Freitag, 28.02.2020
 
Seit 16:10 Uhr Büchermarkt
StartseiteInterview"Nicht die falschen Konsequenzen ziehen"26.03.2015

Reaktionen auf Absturz"Nicht die falschen Konsequenzen ziehen"

Der SPD-Verkehrspolitiker Sören Bartol hat vor voreiligen Gesetzesverschärfungen nach dem Absturz der Germanwings-Maschine gewarnt. Man müsse ernsthaft und in Ruhe nachdenken, ob es Möglichkeiten für Verbesserungen gebe, sagte der SPD-Fraktionsvize im Deutschlandfunk. Zunächst müssten aber alle Fakten auf dem Tisch liegen.

Sören Bartol im Gespräch mit Catrin Stövesand

Sören Bartol, Verkehrsexperte der SPD im Bundestag. (picture alliance / dpa / Tim Brakemeier)
Sören Bartol, Verkehrsexperte der SPD im Bundestag. (picture alliance / dpa / Tim Brakemeier)
Weiterführende Information

Französische Staatsanwaltschaft - Copilot brachte Flugzeug absichtlich zum Absturz
(Deutschlandfunk, Aktuell, 26.03.2015)

Lufthansa - "Ein tragischer Einzelfall"
(Deutschlandfunk, Aktuell, 26.03.2015)

Trauer in Deutschland - Schweigeminute für die Opfer
(Deutschlandfunk, Aktuell, 26.03.2015)

Bartol erklärte, er sei grundsätzlich offen für alle Vorschläge. Zugleich schränkte er die Erfolgsaussichten von neuen Bestimmungen in Fällen wie dem Germanwings-Absturz ein. Wenn jemand ein Pilot ein Flugzeug nehmen wolle, um seinem Leben ein Ende zu bereiten, dann würde er im Zweifel auch Wege dazu finden, sagte Bartol. Es gebe Konstellationen, die sich nicht verhindern ließen. "Ich frage mich natürlich auch: Gibt es die letztmögliche Sicherheit?"

Ferner warnte Bartol vor falschen Reflexen, in denen sofort Gesetzesverschärfungen gefordert würden. Diese könnten vielleicht auch kontraproduktiv sein. Er glaube an den hohen Standard der Pilotenausbildung. Auch die technischen Sicherheitsbestimmungen seien sehr hoch in Europa. "Man muss aufpassen, dass man - so bedauerlich dieser Fall auch ist - jetzt nicht die falschen Konsequenzen zieht, die dazuführen, dass es nicht sicherer wird, sondern vielleicht eher unsicherer."

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk