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StartseiteRock et ceteraWo die wilden Kerle proben 11.08.2019

Niederländische Rockband The Grand East Wo die wilden Kerle proben

Die Band The Grand East drängt voller Neugier auf internationale Bühnen, und ihre Musik zeugt von einem weitsichtigen Blick auf mehrere Jahrzehnte Rock-Geschichte. Ihr Sänger Arthur scheint mit den Seelen von Joe Cocker oder Jim Morrison verwandt: Retro-Raserei, die jeder Gegenwart standhält. Ein Besuch im Probenraum.

Von Fabian Elsäßer

Fünf Männer blicken in die Kamera. (Jeroen Bronckers)
Ihre Musik nennen sie „Rock ‘n’ Soul“ (Jeroen Bronckers)
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The Grand East Als gäbe es kein Morgen

Musik: "Away"

"Away" ist der Opener des zweiten Grand East-Albums "What a man", das Ende 2018 veröffentlicht wurde. Und er ist ein Musterbeispiel für einen typischen Song der fünf Niederländer. Die Hammond-Orgel legt eine erste Fährte aus, langsam anschwellend, dann setzt das Schlagzeug mit einem soliden Vier-Viertel ein, synchron mitgespielt vom Bass, während die Gitarre erst mal nicht viel tut, außer nach ein paar Takten mit abgedämpften Single-Notes einzusteigen. Der erste Überraschungs-Moment kommt, wenn Arthur Akkermans zu singen beginnt. Sein klagender Tenorbariton formt eine Melodie, tastet sich am rhythmischen Grundgerüst entlang. Das verändert sich währenddessen unmerklich; der Bass spielt jetzt ein Riff und die Drums variieren zwischen stampfendem "Four on the floor" und Swing-Triolen. 

Im Refrain packt die Band dann aus: Die Orgel schießt mit dem charakteristischen Vibrato des schnell rotierenden Leslie-Lautsprechers in die Höhe, und Akkermanns' Stimme verfällt vom zarten Tasten in ein schnarrendes Röhren – wie der auferstandene Jim Morrison. Die Gitarre hält sich interessanterweise weiter zurück, doppelt die Gesangsmelodie der Strophe, statt Powerchords aus Grundton und Quinte zu braten. So bleiben Leerstellen, die die Dynamik des Songs noch verstärken. Das ist abgebrüht und klingt nach Musikern, die sehr aufmerksam die Rockgeschichte der 60er- und 70er-Jahre studiert haben. So sei es tatsächlich, bestätigt Gitarrist Niek Cival, aber eben nicht nur.

Neue Möglichkeiten eines Studios

Niek: "Am Anfang, so mit 16, 17 haben wir überwiegend die Doors, die Rolling Stones und die Beatles gehört. Ein bisschen später dann auch weniger bekannte Musiker wie die Allman Brothers Band und Dr. John, solche Leute. Was ich cool finde, ist, dass es heute viele Bands gibt wie White Denim oder King Gizzard and the Lizard Wizard, die von dieser Zeit beeinflusst sind. Aber sie machen was völlig Neues draus, weil es so viele neue Möglichkeiten im Studio gibt. Es ist eine andere Art, diese Musik zu nutzen. Man jammt zusammen, benutzt echte Instrumente, verpackt das aber in ein energetischeres, modernes Gewand."

Musik: "Kiss the Devil"

"Kiss the devil" ist eines der frühen Stücke von The Grand East und das erste vom Debütalbum "Movano Camerata" aus dem Jahr 2016. Der Song wirkt noch ein bisschen ungeordnet, hinterlässt aber dennoch einen positiven Eindruck: wegen der Dynamik, des hymnischen Refrains, der höllisch jaulenden Blues-Harp und bereits hier wegen des Gesangs von Arthur Akkermans. Er gehört zur Gründungsbesetzung von The Grand East, zusammen mit Bassist Teun Eijsink, Gitarrist Niek Cierval, Schlagzeuger Imanishi Kleinmeulman und dem inzwischen ausgeschiedenen Keyboarder Joris Van den Berg. Alle Musiker sind in oder in der Nähe der ostholländischen Kleinstadt Diepenheim aufgewachsen und kennen sich schon seit Schulzeiten. Gitarrist Niek Cival erinnert sich.

