Newsblog zur Lage im Nahen Osten
Die Entwicklungen vom 23. bis 28. April

Wir halten Sie über den Krieg im Iran und in der Golf-Region auf dem Laufenden. In diesem Archiv finden Sie die Entwicklungen vom 23. bis 28. April 2026.

    Ein Tanker auf dem Meer
    Vessels pass through Strait of Hormuz following US-Iran ceasefire (picture alliance / Anadolu / Shady Alassar)
    Die aktuellen Entwicklungen finden Sie hier.

    Dienstag, 28. April

    +++ Die Ölpreise haben angesichts der weiterhin stockenden Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA erneut deutlich zugelegt.

    Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Öl der Nordseesorte Brent zog heute im Vergleich zum Vortag um 1,97 Prozent auf 110,36 US-Dollar an. Die Erklärung der Verinigten Arabischen Emirate, am 1. Mai aus der OPEC auszusteigen, wirkte sich kurffristig nicht auf die Ölpreise aus. Langfristig könnte sie jedoch zu einem höheren Ölangebot führen.

    +++ Die Sperrung der Straße von Hormus hat laut der Welternährungsorganisation FAO gravierende Auswirkungen auf den Düngemittelmarkt und damit auf die landwirtschaftliche Erzeugung.

    Preise für Düngeharnstoff aus dem Nahen Osten seien binnen einer Woche um fast ein Fünftel gestiegen, sagte der Generaldirektor der UNO-Organisation, Qu, in Rom. In den USA habe sich der Dünger um 52 Prozent verteuert, in Brasilien um 60 Prozent. Die Lieferungen seien mit schätzungsweise 1,5 bis 3 Millionen Tonnen pro Monat im Rückstand - mit Folgen für die landwirtschaftliche Produktivität. Der Anbauplan in der Landwirtschaft mache die Düngerkrise zu einem dringlichen Problem, betonte Qu.
    In den Vereinigten Staaten hat sich der Dünger laut FAO um 52 Prozent verteuert - ein Maisfeld im US-Bundesstaat Illinois.
    In den Vereinigten Staaten hat sich der Dünger laut FAO um 52 Prozent verteuert - ein Maisfeld im US-Bundesstaat Illinois. (picture alliance / dpa / Brian Kersey )

    +++ Bundesaußenminister Wadephul sieht die Weltgemeinschaft einig in der Haltung, dass die Straße von Hormus wieder frei befahrbar sein ‌muss.

    Diesen Eindruck habe er bei seinen Gesprächen bei den Vereinten Nationen gewonnen, sagte Wadephul in New York. "Das ist ein gutes Zeichen", ​betonte er. Zudem habe er festgestellt, dass die Weltgemeinschaft eindeutig der Auffassung sei, dass der Iran daran gehindert werden müsse, ein Nuklearprogramm zu entwickeln.

    +++ Israel hat nach Darstellung seines Außenministers Saar keine territorialen Ambitionen im Libanon.

    "Unsere Präsenz in den Gebieten an unserer Nordgrenze dient einem einzigen Zweck: dem Schutz unserer Bürger", sagte Saar nach Angaben seines Büros bei einem Treffen mit seinem serbischen Amtskollegen Djuric. Der rechtsextreme israelische Finanzminister Smotrich hatte dagegen kürzlich gefordert, der Litani-Fluss im Süden des Libanon müsse Israels neue Grenze zum nördlichen Nachbarland darstellen. Israel hat im Südlibanon eigenen Angaben zufolge eine sogenannte Sicherheitszone eingerichtet. Die libanesische Regierung spricht dagegen von einer Besatzung ihres Staatsgebiets.
    Israels Außenminister Gideon Saar
    Israels Außenminister Gideon Saar (AP / Petr David Josek)

    +++ Die Präsidentin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, Spoljaric, ist zu Gesprächen mit hochrangigen Regierungsvertretern und mit dem Iranischen Roten Halbmond in den Iran gereist.

    Dort wolle sie die humanitären Folgen des Kriegs erörtern und auf die Bedeutung des humanitären Völkerrechts hinweisen, teilte die Organisation in Genf mit. Weiter gehe es um eine Verstärkung der Hilfslieferungen. Anfang April hatte das Internationale Rote Kreuz mehr als 170 Tonnen lebenswichtiger Güter in den Iran gebracht. Weitere Transporte unter anderem mit medizinischem Material sollen in den kommenden Tagen folgen.

    +++ Die Sperrung der Straße von Hormus droht nach Ansicht von Eurogruppenchef Pierrakakis zur bisher größten Energiekrise zu führen.

    Pierrakakis sagte in Athen, sollte die Blockade der Meerenge nicht rasch wieder aufgehoben werden, könnten die Ausfälle bei Öl und Gas größer sein als in früheren Krisen. Der griechische Finanzminister bezog sich dabei etwa auf die 1970er-Jahre und den Beginn des Ukraine-Kriegs. Die Auswirkungen gingen weit über den Energiesektor hinaus. So könnten etwa auch wichtige Düngemittel knapp werden, warnte er.
    Pierrakakis steht in einem Gebäude, sagt etwas und gestikuliert mit beiden Händen. Dahinter unscharf Flaggen von EU-Staaten.
    Kyriakos Pierrakakis, Präsident der Euro-Gruppe. (Markus Lenhardt / dpa / Markus Lenhardt)

    +++ Die Banken im Euroraum haben nach Angaben der Europäischen Zentralbank angesichts der wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs ihre Kreditvergabe verschärft.

    Gründe dafür seien gestiegene Energiepreise und höhere Refinanzierungskosten, teilte die EZB nach einer Umfrage unter mehr als 160 Finanzinstituten mit. Parallel zur erschwerten Kreditvergabe ging die Nachfrage nach Krediten ​in den ersten drei Monaten des Jahres leicht zurück. Dies liege an der Investitionszurückhaltung der Unternehmen wegen der gestiegenen Unsicherheit, hieß es.

    +++ US-Außenminister Rubio bewertet den iranischen Vorschlag zur Straße von Hormus vorsichtig optimistisch.

    Die von Teheran vorgeschlagenen Bedingungen zur Aufhebung der Blockade der Straße von Hormus seien "besser, als wir gedacht hatten", sagte Rubio dem Nachrichtensender Fox News. US-Medienberichten zufolge will der Iran die Blockade der strategisch wichtigen Meerenge aufheben, wenn auch die USA ihre Blockade der iranischen Häfen beenden. Erst danach soll über weitere Punkte wie das iranische Atomprogramm verhandelt werden. Zugleich stellte Rubio die Aufrichtigkeit des iranischen Vorstoßes in Frage. Rubio bekräftigte zudem, die USA müssten mit Blick auf den Iran "sicherstellen, dass jedes geschlossene Abkommen, jede getroffene Vereinbarung sie definitiv daran hindert, zu irgendeinem Zeitpunkt auf eine Atomwaffe hinzuarbeiten". Die Sprecherin des Weißen Hauses, Leavitt, hatte zuvor gesagt, ein Angebot des Iran werde "diskutiert". Sie ließ offen, ob US-Präsident Trump den Vorschlag annehmen werde.

    +++ Die Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz im Libanon ist weiter brüchig.

    Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtet über einen israelischen Drohnenangriff nahe der Küstenstadt Tyrus. Dabei seien zwei Menschen verletzt worden. In dem Gebiet seien Kampfflugzeuge und Drohnen gesichtet worden. Israelische Kampfflugzeuge hätten auch einen weiteren Ort in Nähe des Litani-Flusses im Süden angegriffen. Die israelische Armee teilte mit, in zwei Fällen sei eine Abwehrrakete auf ein "verdächtiges Flugobjekt" abgefeuert worden, das in der Nähe israelischer Truppen im Südlibanon identifiziert worden sei. Bereits am Montag seien zwei israelische Soldaten beim Angriff einer mit Sprengstoff beladenen Drohne im Südlibanon verletzt worden, einer davon schwer.
    Blick aus der Ferne: Rauch steigt aus einem Dorf in den Bergen auf.
    Israelischer Luftanrgiff auf ein Ziel im Libanon (Archivbild). (IMAGO / ZUMA Press Wire / IMAGO / Marwan Naamani)

    +++ US-Präsident Trump sieht ein neues Angebot des Irans für ein Ende des Konflikts Berichten zufolge kritisch.

    Mehrere Medien berufen sich auf hochrangige Regierungsmitglieder. Demnach hegt Trump Zweifel an der Aufrichtigkeit des iranischen Regimes. Der Präsident hatte sich am Abend in Washington mit Sicherheitsberatern getroffen. Eine offizielle Stellungnahme der US-Regierung zu dem neuen iranischen Vorschlag liegt nicht vor. Den Berichten zufolge soll Teheran angeboten haben, die Blockade der Straße von Hormus zu beenden. Über das iranische Atomprogramm solle aber erst im Anschluss verhandelt werden. Die USA pochen auf die Herausgabe von hochangereichertem Uran und den Verzicht auf eine Atombombe.

    +++ In Europa gibt es zunehmend Hinweise auf die Aktivität einer pro-iranischen Terrorgruppe.

    Das Bundesamt für Verfassungsschutz teilte auf Anfrage des Deutschlandfunks mit, dass es seit dem 9. März dieses Jahres vermehrt Angriffe eines Netzwerks mit dem Namen HAYI gebe. Dabei handele es sich insbesondere um Brandanschläge auf jüdische und US-amerikanische Einrichtungen. Der Verfassungsschutz vermutet dahinter ein irakisch-schiitisches Netzwerk.
    Der Sicherheitsexperte des Londoner King's College, Neumann, hält eine Beteiligung der iranischen Revolutionsgarden für möglich. Das Vorgehen sei ähnlich zu früheren Fällen. Neumann sagte dem Schweizer Sender SRF, es gebe Hinweise darauf, dass die Gruppierung HAYI in Sozialen Netzwerken gezielt mögliche Täter in Europa anspreche und zu den Angriffen motiviere.
    Im Vordergrund ein Polizeiauto in der Straße eines Wohngebiets. Dahinter mehrere Ermittler vor einem Zaun.
    Polizei nach einem versuchten Anschlag auf eine Londoner Synagoge, der HAYI zugerechnet wird. ( dpa / Jamie Lashmar)

    +++ Das libanesische Gesundheitsministerium berichtet über vier Tote bei israelischen Angriffen.

    Trotz der geltenden Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon sind dem libanesischen Gesundheitsministerium zufolge vier Menschen bei israelischen Angriffen im Süden des Landes getötet worden. Wie das Ministerium in Beirut zudem mitteilte, seien 51 weitere Menschen verletzt worden. Damit stieg die Zahl der Todesopfer bei israelischen Angriffen im Libanon seit Beginn der Waffenruhe Mitte April auf mindestens 40. Das ergab eine Zählung der Nachrichtenagentur AFP auf der Grundlage von Zahlen des libanesischen Gesundheitsministeriums.

    Montag, 27. April

    +++ Bundeskanzler Merz wirft den USA im Krieg gegen den Iran eine fehlende Strategie vor.

    Er erkenne keinen strategischen Ausweg Washingtons, zumal die Iraner sehr geschickt verhandelten, sagte der Kanzler im nordrhein-westfälischen Marsberg. Es werde "eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung, vor allem durch die sogenannten Revolutionsgarden", so Merz. Der Krieg sei unüberlegt gewesen. Er habe Trump mittlerweile zweimal seine Skepsis direkt mitgeteilt. Merz betonte, die "ziemlich vertrackte Lage" koste Deutschland sehr viel Geld und Wirtschaftskraft. Der Krieg müsse deswegen so schnell wie möglich beendet werden.

    +++ Israels Militär bombardiert eigenen Angaben zufolge trotz formell geltender Waffenruhe erneut Ziele der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz im Libanon.

    Die israelische Armee teilte mit, sie habe begonnen, Infrastrukturanlagen der Miliz im Süden sowie in der Bekaa-Ebene ins Visier zu nehmen. Die Bekaa-Ebene erstreckt sich im Osten des Libanon. Berichte über Opfer gab es zunächst nicht.

    +++ Der libanesische Präsident Aoun hat die Mitte des Monats begonnenen Verhandlungen mit Israel verteidigt und zugleich rote Linien festgelegt.

    "Mein Ziel ist es, den Kriegszustand mit Israel zu beenden", erklärte Aoun. Er betonte, er werde "kein demütigendes Abkommen akzeptieren". Der Präsident wies die scharfe Kritik der militant-islamistischen Hisbollah an den Gesprächen mit Israel zurück. "Was wir tun, ist kein Verrat. Vielmehr begehen diejenigen Verrat, die ihr Land in den Krieg führen, um ausländische Interessen durchzusetzen", sagte er, ohne die von Teheran unterstützte Miliz namentlich zu erwähnen. 

    +++ EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen bleibt dabei: Sie spricht sich gegen die Aufhebung von europäischen Sanktionen gegen Iran aus.

    Sie halte das für zu früh, sagte sie bei der CDU/CSU-Fraktionsklausur in Berlin. Zitat: "Denn es gibt einen Grund, warum Sanktionen gegen den Iran verhängt wurden. Und dieser Grund ist das Verhalten des Regimes gegenüber der eigenen Bevölkerung." Allein in diesem Jahr seien 17.000 junge Menschen getötet worden. Menschenrechte und insbesondere Frauenrechte würden im Iran unterdrückt. Bundeskanzler Merz hatte eine Lockerung von Sanktionen ins Gespräch gebracht.

    +++ Bundesaußenminister Wadephul hat sich für ein stärkeres Engagement der Vereinten Nationen zur Beendigung des Iran-Kriegs ausgesprochen.

    Vor einem Flug in die USA betonte der Minister, er werde sich dafür einsetzen, dass der UNO-Sicherheitsrat seiner Rolle gerecht werde. In New York will Wadephul an einer Debatte des Gremiums zum Thema maritime Sicherheit teilnehmen. Er sieht die Öffnung der Straße von Hormus dabei als Schlüssel für eine Entspannung des Konflikts. Die Meerenge wird seit Kriegsbeginn weitgehend blockiert und ist für einen Teil des weltweiten Öl- und Gastransports von entscheidender Bedeutung. Wadephul betonte, die Blockade zeige, wie verletzlich Wohlstand und globale Versorgung seien. Dies gelte insbesondere für ärmere Staaten, die weder Mittel noch Ressourcen hätten, um vorzusorgen.

