versammelten sich jubelnde Regierungsanhänger, wie auf Bildern zu sehen war. Trump habe sich den iranischen Forderungen gebeugt, sagte der Reporter des Senders SNN TV, der den paramilitärischen Basidsch-Milizen nahesteht. 
    Iranische Pro-Regierungs-Demonstranten skandieren Slogans, während sie iranische Flaggen und ein Poster des Obersten Führers Chamenei halten. Sie versammeln sich nach der Ankündigung einer zweiwöchigen Waffenruhe im Krieg mit den USA und Israel.
    Teheran: Jubel bei Pro-Regierungs-Demonstranten nach Ankündigung einer Waffenruhe. (AP / dpa / Vahid Salemi)

    +++ Die zwischen Washington und Teheran vereinbarte zweiwöchige Feuerpause im Iran-Krieg gilt nach Angaben der israelischen Regierung nicht für den Kampf gegen die Hisbollah. 

    Israel unterstütze zwar die Feuerpause im Iran, diese umfasse jedoch "nicht den Libanon", erklärte das Büro von Israels Regierungschef Netanjahu. Zuvor hatte der Vermittler Pakistan erklärt, die Feuerpause gelte für den gesamten Nahen Osten einschließlich des Libanon.

    +++ Die Ölpreise haben nach der Verkündung einer Feuerpause im Iran-Krieg deutlich nachgegeben.

    Der Preis für ein Fass, also für 159 Liter der Nordseesorte Brent, sackte um rund 16 Prozent auf etwa 92 US-Dollar, was rund 79 Euro entspricht. Das war der niedrigste Wert seit Mitte März. Bei der für den US-Markt wichtigen Sorte WTI fiel der Preisrückgang ähnlich aus.
    Die Ölpreise sind aktuell der bedeutendste Gradmesser für die Inflations- und Konjunktursorgen am Markt. Sie waren vor allem wegen der Unterbrechung der Lieferketten an der Straße von Hormus rasant gestiegen.
    Ein Mann mit weißer Kufiya schaut auf ein Ölfeld mit einer Industrieanlage.
    Ein Ölfeld in Kuwait (Symbolbild) (AFP/ YASSER AL-ZAYYAT)

    +++ Trotz Verkündung einer Waffenruhe hat Israel einen weiteren Raketenbeschuss gemeldet.

    Aus den Städten Petach Tikva und Bnei Brak gebe es Berichte über Einschläge, meldete die israelische Nachrichtenseite "ynet". Kurz darauf heulten im Zentrum und Süden des Landes erneut die Sirenen. Bewohner berichteten von heftigen Explosionen. Die Luftabwehr sei im Einsatz, um die Bedrohung abzuwehren, teilte die israelische Armee auf Telegram mit. Zunächst war unklar, was dies für die Vereinbarung einer Feuerpause bedeutet.

    +++ Der pakistanische Ministerpräsident Sharif hat die Delegationen der USA und des Iran zu weiteren Verhandlungen eingeladen.

    Auftakt der Gespräche solle am Freitag in der Hauptstadt Islamabad sein, teilte Sharif auf der Online-Plattform X mit. Ziel sei, dass die Vertreter aus Washington und Teheran über ein endgültiges Abkommen zur Beilegung des Konflikts verhandeln. Ob die Gespräche direkt oder indirekt geführt werden, blieb offen. Pakistan hatte die Einigung auf die Feuerpause vermittelt.
    Weiter erklärte Sharif, beide Seiten hätten in den Gesprächen bemerkenswerte Weisheit und Verständnis bewiesen. Auch hätten sie sich konstruktiv für Frieden und Stabilität eingesetzt. Grundlage der Verhandlungen soll ein 10-Punkte-Papier sein, über dessen genaue Inhalte zunächst keine gesicherten Informationen vorlagen.

    +++ Im Iran-Krieg hat US-Präsident Trump kurz vor Ablauf seines Ultimatums einem Vorschlag Pakistans für eine zweiwöchige Waffenruhe zugestimmt.

    Dafür müsse der Iran die Straße von Hormus wieder öffnen, teilte Trump auf seiner Online-Plattform Truth Social mit. Der Iran erklärte anschließend seine Bereitschaft zur Öffnung der Meerenge. Die Zustimmung der Staatsspitze zur Feuerpause wurde im Fernsehen verkündet. Israel stimmte der Vereinbarung ebenfalls zu, die demnach auch für die Gefechte mit der Hisbollah im Libanon gelten soll.
    Alle Seiten betonten, man werde sich nur an die Vereinbarung halten, wenn auch die jeweils andere Seite die Bedingungen erfülle. Ohne Einigung wäre um 2 Uhr heute früh das Ultimatum ausgelaufen, in dem Trump mit einer kompletten Zerstörung der kritischen Infrastruktur des Iran gedroht hatte.