Niek: "Am Anfang waren wir eine gewöhnliche Schulband. Wir hatten eine Sängerin und haben Cover-Songs gespielt. Das hat zwar Spaß gemacht, aber irgendwann wurde es langweilig. Wir fingen an, unseren Musikgeschmack zu verfeinern. Und irgendwann kam Arthur dazu. Dieser verrückte Kerl. Ich kannte ihn nicht, und er war älter als ich. Und dann kam dieser sehr lange Sommer, in dem seine Eltern nicht zuhause waren. Wir trafen uns immer bei ihm zum Abhängen. Dann haben wir irgendwann angefangen, Musik zu machen, und er hat dazu gesungen. Er hatte eine echt coole Stimme, aber er konnte nicht singen. Es war eher so was wie Rappen, oder hustende Geräusche wie bei Tom Waits."

Was man auf dem Debütalbum "Movano Camerata" aus dem Jahr 2016 noch ansatzweise hört, nämlich im Song "Golden Watch".

Musik: "Golden Watch"

Was man auf dem Debütalbum Movano Camerata aus dem Jahr 2016 mehr als nur ansatzweise hört, ist der Unterschied zwischen The Grand East und anderen Retro-Rockbands wie den bereits erwähnten King Gizzard and the Lizar Wizzard oder De Wolf: Der Einfluss von Roots-Music ist bei the Grand East größer. Soul und New Orlean Mardi Gras statt Hardrock und Psychedelic, außerdem eher Blues als Bluesrock. Und schon auf dem Debütalbum gibt es eine ganze Reihe von Refrains, wie etwa der von "Dreaming", die es sich schnell im Ohr des Zuhörers gemütlich machen.  

Musik: "Dreaming"

Niek: "I think you can hear a major difference between the first and the second album in his vocal styles".

Grand East-Gitarrist Niek Cival findet, dass sein Sänger zwischen dem ersten und dem zweiten Album eine deutliche Entwicklung gemacht habe. Arthur Akkermans selbst sieht es so. 

Arthur: "Das erste Album war mehr Roots, mehr 70er-Jahre-mäßig. Auf dem zweiten haben wir diese Wurzeln mit modernen Sounds zusammengebracht. Aber alle sagen immer noch, dass mein Gesang ein bisschen nach Jim Morrison klingt. Beim nächsten Projekt will ich mal andere Gesangsstile ausprobieren."

Wobei er hoffentlich das Vibrato, das seinen Gesang so charakteristisch macht, nicht gänzlich abschaffen wird….

Wurzeln von Blues und Soul

Arthur Akkermans: "Ich bin so daran gewöhnt, weil ich schon immer so gesungen habe. Auf diese Weise kann ich all meine Gefühle hineinlegen. Es ist sehr schwer, das nicht mehr zu tun, denn…. es ist wie Atmen für mich! Klingt superschwul, was? Naja, man muss sich wahrscheinlich langsam an neue Sachen rantasten. Ab sofort werde ich nur noch rappen und rumgrunzen. Das wird klasse."

Musik: "Who is Joe"

"Who is Joe" vom Album "What a man" der niederländischen Rockband The Grand East zerfällt gegen Ende regelrecht in seine Einzelteile. Der Song steht beispielhaft für die Weiterentwicklung von The Grand East zwischen Album Nummer eins und Album Nummer zwei, wenn man die selbstbetitelte Vier-Song-EP nicht mitzählt. Die Blues - und Soul-Wurzeln sind noch da, ebenso der innige Gesang und die pfeilscharfen Gitarren-Licks, die Volltreffer-Refrains. Dazu gekommen sind kantige Harmonien, Rhythmuswechsel und teilweise furchterregende, elektronische Sound-Spielereien. Der langsame Schlussteil von "Who is Joe" klingt so, als wandere eines dieser Automaten-Orchester früherer Jahrmärkte direkt in eine Schrottpresse.   