    +++ Der iranische Außenminister Araghtschi hat die USA für die Stagnation bei den Friedensverhandlungen in Pakistan verantwortlich gemacht.

    Trotz einiger Fortschritte habe die letzte Verhandlungsrunde ihre Ziele aufgrund überzogener Forderungen der Vereinigten Staaten nicht erreicht, sagte Araghtschi nach Angaben des iranischen Staatsfernsehens bei seiner Ankunft in Sankt Petersburg. Dort soll der iranische Außenminister von Russlands Präsident Putin empfangen werden.

    +++ Der Iran-Krieg und die Angst vor steigenden Preisen drücken die Bereitschaft der Verbraucher in Deutschland, Geld auszugeben.

    Das Konsumklima ist der neuesten Studie der Institute NIM und GfK zufolge zuletzt erneut abgesackt. Die Einkommenserwartungen sind förmlich eingebrochen und erreichen den niedrigsten Wert seit Februar 2023. Die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen - beispielsweise von Autos oder Möbeln - ging zum dritten Mal in Folge zurück und erreichte den niedrigsten Stand seit zwei Jahren.

    +++ Der Iran-Krieg hat nach einem Bericht des US-Senders CNN auch weitreichende Folgen auf die Reiseplanung von Menschen in vielen Ländern.

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    +++ Bundestagsvizepräsident Nouripour hat den europäischen Staaten eine zu passive Haltung zum Iran-Krieg vorgeworfen.

    Europa reagiere nur und agiere zu wenig, sagte der Grünen-Politiker im Deutschlandfunk. Die Länder in der Golfregion erwarteten von Europa so etwas wie eine Grundpräsenz und wunderten sich, wo diese denn bleibe. Es gebe das Gefühl, dass die Europäer warteten, bis die Amerikaner ihnen etwas vorschlügen.

    +++ Irans Außenminister Araghtschi wird heute zu einem Gespräch in Russland mit Präsident Putin erwartet.

    Kreml-Sprecher Peskow bestätigte die Reisepläne, wollte zu inhaltlichen Details des Treffens jedoch keine Angaben machen. Araghtschi war zuvor in Pakistan. Die dortige Regierung versucht, im Iran-Krieg zwischen den USA und den Machthabern in Teheran zu vermitteln. Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim überreichte Araghtschi der pakistanischen Regierung eine Liste von Bedingungen für ein Ende des Kriegs. Dazu zählen die Aufhebung der US-Blockade iranischer Häfen und neue rechtliche Regeln für die Durchfahrt der Meerenge von Hormus. US-Präsident Trump hatte am Wochenende die Reise der Unterhändler Witkoff und Kushner nach Pakistan kurzfristig abgesagt. Er erklärte, wenn die iranische Führung die Verhandlungen fortführen wolle, könne sie sich jederzeit telefonisch bei ihm melden.

    +++ Der Iran hat den USA einem Medienbericht zufolge offenbar einen neuen Vorschlag zur Öffnung der Straße von Hormus und zur Beendigung des Krieges gemacht.

    Der Plan sei bereits über pakistanische Vermittler übermittelt worden, berichtet das Nachrichtenportal Axios unter ‌Berufung auf einen US-Regierungsvertreter und zwei weitere Insider. Demnach solle zunächst ​die Seeblockade aufgehoben werden. Verhandlungen über das iranische Atomprogramm würden auf einen späteren ​Zeitpunkt verschoben.

    Sonntag, 26. April

    +++ Irans Außenminister Araghtschi ist erneut nach Islamabad gereist.

    Iranischen Staatsmedien zufolge traf er nach dem Abschluss seines Besuches im Oman in Pakistan ein. Araghtschi hatte in der omanischen Hauptstadt Maskat Berichten zufolge Gespräche mit Sultan Haitham geführt. Dabei sei es um die aktuelle Lage und die Verhandlungsbemühungen zur Beilegung des Konflikts gegangen. Von Islamabad aus soll Araghtschi weiter nach Russland reisen.

    +++ Die humanitäre Situation im Iran hat sich nach UNO-Angaben ungeachtet der am 8. April in Kraft getretenen Feuerpause verschärft.

    Laut einem am Sonntag veröffentlichten Lagebericht des Koordinierungsbüros für humanitäre Hilfe OCHA haben sich die Trinkwasserversorgung und die hygienischen Verhältnisse infolge der Luftangriffe weiter verschlechtert. Mit Stand 15. April waren laut amtlichen iranischen Angaben, auf die das OCHA sich bezieht, etwa 3,2 Millionen Menschen im Land vertrieben. Landesweit seien bis zum 7. April 2.362 Menschen durch die US-amerikanischen und israelischen Luftschläge getötet und mehr als 32.000 Menschen verletzt worden.

    +++ Bei den jüngsten Angriffen gestern im südlichen Libanon wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Beirut sieben Menschen getötet und 24 weitere verletzt.

    Die Hisbollah widerum teilte mit, ihre Kämpfer hätten heute früh im Südlibanon unter anderem israelische Soldaten angegriffen. Dabei habe es mehrere Tote gegeben. Israels Ministerpräsident Netanjahu wies die Armee gestern Abend an, Ziele der Hisbollah "intensiv" anzugreifen. Die israelische Armee warnte Anwohner der südlichen Gebiete nahe der gemeinsamen Grenze erneut, "bis auf Weiteres" nicht in ihre Häuser zurückzukehren. 

    +++ Im Iran ist ein weiteres Todesurteil vollstreckt worden.

    Nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim wurde am Morgen ein Mann erhängt. Er wurde demnach zuvor unter anderem wegen Mitgliedschaft in der sunnitischen Rebellengruppe Dschaisch al-Adl und für Anschläge auf Streitkräfte verurteilt. Organisationen wie Amnesty International und Iran Human Rights kritisieren, dass die Urteile oft in unfairen Schnellverfahren und auf Basis von unter Folter erpressten Geständnissen ergehen. 
    Erst am Samstag war ein Todesurteil im Zusammenhang mit den Massenprotesten im Januar vollstreckt worden. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben der Organisation Iran Human Rights mindestens 1.639 Menschen hingerichtet, so viele wie seit 35 Jahren nicht mehr.

    +++ Bei israelischen Angriffen im Gazastreifen sind nach palästinensischen Angaben mindestens vier Zivilisten getötet worden.

    ​Die von der Hamas kontrollieren Gesundheitsbehörden berichten von einem Luftangriff sowie Schüssen israelischer Soldaten an mehreren Orten im Gazastreifen. Die israelische Armee teilte mit, sie prüfe die Angaben. Außerdem erklärte sie, dass bei mehreren Angriffen seit Freitag zahlreiche Kämpfer der Hamas getötet worden seien. Im Gazastreifen herrscht offiziell seit Oktober 2025 eine Waffenruhe. Sie wird aber von beiden Seiten immer wieder gebrochen.

    +++ Der iranische Außenminister Araghtschi hat im Oman Gespräche über den Krieg mit den USA geführt.

    Omanische Staatsmedien berichten, dass Sultan Haitham in der Hauptstadt Maskat mit Araghtschi über die aktuelle Lage und die Verhandlungsbemühungen zur Beilegung des Konflikts gesprochen habe. Laut Medienberichten wird der iranische Außenminister anschließend erneut nach Pakistan und von dort aus nach Russland reisen.
    Gestern waren Gespräche zwischen Unterhändlern in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad nicht zustande gekommen. Pakistan versucht derzeit, eine zweite Verhandlungsrunde zwischen den Konfliktparteien zustande zu bringen.

    +++ Das US-Militär hat nach eigenen Angaben einen mit Sanktionen belegten Frachter der iranischen "Schattenflotte" abgefangen.

    Das Schiff sei im Arabischen Meer von einem Helikopter des Zerstörers "USS Pinckney" gestoppt worden und werde zurück in Richtung Iran eskortiert, teilte das US-Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit.  Das abgefangene Schiff, die "M/V Sevan", gehört demnach zu den 19 Frachtern, die am Freitag mit Sanktionen des US-Finanzministeriums belegt wurden. Die Sanktionen zielen auf die sogenannte Schattenflotte des Irans ab, die nach US-Angaben von zentraler Bedeutung für Teherans Einnahmen aus dem Öl- und Gasexport ist. Wie das US-Militär weiter mitteilte, sind bisher 37 Schiffe umgeleitet worden.

    +++ Bundestagsvizepräsident Nouripour (Grüne) ist zu Gesprächen über die Folgen des Iran-Krieges und mögliche Wege aus der Krise nach Saudi-Arabien geflogen.

    Nouripour soll unter anderem vom saudischen Außenminister al-Jubair empfangen werden. Geplant sei zudem ein Treffen mit dem Vorsitzenden des jemenitischen Präsidialrats, al-Alimi, teilte Nouripours Büro mit. Im Mittelpunkt stehe dabei der Austausch über den Konflikt mit den Huthi-Rebellen. Danach steht bei einem Besuch in den Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) in Abu Dhabi auch ein Austausch mit dem Industrieminister, Al Jaber, auf dem Programm. Vor dem Hintergrund der Verhandlungen in Pakistan wolle sich Nouripour ein Bild über die Lage in der Region machen und sich insbesondere über die Sicherheit der Golfstaaten sowie die Auswirkungen auf den weltweiten Öl- und Energiemarkt informieren.

    +++ Der iranische Außenminister Araghtschi will laut einem Agenturbericht in die pakistanische Hauptstadt zurückkehren, wo Bemühungen um erneute Gespräche mit US-Vertretern über ein Kriegsende laufen.

    Araghtschi werde nach seinem Aufenthalt im Oman erneut nach Islamabad fliegen, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Irna. Nach Gesprächen mit pakistanischen Regierungsvertretern war der iranische Außenminister gestern aus Islamabad abgereist. Daraufhin hatte US-Präsident Trump eine Reise seiner Unterhändler zu möglichen neuen Verhandlungen in der pakistanischen Hauptstadt kurzfristig abgesagt.

    Samstag, 25. April

    +++ Der israelische Regierungschef Netanjahu hat neue Angriffe auf die Hisbollah im Libanon angeordnet.

    Das teilte sein Büro am Samstagabend mit. Die israelische Armee hatte zuvor gemeldet, Hisbollah-Kämpfer hätten Soldaten in der Region Kantara mit Drohnen angegriffen. Im Süden des Libanon habe die Armee zudem "mehr als 15 Terroristen eliminiert" und ein Hisbollah-Waffenversteck mit Panzer-Abwehrraketen und Kalaschnikow-Gewehren entdeckt. US-Präsident Trump hatte am Donnerstag eine Verlängerung der Waffenruhe für den Libanon um drei Wochen bekanntgegeben.

    +++ US-Präsident Trump hat Medienberichten zufolge die Reise seines Sondergesandten Witkoff und seines Schwiegersohns Kushner nach Pakistan abgesagt.

    Beide sollten ursprünglich heute nach Islamabad reisen. Er habe seiner Delegation gesagt, sie sollten nicht fliegen, zitierte der US-Sender Fox News Trump. "Die Iraner können uns jederzeit anrufen."
    US-Präsident Donald Trump spricht während einer Veranstaltung im Weißen Haus in Washington.
    US-Präsident Donald Trump (picture alliance / Sipa USA)

    +++ Bei den Gesprächen in Islamabad hat der Iran dem Vermittler Pakistan seine Forderungen übergeben.

    Außenminister Araghtschi habe "die grundsätzlichen Positionen" des Iran erläutert, hieß es in einer Erklärung auf dem offiziellen Telegram-Kanal des Ministers. Ein iranischer Diplomat in Islamabad sagte der Nachrichtenagentur Reuters zu den Vorbehalten Teherans gegenüber den US-Positionen: "Grundsätzlich wird die iranische Seite keine Maximalforderungen akzeptieren."

    +++ Der iranische Außenminister Araghtschi hat Pakistan wieder verlassen.

    Araghtschi sprach in der Hauptstadt Islamabad mit Premierminister Sharif und Armeechef Munir, wie aus pakistanischen Regierungskreisen verlautete. Araghtschi hatte zu seinem Besuch in Islamabad lediglich erklärt, es gehe um bilaterale Angelegenheiten und Beratungen über regionale Entwicklungen. Dabei ging er nicht auf eine mögliche Wiederaufnahme der Gespräche mit den USA ein. Nach Angaben des iranischen Staatsfernsehens soll die pakistanische Regierung den US-Vertretern Irans Vorschläge übermitteln.

    +++ Das Minensuchboot "Fulda" der Deutschen Marine soll in den kommenden Tagen ins Mittelmeer verlegt werden.

    Damit erfolgt eine Vorausstationierung für eine mögliche Beteiligung der Bundeswehr an einem multinationalen Einsatz zur Sicherung der Straße von Hormus, wie eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums mitteilte. Durch diesen Schritt werde Zeit gespart, um die Fähigkeiten der "Fulda" schnell in den Einsatz zu bringen, sobald die Voraussetzungen erfüllt seien.

    +++ Der Nahost-Experte Guido Steinberg sieht das iranische Regime gestärkt.

    Er sagte im Deutschlandfunk, die iranische Führung glaube, dass sie den Krieg gegen die USA und Israel gewonnen habe. Zwar seien in den vergangenen Wochen etliche Führungskräfte getötet worden. Entgegen der Ankündigung von US-Präsident Trump habe es aber keinen Regimewechsel gegeben. Zudem verfüge der Iran durch die Blockade der Straße von Hormus über ein wichtiges Druckmittel. Das zeige sich auch an Äußerungen von Kanzler Merz, der eine Lockerung von Sanktionen gegen das Land in Erwägung gezogen hatte. Das sei eine "atemberaubende Wendung", so Steinberg, die aber den Prinzipien der Realpolitik folge.

    +++ Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben Raketenabschussrampen der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz im Südlibanon beschossen.

    Die Anlagen seien eine Bedrohung für israelische Zivilisten und Soldaten gewesen, erklärte ein Sprecher. Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden bei den Luftangriffen auf die Ortschaften Wadi al-Hudschar, Srifa, Jatir und Tulin sechs Menschen getötet. Die Orte gelten als Hochburgen der Hisbollah. US-Präsident Trump hatte am Donnerstag eine Verlängerung der Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon um drei Wochen bekanntgegeben.

    +++ Der Iran verfügt nach Darstellung des Verteidigungsministeriums weiterhin über einen erheblichen Teil seiner Raketenkapazitäten.

