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StartseiteSport AktuellSportler wehren sich gegen Sparmaßnahmen28.08.2019

Saarländischer LandessportverbandSportler wehren sich gegen Sparmaßnahmen

Der Saarländische Landessportverband muss nach dem Finanzskandal sparen und will Geschäftsstellen der Fachverbände schließen und die Buchhaltung streichen. Vereinsvertreter aus dem ganzen Land wehren sich gegen das Sanierungskonzept. Sie fürchten, dass der Breitensport dabei zu kurz kommt.

Von Tonia Koch

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Demonstranten halten in Saarbrücken ein Transparent mit der Aufschrift "Wir sind der Saarsport" in der Hand (Deutschlandradio / Tonia Koch)
Vereinsvertreter, Breitensportler und Spitzensportler demonstrierten in Saarbrücken gegen die Neuausrichtung des LSVS und die damit verbundenen Einsparungen. (Deutschlandradio / Tonia Koch)

Unter dem Motto: "Wir sind der Saarsport" schob sich bei tropischen Temperaturen ein bunter Lindwurm durch die Saarbrücker Innenstadt: Leichtathleten, Schwimmer, Segler, Handballer, Turner, um nur einige zu nennen. Aus dem ganzen Land waren die Vereinsvertreter gekommen, Breitensportler ebenso wie Spitzensportler. Und alle eint die Befürchtung, dass bei den notwendigen Sparmaßnahmen und den überfälligen Restrukturierungsanstrengungen des krisengeschüttelten saarländischen Sportverbandes der eigentliche Sport unter die Räder kommt. Sabrina Skorski vom Saarländischen Schwimmbund: "Das ist das Ziel von heute, dass wir noch einmal darauf aufmerksam machen, es geht hier um den Sport auch um den Breitensport und nicht nur um den ökonomischen Aspekt."

Mehr zum Finanz-Skandal beim Landessportverband Saarland


Der neue Präsident des Landessportverband für das Saarland (LSVS), Adrian Zöhler. Der Landessportverband für das Saarland (LSVS) ist von einer Finanzaffäre betroffen. Seit Bekanntwerden im Dezember 2017 dringen immer mehr Details an die Öffentlichkeit. (imago sportfotodienst) (imago sportfotodienst)Neuanfang am Abgrund
Der saarländische Landessportverband war unter seinem alten Präsidium in finanzielle Nöte geraten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Vorwurfes der Untreue. Um seine Zahlungsfähigkeit sicherzustellen, braucht der Verband Millionen. Keine einfache Aufgabe für den frisch gekürten Präsidenten Adrian Zöhler.

Das Logo des Landessportverbandes für das Saarland. Der LSVS ist von einem Finanz-Skandal betroffen. Details kamen im Dezember 2017 ans Licht. (imago) (imago)"Können nicht verlangen, jedes Konto zu prüfen"
Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Untreue und Vorteilsgewährung gegen das Präsidium des Landessportbundes im Saarland. Pro Jahr klafft eine Millionenlücke beim LSVS. Um sie zu stopfen, soll jetzt das Personal bluten, an den Strukturen soll sich aber nichts ändern

Der ehemalige Präsident des saarländischen Landtags Klaus Meiser (CDU, r) steht mit seinem Anwalt Guido Britz in dem Verhandlungssaal des Landgerichtes in Saarbrücken. Ihm werden Untreue und Vorteilsgewährung vorgeworfen. (dpa/ picture alliance/ Oliver Dietze) (dpa/ picture alliance/ Oliver Dietze)Jurist soll Verband sanieren
In der Finanzaffäre um den Landessportverband hat das Innen- und Sportministerium weitere Konsequenzen gezogen und das Präsidium entmachtet. Nun soll ein Jurist den Verband sanieren. Die Untreue-Ermittlungen gegen LSVS-Präsident Klaus Meiser wurden indes weiter ausgedehnt.

Geschäftsstellen der Fachverbände sollen aufgelöst werden

Im Moment wird das finanzielle Überleben des Landessportverbandes, durch ein Darlehen in Höhe von 14 Millionen Euro gesichert, das die saarländische Landesbank der Dachorganisation gewährt hat. Und dieser Kredit ist an ein Sanierungskonzept geknüpft. Das sieht unter anderem vor, dass die vom Landessportverband finanzierten Geschäftsstellen der Fachverbände allesamt aufgelöst werden. Das aber überfordere die ehrenamtlichen Strukturen im Sport. "Wir brauchen ja die Geschäftsstellen vor allen Dingen für organisatorische Dinge, in unserem Fall, Startpässe ausstellen für Teilnahmeveranstaltungen, Kampfrichter stellen für Veranstaltungen, Trainerausbildung, Lizenzen erneuern. Das wird zunehmend schwieriger, wenn da die Leute für fehlen."

Neuordnung des LSVS ist Thema im Landtag

Ulrike Samsel ist Mitglied der Triturtels, der Friedrichsthaler Triathleten. Der Verein bringt es mal eben auf 60 Mitglieder. Auch die Schwimmer sorgen sich, dass sie etwa bei den Trainern einsparen müssen, wenn sie nicht mehr auf die administrativen Dienste der Dachorganisation zurückgreifen können. Jens Lohhaus, Landestrainer Schwimmen: "Die haben einfach momentan keine finanziellen Ressourcen, das dann noch zu stemmen." Morgen ist die Neuorganisation des Landessportverbandes und der immer deutlicher werdende Interessenkonflikt zwischen Sparzwang und sportlicher Ausrichtung Thema einer Anhörung im saarländischen Landtag.

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