Fünf Männer stehen in einem gekachelten Raum und schauen in die Kamera (Tineke Klamer)Die fünf Musiker drängt es auf die internationale Bühnen (Tineke Klamer)

Teun: "Die Basic Tracks haben wir genau hier aufgenommen, live, mit Pablo von der Band De Wolf als Ingenieur. Der ist eher alte Schule, so wie die Black Keys oder die Alabama Shakes. Deshalb haben die Basic Tracks diesen warmen 70er-Jahre Klang. Unser Produzent Simon Akkerman steht mehr auf Synthesizer, und der hat all diese verrückten Sound-Effekte eingebracht. Das Album besteht vielleicht zu 60 Prozent aus dem Old School Vibe und zu 40 Prozent aus dem neuen Synthesizer-Vibe." Erklärt Bassist Teun Eijsink die Produktionsweise des zweiten Albums. Bei der Wahl der Instrumente sind The Grand East wiederum ziemlich traditionell. Nur Niek Cival erlaubt sich mit seiner Gitarre eine gewisse Extravaganz.

Niek:" Ich habe sie selbst gebaut. Das heißt, den Korpus habe ich mir von einem Gitarrenbauer machen lassen und den Hals und alle anderen Einzelteile bei Fender bestellt, und dann habe ich sie selbst zusammengesetzt. Es ist eine Art Hybrid zwischen einer Gibson Les Paul und einer Fender Telecaster. Ich finde, sie sieht einer Telecaster sehr ähnlich, klingt aber mehr wie eine Gibson, schon allein wegen der Humbucker–Tonabnehmer.

Musik: "I’ve been young"

Niek: "Verglichen mit anderen Gitarren ist sie außerdem richtig laut. Ich habe noch eine richtig schöne alte Gibson, die ist nicht mal halb so laut. Diese hier drückt die Sounds regelrecht zusammen und lässt den Amp viel stärker komprimieren. Das macht den Klang richtig fett, und meine Pedale und Verstärker reagieren sehr empfindlich darauf."

Auf den Studioaufnahmen hört man das nur bedingt, denn eine ebenso große Rolle wie die Gitarre, wenn nicht gar eine noch größere, spielen bei The Grand East zwei gute alte Bekannte: die Hammond-Orgel und das obligatorische Leslie-Kabinett mit rotierendem Lautsprecher, der per Kippschalter auf Drehzahl gebracht wird und diese unverwechselbar wimmernde Tonmodulation erzeugt. Und im Song "Apocalypse Now" für ein prächtiges Intro sorgt.

Musik: "Apocalypse Now"

Für die wuchtigen Hammond-Sounds war bisher Joris van den Berg zuständig. Er verließ The Grand East im Frühjahr 2019 und wurde von Barend Lippens ersetzt.

Berry: "Ich glaube, was den Sound von Joris, dem alten Keyboarder, ausgemacht hat, war, dass er synchron zu den Gitarren eine massive Orgel-Wand erzeugt hat. Ich bin gespannt, denn wir haben bisher noch nichts gemeinsam geschrieben. Aber in den nächsten Wochen sollten wir etwas Zeit für Aufnahmen haben. Es wird interessant sein, was passiert, wie wir manche Sachen anders arrangieren können und wie wir einen neuen Sound hinkriegen."

Genau wie Joris steht Barend, Spitzname Berry, auf alte analoge Keyboards. Die leider nicht immer so solide sind wie sie aussehen.

Berry: "Well we always take the Hammond organ and it always breaks down so maybe we have to take some steps to get a little bit, little less….. Hammond Organ!"

Die Hammond mit Samplern oder Synthies zu imitieren, kommt für den jungenhaften Blondschopf aber gar nicht in Frage.

Berry: "Oh no that's no that's not, ahhh, it's about the workstation thing. That's not ahhh,  I do not prefer that kind of stuff!

Berry ist nicht nur der neueste und jüngste Musiker von The Grand East – er ist auch der einzige, der kein Autodidakt ist. Berry studierte erst an einer Popakademie, die nicht mehr existiert, dann am Konservatorium in Rotterdam mit dem Schwerpunkt Populärmusik, wo er 2018 seinen Abschluss machte. Neben der Theorie hat er außerdem eine Neugier für Technik, die auch kleinste Details umfasst. Die Frage nach dem lustigen Geräusch im Song "Apocalypse now" – also diesem hier, diesem schwer erklärbaren Pochen – die war eigentlich gar nicht an ihn, sondern an die Band generell gerichtet. Die Antwort weiß allein Barend Lippens.