    Wie ein Ministeriumssprecher laut staatlichen Medien erklärte, setzt die heimische Rüstungsindustrie ihre Arbeit trotz der Schäden an einigen Produktionszentren fort. Die Produktionslinien seien über das Land verteilt. Demnach arbeiten rund 900 Unternehmen mit den Streitkräften und dem Verteidigungsministerium zusammen. Der Sprecher gab an, dass der Iran derzeit mehr als 1.000 Waffentypen, darunter Raketen, Drohnen und militärische Ausrüstungen, im Land herstelle.
    Nach einer Serie von Angriffen hatten US-Militär- und Regierungsvertreter eingeräumt, dass der Iran noch immer über begrenzte Fähigkeiten zur Verteidigung und zum Gegenschlag verfüge.

    +++ Der iranische Außenminister Araghtschi hat in Pakistan Gespräche für eine Beilegung des Konflikts mit den USA aufgenommen.

    Staatlichen Medien zufolge kam Araghtschi in Islamabad mit dem pakistanischen Verteidigungsminister Munir zusammen, der eine Schlüsselrolle in den Vermittlungen spielt. Der US-Sondergesandte Witkoff und der Schwiegersohn von US-Präsident Trump, Kushner, werden ebenfalls in Pakistan erwartet. Nach Angaben des iranischen Außenministeriums ist derzeit aber kein Treffen geplant.
    Wegen der abweichenden Darstellungen beider Seiten im Vorfeld der Treffen ist letztlich nicht klar, ob die Konfliktparteien bloß Botschaften über pakistanische Vermittler austauschen oder vielleicht doch direkte Verhandlungen führen werden.

    +++ Zum ersten Mal seit Beginn des Iran-Krieges sind vom Flughafen Teheran wieder kommerzielle Flüge gestartet.

    Das staatliche iranische Fernsehen berichtete, die Maschinen seien vom internationalen Flughafen Imam Chomeini in Richtung Istanbul, Omans Hauptstadt Maskat sowie in die saudi-arabische Stadt Medina gestartet. Das Portal "Flightradar24" zeigte an, dass am Samstagmorgen mindestens drei Flüge mit Ziel Istanbul abhoben. Der Iran hatte im Zuge einer Waffenruhe mit den USA seinen Luftraum bereits teilweise wieder geöffnet.

    +++ Im Westjordanland und im Gazastreifen finden heute Kommunalwahlen statt.

    Laut der Zentralen Wahlkommission in Ramallah sind rund 1,5 Millionen Menschen im Westjordanland als Wähler registriert, weitere 70.000 in der Stadt Deir al-Balah im zentralen Gazastreifen. Dort sind es die ersten Wahlen seit 2006. Kandidaten müssen sich auf Anordnung von Präsident Abbas zum PLO-Programm bekennen - zur Anerkennung Israels und zum Verzicht auf bewaffneten Kampf. Die Hamas tritt offiziell nicht an; auf einzelnen Listen sollen aber Kandidaten stehen, die der Bewegung nahestehen.
    In vielen Städten, darunter Nablus und Ramallah, kandidiert nur eine einzige Liste. Die Wahllokale im Westjordanland schließen um 19 Uhr, im Gazastreifen um 17 Uhr. Dies soll eine Auszählung der Stimmen noch bei Tageslicht ermöglichen.

    +++ Im Ringen um ein Ende des Iran-Kriegs zeichnen sich schwierige diplomatische Gespräche in Pakistan ab.

    Das Weiße Haus kündigte eine Reise der US-Sondergesandten Witkoff und Kushner zu Verhandlungen nach Islamabad an. Der iranische Außenminister Araghtschi traf bereits am Freitag in der pakistanischen Hauptstadt ein. Sein Ministeriumssprecher Baghaei betonte jedoch, es sei kein Treffen mit der amerikanischen Seite geplant - nur mit den Pakistanern werde gesprochen. Zentrale Streitpunkte im laufenden Konflikt bleiben das iranische Atomprogramm und die Sperrung der Straße von Hormus.

    +++ Als Vorbereitung auf einen möglichen Einsatz in der Straße von Hormus will Verteidigungsminister Pistorius deutsche Marineeinheiten ins Mittelmeer verlegen.

    Er sagte der Rheinischen Post, man wolle im Falle eines Mandats des Bundestags keine Zeit verlieren. Es gehe um einen Minensucher sowie ein Versorgungsschiff. Pistorius sagte, die deutsche Marine sei gut darin, Minen aufzuspüren und zu räumen. Dies könne zu einer freien und sicheren Schifffahrt in der Meerenge beitragen. Zunächst müsse es aber ein Ende der Kampfhandlungen geben. Dem Iran wird vorgeworfen, im Rahmen seiner Blockade der Straße von Hormus Minen ausgelegt zu haben. Bundeskanzler Merz hatte angeboten, dass Deutschland sich an einem internationalen Militäreinsatz zur Sicherung der Schifffahrt in der für den Welthandel wichtigen Meerenge beteiligen könnte.

    +++ SPD-Fraktionschef Miersch hält im Falle von langfristigen Auswirkungen des Iran-Kriegs das Aussetzen der Schuldenbremse für denkbar.

    Er sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, im schlimmsten Fall müssten alle Optionen auf den Tisch. Dazu könne auch zählen, eine Haushaltsnotlage auszurufen und womöglich neue Schulden aufzunehmen. Miersch betonte, der Staat habe die Aufgabe, einen Zusammenbruch der Wirtschaft zu verhindern sowie den Zusammenhalt der Gesellschaft zu organisieren. Im Zweifel könnten weitere Entlastungen nötig werden. Mit einem sogenannten Überschreitensbeschluss kann der Bundestag eine Ausnahmeregelung der Schuldenbremse nutzen.
    Zu sehen ist der SPD-Politiker Matthias Miersch.
    Matthias Miersch, SPD-Fraktionsvorsitzender (Archivbild). (Kay Nietfeld / dpa)

    +++ Der britische Premierminister Starmer hat einem Medienbericht zufolge zugesagt, einen Gesetzentwurf für ein Verbot der iranischen Revolutionsgarden vorzulegen.

    Wie die Zeitung "Jewish Chronicle" berichtet, kündigte Starmer das Gesetz während eines Besuchs in einer Londoner Synagoge an, auf die am vergangenen Samstag ein Brandschlag verübt worden war. Die Regierung werde den Entwurf "so schnell wie möglich vorlegen", so Starmer. Die Revolutionsgarden sind der ideologische Arm des iranischen Militärs. Ende Januar hatten sich die EU-Staaten nach jahrelangen Debatten darauf geeinigt, die Revolutionsgarden als "terroristische Organisation" einzustufen.

    Freitag, 24. April

    +++ In Pakistan werden am Wochenende voraussichtlich neue Verhandlungen über ein mögliches Ende des Iran-Kriegs stattfinden.