    +++ Angesichts der Drohungen von US-Präsident Trump ist der Iran laut Vizepräsident Aref auf "alle Szenarien" vorbereitet.

    "Die Regierung hat die notwendigen Maßnahmen für alle Szenarien bis ins Detail ausgearbeitet", erklärte er im Onlinedienst X. "Keine Drohung übersteigt unsere Bereitschaft und unsere Geheimdienstfähigkeiten", fügte Aref hinzu.  Die Äußerungen erfolgten wenige Stunden vor Ablauf eines Ultimatums des US-Präsidenten an den Iran. Dieser hatte zuvor mit der Auslöschung einer "ganzen Zivilisation" gedroht, sollte der Iran sein Ultimatum zur Öffnung der Straße von Hormus verstreichen lassen.

    +++ Der Chef der iranischen Justiz hat die Gerichte des Landes dazu aufgerufen, schneller Todesstrafen im Zusammenhang mit dem Krieg gegen die USA und Israel zu verhängen.

    "Sie müssen die Verhängung von Todesstrafen und die Beschlagnahmung von Besitztümern beschleunigen", sagte Gholam Hossein Mohseni Ejei während einer im Fernsehen übertragenen Versammlung von ranghohen Justizverantwortlichen. Es sei "notwendig, weiterhin und mit größerer Schnelligkeit Urteile gegen Elemente und Agenten des feindlichen Aggressors zu fällen," fügte er hinzu.
    Seit Beginn des Krieges Ende Februar wurden sieben Menschen gehängt. Sie waren im Zusammenhang mit den gewaltsam unterdrückten Anti-Regierungsprotesten im Januar verurteilt worden. Der Iran ist nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen nach China der Staat mit den meisten Hinrichtungen weltweit. 

    Dienstag, 7. April

    +++ Die Friedensverhandlungen im Iran-Krieg machen nach Angaben des Vermittlers Pakistan Fortschritte.

    Die diplomatischen Bemühungen schritten stetig voran und könnten in naher Zukunft zu substanziellen Ergebnissen führen, teilte der pakistanische Premierminister Sharif auf X mit. Er bitte daher US-Präsident Trump eindringlich darum, sein Ultimatum um zwei Wochen zu verlängern. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Leavitt, erklärte, Trump habe den Vorschlag erhalten und werde darauf antworten. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet unter Berufung auf Teheraner Regierungskreise, der Iran prüfe wohlwollend den Vorschlag Pakistans für eine zweiwöchige Waffenruhe. Das Ultimatum soll nach deutscher Zeit um 2.00 Uhr nachts auslaufen.

    +++ Angesichts der Drohungen von US-Präsident Trump gegenüber dem Iran und Gegendrohungen aus Teheran ergreifen mehrere Golfstaaten präventive Schutzmaßnahmen.

    Das kuwaitische Innenministerium empfahl Bürgern, von Mitternacht bis Mittwochmorgen zu Hause zu bleiben. Nur in "absolut dringenden Fällen" sollten Menschen nach draußen gehen. Im Golfstaat Bahrain stellte der größte Hafen vorsorglich seine Arbeit ein.

    +++ Zahlreiche Politiker der US-Demokraten haben Präsident Trump für seine Drohungen gegenüber Teheran kritisiert.

    Der demokratische Gouverneur von Minnesota, Walz, schrieb auf der Plattform X, Trump habe den Verstand verloren. Mehrere demokratische Kongressabgeordnete forderten die Absetzung Trumps. Als bislang einzige Republikanerin erklärte die frühere Abgeordnete Taylor Greene, Trump sollte wegen mentaler Unfähigkeit abgesetzt werden.
    Marjorie Taylor Greene kommt steht vor dem US-Kapitol in Washington.
    Marjorie Taylor Greene (Julia Demaree Nikhinson / AP / dpa / Julia Demaree Nikhinson)

    +++ Der iranische UNO-Gesandte Irawani hat die jüngsten Drohungen von US-Präsident Trump gegen sein Land verurteilt.

    Möglicherweise sei die Ankündigung, eine ganze Zivilisation werde sterben, wenn der Iran Trumps Forderungen nicht nachkomme, sogar eine "Anstachelung zum Völkermord", sagte Irawani. Die internationale Gemeinschaft müsse Trumps Rhetorik entgegentreten, bevor es zu spät sei.

    +++ Im Iran sind offenbar viele Bürger Aufrufen der Regierung gefolgt und haben sich vor Kraftwerken versammelt, um sie vor Angriffen der USA und Israels zu schützen.

    Staatliche Medien zeigten am Dienstag Bilder von Dutzenden Menschen, die vor Energieeinrichtungen Fahnen schwenkten und "Tod den USA" skandierten. US-Präsident Donald Trump hatte dem Iran mit Angriffen auf die Energie-Infrastruktur gedroht.

    +++ Der französische Außenminister Barrot hat sich von den jüngsten Äußerungen des US-Präsidenten distanziert.

    Er hoffe, dass Trump seine Drohungen gegen den Iran nicht in die Tat umsetzen werde. Man könne eine Zivilisation nicht einfach auslöschen, sagte Barrot dem Sender France 2. Sollte Trump die Drohungen wahr machen, würde das die Welt in eine neue gefährliche Eskalation treiben

    +++ Russland und China haben ihr Veto gegen eine Resolution des UNO-Sicherheitsrats eingelegt, die die Wiederöffnung der Straße von Hormus zum Ziel hatte.

    Bei der Abstimmung gab es außerdem 11 Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen. Die Resolution war mehrfach abgeschwächt worden in der Hoffnung, dass sich Russland und China enthalten würden.
    Der Persische Golf, die Straße von Hormus und der Golf von Oman in einer Satellitenaufnahme.
    Die Straße von Hormus ist de facto nicht passierbar. (NASA/The Visible Earth)
    Ursprünglich hatte es geheißen, dass "alle notwendigen Mittel" eingesetzt werden könnten, den Transit durch die Straße von Hormus zu gewährleisten. Dies hätte auch militärische Maßnahmen eingeschlossen. Zuletzt hatte es geheißen, betroffene Staaten seien aufgefordert, ihre defensiven Maßnahmen zu koordinieren, um zur Sicherheit der Schifffahrt beizutragen. Zudem müsse der Iran seine Angriffe auf Handels- und Frachtschiffe einstellen. 

    +++ Nach den Drohungen von Präsident Trump hat der Iran Medienberichten zufolge den direkten Kontakt mit der US-Seite abgebrochen.

    Der Schritt verkompliziere die Bemühungen um eine mögliche Einigung, schrieb das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Beamte im Nahen Osten. Gespräche über Vermittler liefen aber weiter. Die "New York Times" berichtete unter Berufung auf hochrangige iranische Beamte, Teheran habe seine Verhandlungsbemühungen mit den USA eingestellt.

    +++ Der UNO-Hochkommissar für Menschenrechte, Türk, warnt nach den jüngsten US-Drohungen gegen den Iran vor schweren Völkerrechtsverletzungen.

    Er verurteile insbesondere die Drohungen, eine ganze Zivilisation auszulöschen und zivile Infrastruktur anzugreifen, sagte der österreichische Diplomat in Genf. Und wörtlich: "Das ist widerlich." Die Umsetzung solcher Drohungen komme schwersten Völkerrechts-Verbrechen gleich.

    +++ Ministerpräsident Netanjahu hat bestätigt, dass israelische Kampfflugzeuge Brücken und Eisenbahnstrecken im Iran angegriffen haben.

    In einer von seinem Büro veröffentlichten Erklärung behauptete Benjamin Netanjahu, die iranische Revolutionsgarde nutze diese, um Material für die Herstellung von Waffen zu transportieren. Er erklärte, er habe die Angriffe gemeinsam mit Verteidigungsminister Israel Katz genehmigt, und betonte, sie seien nicht gegen die iranische Zivilbevölkerung, sondern gegen die Regierung gerichtet.

    +++ Die am 31. März im Irak entführte US-Journalistin Shelly Kittleson ist wieder frei.

    Das teilte die als einflussreich geltende Miliz Kataib Hisbollah mit. Medienberichten zufolge ist die Freilassung Teil eines Gefangenenaustauschs. Mehrere inhaftierte Mitglieder der pro-iranischen Miliz sollen auf freien Fuß gekommen sein.
    Shelly Kittleson trägt ein Kopftuch und lächelt in die Kamera.
    Die im Irak entführte Journalistin Shelly Kittleson ist freigelassen worden. (AP)

    +++ Der Iran hat nach israelischen Angriffsdrohungen die Bombardierung einer Eisenbahnbrücke gemeldet.

    Bei dem Luftangriff nahe der Kulturstadt Kaschan seien zwei Menschen ums Leben gekommen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna. Drei Menschen seien verletzt worden. Das Ausmaß der Schäden war zunächst unklar. Bei der Strecke handelt es sich um die Nord-Süd-Verbindung. Die Wüstenstadt Kaschan, ein beliebtes Touristenziel, liegt etwa drei Autostunden von der Hauptstadt Teheran entfernt.

    +++ US-Präsident Trump hat dem Iran erneut mit Auslöschung gedroht.

    Eine ganze Zivilisation werde heute Nacht untergehen, um nie wieder zurückzukehren, schrieb Trump auf seiner Online-Plattform Truth Social. Er wolle nicht, dass das passiere, aber es werde wahrscheinlich dazu kommen. Der US-Präsident bezeichnete die Situation als einen der "wichtigsten Momente in der langen und komplexen Geschichte der Welt". Trump bekräftigte damit seine frühere Drohung, Brücken und Kraftwerke im Iran vollständig zu zerstören, sollte das iranische Regime die Straße von Hormus nicht bis zur Nacht zu Mittwoch öffnen.

