
Die aktuellen Entwicklungen finden Sie hier.
Mittwoch, 22. April
+++ Die Hisbollah-Miliz sieht sich nach eigenen Angaben nicht mehr an die Waffenruhe gebunden.
Der Abgeordnete der vom Iran unterstützten Miliz, Hassan, sagte, die Organisation sei der Feuerpause nicht mehr verpflichtet. Zuvor hatten sich Israel und die Hisbollah gegenseitig Verstöße vorgeworfen.
+++ Die US-amerikanische Botschaft in Beirut hat die eigenen Landsleute aufgefordert, den Libanon zu verlassen.
US-Bürger sollten ausreisen, solange es noch kommerzielle Flugverbindungen gebe, teilte die diplomatische Vertretung mit. Wer im Libanon verbleibe, solle Pläne für Notfallsituationen erstellen und aktuelle Entwicklungen verfolgen.
+++ Das Weiße Haus hat die US-amerikanischen Forderungen in Bezug auf das iranische Atomprogramm bekräftigt.
Die Sprecherin Leavitt sagte in einem Interview, der Iran müsse im Rahmen der Verhandlungen bereit sein, sein angereichertes Uran an die USA zu übergeben. Außerdem erwarte Präsident Trump eine einheitliche Reaktion der iranischen Führung auf die Vorschläge zur Beendigung der Feindseligkeiten.
+++ Libanesische Regierung geht von rund 18.000 durch Israel zerstörten Häusern und Wohnungen im Land aus.
Weitere 32.000 Häuser und Wohnungen seien beschädigt, teilte das Nationale Forschungszentrum CNRS mit. Demnach beziehen sich die Angaben auf 45 Tage seit Anfang März.
+++ Israels Ministerpräsident Netanjahu hat vor den Gesprächen mit dem Libanon die Vorbereitung des Militärs betont.
Man sei auf jedes Szenario vorbereitet, sagte der israelische Regierungschef. Dies gelte, so wörtlich, "in der Verteidigung und im Angriff". Die Streitkräfte seien bereit, an allen Fronten sofort und mit großer Stärke wieder zum Kampf zurückzukehren. Für Donnerstag sind Gespräche zwischen Vertretern Israels und des Libanon geplant.
+++ Bei israelischen Angriffen im Süden des Libanon sind mehrere Menschen getötet worden.
Laut der libanesischen Nachrichtenagentur NNA gab es zwei Tote bei einer israelischen Attacke auf die Ortschaft al-Tajri. Unter den Verletzten soll auch eine Journalistin sein. Nach israelischer Darstellung näherten sich Terroristen auf bedrohliche Weise israelischen Soldaten. Man habe Fahrzeuge identifiziert, die aus einem von der Hisbollah-Miliz genutzten Gebäude gekommen seien. Am Mittwochmorgen hatte es nach libanesischen Angaben bereits einen Toten nach einem israelischen Drohnenangriff gegeben. Das israelische Militär bestritt eine Attacke in dem Gebiet.
+++ Das iranische Regime sieht keine Grundlage für einen dauerhaften Waffenstillstand mit den USA.
Parlamentssprecher Ghalibaf, der die Verhandlungen anführt, warf den USA vor, eine Öffnung der Straße von Hormus zu verhindern. Als Begründung nannte er die anhaltende Blockade iranischer Häfen durch US-Kriegsschiffe. Vertreter Teherans hatten zuvor mitgeteilt, dass es weiterhin keinen Termin für neue Vermittlungsgespräche in Islamabad gebe.
+++ Nach dem Angriff auf französische UNO-Blauhelmsoldaten im Süden des Libanon am vergangenen Samstag ist ein zweiter französischer Soldat gestorben.
Frankreichs Präsident Macron teilte mit, der Mann sei noch nach Frankreich gebracht worden und dort jetzt seinen Verletzungen erlegen. Macron machte erneut die pro-iranische Hisbollah-Miliz verantwortlich. Die Miliz weist das zurück. Der Angriff ereignete sich einen Tag nach dem Inkrafttreten einer zehntägigen Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon.
+++ Der Iran-Krieg hat nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur die größte Öl- und Gas-Krise aller Zeiten ausgelöst.