Berry: "It’s the Hammond organ. – Reporter: Ahh, really?? – Ja, ein Kleiner Akkord auf der Hammond-Orgel. Hammond-Orgeln haben diesen Perkussionsknopf. Wenn zum Beispiel ein Akkord normalerweise so klingt: "Daaa", wird dann so ein "Djuuuh" draus, und es kommt noch ein kleines "Tück" dazu. Jetzt kann man den Orgelsound abschalten, so dass nur noch die Perkussion übrig bleibt. Es ist eine Orgel mit jeder Menge "Delay", und naja, so versuche ich jedenfalls, diesen Sound zu machen. Ich war ja damals bei der Aufnahme nicht dabei. - Einwurf von Teun "Das wollte ich Dich eh noch fragen: haben wir Dir das erklärt oder hast Du das aus der Aufnahme rausgehört? – Ich hab’s gehört.  Daran unübersetzt Arthur: "That’s what happens when you study music!!"

Arthur: "Das ist ja das Komische: wir dachten immer, wir sind ein paar Jungs aus der Provinz, die nie Unterricht hatten. Und dann kommt Berry, der auf dem Konversatorium war. Wir haben keine Ahnung, Berry schon!"

Beim Besuch im Proberaum von The Grand East spürt man, was diese Band über ihre Musikalität hinaus zusammenhält: Leidenschaft, Humor, gegenseitiger Respekt.

Arthur "Now Berry, he’s FUCKING LEGEND!!"

Berry ist eine verdammte Legende, sagt Sänger Arthur Akkermans. Und der Keyboarder ist von seinem neuen Frontmann nicht weniger angetan.

Berry: "Vor allem in Live-Situationen schafft Arthur etwas, was viele Sänger, die ich getroffen habe, nicht hinkriegen. Er hat eine natürliche Ausstrahlung. Bei ihm wirkt nichts gekünstelt, nichts choreographiert. Seine Energie ist supernatürlich!"

Musik: "Frogs"

Von wem wir hier noch gar nichts gehört haben, ist Schlagzeuger Imanishi Kleinmeulman. Auf der Bühne ist der schmale Blonde mit der Pilotenbrille das Kraftwerk der Band. Ein Dynamiker, ein Stand-Tom-Anheizer, aber einer, der nie treibt. Da sitzt alles. Beim Interview hält er sich eher zurück. Was er mit einem fast schon verlegenen Lächeln über die erste Begegnung mit The Grand East erzählt, sitzt dann aber ebenso wie seine Grooves.

Imanishi: "Zum ersten Mal habe ich sie gesehen etwa ein Jahr, bevor ich zur Band kam. Da bin ich früher gegangen, weil ich es Mist fand. Ich habe es gehasst. Die hatten keine Ahnung, was sie da taten. Einen Song mussten sie glaube ich drei Mal neu anfangen, so was in der Art. Da dachte ich mir: was zum Teufel? Das wird nie was! Ich bin gegangen. Und ein Jahr später war ich in der Band!"

Die Verwandlung von Amateuren in eine gestandene Live-Band hat Kleinmeulman also von Anfang an miterlebt und mitgeprägt. Und seine ursprüngliche Meinung gründlich geändert.

Imanishi: "Die meiste Zeit bin ich wirklich stolz auf das, was um mich herum auf der Bühne passiert. Gestern zum Beispiel hatten wir diesen Gig bei einem Festival in Mainz, wo wir ungefähr anderthalb Stunden spielen mussten. Wir waren aber nur von einer Stunde ausgegangen. Also haben wir ein paar Songs in die Länge gezogen, aber das hat uns die Chance gegeben, mal wieder mehr zu jammen, so wie wir das früher gemacht haben. Das war eine Zeitlang in den Hintergrund geraten. Diesmal haben wir also mal wieder gejammt, und dabei passiert ab einem bestimmten Punkt etwas Wunderschönes. Man merkt, dass man Musik macht, und hat auf einmal ein großes Lächeln im Gesicht. Ein magisches Gefühl!"

Rock-Skeptiker mögen jetzt anmerken, dass es bei Musik doch nicht nur aufs Können und auf Improvisation ankommt, sondern Musik doch erst relevant werde, wenn sie eine Botschaft undsoweiterundsofort. Aber The Grand East und ihr Sänger und Texter Arthur Akkermans haben eine.

