
Die Bürger entscheiden auch mit über den geopolitischen Kurs. Die Regierung der Kaukasusrepublik, die traditionell enge Beziehungen zu Russland pflegt, signalisierte zuletzt verstärktes Interesse an einer Anbindung an die Europäische Union. Entsprechende Botschaften gingen Anfang Mai vom EU-Armenien-Gipfel aus. Erst vor wenigen Tagen war US-Außenminister Rubio in der Hauptstadt Eriwan. Kritiker monierten das westliche Vorgehen als Wahlkampfhilfe für die Regierungspartei. Ministerpräsident Paschinjan strebt eine dritte Amtszeit an. Die Opposition ist fragmentiert. Zu ihren einflussreichsten Akteuren zählen der unter Hausarrest stehende Oligarch Karapetjan und Ex-Präsident Kotscharjan. Beide gelten als prorussisch.
Weiteres Wahlkampfthema war das Friedensabkommen mit Aserbaidschan. Armenien hatte es nach der Niederlage im jüngsten Krieg unterzeichnet und dabei seinen Verzicht auf die seit Jahrzehnten umkämpfte Region Bergkarabach erklärt. Viele der drei Millionen Armenier sind damit nicht einverstanden.
Diese Nachricht wurde am 07.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
