
Die Polizei sprach von mindestens 5.000, die Veranstalter von rund 14.000 Teilnehmenden. Die Demonstration verlief den Angaben der Polizei zufolge störungsfrei. Auch in Potsdam versammelten sich Menschen, um gegen die AfD zu protestieren. Zudem wurde auch in Halle, Rostock und Saarbrücken demonstriert. Heute soll es in Köln eine Kundgebung geben; in Leipzig sind für das kommende Wochenende ebenfalls Proteste angekündigt.
+++ Bundeskanzler Merz und Vizekanzler Klingbeil haben die Koalition zum Zusammenhalt aufgerufen.
Beide nahmen am Abend in Berlin an einem Treffen des konservativen Flügels der SPD-Bundestagsfraktion, dem sogenannten Seeheimer Kreis, teil. CDU-Chef Merz betonte, man wolle gemeinsam Erfolge erreichen und sei daher jetzt aufgerufen, das zu tun. Der SPD-Parteivorsitzende Klingbeil warnte, der größte Gefallen, den man rechtsextremen Hetzern tun könne, wäre, wenn die Koalition durch sie unter Druck gerate. Beide erklärten, die Reformvorhaben umsetzen zu wollen. Aus SPD-Reihen war zuvor gefordert worden, zum Beispiel über die Rentenpläne noch einmal zu debattieren.
+++ Die CDU-Spitze in Sachsen-Anhalt will sich nach der Niederlage bei der Landtagswahl neu aufstellen.
Ministerpräsident und Parteichef Schulze stellte eine Neuwahl des Landesvorstands für Ende November oder Anfang Dezember in Aussicht. Er hatte bereits Konsequenzen aus dem Wahlergebnis angekündigt und erklärt, die CDU sei in Sachsen-Anhalt nun Opposition. Der Vize-Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Müller, erklärte seine Absicht, für den Landesvorsitz in Sachsen-Anhalt zu kandidieren. Er gilt als Kritiker Schulzes und hatte für Äußerungen kurz vor der Wahl auch Kritik von Kanzler Merz und Unionsfraktionschef Frei erhalten.
+++ Einen Tag nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat der Spitzenkandidat des Wahlsiegers AfD, Siegmund, angekündigt, gemeinsam mit anderen Fraktionen und einzelnen Abgeordneten des Landtags eine Mehrheit zu suchen.
Sein Ziel sei es, schnellstmöglich eine stabile Mehrheit auf den Weg zu bringen, sagte Siegmund in Berlin. Zuvor hatte er erklärt, bereits in der Wahlnacht mit anderen Parteien ins Gespräch gekommen zu sein. Unklar war aber, mit welchen. BSW-Spitzenkandidat Thomas Schulze erklärte im Deutschlandfunk, seine Partei werde sich nicht an einer Brandmauer-Koalition, also einem Bündnis aller Parteien außer der AfD, beteiligen. Die SPD signalisierte eine mögliche Zustimmung zum Vorschlag des BSW, einen überparteilichen Ministerpräsidenten einzusetzen.
+++ Nach dem Wahlerfolg der AfD wollen zivilgesellschaftliche Akteure in Sachsen-Anhalt aktiv bleiben – jetzt erst recht.
Es gehe darum, Menschen zu unterstützen, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt würden, teilte etwa der Flüchtlingsrat des Landes mit. Dessen Sprecher Saaeid kündigte weiteres Engagement für Betroffene an, Zitat: „Wir werden Schutz organisieren“.
+++ Der Spitzenkandidat der SPD in Sachsen-Anhalt, Willingmann, hat angedeutet, dem Vorschlag des BSW, einen überparteilichen Ministerpräsidenten einzusetzen, möglicherweise zuzustimmen.
Willingmann sagte in Berlin, er halte das nicht für das Mittel der Wahl. Aber wenn es zur Auflösung einer Blockade führen könnte, sollte man es auch nicht a priori ablehnen.
+++ Die Bundesvorsitzende der SPD, Bas, hat nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt inhaltliche Konsequenzen angekündigt.
Bas sagte in Berlin, die Menschen hätten offene Fragen bei Gesundheit, Rente und Pflege. Wer ein langes Leben gearbeitet habe, müsse sich auf Sicherheit im Alter verlassen können. Sie betonte, wenn Menschen hörten, dass sie mehr und länger arbeiten sollten, weniger krank sein sollen und es grundsätzlich härter wird, schaffe das Verunsicherung und auch Misstrauen. Diese Rhetorik sei schädlich, betonte Bas. Bundeskanzler Merz hatte vermehrt betont, dass Arbeitnehmer in Deutschland mehr arbeiten müssten und zu häufig krank seien. Bas nannte den Kanzler in ihrer Kritik nicht namentlich.
Der Politikpodcast:
Sachsen-Anhalt hat gewählt – und jetzt?
Briefing: Sachsen-Anhalt - Blauer Erfolg stürzt CDU in die Krise
Diese Nachricht wurde am 08.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