    Die US-Unterhändler Witkoff und Kushner fliegen morgen zu erneuten Gesprächen nach Islamabad, wie die Sprecherin des Weißen Haus, Leavitt, dem Sender Fox News sagte. Dort sollten sie mit iranischen Vertretern zusammenkommen. Teheran habe um die Gespräche gebeten, betonte Leavitt. Eine iranische Delegation um Außenminister Araghtschi sei am Abend in Pakistan eingetroffen, hieß es aus pakistanischen Regierungskreisen. Wie die iranische Nachrichtenagentur IRNA meldet, will der Minister Gespräche mit Vertretern Pakistans führen, das im Iran-Krieg als Vermittler auftritt. Ob auch Gespräche mit den USA geplant sind, ist unklar.
    Eine zweite Runde der Beratungen zwischen dem Iran und den USA war Anfang der Woche nicht zustandegekommen. Der Iran weigerte sich teilzunehmen und verwies auf die anhaltende US-Teilblockade der Straße von Hormus.

    +++ Der libanesische Präsident Aoun hat die EU aufgefordert eine internationale Konferenz zum Wiederaufbau seines Landes auszurichten.

    "Die Stabilität des Libanon ist Teil der Stabilität der Region", sagte Aoun in Zypern, wo er als Gast am EU-Gipfel teilnahm. Sein Land weigere sich aber, als Verhandlungsmasse in regionalen Konflikten zu dienen. Er bezog sich mit dieser Äußerung offenbar auf den Iran, der einen dauerhaften Waffenstillstand zwischen Israel und der militanten Hisbollah-Miliz in den Gesprächen mit den USA gefordert hat.

    +++ Israelische Angriffe im Zuge des wieder aufgeflammten Krieges mit der Schiitenmiliz Hisbollah sollen seit dem 2. März fast 2.500 Menschen im Libanon das Leben gekostet haben.

    Das teilte das libanesische Gesundheitsministerium mit. Mehr als 7.700 weitere Menschen seien verletzt worden. Es war das erste Mal seit dem 17. April, dem Beginn der Waffenruhe im Libanon, dass das Ministerium neue Opferzahlen veröffentlichte.

    +++ Bundeskanzler Merz hat dem Iran die Lockerung von Sanktionen in Aussicht gestellt, sollte es im Konflikt mit den USA eine Verhandlungslösung geben.

    Bedingungen dafür seien die dauerhafte Öffnung der Straße von Hormus, das Ende des iranischen Atomprogramms und die Sicherheit Israels, sagte Merz nach dem EU-Gipfeltreffen in Zypern. EU-Ratspräsident Costa erklärte, eine freie Durchfahrt durch die Meerenge sei entscheidend für die ganze Welt. Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten mit Vertretern aus dem Nahen Osten und der Golfregion über den Iran-Krieg beraten. Dafür waren unter anderem Ägyptens Präsident al-Sisi, der libanesische Staatschef Aoun und der Generalsekretär des Golf-Kooperationsrates, al-Budaiwi, angereist.
    EU, Iran, Ukraine: Interview mit Josef Janning, EU- und Außenpolitikexperte

    +++ Die US-Blockade der iranischen ‌Schifffahrt ist nach den Worten von Verteidigungsminister Hegseth effektiv.

    Niemand fahre ohne die Genehmigung der US-Marine von der Straße von Hormus aus irgendwohin in die Wele, sagt Hegseth der Presse. Die Marine habe bereits 34 Schiffe von der Meerenge zurückgewiesen. Die Führung in Teheran habe die Gelegenheit zu einem "guten Deal" mit Washington, so Hegseth.

    +++ Eines der im Persischen Golf festsitzenden Containerschiffe von Deutschlands größter Reederei Hapag Lloyd hat die Straße von Hormus passiert.

    Das bestätigte ein Unternehmenssprecher dem "Spiegel". Über die Passage hatte zuerst die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Zum Zeitpunkt und den Umständen der Fahrt der "Tema Express" wollte sich Hapag Lloyd nicht äußern. Der Hamburger Reederei zufolge sitzen derzeit noch vier eigene Schiffe wegen der Blockade der Straße von Hormus fest. Auch Schiffe anderer Reedereien sind betroffen.
    Der Schriftzug "Hapag-Lloyd" steht an der Bordwand eines Containerschiffs der gleichnamigen Reederei.
    Hapag Lloyd - Deutschlands größte Reederei (picture alliance/dpa)

    +++ Die libanesische Botschafterin in Berlin, Ali, wirft Israel Kriegsverbrechen im Libanon vor.

    Sie sagte im Deutschlandfunk, die israelische Armee habe die Feuerpause seit Beginn am vergangenen Freitag jeden einzelnen Tag gebrochen. Die israelischen Streitkräfte schössen teils mit verbotenem Phosphor, bombardierten ganze Dörfer und besetzten den südlichen Libanon. Ali verwies darauf, dass für eine Entwaffnung der Hisbollah-Miliz ein Abzug der israelischen Streitkräfte notwendig sei. Nur dann könnte die libanesische Armee in den Süden des Landes verlegt werden und dort gegen die Miliz vorgehen.

    +++ Der Bundestag hat dem Tankrabatt und der Entlastungsprämie zugestimmt.

    Am Nachmittag gibt es noch eine Sondersitzung des Bundesrats dazu. Stimmt auch er zu, kann der Preis für Diesel und Benzin im Mai und Juni um bis zu 17 Cent je Liter sinken. Der Bundestag hat zudem den Weg für eine Gesetzesänderung geebnet, nach der Arbeitgeber ihren Beschäftigten eine steuerfreie Entlastungsprämie von bis zu 1.000 Euro zahlen können. Auch hier muss der Bundesrat noch darüber abstimmen, das soll aber erst in der Sitzung am 8. Mai passieren.

    +++ Die israelische Armee hat in der Nacht im Südlibanon zwei Mitglieder der Hisbollah-Miliz getötet.

    Die beiden Männer seien bei einem Angriff auf ein Haus in dem Ort Tulin ums Leben gekommen, hieß es aus libanesischen Sicherheitskreisen. Israels Militär teilte mit, der Angriff sei als Reaktion auf Raketenbeschuss der vom Iran unterstützten Hisbollah erfolgt. Man habe militärische Anlagen der Miliz in Tulin sowie in einem weiteren südlibanesischen Ort ins Visier genommen. Israel darf sich laut der aktuellen Waffenruhe-Vereinbarung gegen geplante, unmittelbar bevorstehende oder andauernde Angriffe verteidigen.

    +++ Der iranische Außenminister Araghtschi hat mit Vertretern Pakistans telefoniert, die im Krieg mit den USA und Israel vermitteln.

    Laut der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur Irna ging es in den Gesprächen mit Armeechef Munir und Außenminister Dar unter anderem um die Waffenruhe. In dieser Woche hatte US-Präsident Trump einseitig die Waffenruhe mit dem Iran verlängert. Der Iran steht weiteren Verhandlungen skeptisch gegenüber.

    +++ Der Iran hat Behauptungen von US-Präsident Trump über einen Führungsstreit zurückgewiesen.

    Im Iran gebe es keine Hardliner oder Moderaten. Man sei geeint, alle seien Revolutionäre, erklärten der iranische Präsident Peseschkian und Parlamentspräsident Ghalibaf in staatlichen Medien. Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums bezeichnete Trumps Behauptung, es gebe einen Machtkampf in der Führung des Landes, als Ablenkungsmanöver.

    +++ US-Präsident Trump hat eine Verlängerung der Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon bekanntgegeben.

    Die Feuerpause werde um drei Wochen verlängert, erklärte Trump in seinem Onlinedienst. Der US-Präsident hatte zuvor Vertreter der beiden Länder zu Gesprächen in Washington empfangen.

    +++ Der Bundestag stimmt heute über den Tankrabatt ab.

    Ab Anfang Mai könnten Autofahrer damit bei den Kraftstoffpreisen entlastet werden. Es ist geplant, bis Ende Juni die Steuern auf Diesel und Benzin um je rund 17 Cent brutto pro Liter zu senken. Der Bundestag befasst sich am Vormittag mit dem Vorhaben. Am Mittag ist zudem eine Sondersitzung des Bundesrats dazu geplant.

    +++ US-Außenminister Rubio hat dem Iran die Teilnahme an der Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer zugesichert.

    Die Spieler seien willkommen, sagte Rubio in Washington. Niemand in den USA habe gesagt, dass sie nicht kommen dürften. Einschränkungen könnten sich allerdings für Begleitpersonen ergeben, die Verbindungen zu den iranischen Revolutionsgarden hätten. Damit distanzierte sich Rubio zugleich von einem Vorschlag, wonach Italien den WM-Platz der iranischen Mannschaft übernehmen könnte.

    Donnerstag, 23. April

    +++ Ein dritter US-Flugzeugträger hat die Golfregion erreicht.

    Die "USS George H.W. Bush" sei im Indischen Ozean, teilte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando des US-Militärs auf der Plattform X mit. Sie war Ende März von ihrem Heimathafen Norfolk im US-Bundesstaat Virginia losgefahren. Einer der beiden anderen Flugzeugträger, die "USS Abraham Lincoln", befindet sich im Arabischen Meer, ein weiterer, die "USS Gerald R. Ford" im Roten Meer.
    Ein Mann und eine Frau winken einem riesigen Flugzeugträger zu
    Die USS George H.W. Bush beim Verlassen ihres Heimathafens Norfolk (Kendall Warner / The Virginian-Pil )

    +++ Bei einem israelischen Angriff im Süden des Libanon sind nach libanesischen Angaben drei Menschen getötet worden.

    Wie das Gesundheitsministerium in Beirut mitteilte, wurde bei dem Angriff eine Straße in der Region Nabatäa getroffen, die mehr als 30 Kilometer nördlich der Grenze zu Israel liegt. Bei einem weiterem Angriff in Jater, gut vier Kilometer nördlich der Grenze, wurden demnach zwei Menschen verletzt, darunter ein Kind. Eigentlich gilt seit Freitag eine Waffenruhe im Libanon. Sie wird aber sowohl von Israel wie auch der libanesischen Hisbollah-Miliz immer wieder gebrochen.

    +++ Im Süden des Libanon ist die bekannte Journalistin Amal Khalil beerdigt worden.

    Sie war gestern bei einem israelischen Luftangriff getötet worden. In dem Dorf al-Tiri versammelten sich mehrere Dutzende Menschen, als ihr Sarg durch die Straßen getragen wurde. Viele skandierten "Tod für Israel". Khalil arbeitete für die Tageszeitung Al-Akhbar und berichtete regelmäßig über den Krieg zwischen Israel und der Hisbollah.
    Khalils Bruder warf Israel vor, seine Schwester gezielt getötet zu haben. Es habe drei Angriffe innerhalb von zwei Stunden gegeben. Amal Khalil selbst hatte in Interviews berichtet, dass sie Drohungen von einer israelischen Telefonnummer erhalten habe. Es war jedoch unklar, wem sie gehörte. Das israelische Militär erklärte, der Vorfall werde noch untersucht.
    Eine Frau wirft Reis und Rosenblätter auf den reich geschmückten Sarg der libanesischen Journalistin Amal Khalil. Weitrere Menschen stehen daneben.
    Beerdigung der libanesischen Journalistin Amal Khalil (Marwan Naamani / dpa )

    +++ Die Hisbollah hat nach eigenen Angaben israelische Militärstellungen im Südlibanon angegriffen.

    Die vom Iran untertstützte libanesische Schiitenmiliz erklärte, sie habe israelische Soldaten im Dorf Taybe unter Beschuss genommen. Die Hisbollah rechtfertigte ihre Angriffe mit Verstößen Israels gegen die Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon. Die Feuerpause war am vergangenen Freitag in Kraft getreten, allerdings ohne Zustimmung der Hisbollah. Israel hat seitdem beinahe täglich Ziele im Süden angegriffen und der Miliz ebenfalls den Bruch der Waffenruhe vorgeworfen. Vertreter Israels und des Libanon verhandeln heute in Washington über eine Verlängerung.

    +++ US-Präsident Donald Trump hat die US-Marine angewiesen, ‌jedes Boot zu zerstören, das in der Straße von Hormus Minen verlegt.

    Trump schrieb auf seiner Plattform Truth Social, US-Minensuchboote seien mit dreifacher Intensität im Einsatz, um die Gewässer von Minen zu räumen. Die US-Marine brachte erneut einen Tanker auf, der nach ihren Angaben iranisches Öl durch die Straße von Hormus transportierte. Die beidseitige Blockade der Meerenge durch die USA und den Iran ist einer der großen Hinderungsgründe für weitrere Verhandlungen.

    +++ Der Sohn des früheren Schahs, Mohammad Reza Pahlavi, hat die Bundesregierung dafür kritisiert, dass sie nicht mit ihm sprechen möchte.

    Dies sei "eine Schande", sagt Pahlavi bei einer Pressekonferenz in Berlin. Demokratische Regierungen sollten "mit den Menschen sprechen, die die Stimme der Stimmenlosen" seien, betonte er. Stattdessen lasse sich die Bundesregierung vom Regime in Teheran erpressen. Pahlavi rief mehrfach dazu auf, ‌das iranische Regime zu stürzen. Es sei nie so brüchig gewesen wie jetzt, sagte er. "Es ist eine verwundete Bestie."

    +++ Teheran hat laut einem hochrangigen Vertreter erstmals Einnahmen aus seinen für die Durchfahrt der blockierten Straße von Hormus erhobenen Gebühren erhalten.

    "Die ersten Einnahmen aus den Mautgebühren für die Straße von Hormus wurden auf das Konto der Zentralbank eingezahlt", erklärte laut staatlichen Medien der stellvertretende Parlamentspräsident Hadschibabaei. Weitere Details sind nicht bekannt. Die Straße von Hormus, durch die unter anderem etwa ein Fünftel des weltweit geförderten Rohöls verschifft wird, ist durch das iranische Militär de facto gesperrt. Teheran verlangt, dass Schiffe für die Durchquerung zuvor eine Genehmigung einholen.
    Auf dem Bild sind zwei große Tanker auf ruhigem Meer in der Straße von Hormus zu sehen. Der Himmel ist klar, das Wasser wirkt still.
    Der Iran verlangt, dass Schiffe für die Durchquerung durch die Straße von Hormus zuvor eine Genehmigung einholen. (picture alliance / Associated Press / Asghar Besharati)

    +++ Im jüngsten Krieg zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah sind im Libanon nach dortigen Angaben mehr als 50.000 Häuser beschädigt oder zerstört worden.

