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OECD-Studie
Deutschland zieht immer mehr Zuwanderer an

Die Zuwanderung nach Deutschland steigt: 465.000 Menschen zogen 2013 dauerhaft nach Deutschland - das sind mehr als in fast jedem anderen Land und doppelt so viele wie 2007. Nur ein Land in der OECD ist noch beliebter für Zuwanderer.

01.12.2014
    Zwei vietnamesische Arbeiter bei ihrer Ausbildung zu Mechatronikern in Chemnitz - Deutschland bleibt bei Zuwanderern beliebt.
    Zwei vietnamesische Arbeiter bei ihrer Ausbildung zu Mechatronikern in Chemnitz - Deutschland bleibt bei Zuwanderern beliebt. (dpa / picture-alliance / Hendrik Schmidt)
    Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) veröffentlichte am Montag in Paris die Zahlen. Im Vergleich zu 2007 hat sich die Zahl mehr als verdoppelt. Von allen OECD-Staaten zogen 2013 nur die USA mehr Zuwanderer an, nämlich 989.900. Deutschland war 2012 bereits an die zweite Stelle hinter den USA gerückt. Für das laufende Jahr zeichnet sich ein weiterer Anstieg ab. "Deutschland ist der Motor der Migration in Europa", sagte OECD-Experte Thomas Liebig.
    Geringer Anteil im Ausland geborener Menschen
    Insgesamt mehr als vier Millionen Menschen wanderten 2013 auf Dauer in die 34 OECD-Staaten ein. Das entspricht gut einem Prozent mehr als im Jahr davor. "Ohne den kräftigen Anstieg in Deutschland wäre die Zuwanderung in die OECD leicht rückläufig", heißt es in dem Bericht.
    In prozentualer Betrachtung hat Deutschland allerdings einen vergleichsweise geringen Anteil an Menschen in der Bevölkerung, die nicht in Deutschland geboren sind. 2012 waren das 13,3 Prozent, was geringer als der Durchschnitt in der OECD ist und Platz 14 bedeutet. Luxemburg (42,6 Prozent), die Schweiz (27,7) und Australien (27,3) weisen hier die höchsten Werte auf.
    Migranten als Ressource betrachten - nicht als Problem
    Die OECD lobte die Fortschritte bei der Integration von Zuwanderern in den deutschen Arbeitsmarkt. Nachholbedarf gebe es bei hoch qualifizierten Migranten. Die OECD empfiehlt noch mehr Anstrengungen bei der Anerkennung ausländischer Qualifikationen. Problematisch sei auch, dass viele Jugendliche mit Migrationshintergrund Deutsch schlecht lesen und schreiben könnten.
    Die OECD ruft in ihrem Bericht dazu auf, die langfristigen Vorteile der Zuwanderung zu beachten. "Migranten sind als Ressource und nicht als Problem zu betrachten", heißt es in dem Bericht. Ihre Integration sei eine "Investition" in die Zukunft.
    Erst vor kurzem hatte eine Studie der Bertelsmann-Stiftung ergeben, dass Ausländer deutlich mehr zu öffentlichen Haushalten beitrügen, als sie in Form von Transferleistungen erhielten.
    Fiscally, immigration is net positive in most #OECD countries – Gurria http://t.co/6Ky1TnEFWN #Migration Outlook pic.twitter.com/slcuQiOhvu— OECD (@OECD) 1. Dezember 2014
    (nch/tgs)