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StartseiteAus Kultur- und SozialwissenschaftenImpfen und Gottvertrauen27.05.2021

Rolle der Religion auf dem Weg zur HerdenimmunitätImpfen und Gottvertrauen

Im "Bible Belt", also jenen US-Bundesstaaten mit einem hohen Anteil an evangelikalen Christen, ist die Impfbereitschaft auffällig gering. In Israel verweigern sich orthodoxe Juden den staatlichen Appellen. Hat Impfskepsis etwas mit dem Glauben zu tun, oder eher mit anderen sozio-kulturellen Faktoren?

Von Andreas Beckmann

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Pastor Jody Moore von der Transformation Church in Chino spricht ein Gebet zum Start einer Kampagne in Kalifornien zur Corona-Impfung in Kirchen (5.3.2021, Rancho Cucamonga, Kalifornien, USA)  (imago/Zuma Press/Watchara Phomicinda)
Auch bei Schwarzen in den USA ist die Impfskepsis groß - eine Impfkampagne in den Kirchen soll gegensteuern (imago/Zuma Press/Watchara Phomicinda)
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"Wir brauchen alle von euch; Amerikaner, lasst euch impfen!"

Wenn US-Präsident Biden seine Landsleute zur Corona-Impfung auffordert, klingt das neuerdings fast wie ein Hilferuf. Dabei war doch die Kampagne seiner Regierung so furios gestartet mit mehreren Millionen Spritzen pro Tag. Nach einer täglich aktualisierten Datenübersicht der Universität Oxford haben die USA inzwischen etwa die Hälfte ihrer Bevölkerung einmal geimpft.

Doch seit einem Monat steigt die Impfrate kaum noch. Bisher bleibt kein Impfstoff liegen, weil sich viele die zweite Dosis abholen. Aber weil kaum noch neue Impfwillige hinzukommen, gerät das Ziel einer Herdenimmunität von 70 Prozent, das Biden ausgegeben hat, in weite Ferne. Da helfen auch Werbekampagnen mit Politikern, Sportlerinnen und Show-Stars nicht. Biden sucht nach neuen Verbündeten.

"Sprecht mit jemandem, dem ihr vertraut; eurem Arzt, eurem Apotheker. Sprecht mit euren religiösen Anführern."

Wenn Biden den Amerikanern vertrauenswürdige Ansprechpartner für Impffragen vorschlägt und dabei in einem Atemzug mit Ärzten und Apothekerinnen auch religiöse Autoritäten nennt, liegt er gar nicht so falsch. Darauf deutet jedenfalls die weltweit erste flächendeckende Studie zu Religion und Impfbereitschaft hin, die der Religionssoziologe Robert Jones Ende April in Washington vorstellte:

"Amerikas religiöse Anführer und ihre Glaubensgemeinschaften können effiziente Werkzeuge der Impfkampagne sein. Wir müssen wirklich alle Ressourcen unserer Nation mobilisieren. Jetzt, wo wir hochwirksamen Impfstoff in großen Mengen haben, müssen wir die Leute überzeugen, ihn auch anzunehmen. Und da zeigt sich, dass Religion ein wichtiger Faktor ist, um Leute dazu zu bringen, sich impfen zu lassen."

Impfbereitschaft als Glaubensfrage

Robert Jones leitet das gemeinnützige "Public Religion Research Institute" PRRI, das für die Studie 5.600 Amerikaner aller Glaubensrichtungen befragte. Dabei zeigten in den USA vor allem Juden und Katholiken eine hohe Impfbereitschaft. Die größte Gruppe, die Protestanten, aber auch Angehörige kleinerer religiöser Minderheiten waren deutlich skeptischer. Unabhängig von jeder Konfession gab knapp die Hälfte aller Befragten an, dass religiöse Überlegungen eine große Rolle für sie spielten bei der Entscheidung, ob sie sich impfen lassen oder nicht. Robert Jones:

"Religiöse Autoritäten werden von fast allen, die sich bisher nicht haben impfen lassen, aber darüber nachdenken, als Quelle genannt, der sie grundsätzlich vertrauen. Egal ob es sich um Schwarze oder Weiße handelt, Großstädter oder ländliche Bevölkerung. Daher ist es von großer Bedeutung für die Regierung, Religionsgemeinschaften zu Verbündeten zu machen, wenn sie mit den Leuten ins Gespräch kommen will, die bisher eher impfskeptisch eingestellt sind."

Dass religiöse Einstellungen mit über den Erfolg einer Impfkampagne entscheiden können, bestätigt auch die Erfahrung Israels, das als einziges Land der Welt schon Ende 2020 eine zahlenmäßig relevante Impfkampagne gestartet hatte. Bis Ende März war eine Impfquote von 60 Prozent erreicht. Seither stagniert sie. Das hängt weniger damit zusammen, dass die arabische Minderheit in Israel den Behörden nicht traut. Die Impfkampagne kommt vor allem deshalb nicht weiter voran, weil sich die Gruppe der orthodoxen Juden zu großen Teilen verweigert, solange nur der Staat und nicht ihr Rabbiner sie auffordert.

