
Rubio sagte in Helsingborg, man prüfe ständig, wo US-Truppen stationiert würden. Es gehe dabei nicht um "Bestrafung" von Verbündeten. Der amerikanische Außenminister fügte hinzu, das Bündnis müsse auch für sein Land von Nutzen sein. Die Enttäuschung von Präsident Trump über einige NATO-Partner sei bekannt.
Trump hatte gestern bekanntgegeben, dass die Vereinigten Staaten 5.000 zusätzliche Soldaten nach Polen entsenden werden. Vor einer Woche war in Washington noch von einem Abzug in ähnlicher Größenordnung die Rede gewesen. Zuvor hatten Pläne für einen Truppenabzug aus Deutschland die Bündnispartner überrascht. Den Abzug von 5.000 Soldaten hatte Trump nach kritischen Worten von Bundeskanzler Merz zum Iran-Krieg angeordnet.
Mehrere Mitgliedsstaaten beklagten sich in Helsingborg über "verwirrende Ankündigungen" aus Washington. Schwedens Außenministerin Malmer Stenergard sagte in Helsingborg mit Blick auf geplante Verlegungen von US-Truppen, diese sei "nicht immer leicht zu durchschauen". Estlands Außenminister Tsahkna rief die USA zu einem "koordinierten Vorgehen" auf. Sein norwegischer Kollege Barth Eide bekräftigte, die US-Truppenverlagerung müsse "auf strukturierte Weise" geschehen, damit Europa seine Präsenz aufbauen könne.
Wadephul setzt auf Gipfel in der Türkei
Bundesaußenminister Wadephul äußerte sich optimistisch, mit den USA beim NATO-Gipfel im Juli eine Verständigung über eine gemeinsame Zukunft des Bündnisses zu finden. US-Außenminister Rubio habe sehr das Gemeinsame der Allianz betont, sagte der CDU-Politiker. Die Staats- und Regierungschefs der NATO kommen in rund sechs Wochen in der Türkei zu ihrem Gipfel zusammen.
NATO-Generalsekretär Rutte gab am Rande des Treffens bekannt, dass der ukrainische Präsident Selenskyj an dem Gipfel im Juli in der türkischen Hauptstadt Ankara teilnehmen wird.
Diese Nachricht wurde am 22.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.



