
Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, kommt Tisza nach Auszählung von 45,7 Prozent der abgegebenen Stimmen auf 135 von 199 Sitze im Parlament. Das würde einer Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament entsprechen.
Damit bestätigen sich die letzten Umfrageergebnisse vor der Abstimmung, die die Partei klar vor der Fidesz-Partei von Regierungschef Orbán sahen. Magyar äußerte sich mit Blick auf das Ergebnis am Wahlabend vorsichtig optimistisch. Orbáns Kabinettschef Gulyás sagte hingegen, man vertraue darauf, dass Fidesz die Mehrheit erhalten werde.
Magyar will Ungarn wieder zu verlässlichem Bündnispartner machen - Orbán spricht von Wahl zwischen Krieg und Frieden
Orbán regiert seit 2010 ununterbrochen, nachdem er das Land bereits von 1998 bis 2002 geführt hatte. Kritiker werfen dem 62-Jährigen vor, Ungarn mit einem autoritären Kurs in eine "illiberale Demokratie" umgewandelt zu haben. Orbán steht der EU kritisch gegenüber und hat gute Beziehungen sowohl zum russischen Staatschef Putin als auch zu US-Präsident Trump.
Der 45-jährige Magyar, früher selbst Fidesz-Mitglied, steht für einen pro-westlichen Kurs und will Ungarn nach eigenen Angaben zu einem verlässlichen NATO- und EU-Partner machen. Orbán hatte die Wahl als eine Entscheidung zwischen "Krieg und Frieden" dargestellt. Er wirft Magyar vor, Ungarn in den Krieg Russlands mit der Ukraine hineinziehen zu wollen. Magyar weist dies zurück.
Viele Ungarn sind nach Jahren wirtschaftlicher Stagnation und steigender Lebenshaltungskosten des 62-jährigen Orbán überdrüssig. Hinzu kommen Berichte über die Bereicherung von regierungsnahen Oligarchen. Magyar hat die Unzufriedenheit über mutmaßliche staatliche Korruption und sinkenden Lebensstandard zum Thema seines Wahlkampfes gemacht.
Mitentscheidend: Zieht rechtsextreme Partei ins Parlament ein?
Für eine Regierungsbildung ist wichtig, ob die rechtsextreme Partei Mi Hazank ("Unsere Heimat") ins Parlament kommt oder an der Fünf-Prozent-Hürde scheitert. Es könnte also auch zu einer Fidesz-Koalition mit Mi Hazank oder aber einer Fidesz-geführten Minderheitsregierung kommen, selbst wenn Tisza stärkste Partei wird. Ein Unsicherheitsfaktor sind außerdem die zahlreichen ethnischen Ungarn in den Nachbarländern, die meistens die Regierungspartei unterstützen. Rund acht Millionen Menschen sind wahlberechtigt.
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Diese Nachricht wurde am 12.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.