Auch in Deutschland Zusammenhang mit Religion?

Ob religiöse Fragen auch hierzulande die Impfkampagne beeinflussen könnten, brauchte man sich bisher kaum zu fragen, weil es keinen Mangel an Impfwilligen, sondern an Impfstoff gab. Doch schon ganz zu Beginn, als vor allem die Älteren geimpft wurden, fiel vielen Ärzten auf, dass sich fast nur Interessierte mit deutschen Namen meldeten. Seitdem denken Experten darüber nach, ob das auf eine besondere Impfskepsis unter Migranten hindeuten und ob die möglicherweise etwas mit dem Glauben zu tun haben könnte, bestätigte Serap Güler, Staatssekretärin für Integration in Nordrhein-Westfalen, in einem Interview der Tagesthemen.

"Es ist ein halt sehr, sehr schwieriges Thema und es ist wichtig, diese Debatte richtig einzuordnen. Wir haben ja leider zu dem Thema eine Debatte, die daraus eine ethnische Debatte daraus machen wollte. So lange wir klarmachen, dass diese Menschen mit Migrationsgeschichte sehr viel häufiger in sozial prekären Situationen leben, kann man das, glaube ich, gut einordnen. Experten tun das ja."

Vor allem Experten des Robert Koch-Instituts RKI. Die sehen, anders als die amerikanischen Soziologen, bisher keinen Zusammenhang von Religion und Impfbereitschaft. "Ja, es gibt Studien im Ausland, die darauf hinweisen, aber es gibt auch Studien des RKI, die deutlich machen, dass ärmere Menschen viel öfter an Covid erkranken oder viel öfter auf Intensivstationen landen."

Armut und Sprachprobleme als Infektionsrisiko

Ärmere Menschen leben häufig am Rand der Gesellschaft und werden deshalb generell von staatlichen Stellen schlechter erreicht, auch von Impfzentren. Das gilt überall auf der Welt und diese Distanz wächst noch, wenn es sich um Migranten handelt, deren Muttersprache nicht die Landessprache ist. Serap Güler:

"Diese Briefe, die von Impfzentren oder Landräten oder Oberbürgermeistern an die Mitbürger und Mitbürgerinnen verschickt wurden, waren ja für manche deutsch-deutsche Ältere schon schwer zu verstehen. Und wenn dazu auch noch die Sprachprobleme hinzukommen für älteren Migranten, war es schwer, über die Impfzentren hier auch genügend ältere Menschen mit Migrationsgeschichte wahrzunehmen."

Menschen stehen im Kölner Stadtteil Chorweiler Schlange, um eine Corona-Impfung zu erhalten.  (AFP / Ina Fassbender)Mit dem Impfbus in Hochinzidenz-Gebiete - eine offenbar erfolgreiche Strategie (AFP / Ina Fassbender)

Wenn die Menschen nicht ins Impfzentrum kommen, muss der Impfstoff zu ihnen gebracht werden. Nach dieser Maxime hat Nordrhein-Westfalen einen Impfbus in die Kölner Hochhaussiedlung Chorweiler geschickt. Die große Moschee im Stadtteil Ehrenfeld öffnete ihre Tore für eine Impfaktion mit über 3.000 Menschen. Von denen stammte aber nur eine Minderheit aus der Gemeinde. Der Berliner Bezirk Neukölln hat eine ähnliche Aktion in einem Stadtteilzentrum durchgeführt. Über 2000 Anwohner kamen, fast doppelt so viele, wie erwartet. Die Nachfrage ist also da. Aber was hat Angehörige ethnischer Minderheiten bisher gehindert, sich um eine Impfung zu bemühen?

Möglicherweise müsse man generell weniger den Zusammenhang von Religion und Impfbereitschaft als den Aspekt der Armut in den Blick nehmen, bemerkt Philipp Adorf, Politologe an der Universität Bonn, der sich schwerpunktmäßig mit den USA beschäftigt.

"Zuerst einmal ist da die Herausforderung des sozialen Status. Das heißt, das führte dazu, dass die Impfraten bei Afro-Amerikanern und bei Latinos lange Zeit geringer waren als unter weißen Amerikanern. Da ging es um die Frage, hat man einen Hausarzt, kommt man an einen Termin im Impfzentrum? Das wurde aber doch jetzt peu à peu aufgeholt, und die Impfbereitschaft ist auch relativ hoch.