    Das teilte der Nationale Rat für Forschung mit, der seit 2023 im Auftrag der Regierung Untersuchungen durchführt. Mehr als die Hälfte der Schäden und Zerstörung gab es demnach im südlichen Libanon und im Gebiet nahe der israelischen Grenze. Israels Armee hat erklärt, dass die Einsätze erneute Aktivitäten der Hisbollah im südlichen Libanon verhindern sollen. Kritiker halten dagegen, dass die systematische Zerstörung ganzer Dörfer Kriegsverbrechen darstellen könnten. 

    +++ Der iranische Exil-Oppositionelle Pahlavi hat die Europäer zu einer entschlosseneren Haltung gegenüber der Führung in Teheran aufgerufen.

    "Wenn Sie glauben, Sie könnten mit diesem Regime Frieden schließen, irren Sie sich gewaltig", sagte Pahlavi bei einem Besuch in Berlin. Europa stehe vor der Wahl "zwischen einem sterbenden Regime, das uns alle gefährdet, und einem freien Iran", betonte der 60-Jährige. Pahlavi ist als Privatperson nach Berlin gekommen, wo er politische Gespräche führt. Er wird keine Regierungsmitglieder treffen. Der im US-Exil lebende Schah-Sohn hat sich als Übergangsführer ins Spiel gebracht. Innerhalb der iranischen Opposition ist er jedoch hochumstritten.
    Zu sehen ist Reza Pahlavi, der Sohn des früheren iranischen Schahs. Er gibt ein Statement in Berlin ab.
    Reza Pahlavi, der Sohn des früheren iranischen Schahs, bei seinem Besuch in Berlin. (Michael Kappeler / dpa / Michael Kappeler)

    +++ Die iranische Justiz hat erneut einen angeblichen Spion hingerichtet.

    Der Mann sei Mitglied der Oppositionsgruppe "Mudschahedin-e-Chalk" und habe mit dem israelischen Geheimdienst Mossad zusammengearbeitet, meldete die mit der Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan. Nähere Angaben machte sie nicht. Menschenrechtsgruppen kritisieren seit Jahren die rigorose Anwendung der Todesstrafe im Iran und werfen den Behörden vor, Hinrichtungen auch als Mittel der Einschüchterung zu nutzen.

    +++ Die Ölpreise haben wegen des Iran-Kriegs den dritten Tag in Folge zugelegt.

    Ein Barrel (159 Liter) der Sorte Brent mit Lieferung im Juni wurde bei 103,23 US-Dollar gehandelt und damit mehr als ein Prozent über dem Niveau vom Vortag. Das Ausbleiben von neuen Verhandlungen für ein Ende des Iran-Kriegs verunsichert die Anleger an den Rohstoffmärkten. Es gebe kaum Anzeichen für Fortschritte bei der Lösung des Konflikts, erklärten Analysten. Seit Beginn der Woche hat sich Rohöl aus der Nordsee fast sieben Dollar und US-Öl fast vier Dollar je Barrel verteuert.

    +++ Unions-Außenpolitiker Laschet verteidigt die geplanten politischen Gespräche mit dem Schah-Sohn Pahlavi in Berlin.

    "Er ist das einzige Oppositionsgesicht, das man kennt. Und für viele Iraner ist das halt die Alternative erst einmal zum Mullah-Regime", sagte Laschet im ARD-Fernsehen. Pahlavi sei einfach ein relevanter Gesprächspartner, der erzählen könne, wie die Lage im Iran sei", betonte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag. Der iranische Exilpolitiker will in der Bundespressekonferenz sprechen. Zudem wird der 60-Jährige von Laschet und Außenpolitikern anderer Fraktionen empfangen. Treffen mit Regierungsmitgliedern sind nicht geplant.
    Zu sehen ist der CDU-Politiker Armin Laschet in eine, Fernsehstudio.
    Der CDU-Politiker Armin Laschet (Archivbild). (picture alliance / HMB Media / Uwe Koch)

    +++ Nach Angaben des US-Militärs sind mehr als 30 Schiffe von der US-Blockade iranischer Häfen betroffen.

    Das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando der Armee (Centcom) teilte mit, dass seine Kräfte im Nahen Osten "31 Schiffe angewiesen haben, umzukehren oder in den Hafen zurückzukehren."
    Unterdessen hat die iranische Revolutionsgarde laut einem Bericht des staatlichen Fernsehens zwei Schiffe in der Straße von Hormus angegriffen und unter ihre Kontrolle gebracht und ein drittes beschossen. Die US-Regierung wertete die Beschlagnahme nicht als Verstoß gegen die Bedingungen der vereinbarten Waffenruhe, weil es sich nicht um US-amerikanische oder israelische Schiffe handelte, wie das Weiße Haus mitteilte.

    +++ Der US-Marine-Staatssekretär Phelan hat sein Amt nach Angaben des Pentagon niedergelegt.

    Phelan "scheidet mit sofortiger Wirkung aus der Regierung aus", erklärte Pentagon-Sprecher Parnell im Onlinedienst X, ohne Gründe zu nennen. Der bisherige stellvertretende Marineminister Cao übernimmt demnach die Leitung der Teilstreitkraft kommissarisch. Anfang des Monats war der Chef des US-Heeres, George, auf Druck von Verteidigungsminister Hegseth zurückgetreten.

    +++ Der Libanon will bei der zweiten Verhandlungsrunde mit Israel heute in Washington eine Fortsetzung der geltenden Waffenruhe erreichen.

    Ein libanesischer Regierungsvertreter sagte der Nachrichtenagentur AFP zufolge, dass man eine Verlängerung der Feuerpause um einen Monat fordern werde. Am Freitag war eine zehntägige Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon in Kraft getreten, die am Sonntag endet. Das Abkommen ist jedoch brüchig, bei israelischen Luftangriffen wurden gestern drei Menschen getötet. Frankreichs Präsident Macron gab zudem den Tod eines zweiten französischen Blauhelmsoldaten bekannt, wofür er die pro-iranische Hisbollah-Miliz verantwortlich machte.

    +++ Der Sohn des letzten Schahs im Iran, Reza Pahlavi, wird bei seinem heutigen Besuch in Berlin nicht von Vertretern der Bundesregierung empfangen.

    Man sehe keinen Anlass, mit ihm das Gespräch zu suchen, sagte Regierungssprecher Kornelius. Pahlavi wird aber mit Mitgliedern verschiedener Bundestagsfraktionen zusammentreffen. Der 60-Jährige will in der Bundespressekonferenz eine Stellungnahme zur aktuellen Lage im Iran abgeben. Der Schah-Sohn lebt im Exil in den USA und wird von Teilen der iranischen Opposition unterstützt. Andere kritisieren Pahlavi unter anderem wegen seiner Nähe zu Israel.

    +++ Die Räumung der in der Straße von Hormus gelegten Minen könnte ein halbes Jahr in Anspruch nehmen.

    Das berichtet die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf Aussagen von Vertretern des US-Verteidigungsministeriums bei einer nicht-öffentlichen Anhörung im Repräsentantenhaus. Die Sitzung hinterließ demnach mehr Fragen als Antworten. Die Abgeordneten hätten etwa Informationen zu den Kosten des Iran-Kriegs und zur Strategie der Kriegsführung erfragt.
    Nach Angaben von US-Präsident Trump hat die Marine vor knapp zwei Wochen mit der Zerstörung erster Minen begonnen. Schätzungen zufolge befinden sich in der Straße von Hormus noch bis zu 5.000 Treibminen, die von iranischen Schiffen gelegt wurden.

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