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StartseiteSprechstundeBrennen in der Speiseröhre26.06.2018

RefluxBrennen in der Speiseröhre

Wenn Mageninhalt zurück in die Speiseröhre dringt, lautet die Diagnose Reflux, Rückfluss. Zehn bis 20 Prozent der Bevölkerung in westlichen Industrieländern sind betroffen. Der saure Magensaft reizt die Schleimhaut der Speiseröhre. Das kann zu Entzündungen führen, in seltenen Fällen das Krebsrisiko erhöhen.

Am Mikrofon: Carsten Schroeder

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Die Abbildung zeigt einen Querschnitt von Mund- und Rachenraum mit Luft- und Speiseröhre. (picture alliance / dpa / Wissen Media Verlag)
Querschnitt von Mund- und Rachenraum mit Luft- und Speiseröhre (picture alliance / dpa / Wissen Media Verlag)
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Eine Ursache für das Zurückfließen des sauren Magensaftes ist eine Fehlfunktion der Schließmuskulatur zwischen Magen und Speiseröhre. Neben einer Ernährungsumstellung oder säurehemmenden Medikamenten kann die Therapie daher auch operative Eingriffe wie das Anlegen einer Magenmanschette umfassen.

Studiogäste:

  • Prof. Berthold Gerdes und Prof. Carsten Gartung, Johannes Wesling Klinikum Minden

Diskutieren Sie mit unter 00800 - 4464 4464 oder per Mail an 
sprechstunde@deutschlandfunk.de


Reflux - die Reportage

Sodbrennen seit der Kindheit

Von Reflux können auch junge Menschen betroffen sein. Mein Kollege Lennart Pyritz hat an der Uniklinik Köln einen Patienten begleitet, der Anfang 30 ist und bereits seit seiner Kindheit unter dem Zurückfließen von Nahrungsbrei und Säure aus dem Magen in die Speiseröhre leidet.

Von Lennart Pyritz

"Also, Herr ten Thij, das Erste, was wir jetzt machen, ist die Druckmessung der Speiseröhre, um zu gucken, wie ist die Motilität der Speiseröhre, wie bewegt sie sich. Und im Falle einer Reflux-Operation ist das eigentlich die wichtigste Untersuchung, die wir brauchen, ja. Die Untersuchung dauert sieben Minuten. Sie kriegen alle 30 Sekunden von mir die Aufforderung, ein bisschen Wasser runter zu schlucken. Das machen wir zehn Mal, und dann ist die Untersuchung auch schon fertig."

Marlies Janson ist medizinisch-technische Assistentin und arbeitet seit Jahren mit Reflux-Patienten an der Uniklinik Köln. Auf einem Stuhl ihr gegenüber sitzt Michael ten Thij. Der 31-Jährige leidet seit seiner Kindheit unter Sodbrennen und ist deswegen schon seit Längerem in Behandlung.

"Ja, das Sodbrennen ist eigentlich so zu beschreiben, ja, das brennt halt. Ziemlich so, als ob man was Heißes getrunken hätte, und das läuft dann ganz langsam die Speiseröhre runter. Meistens so zwei Mal am Tag bestimmt."

Michael ten Thij geht zu einer Liege in der Ecke des Raums. Davor steht Marlies Janson hantiert an einem Bildschirm und mit einem durchsichtigen, biegsamen Schlauch und reicht dann dem Patienten Wasser in einem Plastikbecher mit Strohhalm.

"Jetzt kommen erst ein paar Nasentropfen, die mal bitte hochziehen. Herr ten Thij, wenn ich jetzt gleich mit der Sonde komme: Sie kriegen den Becher Wasser in die Hand, das Röhrchen in den Mund und während ich schiebe, trinken Sie ganz vorsichtig. Ja? Dann spüren sie das nicht so."

Marlies Janson schiebt die Sonde durch ein Nasenloch und die Speiseröhre bis zum Magen des Patienten vor. Dann beginnt die Messung.

"Das Wasser sammeln im Mund und schlucken."

Die Vermessung der Speiseröhre

Zehn Mal im Abstand von 30 Sekunden gibt Marlies Janson Michael ten Thij einen kleinen Schluck Wasser. Dabei variiert sie behutsam die Position der Messvorrichtung in der Speiseröhre. Die leitet ihre Daten weiter an einen Computer neben der Liege. Auf dem Bildschirm zeichnet sich jeder Schluckvorgang als Kurvenverlauf in leuchtenden Farben ab. Die Ösophagus-Manometrie diene dazu, die Druckverhältnisse in der Speiseröhre zu messen, sagt die MTA. So kann geprüft werden, ob die Schluckmuskulatur und der Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen problemlos arbeiten.

"Ein letztes Mal Herr ten Thij und schlucken."

Die Untersuchung ist beendet. Zum Abschluss bekommt der Patient noch eine Sonde verlegt, die über 24 Stunden die Säure-Verhältnisse in Magen und Speiseröhre aufzeichnet. Das angeschlossene kleine Messgerät trägt er an einer Schlaufe über der Schulter.

"Und morgen kann man das ausmessen. Und dann sieht man in welcher Zeit in 24 Stunden die Säure in der Speiseröhre steht, da wo sie eigentlich nicht hingehört."

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