Arthur: "Alle meine Songs haben ein Thema, glaube ich. Es ist nur so, dass ich gerne die Vorstellungskraft der Leute anrege. Ich habe irgendeine große Geschichte im Kopf, erzähle sie aber so, dass die Zuhörer ihre eigene Geschichte daraus machen können. Viele Menschen, die meine Lieder hören, hören etwas völlig anderes heraus – was mir auch sehr gut gefällt. Was ich hasse, sind zum Beispiel Liebeslieder. Wenn eins zu eins erzählt wird, was man fühlt. Das finde ich total langweilig."

Musik: "What a man"

Arthur: "In What a man geht es um Leute, die Schwule verprügeln und sich großartig finden. Die über die Straße gehen, als würde sie ihnen gehören und die gar nicht versuchen, mit anderen Menschen Kontakt aufzunehmen. Das sehe ich inzwischen sehr oft um mich herum. Natürlich sind solche Typen auch unsicher. Klar. Sie glauben, sie sind toll, aber sie sind es eben nicht! Lass die Leute doch frei sein, sei einfach normal und führ Dich nicht wie ein Depp auf, denke ich mir da."

Auch "Straaljager", noch ein Song vom 2018er-Album "What a man" vermittelt Gesellschaftskritik, bezieht sich aber auf eine persönliche Begegnung von Arthur Akkermans.

Arthur: "Stralljacher!! Das ist ein Lied über Hans. Ich verleihe Tretboote in Utrecht, und Hans hat auf der anderen Straßenseite Zeitungen verkauft. Ein echt netter Kerl, aber ein bisschen verrückt. In seiner Jugend hat er zu viel LSD genommen. Wir haben uns immer miteinander unterhalten, er von der einen, ich von der anderen Straßenseite aus. Die Leute sind einfach zwischen uns durch gegangen, und wir haben uns stundenlang was zugerufen. Da habe ich gemerkt, was für ein netter, großartiger Mensch er war. Aber die Leute haben ihn wie Abfall behandelt, als wäre er Luft. Das hat mich traurig gemacht. Und dann ist er gestorben. Ich habe eine gewisse Leere gespürt. Da habe ich diesen Song geschrieben über einen netten Kerl, den die Leute wie Müll behandeln, nur weil er ein bisschen komisch ist."

Musik: "Straaljager"

Arthur: "Wir haben jahrelang kein Geld verdient. Wir haben alles in die Band gesteckt. Aber dieses Jahr sind wir ganz gut dabei. Wir bekommen jetzt mehr Geld für unsere Auftritte, die Gagen sind viel höher als im Vorjahr.  Wir haben alle unterschiedliche Jobs, aber inzwischen machen wir auch ein bisschen Geld mit der Musik, so dass wir alle ein bisschen komfortabler leben können. Wenn ich nur zwei Tage in der Woche arbeiten müsste und den Rest mit der Musik verdienen könnte, dann wäre ich schon glücklich."

Interessiertes Publikum

Zwei Alben und eine EP haben The Grand East seit zwischen 2014 und 2018 aufgenommen, die Zahl der Auftritte steigt von Jahr zu Jahr, und mit ihnen die Zahl der Zuhörerinnen. Trotzdem hat es eine Rockband aus den Niederlanden heute international viel schwerer als beispielsweise Golden Earring in den 70ern oder The Nits in den 80ern.

Musik: "Salt Water Love"

Sänger Arthur Akkermans und Bassist Teun Eijsink entmutigt das allerdings nicht.

Arthur: "Das ist normal. Wir haben uns für diese Art von Musik entschieden, und die ist halt nicht mehr so popular. Wenn wir wirklich Geld verdienen wollten, müssten wir beschissene DJs sein. Wir wollen aber das hier machen. Dazu gehört halt, dass unsere Szene nicht so groß ist. Deshalb können wir nicht auf Tausenden von Festivals auf der ganzen Welt auftreten."

Teun: "Aber in Deutschland wird Gitarrenmusik im herkömmlichen Sinn noch geschätzt. Außerdem hören deutsche Zuschauer viel besser zu. Wir haben hier etwas, was die "holländische Krankheit" genannt wird. Es kommen zwar alle zum Konzert, aber die Hälfte will dann nur miteinander quatschen und Bier trinken. In Deutschland konzentrieren sich alle darauf, was auf der Bühne passiert. "

Arthur: "So we love Germany. Thank you – Stay in touch!"

Musik: "Salt Water Love"

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