Das sagte der Chef der IEA, Birol, auf dem Petersberger Klimadialog in Berlin. Er erwartet einen umfassenden Wandel in allen Industriebereichen als Reaktion auf die Krise. Zudem rief Birol dazu auf, die Energiepolitik international stärker auf den Industriesektor auszurichten. Es sei wichtig, die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und die Industrie für die Zukunft aufzustellen.

+++ Der Sohn des letzten Schahs im Iran, Reza Pahlavi, wird bei seinem morgigen Besuch in Berlin nicht von Vertretern der Bundesregierung empfangen.
Die Bundesregierung sehe keinen Anlass, mit ihm das Gespräch zu suchen, sagte Regierungssprecher Kornelius. Pahlavi sei ein Privatmann, der natürlich für eine Bewegung stehe oder von einer Bewegung getragen werde. Die Erwartung der Bundesregierung sei aber, dass das iranische Volk die freie Entscheidung habe, über seine Führung zu bestimmen. Vorgesehen ist ein Treffen Pahlavis mit Außenpolitikern des Bundestags. Es soll Gespräche geben mit dem Vorsitzenden des Außenausschusses, Laschet (CDU), sowie Abgeordneten weiterer Fraktionen. Pahlavi werde als bedeutender Vertreter der iranischen Oppositionsbewegung empfangen, teilte Laschet mit.
+++ Die libanesische Regierung fordert die Verlängerung der Waffenruhe mit Israel um einen Monat.
Das teilte ein Regierungsvertreter mit. Außerdem verlange man den Stopp von Sprengungen und Zerstörungen in Gebieten, in denen die israelische Armee präsent ist. Präsident Aoun erklärte, es gebe Kontakte, um die bis Sonntag laufende Waffenruhe zu verlängern. Die vom Iran unterstützte Hisbollah ist offiziell kein Teil der Vereinbarung, hatte aber angekündigt, sich daran zu halten, wenn die israelische Armee ihre Angriffe einstelle.
+++ Irans Streitkräfte haben nach eigenen Angaben drei Frachtschiffe vor ihrer Küste angegriffen und manövrierunfähig gemacht.
In einer von der Nachrichtenagentur Fars verbreiteten Nachricht hieß es zur Begründung, die Revolutionsgarden hätten die "regelwidrige" Durchfahrt der Frachter durch die Straße von Hormus gestoppt. Auch die britische Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt hatte über Vorfälle in den Gewässern vor dem Iran berichtet.
+++ Ein Berater des iranischen Parlamentspräsidenten Ghalibaf hat die von Donald Trump angekündigte Verlängerung der Waffenruhe als bedeutungslos zurückgewiesen.
Die Verliererseite könne die Bedingungen nicht diktieren, erklärte Mahdi Mohammadi. Die Fortsetzung der US-Seeblockade sei mit Bombardierungen gleichzusetzen und müsse militärisch beantwortet werden.
+++ Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Deutschen Bundestag, Röwekamp, hat die Verlängerung der Waffenruhe im Irankrieg begrüßt.
Der CDU-Politiker sagte im Deutschlandfunk, man sei dankbar, dass weiterhin versucht werde, eine militärische Eskalation in der Golfregion zu vermeiden. Röwekamp betonte, Deutschland sei bereit, sich an einer internationalen Mission unter anderem durch Minenräumung und Seeraumüberwachung in der Straße von Hormus zu beteiligen. Voraussetzung seien allerdings ein Waffenstillstandsabkommen und ein internationales Mandat. Deutschland werde auf keinen Fall Soldatinnen und Soldaten in die Region entsenden, solange noch Kriegshandlungen stattfänden. Von den Kapazitäten her sei die Bundeswehr in der Lage, entsprechende Zusagen einzuhalten.
+++ In London treffen Militärs aus 30 Ländern heute Vorbereitungen für einen möglichen Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran.
Die Armee-Angehörigen sollen einen möglichen Einsatz zur Sicherung der Straße von Hormus planen, damit Handelsschiffe die Meerenge wieder durchfahren können. Sie wird seit den ersten US-amerikanischen und israelischen Angriffen Ende Februar vom Iran blockiert. Das zweitägige Treffen wird von Großbritannien und Frankreich ausgerichtet. Neben europäischen Ländern nehmen auch Indien, China und die Türkei daran teil. Deutschland erwägt einen Beitrag zur Minenräumung und Seeaufklärung.
+++ Der außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Ahmetović, kritisiert, dass Deutschland gegen die Aussetzung des Assoziierungsabkommens zwischen der EU und Israel gestimmt hat.
Die Bundesregierung verhindere damit aktiv eine geeinte europäische Haltung in der Nahostpolitik – gerade auch als Reaktion auf die Destabilisierung durch die israelische Regierung im Gazastreifen, im Westjordanland und im Libanon, sagte er den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Außenminister Wadephul habe auch keine Kompromissvorschläge unterstützt. Dieser müsse seine Entscheidung überdenken, man erwarte vom Außenminister Klarheit und den Mut, den Weg für europäische Einigkeit freizumachen, meinte Ahmetović. Spanien, Irland und Slowenien hatten auf dem EU-Außenministertreffen gestern versucht, eine Mehrheit für eine Aussetzung des Assoziierungsabkommens zu bekommen.

+++ US-Präsident Trump hat die Waffenruhe im Krieg mit dem Iran verlängert.
Er werde von Angriffen absehen, bis die Gespräche mit der iranischen Führung zu einem Ende gekommen seien, teilte er auf seiner Plattform Truth Social mit. Dies geschehe auf Bitten des Vermittlers Pakistan. Eine neue Frist setzte der US-Präsident nicht. Die iranische Führung sei zersplittert und solle für weitere Verhandlungen einen abgestimmten Vorschlag unterbreiten, erklärte Trump.
Ob der Iran die Waffenruhe ebenfalls verlängert, ist unklar. Eine offizielle Stellungnahme liegt noch nicht vor. Teheran fordert, dass die USA die Blockade iranischer Häfen beenden. Trump will aber daran festhalten. Solange bleibe auch die Straße von Hormus weiter gesperrt, meldete die halbstaatliche Nachrichtenagentur Tasnim.
Dienstag, 21. April
+++ Vize-Präsident Vance wird am Dienstag nicht wie geplant nach Pakistan reisen.
Das Weiße Haus in Washington begründete dies mit der Ankündigung von Präsident Trump. Ursprünglich sollten in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad morgen neue Gespräche zur Beendigung des Konflikts beginnen.
+++ Im Süden des Libanon haben sich Israel und die Hisbollah-Miliz trotz der geltenden Waffenruhe gegenseitig mit Raketen beschossen.
Die israelische Armee teilte mit, die Hisbollah-Miliz habe israelische Soldaten mit mehreren Raketen angegriffen. Sie habe daraufhin eine Abschussrampe zerstört. Aus libanesischen Sicherheitskreisen hieß es, Israel habe zwei Raketen auf Ziele im Süden des Libanon abgefeuert. Zudem habe Israel einen weiteren Ort beschossen.
+++ Vor einer möglichen zweiten Verhandlungsrunde mit dem Iran in Pakistan verzögert sich US-Medienberichten zufolge die Abreise der US-Delegation um Vizepräsident Vance.
Er hätte eigentlich heute früh (Ortszeit Washington) aufbrechen sollen, berichten die "New York Times" und der Sender CN. Stattdessen befinde sich Vance aber noch in Washington, um an weiteren politischen Besprechungen im Weißen Haus teilzunehmen, hieß es unter Berufung auf einen Regierungsbeamten. Laut dem Nachrichtenportal Axios befinden sich auch der US-Sondergesandte Witkoff und Trumps Schwiegersohn Kushner, die zur Delegation gehören, noch in den USA.
+++ Pakistan wartet nach Angaben von Informationsminister Tarar weiter auf eine offizielle Antwort des Iran zur Teilnahme an einer zweiten Runde von Friedensgesprächen mit den USA in Islamabad.
"Eine Entscheidung Teherans, an den Gesprächen vor dem Ende der zweiwöchigen Waffenruhe teilzunehmen, ist von entscheidender Bedeutung", schreibt Tarar auf X. Pakistan habe sich bemüht, die iranische Führung von einer Teilnahme zu überzeugen.
+++ Die zweiwöchige Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran endet nach Angaben aus Teheran sowie des Vermittlerstaates Pakistan bereits am frühen Mittwochmorgen.
Die Vereinbarung laufe um 1.50 Uhr MESZ aus, erklärte der pakistanische Informationsminister Tarar im Onlinedienst X. Das iranische Staatsfernsehen gab 2.00 Uhr MESZ als Zeitpunkt des Auslaufens an. Zu dieser Uhrzeit war die Waffenruhe vor zwei Wochen in Kraft getreten. US-Präsident Trump hatte zuvor der Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg gesagt, die Waffenruhe gelte bis Mittwochabend Washingtoner Zeit.
+++ Durch die Kämpfe zwischen der israelischen Armee und der pro-iranischen Hisbollah-Miliz im Libanon sind nach libanesischen Angaben seit Anfang März 2454 Menschen getötet worden.
7658 weitere Menschen seien verletzt worden, teilte die für den Katastrophenschutz zuständige Behörde mit. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Am Freitag war eine zehntägige Waffenruhe in dem Konflikt in Kraft getreten. Dennoch gibt es immer wieder gegenseitige Angriffe.

+++ US-Streitkräfte haben einen Öltanker aufgebracht, der wegen des Schmuggels von iranischem Rohöl mit Sanktionen belegt wurde.
Das US-Verteidigungsministerium teilte im Onlinedienst X mit, die ohne Flagge fahrende "M/T Tifani" sei im Verantwortungsgebiet des Indopazifischen Kommandos gestoppt worden. Soldaten seien in der Nacht ohne Zwischenfälle an Bord des Tankers gegangen. Schiffsverfolgungsdaten zeigten die "Tifani" im Indischen Ozean zwischen Sri Lanka und Indonesien. Internationale Gewässer seien kein Zufluchtsort für sanktionierte Schiffe, erklärte das Pentagon weiter.
+++ Pakistan hat die USA zur Verlängerung der Waffenruhe im Krieg gegen den Iran aufgefordert.
Der pakistanische Außenminister Dar habe betont, dass man "Dialog und Diplomatie als das einzig brauchbare Mittel" betrachte, um einen dauerhaften Frieden in der Region zu erzielen, teilte das Außenministerium in Islamabad mit.

+++ Am Rande des EU-Gipfels am Donnerstag und Freitag in Zypern sind Vertreter aus dem Libanon, Syrien, Jordanien, Ägypten sowie den Golfstaaten zu einer Debatte über den Iran-Krieg eingeladen.
Erwartet werde unter anderem der Generalsekretär des Golf-Kooperationsrates, al-Budaiwi, sagte ein EU-Beamter in Brüssel. Zudem seien Staatsoberhäupter aus der Kriegsregion eingeladen. Sie sollen am Freitag an einem Mittagessen mit den EU-Staats- und Regierungschefs teilnehmen. Die Europäer hoffen, dass der Iran und die USA ihre Waffenruhe verlängern, die eigentlich am Mittwoch abläuft. An möglichen neuen Verhandlungen über ein endgültiges Ende der Kämpfe gibt es allerdings Zweifel.
+++ US-Präsident Trump will die Waffenruhe mit dem Iran nicht verlängern.
Die USA seien zu einem militärischen Vorgehen bereit, sagte Trump in einem Interview des Senders CNBC. Man habe nicht mehr viel Zeit. Zugleich betonte er, die USA befänden sich in einer starken Verhandlungsposition, die Blockade iranischer Häfen sei ein Erfolg. Er gehe davon aus, dass am Ende ein sehr gutes Abkommen erzielt werde.
+++ Der libanesische Parlamentspräsident Berri warnt Israel vor Konsequenzen, sollte sich seine Armee nicht aus dem Süden des Landes zurückziehen.
Wenn Israel seine Besatzung aufrechterhalte, werde es "jeden Tag den Geruch des Widerstands riechen", sagte der Verbündete der Hisbollah-Miliz der Zeitung "Al-Dschumhurija". Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz pocht unterdessen auf die Entwaffnung der Hisbollah. Sollte die libanesische Regierung dies nicht umsetzen, werde das israelische Militär seine Einsätze fortsetzen. Derzeit gilt eine Waffenruhe.
+++ Die USA und der Iran wollen wohl ab morgen erneut verhandeln.
