
Die Vorsitzenden der nordrhein-westfälischen Landesgruppe in der SPD-Fraktion, Esdar und Wiese, erklärten, letztlich entschieden die Parteigremien über die Frage. Es gebe in der SPD eine Diskussion über die beste politische Aufstellung für die Bundestagswahl. Dabei höre man viel Zuspruch für Verteidigungsminister Pistorius. Esdar und Wiese betonten, das Ansehen von Bundeskanzler Scholz sei stark mit der Ampel-Koalition verknüpft. Esdar ist auch Sprecherin der Parlamentarischen Linken. Wiese ist Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises in der SPD.
Juso-Chef Türmer hält die Frage des SPD-Kanzlerkandidaten ebenfalls noch nicht für entschieden. „Man krönt sich nicht als Kanzler wieder selbst zum Kandidat, sondern das ist eine Entscheidung der Partei und ihrer Gremien. Und da liegt jetzt eben auch der Ball“, sagte der Vorsitzende der SPD-Jugendorganisation im Deutschlandfunk. Klar für Pistorius hatten sich bereits mehrere Kommunalpolitiker sowie die Bundestagsabgeordneten Weingarten und Arlt positioniert.
Scholz-Unterstützer in Parteispitze und Kabinett
Dagegen bezeichnete die SPD-Vorsitzende Esken die Kanzlerkandidatur von Scholz als beschlossene Sache. Im Vorstand gebe es keine Debatte darüber, betonte Esken im ARD-Fernsehen. Saarlands Ministerpräsidentin Rehlinger, die auch stellvertretende Parteivorsitzende ist, sagte dem Magazin „Stern“: „Die SPD stellt den Kanzler, das ist eine große Chance. Deshalb ist Olaf Scholz der natürliche und richtige Kanzlerkandidat.“
Bundesinnenministerin Faeser sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, Scholz habe das Land „umsichtig und entschieden durch schwere Krisenzeiten geführt“. Für ihn sei Scholz gesetzt, sagte Bundesgesundheitsminister Lauterbach in der ARD.
Ein Nein, aber von Pistorius
Bundesverteidigungsminister Pistorius sagte am Abend bei einer Veranstaltung der Mediengruppe Bayern in Passau: „In der Politik sollte man nie irgendetwas ausschließen. Das einzige, was ich definitiv ausschließen kann ist, dass ich noch Papst werde.“ Pistorius verteidigte den Kanzler und sagte, dass dieser „einen wirklich guten Job“ mache. Es sei eine große Herausforderung gewesen, nach der Corona-Pandemie mit deren hohen Kosten die erste Ampel-Koalition zu bilden. Scholz habe nun gesagt, er wolle weitermachen – das sei das Normalste der Welt.
Pistorius schloss dabei aus, selbst den Hut in den Ring zu werfen für eine Kanzlerkandidatur. Er sei ein „zutiefst loyaler Mensch.“ Er werde deshalb auch nicht sagen, er trete an. „Ich bin Parteisoldat.“
Diese Nachricht wurde am 19.11.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.