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StartseiteInformationen am MorgenEx-Anwalt bringt US-Präsident Trump in Bedrängnis30.11.2018

Russland-AffäreEx-Anwalt bringt US-Präsident Trump in Bedrängnis

Ein Geständnis seines ehemaligen Anwalts Michael Cohen bringt US-Präsident Donald Trump in der Russland-Affäre unter einen schwerwiegenden Verdacht: Möglicherweise sei Trumps Putin-freundlicher Kurs auf seine geschäftlichen Interessen in Russland zurückzuführen, heißt es in Washington.

Von Thilo Kößler

(imago/Rn Sachs)
Reagierte aufgebracht auf das Geständnis seines Ex-Anwalts: US-Präsident Donald Trump (imago/Rn Sachs)
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Der Gang zum Bundesrichter in Manhattan, das Geständnis und die Selbstverpflichtung auf fortgesetzte Kooperation mit den Justizbehörden könnten für Trumps ehemaligen Anwalt Michael Cohen noch zum Befreiungsschlag werden. Für den Präsidenten, der in der sogenannten Russland-Affäre ohnehin schon in Bedrängnis ist, wird die brisante Aussage seines ehemaligen Vertrauten und selbsterklärten Ausputzers zur zusätzlichen Belastung. Sichtlich aufgebracht nannte Trump unmittelbar vor Abflug zum G20-Gipfel seinen ehemaligen Rechtsbeistand einen Schwächling und Lügner, der es nur auf Strafnachlass abgesehen habe.

Cohen gesteht Falschaussage gegenüber dem Kongress

Cohen hatte in einem neunseitigen sogenannten "Plea Deal", einer Vereinbarung mit den Justizbehörden, gestanden, im Jahr 2017 gegenüber dem Kongress falsche Angaben gemacht zu haben - und zwar in der Frage geschäftlicher Beziehungen Donald Trumps in Russland und mit Blick auf seine Pläne, in Moskau einen Trump-Tower zu errichten. Cohen hatte gegenüber dem Kongress ausgesagt, Trump habe die Pläne bereits im Januar 2016 fallengelassen - also zu einem Zeitpunkt, als Donald Trump noch nicht im Wahlkampf und seine Nominierung zum Spitzenkandidaten noch nicht absehbar war.

Michael Cohen (AP)Gestand aus Loyalität zu Donald Trump den US-Kongress belogen zu haben: Anwalt Michael Cohen (AP)

Tatsächlich habe Trump seine Baupläne aber noch bis zum Juni 2016 weiter betrieben: Da stand der Nominierungsparteitag der Republikaner schon unmittelbar bevor. Cohen gab an, aus Loyalität zu Trump gelogen zu haben. Er habe sich nicht in Widerspruch zu Trump begeben wollen. Vor dem Pressecorps des Weißen Hauses tat Trump die Aussagen Cohens umgehend als unbedeutend ab – sein Plan, in Moskau einen Trump-Tower zu errichten, sei allgemein bekannt gewesen. Und er habe das mehr oder weniger vage Projekt ja auch nicht realisiert, sondern fallen gelassen.

Trumps Geschäftsinteressen in Russland

Tatsächlich hatte Trump finanzielle Interessen in Russland und geschäftliche Beziehungen im Umfeld des russischen Präsidenten stets in Abrede gestellt: So zum Beispiel im Sommer 2016 gegenüber dem Fernsehsender ABC.

Trump sieht sich nun dem Verdacht des Interessenkonflikts ausgesetzt: Möglicherweise sei sein ausgesprochen Putin-freundlicher Kurs auf seine geschäftlichen Interessen in Russland zurückzuführen, heißt es. Der demokratische Abgeordnete Adam Schiff wies darauf hin, dass nicht nur Michael Cohen den Kongress und die amerikanische Öffentlichkeit in die Irre geführt habe, sondern auch der Präsident selbst.

Cohen wird zum wichtigsten Zeugen

Die Russland-Affäre gewinnt damit weiter an Dramatik. Erst Anfang der Woche hatte Sonderermittler Robert Mueller Trumps ehemaligen Wahlkampfmanager Paul Manafort bezichtigt, trotz einer Kooperationsvereinbarung weiterhin gelogen zu haben. Nun dürfte Michael Cohen zum wichtigsten Zeugen der Anklage in der Russlandaffäre geworden sein. Cohen will auch weiterhin in vollem Umfang mit den Behörden zusammenarbeiten.

Angeblich steht Robert Mueller unmittelbar vor der Fertigstellung seines Berichts. Seit Tagen versucht Trump via Twitter, den Sonderermittler und sein Expertenteam in Misskredit zu bringen. Trump-Anwalt Rudy Giuliani warf Robert Mueller jetzt vor, den Zeitpunkt für das spektakuläre Geständnis Michael Cohens bewusst gewählt zu haben. Er habe Donald Trump unmittelbar vor dem G20-Gipfel in Buenos Aires schwächen wollen. Die Absage der Gipfelbegegnung mit Wladimir Putin in Buenos Aires begründete Donald Trump jedoch nicht mit der brisanten Entwicklung in der Russland-Affäre - sondern mit Putins aggressiver Politik gegenüber der Ukraine.

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