Ukraine-Krieg
"Oreschnik": Was hinter Russlands Hyperschallrakete steckt

Russland hat die Ukraine abermals mit der neuen Mittelstreckenrakete vom Typ Oreschnik angegriffen. Moskau preist sie als neue Superwaffe an.

    Ein Foto des russischen Verteidigungsministeriums zeigt das Raketensystem Oreschnik während einer Übung in Belarus.
    Ein Foto des russischen Verteidigungsministeriums zeigt das Raketensystem Oreschnik während einer Übung in Belarus (Archivfoto). (AP)
    Die Oreschnik (auf Deutsch: Haselstrauch) ist eine ballistische Hyperschallrakete mittlerer Reichweite. Sie basiert auf der "RS-26 Rubezh", die Russland ursprünglich als Interkontinentalrakete entwickelt hat. Experten zufolge ist eine Besonderheit der Oreschnik, dass sie sowohl nukleare als auch konventionelle Sprengköpfe tragen kann, die verschiedene Ziele treffen können - eine Eigenschaft, die normalerweise mit Interkontinentalraketen (ICBM) mit größerer Reichweite in Verbindung gebracht wird.
    Die Rakete erreicht nach Angaben des Kreml eine Geschwindigkeit von mehr als 12.000 Kilometern pro Stunde und kann Ziele in 3.000 bis 5.500 Kilometern Entfernung erreichen. Der russische Präsident Putin behauptet, die Oreschnik sei nicht abzufangen. Selbst mit einem konventionellen Sprengkopf bestückt habe sie eine Zerstörungskraft, die mit der einer Atomwaffe vergleichbar sei. Experten zufolge könnte jedoch das von den USA und Israel entwickelte Flugabwehrsystem "Arrow 3" die Oreschnik durchaus stoppen.
    Im vergangenen Jahr stationierte Russland Oreschnik-Mittelstreckenraketen im benachbarten Belarus. Im Angriffskrieg gegen die Ukraine hat Moskau in der Nacht auf Pfingstsonntag nach eigenen Angaben mit vier verschiedenen Raketentypen angegriffen. ​Zum Einsatz kamen demnach die Systeme Iskander, Kinschal, Zirkon und auch Oreschnik. Die ‌Angriffe hätten sich gegen militärische Kommandozentralen, Luftwaffenstützpunkte und Rüstungsbetriebe gerichtet. Bundeskanzler Merz schrieb im Online-Dienst X hingegen von Attacken auf zivile Ziele.
    Davor hatte Russland die Oreschnik-Rakete bereits einmal in der Großstadt Dnipro im Südosten des Landes und zuletzt im Januar in der Westukraine eingesetzt.
    Diese Nachricht wurde am 24.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.