Ukraine-Reise
Pistorius kündigt Zusammenarbeit mit Ukraine bei Drohnenproduktion an und nennt Putins Äußerungen "mögliches Täuschungsmanöver"

Bundesverteidigungsminister ​Pistorius hat die Äußerungen des russischen Staatschefs Putin über ein nahendes Ende des Ukraine-Krieges als mögliches ‌Täuschungsmanöver bezeichnet. Pistorius sagte bei einem Besuch in Kiew, ‌es liege an Putin, diesen ⁠Krieg zu beenden. Er kündigte eine Zusammenarbeit bei der Drohnenproduktion an.

    Boris Pistorius (r, SPD), Bundesminister der Verteidigung, wird beim Besuch einer Drohnenabwehrstellung am Stadtrand von Kiew von einem ukrainischen Soldaten begrüßt.
    Verteidigungsminister Pistorius reist in die Ukraine (Kay Nietfeld / dpa / Kay Nietfeld)
    Der russische Präsident könnte seine Truppen abziehen oder zu Verhandlungen ohne Vorbedingungen einladen. Stattdessen stelle er jedoch wie üblich Bedingungen. Der SPD-Politiker führte aus, Putin wolle offenbar ⁠mit seinem Vorgehen von eigener Schwäche ⁠ablenken, da seine Armee derzeit kaum Geländegewinne vorweisen könne. Putin hatte am ⁠Wochenende mit Blick auf den Krieg in der Ukraine gesagt, er glaube, dass ​sich - so wörtlich - die "Angelegenheit" dem Ende zuneige. Als bevorzugten Vermittler für Gespräche mit der EU brachte er den ehemaligen Bundeskanzler Schröder ins Spiel.
    Bundesverteidigungsminister Pistorius sagte, Deutschland könne von den Erfahrungen der Ukraine auf dem Gefechtsfeld profitieren. Die beiden Länder würden künftig bei der Produktion von unbemannten Waffensystemen zusammenarbeiten. Das gelte insbesondere für die Entwicklung von Drohnen mit Reichweiten von bis zu 1.500 Kilometern. Pistorius fügte hinzu, es gebe im Bereich der weitreichenden Waffen Fähigkeitslücken der europäischen NATO-Länder.
    Deutschland und die Ukraine hatten bei Regierungskonsultationen Mitte April eine engere Zusammenarbeit in der Verteidigung vereinbart. Vorgesehen ist unter anderem die Gründung von Joint Ventures zwischen deutschen und ukrainischen Unternehmen.
    Diese Nachricht wurde am 11.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.