Die Nachrichtenagentur AP berichtet nach Angaben aus Vermittlerkreisen, dass die Anreise von Delegationen für Gespräche über den Iran-Krieg in Islamabad bevorsteht. Demnach sollen US-Vizepräsident JD Vance und der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf als Delegationsleiter voraussichtlich morgen in der pakistanischen Hauptstadt eintreffen.
+++ Der Iran hat noch keine Vertreter für Gespräche mit den USA nach Pakistan geschickt.
Weder Experten für Vorgespräche noch eine Hauptdelegation sind laut Staatsfernsehen in die pakistanische Hauptstadt Islamabad gereist, hieß es in einem Bericht. Kurz vor dem Auslaufen der Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA ist damit weiter ungewiss, ob es zu einer neuen Verhandlungsrunde kommt. Regierungsvertreter hätten betont, Verhandlungen nicht unter dem Schatten von "Drohungen und Vertragsbrüchen" zu führen, berichtete der staatliche iranische Rundfunk. Eine zweite Verhandlungsrunde mit den USA hänge davon ab, ob die Amerikaner von ihren Positionen abrücken.

+++ Außenminister Wadephul hat an den Iran appeliert, auf das Gesprächangebot der USA einzugehen.
Er sagte, man rufe den Iran jetzt dringend dazu auf, nach Islamabad zu kommen und konstruktiv mit den Vereinigten Staaten von Amerika zu verhandeln. Es gebe eine ausgestreckte Hand der Amerikaner, die im Interesse der eigenen Bevölkerung ergriffen werden sollte. Man wisse, dass der amerikanische Vizepräsident JD Vance bereit sei, für Gespräche in die pakistanische Hauptstadt Islamabad zu reisen. Mit Blick auf die US-Regierung sagte Wadephul, er könne die amerikanische Seite nur auffordern, weiter Offenheit für Verhandlungen mit dem Iran zu zeigen.
+++ Nationaler Sicherheitsrat sieht derzeit keine Versorgungsnotlage bei Treibstoff.
Die Vorräte in Deutschland gerade an Kerosin seien "für eine absehbare Zeit" ausreichend. Es gebe außerdem "Raffinerieoptionen", die eine schnelle Reaktion auf möglicherweise auftretende Lücken ermöglichten, hieß es nach der Sitzung, die bereits am Montagabend stattfand. Man sei sich allerdings der "angespannten Situation" bewusst und werde die Lage weiter intensiv beobachten.
+++ US-Präsident Trump hat angekündigt, das iranische Uran nach einem Friedensabkommen in die USA zu bringen.
Es werde aber ein "langer und schwieriger Prozess", erklärte Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. Die US-Angriffe im Juni des vergangenen Jahres hätten eine "komplette und totale Auslöschung" der Atomanlagen zur Folge gehabt. Man müsse das Uran daher erst bergen. Der Iran hat eine angebliche Bereitschaft zur Übergabe des Urans allerdings dementiert. Ein Sprecher des Außenministeriums in Teheran hatte bereits am vergangenen Freitag erklärt, das angereicherte Uran des Landes werde "nirgendwohin transferiert". Die Urananreicherung steht im Zentrum des Streits zwischen den USA und dem Iran. Westliche Staaten werfen dem Iran seit Jahren vor, nach Atomwaffen zu streben. Teheran bestreitet dies.
+++ Der Iran deutet an, dass man keine neuen Verhandlungen mit den USA aufnehmen will.
Der iranische Parlamentspräsident Ghalibaf schrieb im Kurznachrichtendienst X, unter dem Eindruck von Drohungen werde Teheran keine Verhandlungen akzeptieren. Er warf den USA vor, von seinem Land praktisch eine Kapitulation zu verlangen. Ghalibaf hatte die iranische Delegation bei der ersten Gesprächsrunde in Pakistan angeführt. Trump sandte zuletzt gemischte Botschaften aus, wie sich der Konflikt weiterentwickeln könnte. Er deutete an, dass er noch immer damit rechne, seine Unterhändler nach Islamabad zu schicken, machte aber zugleich deutlich, dass er es nicht eilig habe, den Krieg zu beenden.
+++ Der Iran-Konflikt hat nach Ansicht der Internationalen Energieagentur zur schwersten Energiekrise geführt, die die Welt je erlebt hat.