    +++ Die iranischen Revolutionsgarden drohen mit Angriffen außerhalb der Golfregion, sollten die USA rote ‌Linien überschreiten.

    In einer Erklärung kündigten sie zudem an, die Infrastruktur der USA und deren Partner in der Region ins Visier zu nehmen. Die Öl- und Erdgasversorgung aus der Region könnte jahrelang unterbrochen werden, hieß es weiter. Man gebe die Zurückhaltung auf.

    +++ Die Öl- und Erdgas-Koordinierungsgruppen der Europäischen Union beraten morgen und übermorgen über die Marktauswirkungen des Krieges.

    Das sagte die Sprecherin der EU-Kommission, Itkonen, auf einer Pressekonferenz.

    +++ Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Birol, hat vor einer Zuspitzung der Probleme bei der Ölversorgung gewarnt.

    Man müsse sich bewusst sein, dass der März zwar sehr schwierig gewesen sei, der April aber noch viel schlimmer werde, sagte Birol in Paris der Zeitung "Le Figaro". Denn die Golfstaaten förderten nur noch etwas mehr als die Hälfte der vor dem Krieg geförderten Ölmenge, und Erdgas werde gar nicht mehr exportiert. Die Welt habe noch nie eine Störung der Energieversorgung in einem solchen Ausmaß erlebt.
    IEA-Direktor Fatih Birol spricht in ein Mikrofon. Er trägt einen dunklen Anzug, ein weißes Hemd und eine Krawatte.
    IEA-Direktor Fatih Birol (AP Photo / Michel Euler)

    +++ Der Iran hat nach eigenen Angaben eine petrochemische Anlage in Saudi-Arabien angegriffen.

    Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Fars handelte es sich um den Komplex in Dschubail im Osten des Landes. Eine Stellungnahme der Regierung in Riad lag zunächst nicht vor.

    +++ Der Iran hat neue Explosionen auf der Insel Charg im Persischen Golf gemeldet.

    Die Nachrichtenagentur Mehr berichtete, die Insel werde angegriffen. Dort hatte das US-Militär bereits Mitte März Luftangriffe ausgeführt. Details zu den möglichen Zielen waren zunächst nicht bekannt.

    +++ In Teheran ist iranischen Staatsmedien zufolge eine Synagoge bei US-israelischen Angriffen "komplett zerstört" worden.

    Dies berichteten die Zeitung "Schargh" und die Nachrichtenagentur Mehr am Dienstag. Bei der Synagoge habe es sich um "einen der wichtigsten Versammlungsorte" für die Juden der Region gehandelt, schrieb "Schargh" weiter. 
    Die israelische Armee bedauerte die "Kollateralschäden" an der Synagoge und betonte, dass der Angriff auf ein wichtiges militärisches Ziel innerhalb der Streitkräfte des Regimes abzielte und nicht auf eine Kultstätte

    +++ Der Iran fordert einem Bericht zufolge für eine Feuerpause im Krieg mit den USA und Israel unter anderem Sicherheitsgarantien.

    Die "New York Times" meldet unter Berufung auf nicht genannte iranische Regierungsvertreter, Teheran verlange die Zusicherung, künftig nicht zum Ziel weiterer Angriffe zu werden. Außerdem müsse Israel die Angriffe auf die iran-treue Hisbollah im Libanon einstellen. Weiter heißt es, ein vom Iran vorgeschlagener Plan sehe vor, die Straße von Hormus wieder für den Schiffsverkehr zu öffnen. Pro Schiff solle jedoch eine Gebühr von rund zwei Millionen Dollar für die Durchfahrt erhoben werden. Die Einnahmen würden dann mit dem Sultanat Oman geteilt, das an die Wasserstraße angrenzt. Den eigenen Anteil wolle man für den Wiederaufbau von Infrastruktur verwenden, die bei amerikanisch-israelischen Angriffen beschädigt worden sei.

    +++ Bei einem neuen Raketenangriff auf den Großraum Tel Aviv hat der Iran nach israelischen Militärangaben erneut international geächtete Streumunition eingesetzt.

    Berichte zu Verletzten gab es zunächst nicht. Auch die Hafenstadt Eilat an der Südspitze Israels wurde nach Medienberichten mit Streumunition angegriffen. Eine Rakete mit Streumunition zerbricht häufig über dem Ziel in der Luft und verteilt dann Submunitionen - auch Bomblets genannt - über einem großen Gebiet. Die kleinen Geschosse können von der israelischen Luftabwehr kaum abgefangen werden. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hatte die iranischen Angriffe mit Streumunition auf israelische Bevölkerungszentren zuletzt verurteilt.  

    +++ In der iranischen Hauptstadt Teheran ist eine Synagoge bei einem Luftangriff schwer beschädigt worden.

    Staatlichen Medien zufolge erfolgte die Bombardierung nachts. Für den Angriff wurde Israels Luftwaffe verantwortlich gemacht. Ein Video zeigte ein fast vollständig zerstörtes Gebäude in einer engen Gasse sowie Aufräumarbeiten. Laut den Berichten wurden in der Provinz Albors nordwestlich von Teheran mindestens 18 Menschen bei einem Luftangriff getötet. Das genaue Ziel des Angriffs war zunächst unklar.

    +++ Angesichts gestiegener Energiepreise infolge des Iran-Krieges hat die griechische Regierung einen Zuschuss für Kraftstoffkosten aufgelegt.

    Anspruch auf die Unterstützung haben den Behörden zufolge Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen. Die Höhe des Zuschusses ist nach Fahrzeugtyp und Region gestaffelt: Für Autos beträgt er 50 Euro auf dem Festland und 60 Euro in Inselregionen, für Motorräder 30 beziehungsweise 35 Euro. Die Regelung gilt für die Monate April und Mai. Die Antragstellung erfolgt online über ein staatliches Portal.

    +++ Eine wichtige Brücke zwischen Saudi-Arabien und dem Inselstaat Bahrain ist nach stundenlanger Schließung wegen der Gefahr iranischer Angriffe wieder geöffnet worden.

    Dies gab die zuständige Behörde bekannt. Zuvor hatte es geheißen, der Fahrzeugverkehr sei "als Vorsichtsmaßnahme" gestoppt worden. Es drohten iranische Angriffe auf die ölreiche Ostprovinz Saudi-Arabiens. Die 25 Kilometer lange Brücke "King Fahd Causeway" ist die einzige Straßenverbindung zwischen Bahrain und der arabischen Halbinsel. Bahrain ist ein wichtiger Stützpunkt für die US-Marine.

    +++ Der Linken-Politiker Bartsch sieht kaum Möglichkeiten, den Kurs von US-Präsident Trump im Iran-Krieg noch zu beeinflussen.

    Deutschland müsse wie andere Länder dennoch versuchen, den Druck auf Trump nochmals zu erhöhen, verlangte Bartsch im ARD-Fernsehen. Der Krieg müsse "schnellstmöglich beendet werden". Dass Trump nun drohe, auch zivile Infrastruktur im Iran zu bombardieren, sei "schlicht der Wahnsinn", so Bartsch.

    +++ Das israelische Militär hat die Menschen im Iran aufgefordert, ‌keine Züge zu benutzen.

    Ab sofort bis 21 Uhr iranischer Zeit gefährde die Anwesenheit in Zügen und in der Nähe von Bahnstrecken das Leben, teilte ein Sprecher auf Persisch im Onlinedienst X mit.

    +++ Der französische Außenminister Barrot warnt vor einer Eskalation im Iran-Krieg.

    Angriffe auf zivile Einrichtungen und Energieinfrastruktur im Iran verstießen gegen die Regeln des Krieges und des Völkerrechts, sagte der Minister dem Sender "France Info". Sie würden zweifellos eine neue Eskalationsphase und Vergeltungsmaßnahmen auslösen. US-Präsident Trump hatte mit solchen Angriffen gedroht, sollte Teheran die Straße von Hormus nicht bis Mittwochmorgen (MESZ) für den Schiffsverkehr öffnen.
    Zu sehen ist der französische Außenminister Jean-Noel Barrot. Er spricht in ein Mikrofon.
    Der französische Außenminister Jean-Noël Barrot (Archivbild). (Seth Wenig / AP)

    +++ Die Vereinten Nationen haben die USA und Israel aufgefordert, im Iran nicht Kraftwerke und andere zivile Infrastruktur anzugreifen.

    Ein Sprecher von UNO-Generalsekretär Guterres sagte in New York, solche Attacken würden gegen das Völkerrecht verstoßen. Es sei höchste Zeit für ein Ende dieses Konflikts. US-Präsident Trump hat dem Iran mit der Zerstörung aller Brücken und Kraftwerke binnen weniger Stunden nach Ablauf seines jüngsten Ultimatums gedroht. Die USA könnten innerhalb von vier Stunden eine "völlige Zerstörung" herbeiführen, sagte der Präsident im Weißen Haus. Die Frist, die er Teheran zur Öffnung der für den globalen Öl- und Gasmarkt wichtigen Straße von Hormus gesetzt hat, läuft um 2.00 Uhr deutscher Zeit in der Nacht zum Mittwoch ab.

    +++ Saudi-Arabien hat nach eigenen Angaben sieben ballistische Raketen abgefangen, die auf die östliche Region des Landes abgefeuert wurden.

    Trümmer der abgefangenen Geschosse seien in der Nähe von Energieanlagen ⁠niedergegangen, teilt das Verteidigungsministerium mit. Die ⁠Behörden prüfen mögliche Schäden. Wer die Raketen abgefeuert ‌hat, teilt das Ministerium zunächst nicht mit.

