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StartseiteSprechstundeExperte: PSA-Test für die Krebs-Früherkennung wichtig04.02.2020

Prostatakarzinom Experte: PSA-Test für die Krebs-Früherkennung wichtig

Prostatakrebs ist die häufigste Krebsart bei Männern. Durch das Abtasten der Prostata bei der Vorsorge sei ein frühzeitiges Erkennen nicht gewährleistet, sagte der Urologe Maurice Stephan Michel im Dlf. Gerade deshalb sei der zum Teil umstrittene PSA-Test sehr wichtig - und erhöhe die Heilungschancen.

Maurice Stephan Michel im Gespräch mit Carsten Schroeder

Professor Thorsten Schlomm zeigt in der Martini-Klinik am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf auf ein 3D-Modell einer Prostata. (picture alliance / dpa - Axel Heimken)
3D-Modell der Prostata (picture alliance / dpa - Axel Heimken)
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Die Prostata ist eines der Geschlechtsorgane des Mannes. Sie produziert ein Sekret, das zusammen mit der Samenflüssigkeit abgegeben wird. Eine wirklich lebenswichtige Bedeutung hat sie jedoch nicht. Bei einem jungen Mann hat die Prostata in etwa die Größe einer Kastanie, im Alter kann sie deutlich größer werden. Grund für das Wachstum können zum einen hormonelle Veränderungen sein, zum anderen eine diabetische metabolische Stoffwechsellage im Körper, erläuterte Prof. Dr. med. Maurice Stephan Michel, Direktor der Klinik für Urologie und Urochirurgie am Universitätsklinikum Mannheim, im Gespräch mit dem Dlf.  

Prostatavergrößerung keine Vorstufe eines Karzinoms

Die gutartige Prostatavergrößerung könne folgenlos bleiben, sie könne aber auch den Blasenboden anheben und damit die Blasenentleerung verändern. In einem fortgeschrittenen Stadium könne dies zu verschiedenen Komplikationen führen, wie beispielsweise Einschränkungen beim Wasserlassen, Blasensteine oder wiederkehrende Harnwegsinfekte. Verstärkter Harndrang sei ein frühes Zeichen für eine Veränderung im Bereich der Prostata, so Michel, der auch Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Urologie ist.

Eine gutartige Prostatavergrößerung und die Entstehung eines Prostatakarzinoms hätten grundsätzlich nichts miteinander zu tun. Beide Veränderungen könnten einzeln oder auch parallel nebeneinander entstehen. Das Prostatakarzinom wiederum träte in unterschiedlichen Ausprägungen auf. Grundsätzlich könne man zwischen langsam wachsenden, wenig aggressiven Formen und schnell wachsenden, aggressiven Formen unterscheiden. Das Wachstumsmuster eines Tumors lasse sich über den feingewerblichen Befund bestimmen, führte Michel aus.

Abtasten erkennt Prostatakarzinom erst im Spätstadium

Die frühzeitige Erkennung biete die Möglichkeit, eine aggressive Form des Prostatakarzinoms im Frühstadium erkennen und den Patienten mit einer großen Wahrscheinlichkeit auch heilen zu können. Mit dem Abtasten der Prostata bei der Vorsorgeuntersuchung erkenne man ein Karzinom aber zumeist erst in einem Spätstadium.

Deshalb sei es sehr wichtig, den PSA-Test (Blutprobe auf das Prostata-spezifische Antige) anzuwenden und richtig zu interpretieren. Den Vorbericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), der den Nutzen des PSA-Tests infrage stellt, kritisierte Michael. Der Vorbericht weise methodische Schwächen auf treffe nicht die richtigen Schlussfolgerungen.

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