Mittwoch, 29. Juni 2022

Paralympics
Sportgerichtshof bestätigt Ausschluss russischer Athleten

Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat den Ausschluss der russischen Sportler von den Paralympics in Rio bestätigt. Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) hatte Russland - anders als das IOC - wegen des nachgewiesenen staatlichen Dopings suspendiert.

23.08.2016

Anna Petukhova (l.) und Kseniya Ovsyannikov, Sportlerinnen der russischen Rollstuhl-Fechtmannschaft, bei einer Pressekonferenz zu den Sommer-Paralympics.
Russische Behindertensportler dürfen nicht bei den Paralympics in Rio antreten. (imago sportfotodienst)
Das russische Paralympics-Komitee hatte gegen die Entscheidung des IPC Protest eingelegt, doch der CAS bestätigte das Urteil, da die Russen keine Beweise erbracht hätten, "die die Fakten widerlegen, die der Entscheidung des IPC zugrunde liegen". Das IPC hatte auf derselben Faktengrundlage, die auch dem IOC vorlag, entschieden, dass keine russischen Sportler teilnehmen können - das IOC um den deutschen Chef Thomas Bach hatte hingegen einen Komplettausschluss abgelehnt und den Sportverbänden die Entscheidung über die Teilnahme der russischen Sportler bei den Olympischen Spielen überlassen.
Das IPC hatte den Ausschluss vor rund zwei Wochen damit begründet, dass Russland nicht die für eine Mitgliedschaft notwendigen Anstrengungen im Anti-Doping-Kampf unternimmt.
DBS-Chef Beucher: gute Nachricht für Fairness
Der Chef des Deutschen Behindertensportverbandes, Friedhelm Julius Beucher, bezeichnete die CAS-Entscheidung als "gute Nachricht für die Fairness im Sport". Das Urteil sei ein Zeichen für "konsequente Null-Toleranz-Politik in Sachen Doping, die dem Sport ein Stück Glaubwürdigkeit zurückgibt." Dies könne aber nur der erste Schritt sein, denn gedopt werde nicht nur in Russland.
Die deutsche Nationale Anti-Doping-Agentur NADA zeigte sich ebenfalls erfreut über den Ausschluss russischer Athleten. Es sei die "einzig richtige Schlussfolgerung nach der Aufdeckung von gravierenden Manipulationen im Anti-Doping-System Russlands durch Medienberichte und letztendlich dem McLaren Report". Der Bericht des Ermittlers Richard McLaren im Auftrag der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA hatte aufgedeckt, dass in Russland Doping unter Beteiligung des Gemeindienstes und Teilen des Sportministeriums vertuscht wurde.
IPC-Chef hofft auf Wandel
Der russische Sportminister Witali Mutko bezeichnete die CAS-Entscheidung als unrechtmäßig und politisch motiviert. Der IPC-Chef Sir Philip Craven teilte mit, obwohl man erfreut über die Entscheidung sei, sei es kein Tag zum Feiern. Man habe enormes Mitleid mit den russischen Athleten, die die Paralympics in Rio verpassen werden. Es sei ein trauriger Tag für die Paralympische Bewegung. Hoffentlich folge ihm nun ein Neubeginn. Er setze darauf, dass die Entscheidung ein Katalysator für den Wandel sei.
Ähnlich äußerte sich auch der deutsche Weitspringer Markus Rehm. Er sagte: "Zum einen blutet mir ein bisschen das Herz für die Sportler, die sauber sind. Für die tut es mir unfassbar leid. Auf der anderen Seite finde ich die Entscheidung sehr, sehr gut. Wir müssen ein Statement setzen."
Die Paralympics finden vom 7. bis 18. September in Rio de Janeiro statt. Dort sind am Sonntag die Olympischen Sommerspiele zu Ende gegangen.
(vic/tgs)