    +++ Die Politikwissenschaftlerin Diba Mirzaei rechnet nicht damit, dass der Iran auf das von US-Präsident Trump gesetzte Ultimatum eingehen wird.

    Teheran deute die verbalen Angriffe des US-Präsidenten eher als Schwäche, sagte Mirzaei im Deutschlandfunk. "Ich höre nicht aus dem Iran, dass die Führung versucht, zu deeskalieren". Die Expertin vom Giga-Institut in Hamburg hält es daher für möglich, dass der Iran vor Ablauf des Ultimatums seine Angriffe noch einmal verstärken wird.
    Trump hat dem Regime in Teheran eine Frist bis heute Abend amerikanischer Zeit gesetzt, um die für den globalen Energiehandel wichtige Schifffahrtsstraße von Hormus wieder zu öffnen. Der US-Präsident drohte andernfalls mit Angriffen auf die Infrastruktur und auf iranische Energieanlagen.

    +++ Die israelische Armee hat eine neue Angriffswelle gegen den Iran bekanntgegeben.

    Dabei sei "Infrastruktur des iranischen Terror-Regimes in Teheran und in zusätzlichen Gebieten im Iran" anvisiert worden, teilte die Armee mit. Zugleich erklärte sie, die israelische Luftabwehr reagiere derzeit auf Raketenangriffe aus dem Iran.
    Iranische Staatsmedien meldeten derweil Explosionen in Teheran und der nahegelegenen Stadt Karadsch. Weitere Details wurden nicht genannt.

    +++ Der UNO-Sicherheitsrat soll heute voraussichtlich über einen Resolutionsentwurf von Bahrain zum Schutz der Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus abstimmen.

    In dem Entwurf werden betroffene Staaten dazu aufgefordert, ihre defensiven Maßnahmen zu koordinieren, um zur Sicherheit der Schifffahrt beizutragen, wie es von Diplomaten hieß. Dafür soll der Iran seine Angriffe auf Handels- und Frachtschiffe einstellen. Um den Resolutionstext war tagelang im Hintergrund gerungen worden. Die Abstimmung nach Angaben von Nachrichtenagenturen für 11.00 Uhr (Ortszeit, 17.00 Uhr MESZ) angesetzt.

    Montag, 6. April

    +++ Die iranische Führung hat einen Vorschlag für eine Waffenruhe im Krieg mit den USA und Israel zurückgewiesen.

    Man poche auf ein endgültiges Ende des Konflikts, hieß es laut Staatsmedien aus Teheran. Das Weiße Haus hatte zuvor erklärt, die USA würden einen Vorschlag für eine 45-tägige Waffenruhe mit dem Iran prüfen. Der Plan war von Pakistan vorgelegt worden. Das Land ist einer der Vermittler zwischen den Konfliktparteien im Iran-Krieg. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna übermittelte Teheran seine Antwort an die USA via Islamabad. Zudem werde man ein Kriegsende nur mit Garantien akzeptieren, dass man nicht erneut angegriffen werde. US-Präsident Trump erklärte, der iranische Vorschlag zur Beendigung der Kämpfe sei zwar bedeutsam, aber nicht gut genug. Es werde weiter verhandelt.
    Trump hatte der iranischen Führung erneut mit massiven Luftangriffen gedroht, sollte diese bis Mittwochfrüh 2 Uhr MESZ die Straße von Hormus nicht öffnen. Konkret werde dann auch kritische Infrastruktur zerstört wie etwa Energieanlagen und Brücken.

    +++ Das israelische Militär hat nach Angaben aus Jerusalem den größten petrochemischen Komplex des Irans in Asalujeh angegriffen.

    Dort finde etwa die Hälfte der petrochemischen Produktion des Landes statt, erklärte Israels Verteidigungsminister Katz. Der iranische Betreiber des Industriekomplexes teilte später mit, die Situation sei unter Kontrolle. Das Ausmaß des Schadens werde untersucht. Die iranische Nachrichtenagentur Fars meldete, dass ein weiterer petrochemischer Komplex im Norden des Landes angegriffen worden sei.
    Das Bild zeigt eine Industrieanlage mit großen Rohren und anderen Konstruktionen aus Metall und Beton. Im Hintergrund ist ein Meer zu erkennen.
    Petrochemische Anlage in der iranischen Industriestadt Asalujeh (Archivbild) (Abedin Taherkenareh / epa / dpa )

    +++ Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz hat Angriffe auf zivile Ziele verurteilt.

