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StartseiteSport am Wochenende"Man muss es wirklich wollen"05.10.2019

Schwanitz nach WM-Bronze"Man muss es wirklich wollen"

Christina Schwanitz hat sich nach ihrer Schwangerschaft erfolgreich in der Weltspitze zurückgemeldet. Die Kugelstoßerin sehe sich durchaus als Vorbild für andere Athletinnen, die Rückkehr in den Leistungssport sei aber ohne die Unterstützung ihres Umfelds nicht möglich gewesen.

Christina Schwanitz in Gespräch mit Jessica Sturmberg

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Kugelstoßerin Christina Schwanitz aus Deutschland zeigt ihre Bronzemedaille.  (dpa / Michael Kappeler)
Kugelstoßerin Christina Schwanitz mit der WM-Bronzemedaille: "Tokio ist das große Ziel" (dpa / Michael Kappeler)
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Der Gewinn von Bronze bei der Weltmeisterschaft in Doha sei die "wertvollste Medaille" nach dem WM-Triumph von Peking 2015, sagte Christina Schwanitz im Deutschlandfunk. Die Kugelstoßerin war 2017 Mutter von Zwillingen geworden, außerdem hat sie inzwischen ein Studium aufgenommen. "Es war mit Sicherheit die am schwersten erkämpfte Medaille", sagte Schwanitz zu ihrem Comeback in Doha. "Ich habe viel mehr dafür getan, mehr Disziplin an den Tag legen müssen, was früher viel einfacher von der Hand ging."

"Organisation, Leidenschaft - und ein Umfeld das mitzieht"

Die größte Herausforderung habe darin bestanden, Kinder und Leistungssport unter einen Hut zu bringen. "Man muss es wirklich wollen. Es braucht sehr viel Organisation, sehr viel Timing, Disziplin. Und natürlich ein Quäntchen Leidenschaft - sonst hält man das alles nicht durch."

Ebenso wichtig sei aber auch die Unterstützung des Umfelds gewesen, betonte die 33 Jahre alte Dresdnerin: "Wenn ich keinen Trainer hätte, der den Plan auf meine Zeiten und den Kindergarten einstellen könnte, und keinen Mann und Freunde, die diesen Zeitplan mitmachen - dann würde das alles nicht funktionieren. Darauf mussten sich alle einstellen, dass ich um 16.30 Uhr das Training verlassen muss, damit ich um 16.45 Uhr im Kindergarten stehen kann."

Fernziel Olympische Spiele 2020

Schwanitz sehe sich auch als Vorbild für andere Athletinnen, ihr Erfolg könnte durchaus dazu führen, dass der Profisport sich stärker öffnet und das notwendige Umfeld für Athletinnen mit Kindern schafft: "Es traut sich jetzt vielleicht doch jemand mehr", sagte Schwanitz. Sie habe nach der Schwangerschaft alles daran gesetzt, wieder Sport zu treiben und auch wieder die Kraft dafür zu haben.

Insgesamt seien die Belastungen im WM-Jahr durch Studium, Beruf und Familie sehr groß gewesen. "Ich bin als Mensch viel zu kurz gekommen. Das rächt sich irgendwann", sagte Schwanitz und kündigte an, die Belastungen besser zu timen, auch im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2020. "Das ganz große Ziel bleibt Tokio." 

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