
Das Argument, es ginge um Sicherheit und Baderegeln, erscheine nicht stichhaltig, sagte deren Sprecher Bickerich dem Deutschlandfunk. Viele Bäder mit internationalem Publikum arbeiteten seit Jahren mit Piktogrammen, die Menschen ohne Deutschkenntnisse gut verstünden. Auch international sei dies weitgehend Standard. Man stelle sich vor, wie groß die Aufregung wäre, müssten deutschsprachige Reisende in Mallorca Spanisch- oder Katalanischkenntnisse oder am Roten Meer Arabischkenntnisse nachweisen, bevor sie baden gingen.
Zudem sieht die Antidiskriminierungsstelle Anhaltspunkte für einen möglichen Verstoß gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz. Der Ausschluss von Menschen, die nicht Deutsch sprechen, könne grundsätzlich eine unzulässige Benachteiligung sein, auch wenn darüber am Ende Gerichte entscheiden müssten, fügte Bickerich hinzu.
Der Geschäftsführer des halleschen Strandbads, Nobel, hatte mit Verweis auf die Sicherheit der Badegäste mit konsequentem Handeln argumentiert. Auch die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft indes hält die Entscheidung für nicht vertretbar, auch wenn sie auf den ersten Blick verständlich sei. Ein DLRG-Sprecher sagte dem Magazin Der Spiegel, Sprachbarrieren seien ein Risikofaktor. Es bestehe aber die Gefahr, dass Menschen auf offene Seen oder Flüsse auswichen, wo Unglücksrisiken erheblich größer seien. Auch die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen betonte, das Nichtverstehen von Sicherheitsanweisungen sei eine der größten Herausforderungen. - Die Stadtverwaltung forderte das Strandbad inzwischen zur Rücknahme der Einlass-Kontrollen auf. Das Vorgehen werde als ausländerfeindlich wahrgenommen und beschädige das Ansehen der Stadt, sagte ein Sprecher der Bild-Zeitung.
Diese Nachricht wurde am 24.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
