Freitag, 07. Oktober 2022

Petry-Interview
"Bei der AfD fallen die letzten moralischen Hüllen"

Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry verlangt eine deutlich strengere Überwachung der deutschen Grenzen. Notfalls müssten Schusswaffen eingesetzt werden. Die Empörung ist groß - dabei schlägt ihre Partei es nicht zum ersten Mal vor.

30.01.2016

    Die Bundesvorsitzende der Partei Alternative für Deutschland (AfD), Frauke Petry, aufgenommen am 28.11.2015 auf dem 4. Bundesparteitag der Alternative für Deutschland (AfD) in Hannover (Niedersachsen).
    Die Bundesvorsitzende der Partei Alternative für Deutschland (AfD), Frauke Petry (picture alliance / dpa / Sven Pförtner)
    "Wir brauchen umfassende Kontrollen, damit nicht weiter so viele unregistrierte Flüchtlinge über Österreich einreisen können", sagte Petry der Zeitung "Mannheimer Morgen". Notfalls müssten Polizisten an der Grenze "auch von der Schusswaffe Gebrauch machen. So steht es im Gesetz", sagte die Vorsitzende der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD). Kein Polizist wolle auf einen Flüchtling schießen. "Ich will das auch nicht. Aber zur Ultima Ratio gehört der Einsatz von Waffengewalt", meinte Petry. Entscheidend sei, dass es nicht so weit komme und über Abkommen mit Österreich und Kontrollen an EU-Außengrenzen der Flüchtlingsandrang gebremst werde.
    Linke: Rassenwahn
    Im Kurznachrichtendienst Twitter muss Petry für ihren Vorschlag viel Kritik einstecken. Bei der AfD fielen "die letzten moralischen Hüllen", schreibt die Grünen-Vorsitzende Simone Peter.
    Linken-Chef Bernd Riexinger spricht gar von "Rassenwahn":
    Im November hatte bereits Petrys Lebensgefährte, der AfD-NRW-Landesvorsitzende Marcus Pretzell, mit der Forderung für Empörung gesorgt, die deutsche Grenze sei "mit Waffengewalt als Ultima Ratio" zu verteidigen.
    Die AfD findet mit ihren radikalen Forderungen in der Flüchtlingsdebatte wachsenden Zuspruch. In einer jüngsten Umfrage des Emnid-"Sonntagstrends" stieg die Partei hinter Union und SPD zur drittstärksten Kraft im Bund auf, vor der Linkspartei und den Grünen.
    (bor/tj)