Robert Koch (sitzend) mit Mitgliedern der Expedition zur Untersuchung der Schlafkrankheit in Afrika; v.l.: Dr. Kudicke, Prof. Klein, Koch, Prof. Beck, Stabsarzt Pause, Feldwebel Sacher (Foto: Franz-Otto-Koch - 1897)  Vor den Weißen hocken drei Schwarze auf den Stufen der Terrasse. (picture alliance/ullstein bild/Haeckel Archiv) (picture alliance/ullstein bild/Haeckel Archiv) Robert Koch und die Verbrechen von Ärzten in Afrika
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Traumatische Erinnerungen an medizinische Experimente

Um gerade auch Minderheiten zu erreichen, haben die USA ihre Impfkampagne von Anfang an außerhalb der Strukturen des Gesundheitswesens gestartet. Niemand muss in eine Praxis kommen oder braucht eine Krankenversicherung. Die Spritze ist kostenlos. Die Armee hat Impfzentren auf großen Parkplätzen eigerichtet. Man kann aber auch ins Stadtteilzentrum kommen oder eben in die Kirchengemeinde. Dort wurden vor allem Afroamerikaner erreicht. Philipp Adorf:

"Das war vor diesem großen Projekt, die gesamte Bevölkerung zu impfen, so ein bisschen die Sorge, dass Schwarze Amerikaner Vorbehalte haben könnten, sich impfen zu lassen, weil ein gewisses Misstrauen auch gegenüber dem Staat und gegenüber der Medizin herrscht. Es gab in der Vergangenheit da sehr problematische Episoden, dass Afroamerikaner für bestimmte medizinische Tests, ja, benutzt wurden."

So wurden zum Beispiel zwischen 1932 und 1972 Hunderte von Schwarzen für Experimente mit dem Syphilis-Erreger missbraucht, ohne dass man ihnen Medikamente gab, weil die Gesundheitsbehörden Erkenntnisse über den Verlauf dieser Krankheit gewinnen wollten. Auch wegen solcher historischer Erfahrungen wollte sich im vergangenen Spätsommer nach einer Befragung des "Pew Research Center" nur ein Drittel aller Afroamerikaner impfen lassen. Dass es inzwischen deutlich mehr geworden sind, führt der Religionssoziologe Robert Jones vom PPRI auch auf die Aufklärungsarbeit vieler schwarzer Kirchengemeinden zurück.

"Dass der Pastor jemanden zur Impfung ermutigt, ist eine Möglichkeit, wie es funktionieren kann. Manchmal ist er sogar vorangegangen und hat sich öffentlich impfen lassen. Andernorts haben die Gläubigen Gemeindeabende organisiert, um miteinander über ihre Zweifel zu diskutieren. Oder Einzelne, die schon geimpft waren und sich gut fühlten, haben von ihren Erfahrungen berichtet. Oder das Gemeindebüro hat den Leuten geholfen, einen Impftermin zu bekommen."

Ideologische Vorbehalte und Wissenschaftsskepsis

Aber, schränkt Robert Jones ein, das funktioniert nicht immer. Weiße Protestanten, die keine Impfung wollen, lassen sich auch von ihren Pfarrern nicht von dieser Haltung abbringen. Das könnte daran liegen, dass sie Frömmigkeit mit einer stark verfestigten politischen oder ideologischen Haltung verbinden, vermutet der Bonner USA-Experte Philipp Adorf:

"Ich glaube, was wichtiger ist, ist ein allgemeines Misstrauen unter konservativen weißen Amerikanern gegenüber der wissenschaftlichen Elite. Wir kennen das ja auch, dass der Klimawandel eher skeptisch gesehen wird. Das heißt, hier ist ein Stück weit der Glaube, was uns die Mediziner, die wissenschaftliche Elite sagen, stimmt das wirklich? Denn die Wissenschaft wird von weißen Evangelikalen seit Jahrzehnten als Antagonist wahrgenommen."

Solch eine christlich-fundamentalistische Impfskepsis gibt es nach Beobachtungen der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen in Berlin auch in wenigen freikirchlichen Gemeinden in Deutschland. Einzelne ihrer Pfarrer haben sogar schon auf Querdenker-Demonstrationen gepredigt. Weil ihre Zahl aber sehr gering ist, geraten sie kaum in den Blick, anders als migrantische Milieus, kritisiert die Kulturwissenschaftlerin Judith Kohlenberger: "Solche Fragen werden zunehmend ethnisiert und religionisiert, also mit der Zugehörigkeit zu einer bestimmten ethnischen Gruppe, einer Hautfarbe oder einer Religion, konkret mit dem Islam, verbunden."

