Montag, 23. Mai 2022

NSU-Prozess
Zschäpe zeigt drei ihrer Anwälte an

Der Streit zwischen der mutmaßlichen NSU-Terroristin Beate Zschäpe und ihren drei ursprünglichen Pflichtverteidigern spitzt sich weiter zu. Die Hauptangeklagte im NSU-Prozess hat ihre Anwälte angezeigt - wegen Verletzung der anwaltlichen Verschwiegenheitspflicht.

24.07.2015

Beate Zschäpe (2.v.r.) mit ihren drei ursprünglichen Pflichtverteidigern.
Beate Zschäpe (2.v.r.) mit ihren drei ursprünglichen Pflichtverteidigern. (picture alliance / dpa / Peter Kneffel)
Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft München I sagte, die Anzeige sei am Freitag bei der Behörde eingegangen. Er bestätigte einen entsprechenden Bericht der Onlineausgabe der "Bild"-Zeitung. Der Vorwurf laute auf Verletzung der anwaltlichen Verschwiegenheitspflicht durch die Anwälte Wolfgang Heer, Wolfgang Stahl und Anja Sturm.
Nun müsse die Anzeige geprüft werden, sagte der Sprecher weiter. Es sei aber noch offen, wann mit einem Ergebnis gerechnet werden könne. "Die Vorwürfe sind haltlos", sagte Stahl dem Online-Portal "Spiegel Online". Hintergrund ist offenbar ein Gespräch zwischen den drei Anwälten und dem Vorsitzenden Richter Manfred Götzl, über welches dieser am Montag vor dem Oberlandesgericht München berichtet hatte. Ihrem neu bestellten vierten Pflichtverteidiger zufolge wusste Zschäpe aber nichts von diesen Gesprächen.
Das Verhältnis der Angeklagten zu ihren Anwälten gilt schon länger als zerrüttet. Erst am Dienstag hatte Zschäpe die Entpflichtung von Heer beantragt, nachdem die drei Verteidiger zuvor beantragt hatten, von ihrem Mandat entpflichtet zu werden. Dies hatte das Gericht abgelehnt.
(swe/ach)