Der Chef der Agentur, Birol, sagte in einem Interview mit dem Radiosender France Inter, die Krise sei enorm, wenn man die Auswirkungen der Öl- und Gaskrise zusammen mit den russischen Einflüssen betrachte. Birol hatte Anfang des Monats erklärt, er halte die aktuelle Lage auf den globalen Energiemärkten für schlimmer als die Krisen von 1973, 1979 und 2022 zusammen. Im März beschloss die Energieagentur, 400 Millionen Barrel Öl aus strategischen Reserven freizugeben, um den Ölpreisanstieg zu bekämpfen.
+++ Nach einem Branchentreffen hat Bundeswirtschaftsministerin Reiche bekräftigt, dass die Versorgung mit Kerosin in Deutschland aktuell gesichert sei.
Engpässe bestünden nicht. Gleichzeitig gelte, dass der Markt angespannt sei. Das zeige sich auch am Preisniveau. Die Ministerin machte deutlich, dass sie ein politisches Eingreifen nur bei Knappheiten in Erwägung ziehe. Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft hatte zuvor auf Entlastungen wegen der hohen Preise gedrungen.

+++ Eine Fortsetzung der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran ist auch am Tag vor dem Auslaufen der Waffenruhe ungewiss.
Zentraler Streitpunkt bleibt die US-Seeblockade iranischer Schiffe und Häfen. US-Präsident Trump teilte auf Truth Social mit, dass er daran festhalte, bis es eine Vereinbarung gebe. Teheran knüpft die Teilnahme an Gesprächen jedoch an die Aufhebung der Blockade. Die Waffenruhe läuft am Mittwochabend Washingtoner Zeit aus.

+++ Börsen in Ostasien starten trotz Unsicherheit mit Gewinnen.
Der südkoreanische Leitindex kletterte eine Stunde nach Handelsstart um rund zwei Prozent. Damit rangiert er derzeit sogar höher als noch zu Beginn des aktuellen Iran-Kriegs Ende Februar. Der japanische Nikkei 225 stieg zum selben Zeitpunkt um knapp 1,2 Prozent. Damit setzen die Märkte in Seoul und Tokio offenbar trotz der anhaltenden Spannungen in Nahost auf eine mögliche Einigung zwischen Washington und Teheran. Die Ölpreise sind im Vergleich zum selben Zeitpunkt am Vortag leicht gestiegen. Der Preis für ein Barrel Rohöl der Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni liegt derzeit bei 94,8 Dollar.
Montag, 20. April
+++ Das US-Militär hat im Rahmen der Blockade iranischer Häfen nach eigenen Angaben 27 Schiffe zurückbeordert.
Die Blockade konzentriere sich auf Schiffe, die in iranische Häfen ein- oder auslaufen, teilte das Militär mit. Am Wochenende hatten US-Streitkräfte ein iranisches Frachtschiff beschlagnahmt. Die USA wollen mit ihrer Blockade erreichen, dass der Iran die von ihm praktisch gesperrte Meerenge von Hormus wieder freigibt.
+++ Die Friedensverhandlungen zwischen Israel und dem Libanon sollen in dieser Woche wieder aufgenommen werden.
Nach Angaben von israelischen und US-amerikanischen Regierungsvertretern ist ein Treffen der Botschafter Israels und des Libanons am Donnerstag in Washington gebplant. Von libanesischer Seite lag noch keine Bestätigung vor.
Bei einer ersten Gesprächsrunde vergangene Woche hatten die beiden Länder zum ersten Mal seit Jahrzehnten miteinander verhandelt und eine zehntägige Waffenruhe vereinbart. Israel strebt nach eigenen Angaben einen Friedensvertrag und eine Entwaffnung der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz im Libanon an. Die libanesische Regierung will eine dauerhafte Waffenruhe und einen Abzug der israelischen Soldaten erreichen. Die derzeitige Feuerpause ist brüchig.
+++ US-Präsident Trump ist nach eigenen Worten nicht von Israel zum Angriff auf den Iran überredet worden.
