Iran
Schriftsteller Navid Kermani befürchtet Chaos nach Iran-Krieg

Der deutsch-iranische Schriftsteller Navid Kermani hat wenig Hoffnung auf einen Regimewechsel im Iran geäußert. Kermani sagte im Deutschlandfunk, er befürchte, dass die USA das Land blind bombardierten und es danach noch schlimmer werde.

    Schriftsteller Navid Kermani schaut ernst vor dunklem Hintergrund.
    Schriftsteller Navid Kermani: "Hoffe, dass die Amerikaner einen Plan haben und nicht blind bombardieren. Wie es aussieht, ist das aber nicht der Fall." (picture alliance / Panama Pictures / Dwi Anoraganingrum)
    Mit Blick auf die Gräueltaten des Regimes an Zehntausenden seiner Gegner kritisierte der Publizist, man habe die Mittel des internationalen Rechts nicht ausreichend genutzt. Der Westen habe die Verbrechen zu lange geduldet. Dabei sei die rechtliche Aufarbeitung des Massakers ein Hebel, um die Führung in Teheran unter Druck zu setzen. Die Angriffe auf den Iran wiederum bezeichnete Kermani als Bruch des Völkerrechts. In dem Zusammenhang kritisierte er auch einen leichtfertigen Umgang der Bundesregierung mit selbigem.
    Der SPD-Politiker Mützenich forderte Bundeskanzler Merz auf, bei seinem heutigen Treffen mit US-Präsident Trump in Washington das Völkerrecht zu thematisieren. Es sei die Haltelinie der internationalen Ordnung. Eine andere Richtschnur gebe es nicht.

    Aus dem Deutschlandfunk-Programm

    Wie Exil-Iraner auf die Angriffe in der alten Heimat blicken (Audio)
    UN-Charta: Der Angriff auf den Iran ist nicht durch Völkerrecht gedeckt (Audio)
    Diese Nachricht wurde am 03.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.