Gießen
Proteste gegen Gründung von neuer AfD-Jugendorganisation

In Gießen hat es wegen der dort erwarteten Gründung einer neuen AfD-Jugendorganisation erste Protestaktionen gegeben. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, gibt es Blockaden von Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen. Die Zufahrt in das Stadtzentrum sei stark beeinträchtigt.

    Proteste gegen die Gründung einer neuen AfD-Jugendorganisation in Gießen
    Proteste gegen die Gründung einer neuen AfD-Jugendorganisation in Gießen (picture alliance / ASSOCIATED PRESS / Martin Meissner)
    Die Einsatzkräfte rechnen eigenen Angaben zufolge mit rund 50.000 Menschen, die gegen die Neugründung demonstrieren wollen. Gut 30 Protestzüge, Kundgebungen und Mahnwachen seien angemeldet worden. Die Polizei sei mit tausenden Kräften im Einsatz, hieß es. Im Mittelpunkt der zweitätigen Gründungsveranstaltung stehen Satzungsfragen und die Wahl der neuen Führung.
    Die Erziehungs- und Sozialwissenschaftlerin Nina Kolleck von der Universität Potsdam sagte im Deutschlandfunk, der AfD gelinge es wie kaum einer anderen Partei, die Grundbedürfnisse der Jugend anzusprechen. Zudem biete sie in einer komplexen Welt einfache Lösungen an. Entscheidend sei jedoch, dass sich die jungen Leute von der AfD ernstgenommen fühlten, erklärte Kolleck.
    Die bisherige AfD-Jugendorganisation Junge Alternative hatte sich im Frühjahr aufgelöst, nachdem sich die Partei von ihr getrennt hatte. Als eigenständiger Verein war die vom Verfassungsschutz als erwiesen rechtsextremistisch eingestufte JA nur lose an die AfD angebunden gewesen.

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    Diese Nachricht wurde am 29.11.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.