"Israel hat mich nicht zum Krieg mit dem Iran überredet, das haben die Ergebnisse vom 7. Oktober getan, zusammen mit meiner lebenslangen Überzeugung, dass der Iran niemals Atomwaffen besitzen darf", schreibt Trump auf seiner Plattform "Truth Social". Zuvor hatte es Medienberichte gegeben, dass Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu Trumps Entscheidung beeinflusst hat.
+++ Kurz vor Ablauf der Feuerpause zwischen den USA und dem Iran am Mittwoch ist der Fortgang der Verhandlungen zwischen beiden Ländern in Pakistan weiter offen.
Der Iran hat noch keine Entscheidung über die Entsendung einer Delegation mitgeteilt. US-Präsident Trump hatte am Nachmittag angekündigt, Vizepräsident Vance werde sich auf den Weg in die pakistanische Hauptstadt Islamabad machen, um dort weitere Gespräche mit Vertretern Teherans zu führen. Der US-Delegation sollen auch der Sondergesandte Witkoff und Trumps Schwiegersohn Kushner angehören. Eine offizielle Bestätigung ihrer Abreise liegt bislang allerdings nicht vor. In einem Interview der Nachrichtenagentur Bloomberg drohte Trump dem Iran mit erneuten Bombardierungen, sofern es bis zum Ende der vereinbarten Feuerpause am Mittwoch keine Einigung gebe. Eine Verlängerung der Waffenruhe bezeichnete Trump als "höchst unwahrscheinlich".
+++ Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus steht fast vollständig still.
In den vergangenen zwölf Stunden hat es lediglich drei Durchfahrten gegeben, wie Schifffahrtsdaten zeigen. Der mit britischen Sanktionen belegte Öltanker "Nero" habe den Golf verlassen und die Meerenge passiert. Dies geht aus Satellitenanalysen der Spezialfirma SynMax und Tracking-Daten der Plattform Kpler hervor. Zudem seien ein Chemikalientanker und ein Flüssiggastanker in den Golf eingefahren.

+++ Das Bundeswirtschaftsministerium hält die Versorgungslage mit Kerosin weiter für gesichert.
Nach Angaben eines Ministeriumssprechers betragen die von Deutschland gemeinsam mit anderen Mitgliedstaaten der Internationalen Energieagentur IEA gespeicherten Reserven derzeit noch rund eine Million Tonnen Kerosin. Dies sei eine beträchtliche Menge, die sicherstelle, dass im Bedarfsfall aus diesen Vorräten weiter geschöpft werden könne. Deutschland habe bislang 50.000 Tonnen Flugkraftstoff aus seinen Reserven freigegeben, sagte der Sprecher.
+++ Der ab 1. Mai geplante "Tankrabatt" könnte erst mit Verspätung bei den Verbrauchern ankommen - und im schlimmsten Fall sogar für kurzfristigen Spritmangel sorgen.
Davor warnen Branchenverbände. Ursache dafür ist die Steuersystematik. Um die Spritpreise zu senken, sollen nach Plänen der schwarz-roten Koalition befristet für zwei Monate die Steuern auf Diesel und Benzin um je rund 17 Cent brutto pro Liter gesenkt werden. Allerdings wird die Energiesteuer bei Lieferung des Sprits an die Tankstelle fällig. Kraftstoffe, die bis zum Stichtag 1. Mai in den Tanks liegen, seien noch mit dem normalen, höheren Betrag belegt, heißt es vom Wirtschaftsverband Fuels und Energie in einer Stellungnahme für eine Anhörung im Finanzausschuss des Bundestags: "Die Tanks der Tankstellen werden am 1. Mai 2026 also in unterschiedlichem Umfang noch mit 'normal versteuertem' Benzin und Diesel gefüllt sein".
+++ In Katar soll erstmals seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar der Flugbetrieb für ausländische Airlines wieder anlaufen.
Die Luftfahrtbehörde des Golfstaates erklärte, die Öffnung für auswärtige Fluggesellschaften am Hauptstadtflughafen Doha werde schrittweise erfolgen. Weiterhin habe die Sicherheit oberste Priorität. Katar hatte den Flugverkehr eingestellt, nachdem es in Folge der US-israelischen Angriffe auf den Iran zu Gegenangriffen Teherans unter anderem auf die Golfstaaten gekommen war.

