
Um welches Gesetz geht es?
Um das Gebäudeenergie-Gesetz (GEG), umgangssprachlich auch Heizungsgesetz genannt. Es regelt den schrittweisen Austausch von Öl- und Gasheizungen zugunsten klimafreundlicher Alternativen. Beschlossen wurde es 2020 von der Großen Koalition unter Kanzlerin Merkel. 2024 wurde es von der damaligen Ampel-Koalition überarbeitet. Union und SPD verständigten sich 2025 im Koalitionsvertrag dann auf eine weitere Reform.
Was ist mit der 65 Prozent-Regel?
Umstritten war vor allem die vom früheren Wirtschaftsminister Habeck (Grüne) initiierte Regel, wonach jede neu eingebaute Heizung mit 65 Prozent erneuerbaren Energien betrieben werden muss. Dies galt zunächst für Neubauten in einem Neubaugebiet, für bestehende Gebäude wurden Übergangsfristen gewährt.
Vor allem die Union drängte darauf, die 65-Prozent-Regel komplett abzuschaffen. Sie hat sich an diesem Punkt gegen die SPD durchgesetzt. "Alle Heizungsarten sind wieder möglich", betonte Unionsfraktionschef Spahn. Konkret heißt es im Eckpunkte-Papier: "Das neue Gesetz wird keine Regelungen enthalten, die den Ausbau oder Wechsel bestehender funktionierender Heizungssysteme verpflichtend machen." Öl- und Gasheizungen können also auch künftig weiter in Wohnhäusern eingebaut werden.
Welche Regeln sollen für neue Gas- und Ölheizungen gelten?
Gas- und Ölheizungen müssen laut den Plänen von Union und SPD mit einem wachsenden Anteil klimafreundlicher Kraftstoffe betrieben werden, etwa Biomethan. Bis 2029 soll diese sogenannte "Grüngasquote" bei zehn Prozent liegen und bis 2040 in drei weiteren Schritten ansteigen. Für den klimafreundlichen Brennstoffanteil soll der CO2-Preis entfallen.
Branchenvertreter weisen darauf hin, dass klimafreundliche Kraftstoffe teurer sind als konventionelle, auch weil es am Angebot mangele. Auf Hausbesitzer kämen deshalb deutliche Mehrkosten zu.
Was ist mit der staatlichen Förderung für Wärmepumpen?
Wer weiterhin einen Austausch seiner alten Heizung plant oder beim Neubau fossile Heizungen vermeiden möchte, kann vorerst weiter auf staatliche Unterstützung zählen: Die Förderung für den Kauf klimafreundlicher Anlagen wie zum Beispiel Wärmepumpen soll bis mindestens 2029 sichergestellt werden.
Wie werden Mieter vor hohen Kosten geschützt?
Für Mieter, die keinen Einfluss haben auf die Heizung ihrer Wohnung, soll es einen Schutz "vor überhöhten Nebenkosten durch den Neueinbau unwirtschaftlicher Heizungen" geben - dazu stehen im Papier aber keinerlei Details.
Was bedeutet das Gesetz für den Klimaschutz?
"Die Ziele des Klimaschutzgesetzes gelten", so die Koalition. Sollte sich in einer Evaluierung im Jahr 2030 zeigen, dass der Gebäudesektor Klimaziele verfehle, werde nachgesteuert. Insbesondere der Verkehrs- und Gebäudesektor hinken beim Klimaschutz allerdings bereits seit Jahren hinterher.
Ab wann gelten die neuen Regeln?
Die Fraktionen von Union und SPD haben am Dienstag zunächst ein fünfseitiges Eckpunkte-Papier vorgelegt. Bis Ostern, also Anfang April, soll das Kabinett einen Gesetzentwurf verabschieden. Danach ist der Bundestag am Zug. Am 1. Juli soll das neue Gesetz in Kraft treten.
Diese Nachricht wurde am 24.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