    IKRK-Präsidentin Mirjana Spoljaric erklärte: "Vorsätzliche Drohungen gegen lebenswichtige zivile Infrastrukturen und Nuklearanlagen - ob verbal oder konkret - dürfen in Kriegszeiten nicht zur neuen Norm werden." Ein Krieg ohne Grenzen sei mit dem internationalen Recht nicht vereinbar, dies sei "nicht vertretbar, unmenschlich und verheerend für ganze Bevölkerungsgruppen".
    Mirjana Spoljaric, Präsidentin des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes
    Mirjana Spoljaric, Präsidentin des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes (picture alliance / Keystone / Salvatore di Nolfi)

    +++ Die iranischen Revolutionsgarden haben nach eigenen Angaben US-Kriegsschiff angegriffen.

    Ziel war laut staatlichen Medien das amphibische Angriffsschiff LHA-7, wodurch es zum Rückzug in den südlichen Indischen Ozean bewegt worden sei. Zudem hätten die Garden ein Containerschiff mit der Kennung "SDN7" attackiert, das nach ihren Angaben zu Israel gehört. Der genaue Ort dieses zweiten Angriffs wurde nicht genannt.

    +++ Laut dem israelischem Militär wurden in Haifa vier Leichen nach einem iranischen Raketenangriff entdeckt.

    Die Opfer seien unter Trümmern verschüttet gewesen und erst nach stundenlanger Suche entdeckt worden. Eine iranische Rakete habe in der Nacht auf Montag ein Wohnhaus getroffen. Die Attacke auf die nordisraelische Stadt sei Teil einer neuen Welle iranischer Angriffe gewesen.
    Rettungskräfte stehen auf den Trümmern eines Hauses.
    Bei einem iranischen Raketenangriff wurde in Haifa ein Wohnhaus zerstört. (picture alliance / dpa / Oren Ziv)

    +++ Der Internetzugang im Iran ist weiterhin blockiert.

    Laut der Organisation Netblocks ist es die längste landesweite Internetsperre weltweit. Noch nie sei ein gesamtes Land so lange flächendeckend betroffen gewesen. Ausnahme sei Nordkorea, wo es der Organisation zufolge noch nie einen öffentlichen Internetzugang gab. Die iranischen Behörden hatten nach Beginn der US-amerikanischen und israelischen Angriffe den Internetzugang abgeschaltet.

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    +++ Bei einem iranischen Luftangriff sind in Kuwait mindestens sechs Menschen verletzt worden.

    Nach Behördenangaben stürzten Geschosse und Trümmer in ein Wohngebiet im Norden des Landes. Zuvor hatte die Armee des Golfstaates den Einsatz der Luftverteidigung aufgrund anfliegender Raketen und Drohnen gemeldet. Weitere Angriffe gab es auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

    +++ Iranische Revolutionsgarden melden Tod eines weiteren ranghohen Generals.

    In den frühen Morgenstunden sei Generalmajor Madschid Chademi getötet worden, der die Geheimdienstabteilung geleitet habe. Auch die israelische Armee meldete Tod Chademis, der laut Verteidigungsminister Katz für tödliche Raketenangriffe auf Zivilisten in Israel verantwortlich gewesen sein soll.
    Das Bild zeigt Madschid Chademi. Er trägt eine grüne Uniform und sitzt neben einer iranischen Flagge.
    Madschid Chademi war bis zu seiner Tötung durch einen israelischen Angriff Geheimdienstchef der iranischen Revolutionsgarden. (IMAGO / ZUMA Press Wire / IMAGO / Iranian Supreme Leader'S Office)

    +++ Im Iran-Krieg laufen neue diplomatische Bemühungen um ein Ende der Kampfhandlungen.

    Darüber berichten die Agenturen AP und Reuters sowie das US-Nachrichtenportal Axios. Der Vorschlag umfasst demnach eine 45-tägige Feuerpause, die für Gespräche über eine dauerhafte Waffenruhe genutzt werden soll. Auch über eine Öffnung der vom Iran blockierten Straße von Hormus soll verhandelt werden. Der Entwurf entstand unter Vermittlung von Pakistan und wurde den Berichten zufolge bereits den USA und dem Iran vorgelegt. Unklar ist, ob sich beide Seiten auf die Pläne einlassen und ob auch Israel eingebunden ist. Ein iranischer Regierungsvertreter teilte mit, man prüfe das Papier, lasse sich aber nicht unter Druck setzen.

    +++ Der Iran hat bei seinen Angriffen auf Ziele in Israel nach einem israelischen Medienbericht erneut Streumunition eingesetzt.

    Das Nachrichtenportal "Ynet News" schreibt, allein im Umkreis von Tel Aviv gebe es 20 Einschlagsorte. Auch ein Armeesprecher sagte, es handle sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Streumunition. Laut dem Rettungsdienst wurden mehrere Menschen verletzt. "Ynet News" berichtet auch aus der Region der Hafenstadt Haifa von einem iranischen Angriff mit Streumunition. Human Rights Watch hat den Einsatz der Munition durch den Iran zuletzt verurteilt und von möglichen Kriegsverbrechen gesprochen.

    +++ Die Ölpreise verzeichnen nach den jüngsten Drohungen von US-Präsident Trump weitere Aufschläge.

    Der Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni stieg auf über 111 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Das sind fast 40 Dollar mehr als vor Beginn des Krieges. Trump hatte sein dem Iran gesetztes Ultimatum zur Öffnung der Straße von Hormus mutmaßlich um einen Tag verlängert. In seinem Onlinedienst Truth Social veröffentlichte der Präsident den schlichten Hinweis "Dienstag, 20.00 Uhr" (Ortszeit, Mittwoch 2.00 Uhr MESZ). Andernfalls drohe eine massive Zerstörungswelle von Kraftwerken und Brücken im Iran.

    +++ Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben erneut Ziele im Iran angegriffen.

    Die Streitkräfte teilten mit, man habe Ziele des Terror-Regimes in der Hauptstadt Teheran ins Visier genommen. Die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtet, südöstlich von Teheran seien mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen, als ein Wohngebiet getroffen worden sei. In der Stadt Ghom wurden laut Fars ebenfalls bei einem Luftangriff mindestens fünf Menschen in einem Wohnhaus getötet.

    +++ Die USA, der Iran und regionale Vermittler verhandeln derzeit einem ‌Medienbericht zufolge über die Bedingungen für eine Waffenruhe.

    Diese könnte zu einem dauerhaften Ende des Krieges führen, berichtete das Nachrichtenportal Axios. Diskutiert werde ein Abkommen in zwei Phasen. Zunächst solle eine 45-tägige Waffenruhe in Kraft treten, um über ein endgültiges Ende der ‌Kämpfe zu verhandeln. In der zweiten Phase solle dann ein entsprechendes Abkommen geschlossen ​werden, heißt es. Die Waffenruhe könne bei Bedarf verlängert werden. Eine Stellungnahme von der US-Regierung gab es zunächst nicht.

    +++ Das iranische Regime droht der US-Regierung mit der Schließung einer weiteren für den internationalen Handel wichtigen Meerenge.

    Der frühere Außenminister und derzeitige außenpolitische Berater des obersten Führers des Iran, Akbar Welajati, schrieb in sozialen Medien, die Wasserstraße Bab al-Mandab am Roten Meer könne von Verbündeten im Jemen ins Visier genommen werden. In der Vergangenheit hatte die jemenitische Huthi-Miliz den Schiffsverkehr durch Bab al-Mandab mit Angriffen auf Schiffe zeitweise unterbrochen. Die Huthis gehören neben anderen bewaffneten Gruppen etwa im Libanon und Irak zu der vom iranischen Regime angeführten sogenannten Widerstandsfront.
    Das iranische Regime blockiert derzeit weitgehend die Straße von Hormus. US-Präsident Trump hatte dem Regime in Teheran erneut mit massiven Angriffen auf Kraftwerke und Brücken gedroht, sollte die Meerenge nicht freigegeben werden. Ein von ihm gestelltes Ultimatum soll in der Nacht auf Mittwoch enden.
    Die Karte zeigt den Golf von Aden, das Rote Meeer, den Jemen und ain einem roten Kästchen den Ort der Angriffe: Die Meeresenge Bab al-Mandab.
    Kartenansicht der Region um das Rote Meer und den Golf von Aden mit der Meeresenge Bab al-Madab, an der sich die Angriffe auf Frachtschiffe ereignen. (dpa )

    +++ Die iranischen Streitkräfte haben erneut zivile Infrastruktur in mehreren Golfstaaten angegriffen.

    Nach Angaben der staatlichen Erdölgesellschaft Kuwaits gab es Schäden durch iranische Drohnen an mehreren Öl- und petrochemischen Anlagen. In Kuwait-Stadt wurde laut Finanzministerium ein Regierungsgebäude getroffen, Todesopfer gab es demnach keine. In den Vereinigten Arabischen Emiraten meldeten örtliche Behörden, der Hafen von Chor Fakkan an der Ostküste unweit der Einfahrt zur Straße von Hormus sei Ziel eines iranischen Angriffs gewesen.

    +++ Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hat den israelischen Angriff auf die libanesische Hauptstadt Beirut verurteilt.

    Es sei ein dicht besiedeltes Wohngebiet getroffen worden, das unweit eines Krankenhaus liege, hieß es. Die Folgen solcher Angriffe ohne Vorwarnung seien gravierend – sowohl im Hinblick auf menschliche Verluste als auch auf die Fähigkeit der Krankenhäuser, angemessen zu reagieren. Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden bei dem gestrigen Angriff vier Menschen getötet und 39 verletzt.
    In einer Vorstadt von Beirut liegen nach einem Luftangriff Trümmer auf dem Boden, ein Haus ist beschädigt.
    Israel hat erneut südliche Vorstädte von Beirut angegriffen. (AFP / -)

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