+++ Der Iran plant nach eigenen Angaben keine weitere Verhandlungsrunde mit den USA, prüft aber ein neues Angebot.
Das teilte der Sprecher des Außenministeriums, Baghai, mit. Das neue Angebot sei vor wenigen Tagen durch den pakistanischen Armeechef Munir überreicht worden. Eine Entscheidung über neue Gespräche sei nicht gefallen, erklärte Baghai.
+++ Die israelische Armee warnt die Bevölkerung im Libanon, in den Süden des Landes zurückzukehren.
Konkret geht es dabei um etwa 50 Ortschaften südlich des Flusses Litani. In diesem Gebiet hat Israel Stellungen bezogen und nach eigenen Angaben eine Pufferzone eingerichtet. Nach Bekanntgabe der Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon hatten sich Tausende Menschen auf dem Weg zurück in ihre Heimat im Süden gemacht.
+++ China will sich in die Gespräche zwischen Teheran und Washington einbringen.
Wie das Außenministerium in Peking mitteilte, will man eine konstruktive Rolle dabei spielen. Die aktuelle Situation sei sehr kritisch. China kritisierte zudem die USA für die Festsetzung eines iranischen Tankers und rief beide Seiten dazu auf, die Waffenruhe einzuhalten.
+++ Das iranische Außenministerium hat die Absage der Friedensgespräche bestätigt.
Ein Sprecher des Ministeriums sagte, es sei noch nicht entschieden, ob überhaupt weiterverhandelt werde. Der Sprecher begründete die Absage unter anderem mit dem gewaltsamen Entern eines iranischen Frachters gestern Abend durch die US-Armee und mit der von Washington aufrecht erhaltenen Blockade iranischer Häfen.
+++ Pakistan bemüht sich weiter um eine neue Verhandlungsrunde zwischen Iran und den USA.
Aus Regierungskreisen hieß es, die diplomatischen Kontakte seien intensiviert worden, um eine Fortsetzung der Gespräche so bald wie möglich sicherzustellen. Diese könnten etwa am morgigen Dienstag stattfinden. Auch wurden entsprechende Sicherheitsvorkehrungen im Zentrum der pakistanischen Hauptstadt ergriffen. Laut US-Präsident Trump halten sich Unterhändler bereits in Islamabad auf. Der Iran sagte die Teilnahme laut Staatsmedien jedoch ab.
+++ Die Hisbollah-Miliz hat nach eigenen Angaben vier israelische Panzer zerstört.
In einem Dorf im Südibanon seien Sprengsätze an den vorbeifahrenden Panzern angebracht worden. Das israelische Militär äußerte sich bislang nicht dazu. Es war das erste Mal seit Inkrafttreten der Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon am Freitag, dass die Hisbollah einen Angriff für sich reklamiert hat.
+++ Der iranischer Botschafter in Russland betont, dass die Straße von Hormus durchfahren werden könne.
Der Botschafter Jalali äußerte sich gegenüber der russischen Zeitung "Vedomosti". Jalali erklärte, dass die Sicherheitsmaßnahmen und rechtlichen Bedingungen eine Durchfahrt ermöglichten. Der Iran gewährleiste dies. Am Wochenende hatten Tanker von Bedrohungen und Beschuss durch die iranische Marine berichtet.
+++ Die neuen Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben die Finanzmärkte nach der Beruhigung vergangene Woche erneut verunsichert.
Im frühen asiatischen Handel stieg der Ölpreis wieder an und Aktienkurse gaben nach. Hintergrund sind Berichte über eine Absage des Irans an die für heute geplanten Friedensgespräche mit den USA im Vermittlerstaat Pakistan.
+++ Der Iran hat seine Teilnahme an einer für heute geplanten neuen Runde von Friedensgesprächen mit den USA abgesagt.
Das meldete die Nachrichtenagentur IRNA, ohne Details zu nennen. Das Regime in Teheran wirft der US-Regierung ständige politische Kurswechsel und widersprüchliche Aussagen vor. Zudem wertet es die von USA aufrecht erhaltene Blockade iranischer Häfen als Bruch des Waffenstillstands. Die USA hatten gestern Abend zudem erstmals gewaltsam ein Frachtschiff unter iranischer Flagge gestoppt und unter ihre Kontrolle gebracht.
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