Interview der Woche
Söder: Politik der Ampel geht gegen ländliche Räume

Der CSU-Vorsitzende Söder unterstützt die Forderung vieler Bauern nach einer Rücknahme der Subventionskürzungen. Die Landwirtschaft erbringe einen großen Beitrag für Deutschland. Deshalb sei der Wegfall der Fördermittel unangemessen.

16.01.2024
    Söder spricht in einem Raum mit großen Fenstern in ein Mikrofon und gestikuliert dazu mit der Hand.
    Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (picture alliance / Panama Pictures / Dwi Anoraganingrum)
    Der bayerische Ministerpräsident sagte im Interview der Woche des Deutschlandfunks, Anders als etwa bei Medikamenten sei Deutschland bei Lebensmitteln durch die lokale Landwirtschaft noch unabhängig von globalen Lieferketten. Das müsse auch so bleiben. Weiterhin verlangte Söder mehr Mitspracherechte und ökonomische Chancen für die Landwirte sowie einen Bürokratieabbau und eine generell größere Wertschätzung des ländlichen Raumes. Die derzeitige Regierung orientiere sich zu stark an städtischen Ballungsgebieten. Das zeige sich etwa bei der geplanten Reduzierung der Tierhaltung und der Schließung kleinerer Krankenhäuser auf dem Land.

    "Abschwung Deutschlands"

    Söder erneuerte seine Forderung nach vorgezogenen Neuwahlen. Die Ampelkoalition müsse sich eingestehen, dass sie das Vertrauen und die Legitimation der Bevölkerung verloren habe. Aktuell sei ein Abschwung Deutschlands auf der einen Seite und gleichzeitig der vermeintliche Aufstieg von radikalen Kräften erkennbar. Söder rief dazu auf, gegen die AfD zu mobilisieren. Der Schlüssel zur Bekämpfung radikaler Gruppen sei, die Probleme der Bevölkerung und möglicher Protestwähler anzunehmen und gemeinsam Lösungen zu finden. Ein mögliches Verbotsverfahren gegen die AfD sei dagegen ziemlich sicher zum Scheitern verurteilt, unterstrich Söder.
    Diese Nachricht wurde am 12.01.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.