Aus dem Exil
Schah-Sohn ruft zu neuen Protesten im Iran auf - Staatsführung verschärft Drohung gegen Demonstranten

Der im Exil lebende Sohn des 1979 gestürzten Schahs hat für das Wochenende zu neuen Protest-Kundgebungen im Iran aufgerufen. Das Regime drohte Teilnehmern erneut mit harten Strafen.

    Eine Protestaktion vor einem Geschäft in der iranischen Stadt Kermānschāh.
    Auch am Freitagabend gab es wieder Proteste wie hier in der Stadt Kermānschāh. (IMAGO / Middle East Images / IMAGO / Kamran)
    Der iranische Generalstaatsanwalt sagte im Staatsfernsehen, jeder, der an den Demonstrationen teilnehme, könne als "Feind Gottes" angesehen werden. Auch jene, die Unruhestiftern Hilfe leisteten, drohe unter diesem Tatvorwurf eine Anklage. Im Iran können sogenannte "Feinde Gottes" mit dem Tod bestraft werden.
    Trotz der Drohungen und des gewaltsamen Vorgehens der Einsatzkräfte hatte sich am Freitagabend erneut eine große Menschenmenge in der Hauptstadt Teheran verssammelt. Exilsender zeigten - obwohl das Internet gesperrt wurde - auch Bilder von Kundgebungen aus anderen Städten, darunter Maschhad im Osten des Landes sowie Täbris im Norden.

    Schah-Sohn ruft zu landesweitem Streik im Iran auf

    Für das Wochenende rief Reza Pahlavi, der im Exil in den USA lebende Sohn des 1979 gestürzten Schahs, erneut zu Demonstrationen auf. Dabei gehe es nicht nur darum, auf die Straßen zu gehen, sondern zentrale Plätze in Städten zu besetzen und zu halten. Außerdem ermutigte er auf der Plattform X Arbeiter und Angestellte von Schlüsselbranchen wie der Öl-, Gas- und Energieindustrie zu einem Streik.
    Seit Beginn der Protestwelle vor fast zwei Wochen wurden nach Angaben der Organisation Iran Human Rights mit Sitz in Norwegen mehr als 70 Demonstranten getötet. In anderen Berichten ist von mehr als 200 Toten die Rede. Außerdem gebe es viele Festnahmen.
    Über die Entwicklungen im Iran informieren wir Sie auch in einem Liveblog.
    Diese Nachricht wurde am 10.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.