Wassereis für künftige Mondmissionen?Scharfe Blicke ins Dunkel der Mondkrater

Nahe dem Mondsüdpol gibt es etliche Krater, in die niemals Sonnenlicht gelangt. Dort ist es ewig dunkel und extrem kalt. In manchen dieser Krater dürfte es Wassereis geben, das von eingeschlagenen Asteroiden und Kometen stammt.

Von Dirk Lorenzen | 21.11.2021

Der Rover der VIPER-Mission unterwegs in der Nähe des Mondsüdpols (Illustration)
Der Rover der VIPER-Mission unterwegs in der Nähe des Mondsüdpols (Illustration) (NASA)
Das Wassereis könnte künftigen astronautischen Missionen als Rohstoff dienen. In etwa zwei Jahren soll im Auftrag der NASA der Rover VIPER in der Gegend um den Mondsüdpol landen, um dunkle Krater erforschen.
Bisher ist weitgehend unklar, wie es im Innern der Krater aussieht. Denn nur Streulicht der umliegenden Berge oder von der Erde erhellt das Kraterinnere. Die NASA-Sonde LRO nimmt diese Krater mit langen Belichtungszeiten auf. Doch weil die Sonde um den Mond herum läuft, verschmieren die Bilder und sind unscharf.
Die 17 untersuchten Krater befinden sich in der Nähe des Mondsüdpols
Die 17 untersuchten Krater befinden sich in der Nähe des Mondsüdpols (LRO/NASA/MPS)
Ein Team um Valentin Bickel vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen hat nun einen selbstlernenden Computeralgorithmus entwickelt, der die verschwommenen Bilder wieder schärft und so viele Informationen über die Krater gewinnt. Die Fachleute haben für ihre Software Zigtausende von Kalibrationsaufnahmen der Mondsonde ausgewertet – zudem wird die Bewegung der Sonde während der unscharfen Aufnahmen berücksichtigt. Dem Göttinger Team gelang so bereits der Blick in siebzehn Krater, in denen nun Hügel und manche kleine Einschlagspuren zu erkennen sind.
In einem Krater scheint ein nicht allzu lange zurückliegender Einschlag frisches Material aus den tieferen Schichten der Oberfläche freigelegt zu haben – vielleicht auch Wassereis. Dies wäre ein gutes Ziel für den VIPER-Rover.