An der Wirtschaftsuniversität Wien betreibt Judith Kohlenberger derzeit eine qualitative Studie mit dem Titel "Covid-19 und Migrationshintergrund". Dabei untersucht sie neben ihrer Heimat Österreich auch die Situation in anderen Einwanderungsländern wie Kanada, Portugal oder den skandinavischen Staaten. Erste Zwischenergebnisse stellte sie im März in einem Online-Colloquium am Wissenschaftszentrum Berlin vor. "Ein Punkt ist auf jeden Fall die Tatsache, dass wir eine große Impfskepsis festgestellt haben in migrantischen Communities. Das ist ein Thema, das uns in den nächsten Wochen und Monaten beschäftigen sollte. Die Menschen werden von den Impfinformationen kaum oder nur wenig erreicht."

Imam Tahar Sabri beim Corona-Test bei der Dar-as-Salam-Moschee in Berlin (Luise Sammann / Deutschlandradio)Religiöse und medizinische Autoritäten als Gegenpol zu Gerüchten aus sozialen Medien (Luise Sammann / Deutschlandradio)

Gerüchte auf vielen Kanälen

Weil sie offizielle Verlautbarungen kaum wahrnehmen, suchen sie sich ihre Informationen woanders. Einwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion etwa im auch in Europa weit verbreiteten russischen Fernsehen. Das erzählt ihnen dann, dass der einzige vertrauenswürde Impfstoff Sputnik V sei. Der aber ist in der EU bisher nicht zugelassen.

Auch über soziale Medien verbreiten sich in migrantischen Milieus manchmal Gerüchte, von denen die Mehrheitsgesellschaft gar nichts mitbekommt. So kursierte eine Zeit lang die Behauptung, Muslime dürften im Fastenmonat Ramadan keine Impftermine annehmen, weil es nach dem Koran verboten sei, sich vor Sonnenuntergang in irgendeiner Weise zu stärken. Verschiedene Moscheeverbände stellten daraufhin, untermauert mit theologischen Argumenten, in speziellen Botschaften für deutschsprachige Gläubige klar, dass Impfstoffe, anders als Essen oder Trinken, nicht als Nahrung gelten und deshalb jederzeit zu sich genommen werden dürfen.

Doch nicht alle Missverständnisse lassen sich so leicht ausräumen, weiß Serap Güler: "Wir brauchen hier eine bessere Aufklärung, gerade was die Gerüchte rund um das Thema, das bei jüngeren Frauen auch existiert, dass Impfen zu einer Unfruchtbarkeit führt. Da brauchen wir vor allem Aufklärung von Mediziner und Medizinerinnen."

Aber nicht nur in medizinischen Fragen machen Vermutungen die Runde, die die Betroffenen durchaus verunsichern können. "Wir haben unter anderem auch bei Flüchtlingen, das ist jetzt keine große Gruppe, das Gerücht, dass derjenige, der als erstes geimpft wird, als erstes abgeschoben werden soll und dass da deshalb Vorbehalte existieren."

Mehrheitsgesellschaft kann Vertrauen schaffen

Zwar glaubt niemand, dass eine Impfung unmittelbar zur Abschiebung führen könne. Umgekehrt spekulieren aber manche Flüchtlinge, eine fehlende Impfung könne zu einem Abschiebehindernis werden, weil kein Land sie so einreisen lasse. Um Deutschland nicht verlassen zu müssen, nehmen sie dann lieber gesundheitliche Risiken in Kauf. Daher gilt für Judith Kohlenberger die Faustregel: Je sicherer ihr Aufenthaltsstatus, desto besser sind Menschen für staatliche Stellen erreichbar, auch für Impfzentren: "Soziale Kontakte können sehr viel abfangen. Die Menschen, die gut, nämlich sowohl in der eigenen Community als auch in der Mehrheitsgesellschaft integriert sind, waren tendenziell wesentlich besser informiert."

Wenn Migranten die Corona-Politik der jeweiligen Regierung ihrer neuen Heimatländer besser verstehen, dann ist die Mehrheit nach Beobachtungen von Judith Kohlenberger bereit, mitzuwirken, sowohl was die Abstands- und Hygieneregeln angeht als auch, was das Impfen betrifft: "Was wir zum Beispiel überhaupt nicht aus den Daten ablesen konnten, ist, dass es unter Migrantinnen und Migranten mehr Verschwörungstheorien gibt als in der Mehrheitsgesellschaft. Die Diskussionen haben ein sehr diversifiziertes und sehr differenziertes Bild gezeichnet, wie eben auch in der Gesamtbevölkerung."

Aber da, wo sich Gruppen abschotten, wie amerikanische Evangelikale in ihren Vorstädten, wie ultra-orthodoxe Juden in ihren Vierteln in Israel, oder wo sie sich ausgeschlossen fühlen wie manche Einwanderer in europäischen Hochhaussiedlungen, dort verhärtet sich religiöser Fundamentalismus in diesen Tagen leicht zu einer Impfgegnerschaft.

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